31.01.2008, 17:33
Der Style hat sich soweit geaendert, das es keine klare Linie mehr gibt bei den Regeln, aber nochmehr musste alles brutaler oder schneller werden. Nehmen wir nur mal die Chairshots. Ich kann mich erinnern das der Undertaker 1991 Miss Elizabeth bei einer Show bedrohte mit einem Stuhl, und der Kommentator meinte, das wenn der Taker zuschlagen wuerde, es das Karriereende von Miss Elizabeth bedeuten wuerde. Chairshots wurden frueher als “gefaehrlich“ praesentiert, ein Chairshot, und man sellte es Minuten lang. Heutzutage braucht es zahlreiche Chairshots (siehe Foley vs Rock beim Rumble 99), und es ist heute nichtmal mehr ein “big deal“. Man wird niedergeschlagen mit einem Stuhl, und steht einen Moment spaeter wieder auf (erneut siehe Foley vs Rock beim Rumble 99). Fuer mich macht es das langweilig, weil es zu weit weg geht von der Idee das Wrestling eine athletische Ausseinandersetzung ist, und stattdessen eher wie eine Stunt Show wirkt. Schaut man sich mal in einer Woche WWE an, mit den drei Shows, sieht man doch mindestens einmal den gebrauch eines Stuhls. Und oft sieht man bei WWE Chairshots, wo der Gegner seine Haende nach oben macht, und der Stuhl auf die Haende prallt, und die Zuschauer fangen an zu lachen, oder buhen, oder auf Message Boards wird geschrieben wie “fake“ das aussieht. Dabei ist es doch viel unrealistischer einen Chairshot zunehmen, ohne dabei sich zu wehren. Das selbe wie mit den Schlaegen, wenn jemand dich schlaegt, dann ist die natuerliche Reaktion sich zu schuetzen. Wenn also jemand seine Haende nach oben macht bei einem Chairshot, dann ist das realistisch. Aber fuer heutige Fans ist das eben oft nicht “brutal“ genug, wenn man sich mit den Haenden schuetzt. Abgesehen davon das die Inflation der Chairshots und der sonstigen Foreign Objects keinen Sinn ergeben, hat doch erst vor wenigen Monaten die Autopsie von Chris Benoit ergeben das er einen massiven Hirnschaden hatte, von zahlreichen Gehirnerschuetterungen. JEDER schlag auf den Schaedel, ist im Prinzip eine kleine Gehirnerschuetterung. Benoit war dafuer bekannt Chairshots zunehmen, und er nahm sie oft ohne sich zuschuetzen mit den Haenden. Nun Wrestling ist “Fake“, aber einen Chairshot kann man nicht gut “faken“. Wenn man also einen Chairshot sieht der mit voller Wucht auf den Kopf des Gegners prallt, dann kann man davon ausgehen das es “echt“ ist! Es gibt keinen Wrestler der einen Chairshot “echt“ aussehen lassen kann, und dabei kaum den Gegner trifft.
Man sollte sich langsam mal (wenn nicht schon laengst mal) gedanken darueber machen ob es das alles wert ist, soviel koerperlichen Schaden zunehmen, nur fuer die Unterhaltung. Ich sehe darin schon ein Problem bei der heutigen Ausrichtung, und dem fehlenden Niveau. Wenn man sich heute bei WWE eine Show anschaut als Zuschauer, dann bekommt man ja sogut wie ALLES erklaert, und ALLES gezeigt. Dem Zuschauer wird das denken fast abgenommen, es ist eine “leichte“ unterhaltung geworden, keine anspruchsvolle mehr, was sicherlich auch mit der eher jugendlichen Ausrichtung zutun hat. Das faengt nicht nur bei den Matches oder Storylines an, die man kaum mehr verstehen kann, sondern auch bei verschiedenen Segmenten. Wenn bei WWE jemand ueberfahren wird, wird das gezeigt. Wenn bei WWE eine Limo in die Luft fliegt, wird das gezeigt. Wenn bei WWE Backstage jemand zusammen geschlagen wird, wird das gezeigt. Den Fans wird keine Moeglichkeit mehr gegegeben die eigene Vorstellungskraft zu entfalten, weil ihnen alles bereits erklaert, gezeigt und vorgegeben wird. Die brutalsten Chairshots, und Angriffe im Pro Wrestling sind fuer mich diejenigen, die ich nie gesehen habe! Wenn bei der WCW jemand einen Chairshot gezeigt hat, dann wurde auf die Zuschauer geschwaengt mit der Kamera. Man sah die Zuschauer, und ihre erschrockenen Gesichter, und man wusste das es uebel war, das hat gereicht. Ich fand es phantastisch, weil ich mir selbst ausdenken konnte wie der Chairshot war. Der groesste Chairshot im Pro Wrestling ist fuer mich immernoch der zwischen Eric Embry und Chris Adams gewessen, und ich habe ihn bis heute nicht gesehen, und es hat ihn nie gegeben! Den Fans wurde erklaert, das Backstage etwas furchtbares passiert sei, und das Embry mit einem Stuhl Adams brutal niedergeschlagen haette. Der Announcer erklaerte die Geschichte so emotional, das ich mir vor meinem geistigen Auge es mir selbst ausdenken konnte was passiert ist.
