12.08.2003, 19:39
Hab mir mal gedacht ... für die , die es interessiert , hau ich das ma rein.
Sehr interessant angesichts Sachen wie Eazy E´s und 2 Pac´s Tod.
just read ...
Part I : Die Anfänge Dre's Karierre und seiner Crew NWA
Einen Musiker als Legende zu bezeichnen, ist eine strittige Sache.
Wenn dieser ausgelutschte Begriff auf einen MC und Produzenten passt,
dann nur auf Dr Dre. Zehn lange Jahre schreibt Andre Young schon Musikgeschichte.
Alles begann mit der legendären Rapformation "N.W.A." - Niggas With Attitude.
So ruhmreich diese Zeit auch war - sie war ebenso schmerzhaft für Dre.
Dr. Dre wuchs in Compton auf, dem Viertel in L.A.,
das seit den Achtzigern zu einem Synonym für Gewalt, Prostitution und Drogen geworden ist.
In seiner Nachbarschaft wohnten Freunde wie Ice Cube und Suge Knight,
die im Laufe seiner Karierre noch eine wichtige Rolle spielen sollten.
Dre hörte Anfang der 80ziger Bands wie Grandmaster Flash & The Furious Five.
Eben diese motivierten ihn '81, sich erstmals als DJ zu versuchen.
Er schien Talent zum Scheibenauflegen zu haben,
schnell legte er regelmässig in einem Club in Compton auf.
So verdiente er sein erstes Geld und begeisterte sich immer mehr für den HipHop.
Doch bald reichte es dem jungen Andre nicht mehr, einfach nur Platten abzuspielen,
er wollte selber Tracks produzieren, zu denen die Leute in den Clubs abgehen.
Deshalb fing er mit einer einfachen Drum Machine und einem Vier-Spuren-Rekorder an erste Tracks aufzunehmen,
indem er Samples mit einem HipHop Beat unterlegte. Bald lernte er auch Eazy-E, Ice Cube, DJ Yella und MC Ren kennen.
NWA war geboren. Niggas With Attitude war eine Crew, die ihre ganzen Aggressionen
und ihren Hass in ihren Lyrics freien Lauf liessen.
So wurden sie zu einer der umstrittensten Bands in der Musikhistorie.
Die Gründung NWA's kann man durchaus mit dem Anfang des "Gangsta Raps" gleichsetzen.
Die Lyrics der MCs waren nicht so differnziert wie die Reime von politischen Bands wie Public Enemy.
Die Beats waren auch nicht mehr so soft wie die der OldScholl Generation.
Nein, die Lyrics waren schmutzig und gewaltverherrlichend, die Beats waren aggressiv und hart.
NWA glorifizierte das Gangleben. Schnelle Autos, hot chicks, harte Drogen,
viel Geld und viel "fuckin' police". In der Tat wurde Dre's damalige Musik als reale Bedrohung angesehen.
Die Bedrohung war anscheinend so groß,
dass das FBI gegen die Bandmitglieder ermittelte und zahlreiche Akten anlegte.
Doch das kümmerte Dre wenig, im Gegenteil es nutze ihm sogar.
Die Probleme mit dem Gesetz gaben den Lyrics mehr Authenzität
und gleichzeitig bedeuteten sie höhere Verkaufszahlen für die Alben.
Doch dann kam der Bruch. Dre und Eazy-E lagen im Clinch.
Grund für die Ausseinandersetzung war Eazy's damaliger Manager, Jerry Heller, mit dem Dre gar nicht zurecht kam.
Dre sagte Eazy, dass entweder er gehen müsse oder Mr Heller - Eazy hielt zu seinem Manager.
Dre ging. Er war wütend. Er war wütend auf Eazy. Er disste ihn in seinen neuen Tracks.
Eazy disste zurück. Doch Dre raufte sich zusammen und wollte neu beginnen.
Die zerbrochene Freundschaft wieder schliessen.
Neue Tracks mit Eazy-E und den anderen Jungs aufnehmen.
Eazy-E starb. Die alte Formation NWA war für immer aufgelöst ...
