13.05.2011, 15:49
W4E History – Geburtstag von Sam Menacker
Am 13. Mai 2011 wäre Frank "Sam" Menacker 97 Jahre alt geworden. W4E erinnert heute an diesen einstigen Wrestler, Promoter und Announcer.
Vielseitigkeit – ein wesentliches Merkmal während seiner Zeit im Wrestling die, mit Unterbrechungen, von Mitte der 30er Jahre bis in die 80er Jahre ging. Dazwischen war Frank wohl in fast allen Positionen tätig gewesen, die das Wrestling zu bieten hatte. Gebürtig aus New York war er Absolvent der George Washington High School und sportlich zuerst als Baseballspieler aktiv. Ohne Zweifel sein Metier schlechthin, denn er schaffte sogar den Aufstieg in die Major-League-Class und zum Class A Player. Bald gehörte er auch zum Kader der New York Yankees. 1936 dann das Debüt als Wrestler mit einem Jewish-Gimmick. Doch eines schien nicht zu passen – der Name Frank. Einigen Promotern klang das nicht jüdisch genug und so veränderte er den Namen schließlich selbst in "Sam Menacker". Außer den üblichen Bookings für diverse Shows, quer durch die Staaten, ist seine Karriere im Ring eher ohne große Erfolge verlaufen. Eine Auszeit brachte dann der 2. Weltkrieg mit sich, der nicht nur seine Laufbahn als Wrestler negativ beeinflusste. Sam orientierte sich um und diente fünf Jahre in die US-Navy, wo er es bis zum Major schaffte.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Sam Menacker.jpg]
Nach dem Ende seines Militärdienstes kehrte er ins Wrestling zurück. Zwar noch im Ring aktiv, ging Menacker bald einen anderen Weg – den des Promoters. Anfang 1950 kaufte Mike London, Promoter in Albuquerque (New Mexico), die Bookingrechte für das El Paso Office. London zahlte den dortigen langjährigen Veranstalter John McIntosh aus, um hier selbst seine Shows abzuhalten. Bald schien klar zu sein, dass Mike dafür einen Mitarbeiter brauchte, der das El Paso Office leitete, während er noch in Albuquerque veranstaltete. Mike heuerte zunächst einen Wrestler namens Andy Tremaine an. Die Geschäftsbeziehung zwischen beiden dauerte allerdings nur sehr kurz, weil letzterer ebenfalls eigene Shows austragen wollte. Dann fand Mike aber doch einen Mann, mit dem er bis Mitte der 50er Jahre relativ gut zusammenarbeiten konnte, Sam Menacker. Ein paar überzeugende Worte genügten und im August 1950 willigte Sam schließlich ein. Er unterschrieb bei London und übernahm, auf der Basis einer 50 zu 50 Gewinnaufteilung, das El Paso Booking Office. Anfang September 1950 wurde London offiziell in die NWA aufgenommen, womit auch das El Paso Office unter dem Banner der Alliance veranstaltete. In den frühen 50er Jahren gab es die, man kann schon fast sagen vorhergesagte, Auseinandersetzung mit dem Konkurrenten Tremaine. Also dem ehemaligen Verbündeten von Mike London. Sam bookte seine Shows am Montag und Tremaine am Dienstag. Es gab zu dieser Zeit in West Texas den NWA Promotionkrieg zwischen dem Albuquerque und Amarillo Office, wo das El Paso Office auch drin involviert war.
Seine geschäftliche Beziehung zu Mike London endete abrupt 1955 wegen einer Schuldenaffäre. Schon zwei Jahre zuvor hatte er gegenüber der NWA eingeräumt, seinem Business Partner Geld zu schulden. London war der Ansicht, dass Sam absichtlich die 50 zu 50 Gewinnaufteilung missachtet hätte. Die Situation führte dann schließlich zum Bruch, als Sam angab alle Schulden bezahlt zu haben, dies aber von London verneint wurde. Für Menacker war damit zwar das Ende in El Paso angebrochen, jedoch längst nicht für seine weitere Karriere. Er fungierte in verschiedenen Positionen: Manager, Matchmaker bei NWA Tri State unter Promoter Leroy McGuirk und natürlich Kommentator bzw. Announcer in der australischen IWA und in der WWA Indianapolis.
