06.09.2009, 17:44
Thomas Topham - Frühzeitathlet im 18.Jh.
Die Kunst, das Ringen auf Jahrmärkten und Volksfesten zur Schau zu stellen, entdeckten bereits die Ägypter vor rund 5000 Jahren. Durch die rege Tätigkeit der Griechen im sportlichen Bereich schwappte der Ringkampf in seinen unterschiedlichsten Facetten quer durch Europa. Ebenfalls in der Antike starteten die Römer mit den bekannten Gladiatorenkämpfen. Auch vor 2000 Jahren schon war das Interesse für "Brot und Spiele" ungebrochen hoch. Doch waren die Kontrahenten im Gegensatz zum eigentlichen Wrestling am Ende häufig tot. Die europäischen Ringkampfformen sind stark beeinflusst worden von den "Olympischen Spielen" und eben diesen Gladiatorenkämpfen.
Mit dem Untergang des Römischen Reiches verschwand im Großen der Kult um die Gladiatoren. Das Römische Imperium hinterließ jedoch deutliche Spuren, so dass sich bereits zahlreiche Stile in nahezu allen Teilen Europas herausbilden konnten. In England brachte dieses Imperium eine Reihe von Entwicklungen mit sich: Der Ringkampf gelang auf die Insel durch Krieger, die vom Norden her kommend, das Land eroberten und sich hier ansiedelten. Durch die lange Besatzungszeit der Römer auf der britischen Insel bekam neben dem Wrestling auch das Boxen und Gewichtheben einen Aufwind. Von daher war es nicht selten, wenn viele Wrestler auch als Boxer und Gewichtheber in Erscheinung traten.
Nach dem Zusammenbruch des Römischen Imperiums fand der Sport allgemein seinen größten Fortschritt in England. Im Kampfsport entwickelten sich hier mit der Zeit fünf Hauptstile, darunter der Cornwall-, Cumberland-, Lancashire-, Westmoreland- und Devonshire Style. Meistens sind sie nach Landstrichen benannt worden und wurden auch zuerst nur dort regional ausgeführt. Sie waren also in der Frühzeit noch nicht weit bekannt, außerhalb ihrer Grenzen. Mit dem Einsetzen der Völkerwanderungen u.a. nach Nordamerika, wurden diese Stile auch anderswo praktiziert und vermischten sich schließlich.
Die große Anzahl an Wrestling-Stilen rührte auch daher, weil es zwischen den unterschiedlichen Teilen des Landes noch an Freiheit, Unabhängigkeit und Kommunikation mangelte. So führten dann die Menschen in den verschiedensten Lokalitäten das Wrestling als festen Kampfstil ein. Viele ähnelten sich in der Durchführung und entsprachen in grober Form betrachtet dem Vorbild aus der antiken Zeit. Mit Beginn des 18.Jh. erschienen eine ganze Reihe von Wrestlern, die in England in den verschiedensten Bereichen des Sports tätig wurden. Zwischen den Regionen herrschte mitunter ein rauher Ton und sie bauten gegenseitig eine Konkurrenz auf.
Das Wrestling erfuhr im 18.Jh. durch diese Sportler einen Aufschwung und wurde in dieser Zeit erstmals ins allgemeine Sporttraining einbezogen. Dieses Jahrhundert markiert auch den Anfang von größeren Veranstaltungen. So traten die Wrestler nun vermehrt auf Volksfesten, im Theater oder im Zirkus an. Diese sehr zähen und doch kampflustigen Leute brachten in den Sport einen gewaltigen Schwung, so dass Großbritannien im 18.Jh. die wohl größten Athleten und Sportler hervorbrachte. Sie waren die gefeierten Helden dieser Tage und wurden verehrt. In der ersten Hälfte des 18.Jh. gab es jedoch nur einen Mann, der die Massen auf sich zog und durch seine unglaubliche Stärke berühmt wurde, Thomas Topham. Er wurde 1709 in London geboren. Galt später als "the Strong Man of Islington" und als der "moderne Milo".