PART II : Death Row, Snoop Dogg & der neue Westcoast Sound
NWA war aufgelöst, Eazy-E tot und Dre stand vor einem kompletten Neuanfang.
Dre ist jemand, der gute Freunde nie vergisst,
und so erinnerte er sich an einen Bekannten aus Compton: Suge Knight.
Death Row und die neue Vormachtstellung des Westens
Dieser Freund sollte Dre's Weg Anfang der 90ziger stark beeinflussen,
mit diesem Mann sollte er eines der erfolgreichsten HipHop Labels der Geschichte leiten
- Death Row Records.
Er gründete das Label 1992 und
dominierte so fast 4 Jahre lang den amerikanischen HipHop Markt an der Westküste.
Er produzierte im Laufe der Jahre Rapper wie Snoop Dogg, Warren G, Tupac Shakur und R'n'B Bands wie BlackStreet.
Alles was er anfasste, wurde ein voller (Platin-)Erfolg.
Im Frühling '92 releaste Dre seine erste Solosingle "Deep Cover",
die damals erstmals einen neuartigen G-Funk Sound in die Clubs brachte
und gleichzeitig einen unbekannten Rapper der Öffentlichkeit vorstellte: Snoop 'Doggy' Dogg.
Dre lernte Snoop durch seinen Stiefbruder Warren G kennen
und erkannte sofort das ungeheure Talent des jungen Mcees.
Ab dem ersten Treffen des Nachwuchstalentes und des Producer-Genies,
feilten beide wie versessen an neuen Tracks, die die Vormachtsstellung des Westcoast Raps untermauern sollten.
So ist es auch nicht verwunderlich,
dass Snoop fast auf der Hälfte aller Tracks Dre's Debutalbum "Chronic" zu hören ist.
Der Erfolg seines Debutalbums (Chronic ist unter den sechs erfolgreichsten HipHop Alben)
spornte Dre zu weiteren erstklassigen Produktionen an. 1993 produzierte er Snoop's Debut "Doggystyle",
das dank Clubburnern wie "What's My Name" für viele Fans des amerikanischen Raps unvergessen bleibt.
Dre entwickelte in den knapp vier Jahren bei Death Row eine Form des HipHops,
die in allen damaligen Mainstream-Produktionen wiederzufinden war.
Er war verantwortlich für Hits wie "Regulate" und Soundtracks wie "Above The Rim".
Auch wenn er verhältnissmässig wenig produzierte, kontrollierte er den ganzen Westcoast Sound,
weil er Death Row Records kontrollierte.
Er brachte Tupac Shakur zu Death Row und war maßgeblich an Pac's Doppelalbum "All Eyes on Me" beteiligt,
sei es durch eigene Produktion oder durch geschicktes Marketing.
Wenn jemand etwas im Rap-Business zu sagen hatte , war es Dre.
Wenn jemand das Image des all-kontrollierenden O.G.'s inne hatte, war es Dre.
Durch Death Row war Dre erfolgreicher, reicher, respektierter
und berühmter als er es bei seinen besten Zeiten bei NWA gewesen war.
Doch es lief nicht alles so glatt für ihn, wie es scheint.
Seit Anfang der 90ziger Jahre schlitterte Dre von einem Prozess in den anderen.
Angefangen mit einer Klage wegen sexueller Belästigung in einem Nachtclub,
die Anklage wurde vor Gericht fallengelassen, bis hin zu vielen Festnahmen wegen diverser Schlägereien,
einmal mit einem befeindeten Labelboss, ein anderes mal mit einem Polizisten.
Die traurige Serie gipfelte '94 für den "godfather of gangsta rap" in einer 5 monatigen Freiheitsstrafe
wegen Trunkenheit am Steuer.
Das Ende der Dynastie Death Rows'
Zu diesen persönlichen Problemen kamen noch Schwierigkeiten mit Death Row Mitgründer Suge Knight.