Der eigentliche Durchbruch als Kommentator gelang Menacker ab Mitte der 60er Jahre in Australien. 1964 entschied sich sein Freund Johnny Doyle, der sich als großer Promoter etabliert hatte, nach Australien zu gehen, um dort mit einem weiteren Mann namens Jim Barnett zu veranstalten. Es ergab ein Wort das andere: Berichten zufolge soll es maßgeblich durch Sam’s Initiative dazu gekommen sein, dass Doyle & Barnett noch im gleichen Jahr tatsächlich in Down Under ihre Zelte aufschlugen. Sie gründeten die International Wrestling Association (IWA), womit ein großer Boom in Australien verbunden war. Die IWA etablierte dort das Wrestling mit Topstars wie Killer Kowalski, Dory Funk Jr., Jack Brisco oder Spiros Arion. Natürlich reiste Sam mit und war bis 1970 als Kommentator ein wichtiges Aushängeschild dieser Promotion. Zurück in den USA arbeitete Sam u.a. als Kommentator in der World Wrestling Association (WWA) in Indianapolis. Sporadisch aktiv war er als Promoter noch bis in die späten 80er Jahre.
Sam’s Leben war voll von Ereignissen, die wahrlich ein Buch füllen würden. Er heiratete die Wrestlerin June Byers, einst Trägerin vom Women’s Title, war während der 40er Jahre als Schauspieler unterwegs und Mitglied der Schauspielergewerkschaft "Screen Actors Guild". Beim Wrestling ist er stets mit Leidenschaft dabei gewesen. Classic Fans, die seine Zeit miterlebt haben, erinnern sich noch heute an ihn. Eine doch turbulente Karriere mit allem was dazu gehört – Aufstiege und Abstiege. Sam Menacker starb am 07. Januar 1994 mit 79 in Auburn, Illinois.
Am 13. Mai 2011 wäre Frank "Sam" Menacker 97 Jahre alt geworden. W4E erinnert heute an diesen einstigen Wrestler, Promoter und Announcer.
Vielseitigkeit – ein wesentliches Merkmal während seiner Zeit im Wrestling die, mit Unterbrechungen, von Mitte der 30er Jahre bis in die 80er Jahre ging. Dazwischen war Frank wohl in fast allen Positionen tätig gewesen, die das Wrestling zu bieten hatte. Gebürtig aus New York war er Absolvent der George Washington High School und sportlich zuerst als Baseballspieler aktiv. Ohne Zweifel sein Metier schlechthin, denn er schaffte sogar den Aufstieg in die Major-League-Class und zum Class A Player. Bald gehörte er auch zum Kader der New York Yankees. 1936 dann das Debüt als Wrestler mit einem Jewish-Gimmick. Doch eines schien nicht zu passen – der Name Frank. Einigen Promotern klang das nicht jüdisch genug und so veränderte er den Namen schließlich selbst in "Sam Menacker". Außer den üblichen Bookings für diverse Shows, quer durch die Staaten, ist seine Karriere im Ring eher ohne große Erfolge verlaufen. Eine Auszeit brachte dann der 2. Weltkrieg mit sich, der nicht nur seine Laufbahn als Wrestler negativ beeinflusste. Sam orientierte sich um und diente fünf Jahre in die US-Navy, wo er es bis zum Major schaffte.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Sam Menacker.jpg]