Seine körperliche Kraft wurde oft mit der des antiken Gladiatorenkämpfers Milo verglichen. Nicht unberechtigt, schaffte er doch Herausforderungen die fast unmenschlich klingen. Topham war einer der ersten "starken Männer" in England überhaupt. Es gab keinen der zu seinen Lebzeiten mehr Popularität besaß als Topham. Er brachte knapp 90kg auf die Waage und maß 1.82m. Also nicht gerade die Erscheinung eines Riesen. Doch seine Kraft sprach mehr als tausend Worte. In den 1740er Jahren lebte er in Derby, England. Dort, wie auch im ganzen Land, trat er nicht nur als Wrestler in Erscheinung. Er war auch Boxer und Gewichtheber. Er betätigte sich ebenfalls im Pferderennen. Eine Londoner Nachrichtenzeitung aus dem Jahre 1756 beschrieb die Herausforderungen, denen er sich stellte, genauer. Topham verband seine körperliche Kraft auch mit Show, so dass nicht nur der Körperkult an erster Stelle stand. Er schaffte es in seinen Auftritten viele Menschen für sich zu begeistern und gab auch den Ansporn für viele andere Athleten, sich mit dem Sport zu beschäftigen.
Bei den Auftritten zeigte er verblüffende Muskelkraft. Topham ging keiner Herausforderung aus dem Weg. Seine Auftritte wurden zunächst mit Kraftvorstellungen und Showeinlagen, wie das Präsentieren der Muskeln gestaltet. Danach folgten oft Matches. Diese konnten unterschiedlich ausfallen, da Topham immer nahezu alle Athleten des Landes herausforderte, egal ob im Boxen, Gewichtheben oder Wrestling. Viele scheiterten an ihn. Nur wenige konnten ihn besiegen und das ist noch nicht mal belegt. Die meisten jedoch stellten sich erst gar nicht den Herausforderungen von Topham. Er konnte einen sieben Pfund schweren Zinnteller mit Leichtigkeit aufwickeln, so leicht, als wenn jeder normale Mann das mit einem Blatt Papier machen würde. Einen Zinntopf hielt er der Armlänge nach und presste ihn zusammen. Ein 200 Pfund schweres Gewicht schleuderte er mit seinem kleinen Finger grinsend über den Kopf nach hinten. Einen sechs Fuß langen Eichentisch hob er mit seinen Zähnen an, obwohl am äußersten Ende ein 50 Pfund Gewicht befestigt war. Schlichtweg erschien alles was er berührte nicht mehr der Kraft der Gravitation zu unterliegen. Es machte den Eindruck, als wenn er jegliche Schwäche und Gefühle bei seinen Kraftvorstellungen verlor. Auf einem Schlag war er dazu im Stande, eine Eisenstange mit dem Durchmesser von 1inch zu verbiegen. Nach diesen Kraftvorstellungen folgten dann Kämpfe. Bei einer Herausforderung brachte er sechs Wrestler innerhalb von fünf Minuten zu Fall.
Die bekannteste Kraftprobe von Topham ist jedoch die mit den Holzfässern gewesen. Um seine Schultern befestigt trug er ein Band, mit dem er drei Fässer voll mit Wasser anheben konnte. Die drei Fässer brachten 1836 Pfund auf die Waage. Topham verkörperte nicht unbedingt einen Wrestler so wie er vielleicht im 19.Jh. erschien. Wrestling wurde im 18.Jh. häufig als "Mattensport" tituliert. Daher wäre die Bezeichnung "matman" oder "strongman" für Topham zutreffender. Wer glaubt im Wrestling vor 200 Jahren wäre es nicht hart zugegangen, der irrt. Vielfach sind die damaligen Kämpfe brutaler und härter gewesen, als es später der Fall war. Nicht selten verletzten sich die Wrestler. Einige sogar so schwer, dass sie starben.
Topham zeigte noch viele andere unglaubliche Kraftvorstellungen, die hier alle gar nicht aufgezählt werden können. Tophams Austragungsort war häufig der "Mitre Tavern" in der Fleet Street. Ein beliebter Treffpunkt auch für die königliche Gesellschaft. Ein gewisser Dr. Johan Theophilus Desaguliers hielt nahezu alle seine Kraftakte historisch fest. Im 19.Jh. nutzten dies einige Autoren und verwerteten die Informationen in ihren Büchern. Durch die hervorragende Dokumentation des Dr. Desaguliers konnte also noch Jahrzehnte später nachvollzogen werden, was für Leistungen dieser Topham eigentlich im Stande war zu vollbringen. Mit der Kraft seines Mittelfingers zerbrach er eine Tabakpfeife in sieben oder acht kurze und sehr schwer brechbare Stücke. Die Pfeife legte er mit aller Entspannung zwischen den ersten und dritten Finger.