Dre war für die musikalische Seite des Labels zuständig, Suge für die geschäftliche -
und er betrieb seine Sache "gründlich". Während anfangs Dre nichts von Knight's aggressiver
und oft nicht ganz legaler Labelpolitik mitkriegte, sickerten Suge' kriminelle Methoden
im Laufe der Jahre immer mehr durch, bis es zur handfesten Ausseinandersetzung zwischen beiden kam
und Dre im Sommer '96 Death Row verliess.
Dre's Ausstieg leitete den Untergang des einst so mächtigen Labels ein.
Erst wurde Snoop des Mordes angeklagt,
Suge Knight geriet immer öfter mit dem Gesetz in Konflikt und dann
... wurde Tupac Shakur ermordet.
Dre gründete ein eigenes Label "Aftermath" und verkündete das Ende des Gangsta Raps ...
Part III : Dre's Leben nach Deathrow, Aftermath, Eminem & The Chronic 2001
Nach dem Ende Death Rows wollte Dre seine Karierre noch einzigartiger,
noch glorreicher, einfach noch grösser fortführen, als sie ohnehin schon war.
Er gründetet sein eigenes Label "Aftermath".
Endlich eine Plattform für ihn und seinen kreativen Output,
eine Plattform, die nur er allein beherrschen sollte.
Dre's erste Erfahrung mit Flops & Niederlagen
Doch der Start seines neuen Labels verlief keineswegs so, wie es sich der Macher vorgestellt hatte.
Dre's erste Veröffentlichungen auf Aftermath konnten weder Kritiker
noch Fans überzeugen und floppten deshalb gandenlos.
Auch das von ihm ins Leben gerufene Projekt "The Firm" konnte trotz Staraufgebots (Foxy Brown, Nas ...)
nicht die Erwartungen erfüllen. Während Dre's Karierre ins Stocken geriet,
machte sich ein anderer Produzent aus dem Süden einen Namen
und baute unaufhaltsam ein (HipHop)Imperium an der Westküste auf:
Percy Miller aka Master P. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg Master P's
und seines Labels "No Limit" war Snoop Dogg. Snoop erkannte, dass es mit Death Row langsam,
aber sicher zu Ende ging und suchte händeringend nach einem neuen Label.
Master P suchte einen Star für sein Label,
der durch seinen grossen Namen gleichzeitig auch die hauseigenen Rapper in's Rampenlicht ziehen sollte.
So landete Snoop bei "No Limit" und veränderte seinen bisher stark G-Funk orientierten Sound
in den typisch minimalistischen Master P Sound.
Sein erstes Album "The Game Is To Be Sold, Not To Be Told"
verkaufte sich dennoch glänzend und erhielt Platinstatus.
Dre hingegen galt schon als ein Fossil aus der längst vergangenen Westcoast-Sound Ära.
Halb mitleidig, halb schadenfroh wurde er von den Kritikern belächelt,
als er sein aktuelles Album ankündigte. Doch Dre liess mit einem Schlag alle Kritiker verstummen.
Er signte Eminem. Dre der Talentscout. Wieder hatte er es geschafft,
einen Neuling an die Spitze des Rapolymps zu hiefen.
Eminem kassierte unendlich viele Auszeichnungen für sein Debut Album
und setzte darüberhinaus noch Millionen Kopien ab.
Zack. Plötzlich, ohne Vorwarnung, war er zurück. Guess who's back ?
The Chronic 2001 oder 'inhale, exhale'
Geschickt nutze Dre seinen wiedergewonnen Status als Genie, um Promotion für sein eigenes Album zu machen.
Dank der Hilfe Eminems, der nie müde wurde, auf das bevorstehende Meisterwerk hinzuweisen,
wartete die HipHop Welt gespannt auf Dre's "Comeback". Doch Dre liess sich Zeit.
Denn er hatte noch etwas richtig zu rücken, einen kleinen Fehler zu korrigieren
... einem alten Freund wieder zum richtigen Sound zu führen.
Dre hatte auf Snoop's zweiten Album "Top Dogg" wesentlich mehr Einfluss als Master P.
Der taucht zwar als "Executive Producer" im Booklet auf, hatte musikalisch aber kaum Mitspracherecht.
