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Nef´s Voice: 01.08.05-NWA What it meant and what it has become
#1
Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Nef`s Voice. Im Internet gibt es Themen wo man sicher sein kann das sie alle paar Monate aufkommen, wie etwa der Montreal Screwjob, die NWO, Hulkamania und auch die Skandale in der NWA auch wenn man das unbewusst macht. Denn die Gruendung der WWWF sowie die Absplittung von WCW, ECW oder AWA waren alles NWA Skandale. Die Geschichte der NWA Skandale hat letzte Woche ein neues Kapitel bekommen, nicht etwa das irgendein unbedeutender Promoter mit dem Title “NWA President“ der ohnehin keine Macht mehr hatte zuruecktrat, nein vielmehr die Art und Weisse wie dies geschah ist der Skandal, ueber viele Monate und vorallem in der Oeffentlichkeit (auf dem NWA Message Board und bei den verschiedendsten NWA Shows). Die National Wrestling Alliance findet sich in einer Situation wieder, die vor fast genau 20 Jahren herrschte 1984, man steht mit dem Ruecken zur Wand. Man muss nun die NWA mit ihren Regeln und der Politik “reformieren“, ansaetze dazu gab es die letzten 20 Jahre genug, doch alle scheiterten fast klaeglich bei der Ausfuehrung wenn es ueberhaupt dazu kam. Um die derzeitige Situation der NWA zu verstehen, und das Konzept der NWA nachzuvollziehen, muss man in die Vergangenheit blicken und wissen warum die National Wrestling Alliance 1948 gegruendet wurde.

Die National Wrestling Alliance wurde 1948 von Sam Muchnick, Pinkie George und Tony Stecher gegruendet. Das Ziel war es das sich verschiedene Promoter zusammenschliessen und sich gegenseitig helfen gegen die National Wrestling Association die bis zu diesem Zeitpunkt das Wrestling kontrollierte durch die State Athletic Commissions. Der Unterschied zwischen der National Wrestling Association und der National Wrestling Alliance ist schnell erklaert. Die Association wurde von den State Athletic Commissions kontrolliert und nicht von den Promotern wie bei der NWA. Ausserdem wollte die Alliance einen World Champion gemeinsam booken denn alle Alliance Mitglieder anerkennen als ihren World Champion, und Talente auszutauschen unter den NWA Promotions, und auch die Zuschauereinnahmen untereinander teilen, ein Konzept das damals das Professional Wrestling revolutionierte. Die Association hatte hingegen unzaehlige World Title, in jedem US Staat einen, was 1945, 48 NWA Association World Heavyweight Champions machte, alleine in den USA! Dadurch das die NWA Alliance nur einen World Champion hatte, wollte auch jeder den Alliance Champion booken und trat der NWA bei. Denn der NWA Alliance World Heavyweight Title war bei weitem begehrter und angesehener als die 48 NWA Association “World“ Heavyweight Title wo ohnehin keiner mehr durchblickte.

Jeder NWA President der von den NWA Promotern gewaehlt wurde bekam zudem 3% der Zuschauereinnahmen bei jeder Show bei der der NWA World Heavyweight Champion antrat (bis in die 80er Jahre), denn der NWA President war zudem fuer die Bookings des NWA World Heavyweight Champions verantwortlich die jedes Jahr bei dem alljaehrlichen NWA Meeting der NWA Promoter festgelegt wurde. Der NWA President musste sich sich mit dem Champion “rumschlagen“ der in einem bestimmten Territory nicht antretten wollte, oder gegen einen bestimmten Wrestler nicht antretten wollte. Der NWA President musste also nicht nur wichtige Entscheidungen treffen, er musste auch die NWA Promoter und den NWA Champion zufrieden stellen indem er Gerecht die Titlematches aufteilte. Damit das Konzept der National Wrestling Alliance jedoch funktionieren konnte, brauchte man einen starken aber gerechten NWA President der vorallem das vertrauen der anderen Promoter der NWA hatte, sowie Promoter die neben den eigenen Interessen genauso das Interesse der gesamten NWA vertretten. Auch frueher gab es Misstrauen in der NWA an jeder Ecke, aber damals vertraute jeder dem NWA Presidenten und das war entscheidend. Die National Wrestling Alliance fand DEN Presidenten in Sam Muchnick, 25 Jahre war er NWA President, und fuehrte die NWA ueber 30 Jahre. Jeder NWA Promoter vertraute ihm, denn Sam Muchnick brachte der NWA den groessten Erfolg ihrer Geschichte. Auf die Frage warum man Sam Muchnick immer zum NWA Presidenten waehlte, antwortete ein NWA Promoter mit einer Gegenfrage:“Who else can we trust?“ Das sagt eigentlich alles aus. Eine komplette NWA Geschichte kann man sich uebrigens unter folgendem Link durchlesen:
http://www.wwf4ever.de/ligen_nwa.php