Tophams Leben sollte nicht lange währen. Nachdem er in nahezu allen Teilen des Landes Ruhm und Ehre einkassiert hatte, fand er den Tod mit nur 40 Jahren am 10. August 1749. Topham litt offenbar auch an Depressionen, und als er sich einmal mit seiner Frau in der Hitze der Leidenschaft stritt, griff er zum Messer und stach auf sie ein. Seine Frau kam mit dem Schrecken und ein Paar Verletzungen lebend davon. Topham selbst sah keinen Grund mehr am Leben zu bleiben, und begann noch im gleichen Moment mit dem Messer in der Hand Selbstmord. Topham betrieb bis zu seinem Tode ein Wirtshaus in Hog-Lane, Shoreditch. Hier präsentierte er oft seine bemerkenswerte Kraft. Seine Erscheinung in der ersten Hälfte des 18.Jh. verhalf dem Kraftsport zu neuen Erfolgen. Nicht zuletzt ist er der Wegbereiter gewesen für viele Wrestler, Boxer und Gewichtheber. Topham war unbestritten der "Champion Wrestler" im England dieser Tage. Er gehörte zu den größten Wrestlern und Allround Athleten in der Frühzeit des englischen Sports. Nach Topham brachten England und Frankreich die ersten Ringer hervor, die eine ganze Generation beeinflussten. William Litt oder Tom Nicholson waren dann bekannte Ringer in England in der ersten Hälfte des 19.Jh.
Hier noch einige historisch belegte Aufzeichungen von Dr. Desaguliers über Tophams Kraftvorstellungen:
"About six years ago he pulled against a horse, sitting on the ground with his feet against two stumps driven into the ground, but without the advantage represented by the first figure, Plate 19; for the horse pulling against him drew upwards at a considerable angle, such as is represented in the second figure in that plate, when hN is the line of traction, which makes the angle of traction to be NhL: and in this case his strength was no farther employed than to keep his legs and thighs straight, so as to make them act like the long arm of a bended lever, represented by Lh, on whose end h the trunk of his body rested as a weight, against which the horse drew, applying his power at right angles to the end l of the short arm of said lever, the center of the motion being a L at the bottom of the stumps l, o (for to draw obliquely by a rope fastened at h is the same as to draw by an arm of a lever at l L, because l L is a line drawn perpendicularly from the center of motion to the line of direction hN) and the horse not being strong enough to raise the man's weight with such disadvantage, he thought he was in the right posture for drawing against a horse; but when in the same posture he attempted to draw against two horses, he was pulled out of his place by being lifted up, and had one of his knees struck against the stumps, which shattered it so, that even to this day, the patella or knee-pan is so loose, that the ligaments of it seem either to be broken or quite relaxed, which has taken away most of the strength of that leg."
"He broke a rope of about two inches in circumference which was in part wound about a cylinder of four inches diameter, having fastened the other end of it to straps that went over his shoulders; but he exerted more force to do this than any other of his feats, from his awkwardness in going about it: as the rope yielded and stretched as he stood upon the cylinder, so that when the extensors of his legs and thighs had done their office in bringing the legs and thighs straight, he was forced to raise his heels from their bearings, and use other muscles that are weaker. But if the rope had been so fixed, that the part to be broken had been short, it would have been broken with four times less difficulty."
"I have seen him lift a rolling stone of about 800 lib. with his hand only, standing in a frame above it, and taking hold of a chain that was fastened to it. By this I reckon that he may be almost as strong again as those who are generally reckoned as the strongest men, they generally lifting no more than 400 lib. in that manner. The weakest men who are in health and not too fat, lift about 125 lib. having about half the strength of the strongest. (N.B. This sort of comparison is chiefly in relation to the muscles of the loins; because in doing this one must stoop forward a little. We must also add the weight of the body to the weight lifted. So that if the weakest man's body weighs 150 lib. that added to 125 lib. makes the whole weight lifted by him 275 lib. Then if the stronger man's body weighs also 150 lib. the whole weight lifted by him will be 550 lib. that is, 400 lib. and the 150 lib. which his body weighs. Topham weighs about 200 lib. which added to the 800 lib. that he lifts, makes 1000 lib. But he ought to lift 900 lib. besides the weight of his body, to be as strong again as a man of 150 lib.-weight who can lift 400 lib."
"Having thrust under his garter the bowl of a strong tobacco-pipe, his legs being bent, he broke it to pieces by the tendons of his hams, without altering the bending of his leg."