Nach dem Ende seines Militärdienstes kehrte er ins Wrestling zurück. Zwar noch im Ring aktiv, ging Menacker bald einen anderen Weg – den des Promoters. Anfang 1950 kaufte Mike London, Promoter in Albuquerque (New Mexico), die Bookingrechte für das El Paso Office. London zahlte den dortigen langjährigen Veranstalter John McIntosh aus, um hier selbst seine Shows abzuhalten. Bald schien klar zu sein, dass Mike dafür einen Mitarbeiter brauchte, der das El Paso Office leitete, während er noch in Albuquerque veranstaltete. Mike heuerte zunächst einen Wrestler namens Andy Tremaine an. Die Geschäftsbeziehung zwischen beiden dauerte allerdings nur sehr kurz, weil letzterer ebenfalls eigene Shows austragen wollte. Dann fand Mike aber doch einen Mann, mit dem er bis Mitte der 50er Jahre relativ gut zusammenarbeiten konnte, Sam Menacker. Ein paar überzeugende Worte genügten und im August 1950 willigte Sam schließlich ein. Er unterschrieb bei London und übernahm, auf der Basis einer 50 zu 50 Gewinnaufteilung, das El Paso Booking Office. Anfang September 1950 wurde London offiziell in die NWA aufgenommen, womit auch das El Paso Office unter dem Banner der Alliance veranstaltete. In den frühen 50er Jahren gab es die, man kann schon fast sagen vorhergesagte, Auseinandersetzung mit dem Konkurrenten Tremaine. Also dem ehemaligen Verbündeten von Mike London. Sam bookte seine Shows am Montag und Tremaine am Dienstag. Es gab zu dieser Zeit in West Texas den NWA Promotionkrieg zwischen dem Albuquerque und Amarillo Office, wo das El Paso Office auch drin involviert war.
Seine geschäftliche Beziehung zu Mike London endete abrupt 1955 wegen einer Schuldenaffäre. Schon zwei Jahre zuvor hatte er gegenüber der NWA eingeräumt, seinem Business Partner Geld zu schulden. London war der Ansicht, dass Sam absichtlich die 50 zu 50 Gewinnaufteilung missachtet hätte. Die Situation führte dann schließlich zum Bruch, als Sam angab alle Schulden bezahlt zu haben, dies aber von London verneint wurde. Für Menacker war damit zwar das Ende in El Paso angebrochen, jedoch längst nicht für seine weitere Karriere. Er fungierte in verschiedenen Positionen: Manager, Matchmaker bei NWA Tri State unter Promoter Leroy McGuirk und natürlich Kommentator bzw. Announcer in der australischen IWA und in der WWA Indianapolis.
Der eigentliche Durchbruch als Kommentator gelang Menacker ab Mitte der 60er Jahre in Australien. 1964 entschied sich sein Freund Johnny Doyle, der sich als großer Promoter etabliert hatte, nach Australien zu gehen, um dort mit einem weiteren Mann namens Jim Barnett zu veranstalten. Es ergab ein Wort das andere: Berichten zufolge soll es maßgeblich durch Sam’s Initiative dazu gekommen sein, dass Doyle & Barnett noch im gleichen Jahr tatsächlich in Down Under ihre Zelte aufschlugen. Sie gründeten die International Wrestling Association (IWA), womit ein großer Boom in Australien verbunden war. Die IWA etablierte dort das Wrestling mit Topstars wie Killer Kowalski, Dory Funk Jr., Jack Brisco oder Spiros Arion. Natürlich reiste Sam mit und war bis 1970 als Kommentator ein wichtiges Aushängeschild dieser Promotion. Zurück in den USA arbeitete Sam u.a. als Kommentator in der World Wrestling Association (WWA) in Indianapolis. Sporadisch aktiv war er als Promoter noch bis in die späten 80er Jahre.
Sam’s Leben war voll von Ereignissen, die wahrlich ein Buch füllen würden. Er heiratete die Wrestlerin June Byers, einst Trägerin vom Women’s Title, war während der 40er Jahre als Schauspieler unterwegs und Mitglied der Schauspielergewerkschaft "Screen Actors Guild". Beim Wrestling ist er stets mit Leidenschaft dabei gewesen. Classic Fans, die seine Zeit miterlebt haben, erinnern sich noch heute an ihn. Eine doch turbulente Karriere mit allem was dazu gehört – Aufstiege und Abstiege. Sam Menacker starb am 07. Januar 1994 mit 79 in Auburn, Illinois.
