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Nef´s Voice: 26.05.05-The Past Dictate The Future
#1
Hallo zu einer neuen Ausgabe von Nef`s Voice. Als ich vor genau 15 Jahren mit dem Wrestling schauen angefangen habe, da gab es eine Sache die mir sofort auffiel, die Wrestler waren so ziemlich alle verschieden, ich meine nicht unbedingt ihr Aussehen oder ihre Klamotten, ich meine vorallem ihr Wrestling Style. Ich weiss nicht wie es euch heute geht, aber wenn ich heute mir eine Show anschaue, dann sehe ich bei den meisten die gleiche Frisur, den gleichen juiced Body und vorallem denn gleichen Style im Ring. Es faellt jedoch vorallem bei WWE auf, jeder WWEler zeigt seine Basics (und das noch nichtmal gut), und die aehneln sich bei so ziemlich jedem. Nicht nur das das Move Repertoire der meisten gleich ist, fuehren sie auch noch die Moves gleich aus. Kaum jemand der jungen WWEler die die letzten 2-3 Jahre in die WWE kam hat besondere Trademark Moves. Und da wundert man sich nicht nur bei WWE sondern auch im Independent Circuit warum junge Leute nicht von den Fans angenommen werden. Nun aber warum aehneln sich immer mehr junge “Wrestler“ wie ein Ei dem anderen? Der Grund liegt in der Vergangenheit.

Heutzutage leben wir im Wrestling in Nord Amerika in der Tough Enough Generation, wie ich es immer bezeichne. Moechtegern Wrestler sind auf dem Reality Trip und denken sie koennten durch eine Reality Show zum WWE Star werden, mittlerweile gibt es sogar Independent Reality Shows. Doch die 12 Wochen Trainingscamp im TV vor dem Kameras bei Tough Enough kann die Jahrelange Arbeit in den Indies nichtmal zu 1% ersetzen, und vorallem man lernt dabei nichts (jedenfalls nichts was mit Wrestling zutun hat). Warum hat es bisher von Tough Enough niemand geschafft bei WWE? Und wieso wurden viele von TE der ersten Staffeln schon wieder entlassen? Nicht weil sie etwa untalentiert waren, sondern weil sie nicht vorbereitet und gut ausgebildet wurden. Man kann doch nicht ernsthaft glauben das ein 10 woechiger Tough Enough Urlaub ausreicht um Fulltime arbeiten zukoennen. Das ist auch der Grund warum Daniel Puder seit 6 Monaten in der OVW trainiert. Und um es vorweg zunehmen, Puder wird auch eine WWE Massenproduktion sein wenn er ins WWE TV zurueckkehrt. Erfahrung heisst das Stichwort im Pro Wrestling. Man kann nicht innerhalb wenigen Wochen oder Monate und auch Jahre denken das man “Wrestling“ lernen kann. Ein guter Wrestler wird man nur durch die Erfahrung die man sich hollt in den verschiedenen Territories, doch da liegt das grosse Problem.

Heutzutage ist es in Nord Amerika ueblich das wenn man im “Pro Wrestling“ anfaengt in ein Trainingscamp zugehen, dort 6-10 Wochen zu trainieren, und dann im selben Territory sein Pro Debut zugeben (natuerlich viel zu frueh) und dort ueber Jahre zubleiben. Es gibt heutzutage nur noch wenige Indy Wrestler die in 4-5 Territories arbeiten oder gar Internationale Touren mitmachen aus den verschiedenen Gruenden. Das ist etwas was sich die letzten 10 bis 20 Jahren mit am meisten im Professional Wrestling veraendert hat. Frueher war es ueblich das ein junger Wrestler von einem Territory ins naechste geht ueber Jahre hinweg. Dort lernte er in jedem Territory einen ganz eigenen Style, und er lernte in verschiedenen Territories auch mit verschiedenen Zuschauern umzugehen. Aus jedem Territory konnte man etwas mitnehmen, und so kreiirte jeder Wrestler seinen ganz eigenen Style der ihn ausmachte und unverkennbar werden lies. Noch vor 20 Jahren gab es zwischen denn Territories unterschiede wie Tag und Nacht, in Florida und Georgia bei der GCW wurde ganz anders gewrestlet als in Texas bei der WCCW, als in Mid South bei der UPW oder als in Memphis in der CWA. Heute ist das bei weitem nichtmehr so gegeben wie frueher, und das Ergebniss ist, man wrestlet in einem Territory und man lernt nur einen Style. Das ist der Grund warum das “Wrestling“ groesstenteils wirklich schlechter geworden ist in Nord Amerika.