Als Sam Muchnick 1975 zuruecktrat begannen die Probleme, und man erkannte das es Sam Muchnick war der die NWA zusammenhielt. Es gab ein NWA President nachdem anderen der zuerst an seine Promotion dachte und dann an die anderen. Die Folge war das man nicht nur dem NWA President nichtmehr vertraute sondern auch untereinander die Uneinigkeit los ging. Der Hoehepunkt war NWA President Jim Crockett Jr (NWA President 1980-1982 und 1985/1986) der den NWA World Heavyweight Title (und damit vorallem Ric Flair) fuer seine Jim Crockett Promotion fuer sich alleine beanspruchte im Kampf gegen die damalige WWF. Er erlaubte Ric Flair nur einige Tage im Monat ausserhalb der JCP anzutretten, damit waren natuerlich die anderen NWA Promoter nicht einverstanden. Denn den NWA World Heavyweight Champion auf seiner Card zuhaben bedeutete das man auch mit vielmehr Zuschauer rechnen konnte fuer die Show. Die gleiche Situation wie in den 80er Jahren mit Crockett gab es ja bereits zuvor in den 60er Jahren mit McMahon Sr/Mondt die dem NWA World Heavyweight Champion Buddy Rogers nicht erlaubten ausserhalb ihres Territories anzutretten. Damals gab es den Split, in den 80er Jahren den Untergang.

Und das selbe Problem haben wir heutzutage, Total Non-Stop Action Wrestling kontrolliert den NWA World Heavyweight Title alleine, und TNAW ist noch nichtmal eine NWA Promotion! Bis auf das sie die beiden NWA World Title haben, haben sie nichts mit der NWA zutun. Es ist nicht so das die NWA Promotions nicht den NWA World Heavyweight Champion booken koennten. Oh doch man koennte schon, aber wer will das schon fuer $8 000 die TNAW fuer das Booking des NWA World Heavyweight Champions verlangt? Keine Promotion, und warum nicht? Weil der Champion es nicht wert ist. Weder Raven, noch Jeff Jarrett, noch AJ Styles oder sonst irgendwer bei TNAW drawt soviele Zuschauer in den meisten Territories das sie $8000 rechtfertigen. Erst recht wenn man die haelfte des Geldes im voraus bezahlen muss. Das ist aber nur ein Problem unter vielen, wenn auch das Hauptproblem. Ein weiteres Problem ist das die NWA heute viel zu viele Promotions hat die nur ein paar mal im Jahr promoten, und viel zuviele Promotions hat die nicht erfolgreich sind, und es gibt zudem noch zuviele Association Mitglieder die nichts bringen. Ein gutes Beispiel was auch schief laeuft ist NWA Midwest. Ed Chuman (NWA Midwest Promoter) hat ein Working Agreement mit IWA Mid-South abgeschlossen, ein Unding wenn man bedenkt das es eine NWA Mid-South Promotion gibt. Denn das bedeutet nichts anderes das eine NWA Promotion mit Hilfe einer nicht NWA Promotion gegen eine NWA Promotion konkurriert.