Und Dre sorgte für die Burner auf Snoops Album.
"B Please", ein genialer Track mit Xzibit zusammen und "Just Dippin'" lassen das Gefühl aufkommen,
dass Dre und Snoop wieder an der musikalischen Vormachtsstellung des Westens feilen.
Dann kam "Chronic 2001" und es wurde klar, dass Eminem keineswegs übertrieben hat,
als er vom besten Album des Jahrzehnts sprach. Zumindestens was den Westcoast Sound betrifft.
Auf dem aktuellen Album hat es Dre geschafft, dank vieler Querverweise und Erinnerungen,
einen Sound zu kreieren, der Altes und neue Einflüsse zu einer grossartigen Komposition verschmelzen lässt,
die man keineswegs beim ersten Anhören in ihrer Ganzheit zu fassen vermag.
Mit diesem Album hat Dre eines unmissverständlich bewiesen:
Er ist keine vergangene oder gar tote Legende,
nein, er ist die größste, lebende Legende im HipHop seit den späten 80ern.
Die Zukunft Dre's: Pläne, Visionen und Realität
Nachdem "Chronic 2001" auf Platz 2 der amerikanischen Charts eingestiegen ist,
wurde klar, dass Dre grösser ist als je zuvor. Zeit für ihn seine Zukunft zu überdenken.
Was kann ein Mann noch machen, der schon alles erreicht hat.
Er kann alte Projekte besser machen und so liess Dre im letzten Jahr die Bombe platzen:
Es wird eine Reunion von NWA geben. Den Part von Eazy-E wird Snoop Dogg übernehmen,
bis auf DJ Yella sind alle anderen bereits im Boot. Und danach ?
Dre möchte sich auf sein Label konzentrieren und weiterhin Talente fördern und zu Stars formen.
Erster Kandidat ist der frisch gesignte MC Hittman,
der dank massiver Präsenz auf Dre's "Chronic 2001" schon in das Licht der Öffenlichkeit gedrängt wurde.
It's still the D.R.E. - back on top of all things ...
Sehr interessant angesichts Sachen wie Eazy E´s und 2 Pac´s Tod.
just read ...
Part I : Die Anfänge Dre's Karierre und seiner Crew NWA
Einen Musiker als Legende zu bezeichnen, ist eine strittige Sache.
Wenn dieser ausgelutschte Begriff auf einen MC und Produzenten passt,
dann nur auf Dr Dre. Zehn lange Jahre schreibt Andre Young schon Musikgeschichte.
Alles begann mit der legendären Rapformation "N.W.A." - Niggas With Attitude.
So ruhmreich diese Zeit auch war - sie war ebenso schmerzhaft für Dre.
Dr. Dre wuchs in Compton auf, dem Viertel in L.A.,
das seit den Achtzigern zu einem Synonym für Gewalt, Prostitution und Drogen geworden ist.
In seiner Nachbarschaft wohnten Freunde wie Ice Cube und Suge Knight,
die im Laufe seiner Karierre noch eine wichtige Rolle spielen sollten.
Dre hörte Anfang der 80ziger Bands wie Grandmaster Flash & The Furious Five.
Eben diese motivierten ihn '81, sich erstmals als DJ zu versuchen.
Er schien Talent zum Scheibenauflegen zu haben,
schnell legte er regelmässig in einem Club in Compton auf.
So verdiente er sein erstes Geld und begeisterte sich immer mehr für den HipHop.
Doch bald reichte es dem jungen Andre nicht mehr, einfach nur Platten abzuspielen,
er wollte selber Tracks produzieren, zu denen die Leute in den Clubs abgehen.
Deshalb fing er mit einer einfachen Drum Machine und einem Vier-Spuren-Rekorder an erste Tracks aufzunehmen,
indem er Samples mit einem HipHop Beat unterlegte. Bald lernte er auch Eazy-E, Ice Cube, DJ Yella und MC Ren kennen.