"He broke such another bowl between his first and second finger, by pressing his fingers together side-ways."
Die Kunst, das Ringen auf Jahrmärkten und Volksfesten zur Schau zu stellen, entdeckten bereits die Ägypter vor rund 5000 Jahren. Durch die rege Tätigkeit der Griechen im sportlichen Bereich schwappte der Ringkampf in seinen unterschiedlichsten Facetten quer durch Europa. Ebenfalls in der Antike starteten die Römer mit den bekannten Gladiatorenkämpfen. Auch vor 2000 Jahren schon war das Interesse für "Brot und Spiele" ungebrochen hoch. Doch waren die Kontrahenten im Gegensatz zum eigentlichen Wrestling am Ende häufig tot. Die europäischen Ringkampfformen sind stark beeinflusst worden von den "Olympischen Spielen" und eben diesen Gladiatorenkämpfen.
Mit dem Untergang des Römischen Reiches verschwand im Großen der Kult um die Gladiatoren. Das Römische Imperium hinterließ jedoch deutliche Spuren, so dass sich bereits zahlreiche Stile in nahezu allen Teilen Europas herausbilden konnten. In England brachte dieses Imperium eine Reihe von Entwicklungen mit sich: Der Ringkampf gelang auf die Insel durch Krieger, die vom Norden her kommend, das Land eroberten und sich hier ansiedelten. Durch die lange Besatzungszeit der Römer auf der britischen Insel bekam neben dem Wrestling auch das Boxen und Gewichtheben einen Aufwind. Von daher war es nicht selten, wenn viele Wrestler auch als Boxer und Gewichtheber in Erscheinung traten.
Nach dem Zusammenbruch des Römischen Imperiums fand der Sport allgemein seinen größten Fortschritt in England. Im Kampfsport entwickelten sich hier mit der Zeit fünf Hauptstile, darunter der Cornwall-, Cumberland-, Lancashire-, Westmoreland- und Devonshire Style. Meistens sind sie nach Landstrichen benannt worden und wurden auch zuerst nur dort regional ausgeführt. Sie waren also in der Frühzeit noch nicht weit bekannt, außerhalb ihrer Grenzen. Mit dem Einsetzen der Völkerwanderungen u.a. nach Nordamerika, wurden diese Stile auch anderswo praktiziert und vermischten sich schließlich.
Die große Anzahl an Wrestling-Stilen rührte auch daher, weil es zwischen den unterschiedlichen Teilen des Landes noch an Freiheit, Unabhängigkeit und Kommunikation mangelte. So führten dann die Menschen in den verschiedensten Lokalitäten das Wrestling als festen Kampfstil ein. Viele ähnelten sich in der Durchführung und entsprachen in grober Form betrachtet dem Vorbild aus der antiken Zeit. Mit Beginn des 18.Jh. erschienen eine ganze Reihe von Wrestlern, die in England in den verschiedensten Bereichen des Sports tätig wurden. Zwischen den Regionen herrschte mitunter ein rauher Ton und sie bauten gegenseitig eine Konkurrenz auf.
Das Wrestling erfuhr im 18.Jh. durch diese Sportler einen Aufschwung und wurde in dieser Zeit erstmals ins allgemeine Sporttraining einbezogen. Dieses Jahrhundert markiert auch den Anfang von größeren Veranstaltungen. So traten die Wrestler nun vermehrt auf Volksfesten, im Theater oder im Zirkus an. Diese sehr zähen und doch kampflustigen Leute brachten in den Sport einen gewaltigen Schwung, so dass Großbritannien im 18.Jh. die wohl größten Athleten und Sportler hervorbrachte. Sie waren die gefeierten Helden dieser Tage und wurden verehrt. In der ersten Hälfte des 18.Jh. gab es jedoch nur einen Mann, der die Massen auf sich zog und durch seine unglaubliche Stärke berühmt wurde, Thomas Topham. Er wurde 1709 in London geboren. Galt später als "the Strong Man of Islington" und als der "moderne Milo".