Alles Gruende warum die National Wrestling Alliance nichtmehr so erfolgreich war wie vor langer Zeit, und vorallem wie sie heutzutage sein koennte. Die Frage ist, kann das Konzept der National Wrestling Alliance in der heutigen Zeit mit dem Einfluss des TV`s, PPV`s, Merchandise und mit den schwachen Territories noch funktionieren? Auf jedenfall, auch wenn das Indy Wrestling man als Tod bezeichnen kann was die Zuschauer angeht im vergleich zu frueher, so kann man dennoch darauf aufbauen. Aber nur wenn sich einiges aendert in der NWA, man sich auf die Staerken konzentriert und es einen starken Mann wie Sam Muchnick an der Spitze gibt denn alle respektieren. Dem NWA Board of Directors und dem NWA President, muss wieder mehr Macht gegeben werden, das war das Problem in den letzten 20 Jahren. Denn mehr macht dem Board und dem NWA President bedeutet auch das die Promoter Macht abgeben muessen, und das waren sie nicht gewillt zutun, und sind es noch immer nicht. Aber gerade die NWA World Title Kontrolle muss wieder in den Haenden der NWA Verantwortlichen liegen und nicht einer einzigen Promotion. Wie man es anstellt ist ganz egal, aber mit TNAW wird es nie klappen wenn sie die NWA World Title kontrollieren und nicht die NWA selbst. Denn solange nicht jeder NWA Promoter zu fairen Mitteln die NWA World Champions booken kann, solange wird es Uneinigkeit geben, denn schliesslich ist das einer der Hauptgruende NWA Mitglied zusein bzw zuwerden. Der NWA President sollte zudem nicht vom NWA Board of Directors sondern von allen NWA Promotern gewaehlt werden. Die haelfte der NWA Promotions die ohnehin nur noch sporadisch promoten und das noch nichtmal gut solllte man streichen, nicht die Quantitaet macht es sondern die Qualitaet. Die NWA Promotions muessen zudem nicht gegeneinander arbeiten, sondern viel enger miteinander gegen andere Independent Promotions.

Heutzutage eine National Wrestling Alliance zugehoerige Promotion zusein, bedeutet nur noch den Namen zutragen, nicht mehr! Es gibt ansonsten keine Zusammenarbeit mehr. Viele Leute verstehen die National Wrestling Alliance falsch. Die NWA ist keine Promotion, sie ist lediglich ein Name der von den Promotern benutzt wird. Ein NWA Promoter ist genauso auf sich alleine gestellt wie jeder andere Wrestling Promoter, er wird nicht etwa von der NWA “geschuetzt“. Die NWA wird nicht von ihrem Presidenten gefuehrt sondern von den Promotern. Heutzutage ist der NWA President nichts anderes als ein wertloser “Title“ denn man traegt. Der NWA President hat hoechstens nur noch repraesentative Aufgaben, von Authoritaet die der NWA Presidenten Posten eigentlich einmal hatte ist nichtsmehr uebrig. Und deswegen war der Ruecktritt von Ernie Todd der ohnehin keine Macht mehr hatte, nichts weiter als ein unbedeutendes Schauspiel.
Nefercheperur
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#2
sehr interessant...wieder einmal schöne kolummne !
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#3
Super Kolumne Nef und sehr interessant, wenn man bedenkt das ohne die NWA nie WWE, WCW, ECW etc. entstanden wäre, jedenfalls nie in dieser Form.

Eine starke NWA würde dem Wrestling generell wieder mehr helfen, vor allem dem Indy-Bereich. Und es würden wieder stärkere Champions geformt. Den ein Jarrett oder Raven oder Styles die alle nur immer ein paar Monate Champions sind bringt keinem was. Die kommen alle nicht als starke Champions rüber und das ist aber das wichtigste.

Speziell wo es momentan nur WWE am Markt gibt muss ein Gegenpart aufgebaut werden, sondern bleibt weiter alles stehen wie es schon die letzten Jahre der Fall ist.
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