NWA war geboren. Niggas With Attitude war eine Crew, die ihre ganzen Aggressionen
und ihren Hass in ihren Lyrics freien Lauf liessen.
So wurden sie zu einer der umstrittensten Bands in der Musikhistorie.
Die Gründung NWA's kann man durchaus mit dem Anfang des "Gangsta Raps" gleichsetzen.
Die Lyrics der MCs waren nicht so differnziert wie die Reime von politischen Bands wie Public Enemy.
Die Beats waren auch nicht mehr so soft wie die der OldScholl Generation.
Nein, die Lyrics waren schmutzig und gewaltverherrlichend, die Beats waren aggressiv und hart.
NWA glorifizierte das Gangleben. Schnelle Autos, hot chicks, harte Drogen,
viel Geld und viel "fuckin' police". In der Tat wurde Dre's damalige Musik als reale Bedrohung angesehen.
Die Bedrohung war anscheinend so groß,
dass das FBI gegen die Bandmitglieder ermittelte und zahlreiche Akten anlegte.
Doch das kümmerte Dre wenig, im Gegenteil es nutze ihm sogar.
Die Probleme mit dem Gesetz gaben den Lyrics mehr Authenzität
und gleichzeitig bedeuteten sie höhere Verkaufszahlen für die Alben.
Doch dann kam der Bruch. Dre und Eazy-E lagen im Clinch.
Grund für die Ausseinandersetzung war Eazy's damaliger Manager, Jerry Heller, mit dem Dre gar nicht zurecht kam.
Dre sagte Eazy, dass entweder er gehen müsse oder Mr Heller - Eazy hielt zu seinem Manager.
Dre ging. Er war wütend. Er war wütend auf Eazy. Er disste ihn in seinen neuen Tracks.
Eazy disste zurück. Doch Dre raufte sich zusammen und wollte neu beginnen.
Die zerbrochene Freundschaft wieder schliessen.
Neue Tracks mit Eazy-E und den anderen Jungs aufnehmen.
Eazy-E starb. Die alte Formation NWA war für immer aufgelöst ...
PART II : Death Row, Snoop Dogg & der neue Westcoast Sound
NWA war aufgelöst, Eazy-E tot und Dre stand vor einem kompletten Neuanfang.
Dre ist jemand, der gute Freunde nie vergisst,
und so erinnerte er sich an einen Bekannten aus Compton: Suge Knight.
Death Row und die neue Vormachtstellung des Westens
Dieser Freund sollte Dre's Weg Anfang der 90ziger stark beeinflussen,
mit diesem Mann sollte er eines der erfolgreichsten HipHop Labels der Geschichte leiten
- Death Row Records.
Er gründete das Label 1992 und
dominierte so fast 4 Jahre lang den amerikanischen HipHop Markt an der Westküste.
Er produzierte im Laufe der Jahre Rapper wie Snoop Dogg, Warren G, Tupac Shakur und R'n'B Bands wie BlackStreet.
Alles was er anfasste, wurde ein voller (Platin-)Erfolg.
Im Frühling '92 releaste Dre seine erste Solosingle "Deep Cover",
die damals erstmals einen neuartigen G-Funk Sound in die Clubs brachte
und gleichzeitig einen unbekannten Rapper der Öffentlichkeit vorstellte: Snoop 'Doggy' Dogg.
Dre lernte Snoop durch seinen Stiefbruder Warren G kennen
und erkannte sofort das ungeheure Talent des jungen Mcees.
Ab dem ersten Treffen des Nachwuchstalentes und des Producer-Genies,
feilten beide wie versessen an neuen Tracks, die die Vormachtsstellung des Westcoast Raps untermauern sollten.
So ist es auch nicht verwunderlich,
dass Snoop fast auf der Hälfte aller Tracks Dre's Debutalbum "Chronic" zu hören ist.
Der Erfolg seines Debutalbums (Chronic ist unter den sechs erfolgreichsten HipHop Alben)
spornte Dre zu weiteren erstklassigen Produktionen an. 1993 produzierte er Snoop's Debut "Doggystyle",
das dank Clubburnern wie "What's My Name" für viele Fans des amerikanischen Raps unvergessen bleibt.