Seine körperliche Kraft wurde oft mit der des antiken Gladiatorenkämpfers Milo verglichen. Nicht unberechtigt, schaffte er doch Herausforderungen die fast unmenschlich klingen. Topham war einer der ersten "starken Männer" in England überhaupt. Es gab keinen der zu seinen Lebzeiten mehr Popularität besaß als Topham. Er brachte knapp 90kg auf die Waage und maß 1.82m. Also nicht gerade die Erscheinung eines Riesen. Doch seine Kraft sprach mehr als tausend Worte. In den 1740er Jahren lebte er in Derby, England. Dort, wie auch im ganzen Land, trat er nicht nur als Wrestler in Erscheinung. Er war auch Boxer und Gewichtheber. Er betätigte sich ebenfalls im Pferderennen. Eine Londoner Nachrichtenzeitung aus dem Jahre 1756 beschrieb die Herausforderungen, denen er sich stellte, genauer. Topham verband seine körperliche Kraft auch mit Show, so dass nicht nur der Körperkult an erster Stelle stand. Er schaffte es in seinen Auftritten viele Menschen für sich zu begeistern und gab auch den Ansporn für viele andere Athleten, sich mit dem Sport zu beschäftigen.
Bei den Auftritten zeigte er verblüffende Muskelkraft. Topham ging keiner Herausforderung aus dem Weg. Seine Auftritte wurden zunächst mit Kraftvorstellungen und Showeinlagen, wie das Präsentieren der Muskeln gestaltet. Danach folgten oft Matches. Diese konnten unterschiedlich ausfallen, da Topham immer nahezu alle Athleten des Landes herausforderte, egal ob im Boxen, Gewichtheben oder Wrestling. Viele scheiterten an ihn. Nur wenige konnten ihn besiegen und das ist noch nicht mal belegt. Die meisten jedoch stellten sich erst gar nicht den Herausforderungen von Topham. Er konnte einen sieben Pfund schweren Zinnteller mit Leichtigkeit aufwickeln, so leicht, als wenn jeder normale Mann das mit einem Blatt Papier machen würde. Einen Zinntopf hielt er der Armlänge nach und presste ihn zusammen. Ein 200 Pfund schweres Gewicht schleuderte er mit seinem kleinen Finger grinsend über den Kopf nach hinten. Einen sechs Fuß langen Eichentisch hob er mit seinen Zähnen an, obwohl am äußersten Ende ein 50 Pfund Gewicht befestigt war. Schlichtweg erschien alles was er berührte nicht mehr der Kraft der Gravitation zu unterliegen. Es machte den Eindruck, als wenn er jegliche Schwäche und Gefühle bei seinen Kraftvorstellungen verlor. Auf einem Schlag war er dazu im Stande, eine Eisenstange mit dem Durchmesser von 1inch zu verbiegen. Nach diesen Kraftvorstellungen folgten dann Kämpfe. Bei einer Herausforderung brachte er sechs Wrestler innerhalb von fünf Minuten zu Fall.
Die bekannteste Kraftprobe von Topham ist jedoch die mit den Holzfässern gewesen. Um seine Schultern befestigt trug er ein Band, mit dem er drei Fässer voll mit Wasser anheben konnte. Die drei Fässer brachten 1836 Pfund auf die Waage. Topham verkörperte nicht unbedingt einen Wrestler so wie er vielleicht im 19.Jh. erschien. Wrestling wurde im 18.Jh. häufig als "Mattensport" tituliert. Daher wäre die Bezeichnung "matman" oder "strongman" für Topham zutreffender. Wer glaubt im Wrestling vor 200 Jahren wäre es nicht hart zugegangen, der irrt. Vielfach sind die damaligen Kämpfe brutaler und härter gewesen, als es später der Fall war. Nicht selten verletzten sich die Wrestler. Einige sogar so schwer, dass sie starben.
Topham zeigte noch viele andere unglaubliche Kraftvorstellungen, die hier alle gar nicht aufgezählt werden können. Tophams Austragungsort war häufig der "Mitre Tavern" in der Fleet Street. Ein beliebter Treffpunkt auch für die königliche Gesellschaft. Ein gewisser Dr. Johan Theophilus Desaguliers hielt nahezu alle seine Kraftakte historisch fest. Im 19.Jh. nutzten dies einige Autoren und verwerteten die Informationen in ihren Büchern. Durch die hervorragende Dokumentation des Dr. Desaguliers konnte also noch Jahrzehnte später nachvollzogen werden, was für Leistungen dieser Topham eigentlich im Stande war zu vollbringen. Mit der Kraft seines Mittelfingers zerbrach er eine Tabakpfeife in sieben oder acht kurze und sehr schwer brechbare Stücke. Die Pfeife legte er mit aller Entspannung zwischen den ersten und dritten Finger.