Bei WWE ist es ueblich das man ueberwiegend schlechte Worker verpflichtet und sie in der OVW ueber Monate trainiert. Sie alle erhalten bei der OVW das gleiche Basic Training, das gleiche Fitnesstraining, die gleiche Apotheke und sie alle haben die gleichen Trainer. Und sie lernen nicht Wrestling als erstes, sondern Bumps und Stunts, nur wenige wrestlen wirklich. Es ist eine Art Massenproduktion bei Ohio Valley Wrestling, und dabei heraus kommen junge Leute die alle das gleiche gelernt haben von den gleichen Trainern, alle denn selben juiced Body haben und trotzdem nicht richtig wrestlen koennen. Kein Wunder also das sie sich nicht unterscheiden, und es ist auch kein Wunder das die WWE Fans die meisten OVWler die in die WWE kommen ablehnen. Und eben weil sich alle in der OVW aehneln bekommen sie bescheuerte Gimmicks dann bei WWE. Nehmen wir nur mal Nick Dinsmore, in der OVW bestritt er als Nick Dinsmore einige gute Matches, ua Chris Benoit. Bei WWE ist heute “Eugene“ durch seinen Character mehr als nur limitiert, ich glaube das einzige was Eugene zeigt sind Punches, Kicks und das imitieren von alten Finishern. Oder um noch ein Aktuelles BSP zunehmen was Stereotypische WWEler anbelangt, nehmen wir mal Batista. Alle seine Moves die er zeigt sind Basic Moves, er zeigt kein einzigen Move denn man mit Batista verbindet sondern die andere WWEler auch zeigen. Die Leute werden bald Muede sein ihm zuzusehen (erste Anzeichen gibt es dafuer laengst), weil er immer das gleiche zeigt und einer der limitiertesten Leute ist die es ueberhaupt gibt. In einigen Wochen startet die zweite WWE Development Promotion Deep South Wrestling, fuer WWE ist dies sicherlich ein Fortschritt, denn es kann dazu beitragen ein bisschen dieses Problem zu verbessern (nicht zu loesen!). Die Frage ist nur was WWE daraus macht?

Es sind zudem nicht nur die Moves die gleich ausgefuehrt werden oder das Moveset das bei den meisten gleich ist, es sind auch und vorallem die Bumps. JEDER WWEler nimmt die gleichen Bumps auf den Ruecken, egal was passiert ob ein Schlag, Tritt oder ein anderer Move, er faellt auf den Ruecken! Back Bumps kann ich noch nachvollziehen wenn man einen Dropkick abbekommt oder einen Slam, aber wie sieht denn das bei einem Punch aus? Wenn man sich mal alte Klassiker von Ricky Steamboat, Terry Funk oder Harley Race anschaut erkennt man es deutlich, sie fallen und stolpern auf den Hintern, auf die Huefte oder die Knie. Im “WWE Style“ ist dies nicht der Fall, man sieht nur die immergleichen Back Bumps.

Terry Funk schrieb in seinem Buch etwas ganz entscheidendes, er sagte zu seiner Zeit glaubten die Wrestler an das was sie tun, und heute glaubt niemand mehr daran weil die Fans nichtmehr daran glauben. Es gab keinen Unterschied zwischen dem Wrestler und der Person Terry Funk. Wenn die Wrestler damals ein Interview gaben dann war es ein shoot fuer sie, auch wenn es keiner war. Wenn sie wrestleten dann war es ein shoot, auch wenn es ein work war. Sie spielten nicht denn Charackter wie heute, sie waren der Charackter! Freddie Blassie war Freddie Blassie 24 Stunden am Tag. Dick Beyer war The Destroyer, er nahm ausser bei sich zuhause NIE seine Maske ab. Er fuhr Auto mit der Maske, er kaufte mit der Maske ein, selbst Backstage trug er seine Maske, er war nichtmehr Dick Beyer er war The Destroyer. Gleiches gilt fuer Mil Mascaras oder El Santo. Man wird keine Bilder von ihnen finden ohne Maske zu dieser Zeit. Oder man wird kein einziges Interview vom Original Sheik finden, warum nicht? Weil The Sheik seinen Charackter lebte.

Die Begebenheiten fuer junge Wrestler eine gute Ausbildung zuhaben, und dann in verschiedenen Territories viele verschiedene Dinge zu lernen ist heute nur noch sellten gegeben. Und sie wird von Jahr zu Jahr noch geringer werden weil es immer weniger gute Trainer geben wird. Und da haben wir wieder das Problem das vor fast 20 Jahren entstand als das Indywrestling fast komplett zusammenbrach und sich seither nichtmehr richtig erhollte. Die Vergangenheit bestimmt die Zukunft.
Nefercheperur
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#2
Klasse Kolumne Daumen hoch
Hat man in letzter Zeit schon richtig vermisst Breites Grinsen

Es ist schon sehr traurig,wieviel "Einheitsbrei" in der WWE anzutreffen ist. Dies ist ja nicht nur ein Problem, womit das Wrestling zu kämpfen hat, vor allem ist diese Entwicklung auch in der Musik spürbar.

08/15 Bands, die aus dem Nichts heraus mit 08/15 Songs an die Spitze der Charts gepusht werden, um danach wieder schnell fallengelassen zu werden. Es geht meißtens nur noch um die "schnelle" Kohle, ohne viel Aufwand. Man lässt den zumeist doch talentierten jungen Künstlern keine Zeit sich zu entwickeln. Man wirft sie blind in ein Haifischbecken ohne Sicherheitsboot.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dieser Trend noch lange fortsetzen wird. Irgendwann wird es einen Bruch geben und es wird wieder mehr Wert auf eine eigene Persönlichkeit gelegt werden.
Hoffentlich lässt sich dieser Tag nicht mehr lange auf sich warten.

Es ist also nicht nur ein Phänomen, was sich in der WWE widerspiegelt. Es ist ein Problem unserer Gesellschaft mit dem wir uns herumschlagen. Man sollte wieder etwas Ruhe einkehren lassen und zur Besinnlichkeit finden und nicht noch schneller am Rad drehen.

In diesem Sinne
MfG Carlito (8)
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