Dre entwickelte in den knapp vier Jahren bei Death Row eine Form des HipHops,
die in allen damaligen Mainstream-Produktionen wiederzufinden war.
Er war verantwortlich für Hits wie "Regulate" und Soundtracks wie "Above The Rim".
Auch wenn er verhältnissmässig wenig produzierte, kontrollierte er den ganzen Westcoast Sound,
weil er Death Row Records kontrollierte.
Er brachte Tupac Shakur zu Death Row und war maßgeblich an Pac's Doppelalbum "All Eyes on Me" beteiligt,
sei es durch eigene Produktion oder durch geschicktes Marketing.
Wenn jemand etwas im Rap-Business zu sagen hatte , war es Dre.
Wenn jemand das Image des all-kontrollierenden O.G.'s inne hatte, war es Dre.
Durch Death Row war Dre erfolgreicher, reicher, respektierter
und berühmter als er es bei seinen besten Zeiten bei NWA gewesen war.
Doch es lief nicht alles so glatt für ihn, wie es scheint.
Seit Anfang der 90ziger Jahre schlitterte Dre von einem Prozess in den anderen.
Angefangen mit einer Klage wegen sexueller Belästigung in einem Nachtclub,
die Anklage wurde vor Gericht fallengelassen, bis hin zu vielen Festnahmen wegen diverser Schlägereien,
einmal mit einem befeindeten Labelboss, ein anderes mal mit einem Polizisten.
Die traurige Serie gipfelte '94 für den "godfather of gangsta rap" in einer 5 monatigen Freiheitsstrafe
wegen Trunkenheit am Steuer.
Das Ende der Dynastie Death Rows'
Zu diesen persönlichen Problemen kamen noch Schwierigkeiten mit Death Row Mitgründer Suge Knight.
Dre war für die musikalische Seite des Labels zuständig, Suge für die geschäftliche -
und er betrieb seine Sache "gründlich". Während anfangs Dre nichts von Knight's aggressiver
und oft nicht ganz legaler Labelpolitik mitkriegte, sickerten Suge' kriminelle Methoden
im Laufe der Jahre immer mehr durch, bis es zur handfesten Ausseinandersetzung zwischen beiden kam
und Dre im Sommer '96 Death Row verliess.
Dre's Ausstieg leitete den Untergang des einst so mächtigen Labels ein.
Erst wurde Snoop des Mordes angeklagt,
Suge Knight geriet immer öfter mit dem Gesetz in Konflikt und dann
... wurde Tupac Shakur ermordet.
Dre gründete ein eigenes Label "Aftermath" und verkündete das Ende des Gangsta Raps ...
Part III : Dre's Leben nach Deathrow, Aftermath, Eminem & The Chronic 2001
Nach dem Ende Death Rows wollte Dre seine Karierre noch einzigartiger,
noch glorreicher, einfach noch grösser fortführen, als sie ohnehin schon war.
Er gründetet sein eigenes Label "Aftermath".
Endlich eine Plattform für ihn und seinen kreativen Output,
eine Plattform, die nur er allein beherrschen sollte.
Dre's erste Erfahrung mit Flops & Niederlagen
Doch der Start seines neuen Labels verlief keineswegs so, wie es sich der Macher vorgestellt hatte.
Dre's erste Veröffentlichungen auf Aftermath konnten weder Kritiker
noch Fans überzeugen und floppten deshalb gandenlos.
Auch das von ihm ins Leben gerufene Projekt "The Firm" konnte trotz Staraufgebots (Foxy Brown, Nas ...)
nicht die Erwartungen erfüllen. Während Dre's Karierre ins Stocken geriet,
machte sich ein anderer Produzent aus dem Süden einen Namen
und baute unaufhaltsam ein (HipHop)Imperium an der Westküste auf:
Percy Miller aka Master P. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg Master P's
und seines Labels "No Limit" war Snoop Dogg. Snoop erkannte, dass es mit Death Row langsam,
aber sicher zu Ende ging und suchte händeringend nach einem neuen Label.