Tophams Leben sollte nicht lange währen. Nachdem er in nahezu allen Teilen des Landes Ruhm und Ehre einkassiert hatte, fand er den Tod mit nur 40 Jahren am 10. August 1749. Topham litt offenbar auch an Depressionen, und als er sich einmal mit seiner Frau in der Hitze der Leidenschaft stritt, griff er zum Messer und stach auf sie ein. Seine Frau kam mit dem Schrecken und ein Paar Verletzungen lebend davon. Topham selbst sah keinen Grund mehr am Leben zu bleiben, und begann noch im gleichen Moment mit dem Messer in der Hand Selbstmord. Topham betrieb bis zu seinem Tode ein Wirtshaus in Hog-Lane, Shoreditch. Hier präsentierte er oft seine bemerkenswerte Kraft. Seine Erscheinung in der ersten Hälfte des 18.Jh. verhalf dem Kraftsport zu neuen Erfolgen. Nicht zuletzt ist er der Wegbereiter gewesen für viele Wrestler, Boxer und Gewichtheber. Topham war unbestritten der "Champion Wrestler" im England dieser Tage. Er gehörte zu den größten Wrestlern und Allround Athleten in der Frühzeit des englischen Sports. Nach Topham brachten England und Frankreich die ersten Ringer hervor, die eine ganze Generation beeinflussten. William Litt oder Tom Nicholson waren dann bekannte Ringer in England in der ersten Hälfte des 19.Jh.
Hier noch einige historisch belegte Aufzeichungen von Dr. Desaguliers über Tophams Kraftvorstellungen:
"About six years ago he pulled against a horse, sitting on the ground with his feet against two stumps driven into the ground, but without the advantage represented by the first figure, Plate 19; for the horse pulling against him drew upwards at a considerable angle, such as is represented in the second figure in that plate, when hN is the line of traction, which makes the angle of traction to be NhL: and in this case his strength was no farther employed than to keep his legs and thighs straight, so as to make them act like the long arm of a bended lever, represented by Lh, on whose end h the trunk of his body rested as a weight, against which the horse drew, applying his power at right angles to the end l of the short arm of said lever, the center of the motion being a L at the bottom of the stumps l, o (for to draw obliquely by a rope fastened at h is the same as to draw by an arm of a lever at l L, because l L is a line drawn perpendicularly from the center of motion to the line of direction hN) and the horse not being strong enough to raise the man's weight with such disadvantage, he thought he was in the right posture for drawing against a horse; but when in the same posture he attempted to draw against two horses, he was pulled out of his place by being lifted up, and had one of his knees struck against the stumps, which shattered it so, that even to this day, the patella or knee-pan is so loose, that the ligaments of it seem either to be broken or quite relaxed, which has taken away most of the strength of that leg."
"He broke a rope of about two inches in circumference which was in part wound about a cylinder of four inches diameter, having fastened the other end of it to straps that went over his shoulders; but he exerted more force to do this than any other of his feats, from his awkwardness in going about it: as the rope yielded and stretched as he stood upon the cylinder, so that when the extensors of his legs and thighs had done their office in bringing the legs and thighs straight, he was forced to raise his heels from their bearings, and use other muscles that are weaker. But if the rope had been so fixed, that the part to be broken had been short, it would have been broken with four times less difficulty."
"I have seen him lift a rolling stone of about 800 lib. with his hand only, standing in a frame above it, and taking hold of a chain that was fastened to it. By this I reckon that he may be almost as strong again as those who are generally reckoned as the strongest men, they generally lifting no more than 400 lib. in that manner. The weakest men who are in health and not too fat, lift about 125 lib. having about half the strength of the strongest. (N.B. This sort of comparison is chiefly in relation to the muscles of the loins; because in doing this one must stoop forward a little. We must also add the weight of the body to the weight lifted. So that if the weakest man's body weighs 150 lib. that added to 125 lib. makes the whole weight lifted by him 275 lib. Then if the stronger man's body weighs also 150 lib. the whole weight lifted by him will be 550 lib. that is, 400 lib. and the 150 lib. which his body weighs. Topham weighs about 200 lib. which added to the 800 lib. that he lifts, makes 1000 lib. But he ought to lift 900 lib. besides the weight of his body, to be as strong again as a man of 150 lib.-weight who can lift 400 lib."
"Having thrust under his garter the bowl of a strong tobacco-pipe, his legs being bent, he broke it to pieces by the tendons of his hams, without altering the bending of his leg."
"He broke such another bowl between his first and second finger, by pressing his fingers together side-ways."