Master P suchte einen Star für sein Label,
der durch seinen grossen Namen gleichzeitig auch die hauseigenen Rapper in's Rampenlicht ziehen sollte.
So landete Snoop bei "No Limit" und veränderte seinen bisher stark G-Funk orientierten Sound
in den typisch minimalistischen Master P Sound.
Sein erstes Album "The Game Is To Be Sold, Not To Be Told"
verkaufte sich dennoch glänzend und erhielt Platinstatus.
Dre hingegen galt schon als ein Fossil aus der längst vergangenen Westcoast-Sound Ära.
Halb mitleidig, halb schadenfroh wurde er von den Kritikern belächelt,
als er sein aktuelles Album ankündigte. Doch Dre liess mit einem Schlag alle Kritiker verstummen.
Er signte Eminem. Dre der Talentscout. Wieder hatte er es geschafft,
einen Neuling an die Spitze des Rapolymps zu hiefen.
Eminem kassierte unendlich viele Auszeichnungen für sein Debut Album
und setzte darüberhinaus noch Millionen Kopien ab.
Zack. Plötzlich, ohne Vorwarnung, war er zurück. Guess who's back ?
The Chronic 2001 oder 'inhale, exhale'
Geschickt nutze Dre seinen wiedergewonnen Status als Genie, um Promotion für sein eigenes Album zu machen.
Dank der Hilfe Eminems, der nie müde wurde, auf das bevorstehende Meisterwerk hinzuweisen,
wartete die HipHop Welt gespannt auf Dre's "Comeback". Doch Dre liess sich Zeit.
Denn er hatte noch etwas richtig zu rücken, einen kleinen Fehler zu korrigieren
... einem alten Freund wieder zum richtigen Sound zu führen.
Dre hatte auf Snoop's zweiten Album "Top Dogg" wesentlich mehr Einfluss als Master P.
Der taucht zwar als "Executive Producer" im Booklet auf, hatte musikalisch aber kaum Mitspracherecht.
Und Dre sorgte für die Burner auf Snoops Album.
"B Please", ein genialer Track mit Xzibit zusammen und "Just Dippin'" lassen das Gefühl aufkommen,
dass Dre und Snoop wieder an der musikalischen Vormachtsstellung des Westens feilen.
Dann kam "Chronic 2001" und es wurde klar, dass Eminem keineswegs übertrieben hat,
als er vom besten Album des Jahrzehnts sprach. Zumindestens was den Westcoast Sound betrifft.
Auf dem aktuellen Album hat es Dre geschafft, dank vieler Querverweise und Erinnerungen,
einen Sound zu kreieren, der Altes und neue Einflüsse zu einer grossartigen Komposition verschmelzen lässt,
die man keineswegs beim ersten Anhören in ihrer Ganzheit zu fassen vermag.
Mit diesem Album hat Dre eines unmissverständlich bewiesen:
Er ist keine vergangene oder gar tote Legende,
nein, er ist die größste, lebende Legende im HipHop seit den späten 80ern.
Die Zukunft Dre's: Pläne, Visionen und Realität
Nachdem "Chronic 2001" auf Platz 2 der amerikanischen Charts eingestiegen ist,
wurde klar, dass Dre grösser ist als je zuvor. Zeit für ihn seine Zukunft zu überdenken.
Was kann ein Mann noch machen, der schon alles erreicht hat.
Er kann alte Projekte besser machen und so liess Dre im letzten Jahr die Bombe platzen:
Es wird eine Reunion von NWA geben. Den Part von Eazy-E wird Snoop Dogg übernehmen,
bis auf DJ Yella sind alle anderen bereits im Boot. Und danach ?
Dre möchte sich auf sein Label konzentrieren und weiterhin Talente fördern und zu Stars formen.
Erster Kandidat ist der frisch gesignte MC Hittman,
der dank massiver Präsenz auf Dre's "Chronic 2001" schon in das Licht der Öffenlichkeit gedrängt wurde.
It's still the D.R.E. - back on top of all things ...