Stattdessen kommt mir das Pro Wrestling wie viele heutige Horror und Slasher Filme vor. Alles muss noch brutaler werden, und nochmehr ins kleinste Detail gezeigt werden, und irgendwann kann man es nichtmehr sehen weil es zuviel ist und weil es keinen Sinn mehr macht. Ein Beispiel ist etwa die Gewalt gegen Frauen im Pro Wrestling. Die gab es auch schon vor 50 Jahren als Gorgeous George sein Valet herum schubste. Oder kann sich noch jemand an alte Filme erinnern, wo die Frau schreite, und der Mann ihr eine Ohrfeige gab, damit sie aufhoert? Das ist heute undenkbar in Filmen. Aber im Pro Wrestling war es so, das wenn Maenner mal was gegen Frauen machten, dann war das in eine Story mit eingebunden. Wie etwa das Jake Roberts Miss Elizabeth angriff, oder Jerry Lawler das Valet von Rick Rude schubste. Zudem sah man das alle paar Jahre mal, und wenn es passierte, dann gab es einen Aufschrei von den Medien. Ich fand das damals auch schon nicht gut, aber es wurde in Grenzen gehalten. Doch in den letzten 10 Jahren ist Gewalt gegen Frauen normalitaet geworden, man sieht bei WWE/TNA jedes Jahr mittlerweile mindestens 10-20 mal wie Frauen von Maennern geschlagen werden, und oft ohne Grund. Letztes Jahr zeigte Carlito seinen Finisher bei Raw gegen Torrie Wilson. Umaga pruegelte Maria die scheisse aus dem Leib ohne speziellen Grund. Und bei TNA sieht es nicht besser aus, Jeff Jarrett zog Ms Brooks die Gitarre ueber. Kurt Angle bedrohte Samoa Joe`s Freundin ihr den Knoechel zu brechen, obwohl sie nichts gemacht hat. Abyss gab SoCal Val seinen Finisher. Oder im letzten Sommer gab es bei Raw ein Tag Team Handicap Match zwischen John Cena und Candice Michelle gegen Umaga, Trevor Murdoch und Lance Cade. Dieses Match zeigt was alles falsch laeuft wenn es um Gewalt gegen Frauen geht. Es gab ueberhaupt keinen Grund oder eine Hintergrund Geschichte warum Candice Michelle in das Match involviert ist. Und dann in dem Match war Cena am Boden, und Cade/Murdoch hielten Candice fest, und Umaga machte sich bereit sie zu verpruegeln. So wir haben 3 Heels im Ring die eine wehrlose Frau verpruegeln wuerden (es kam dann nicht dazu weil jemand zur Rettung kam). Und sowas zeigt WWE um die Heels over zubringen? Wie kann die drei danach noch ernst nehmen?
Das traurige ist jedoch das mittlerweile die BABYFACES die Frauen schlagen, und dafuer bejubelt werden von den Fans! Bestes Beispiel ist wohl Steve Austin der vor wenigen Jahren mal Stacy Keibler einen Stunner verpasste. Warum? Weil Stacy kein Bier trinken wollte! Die Praesentation ist schlimm geworden bei WWE und TNA, in den letzten 5-10 Jahren wird der “Maenner schlagen Frauen“ Angle gebookt, damit der Mann Babyface Pops bekommt von den Zuschauern, und oft gibt es dafuer keinen Hintergrund (siehe Beispiele oben). Genau das meine ich mit “es gibt keinen Grund mehr fuer die voellig ueberzogene Gewaltdarstellung”. Die meiste Gewalt im Pro Wrestling wird praesentiert in einer athletischen Ausseinandersetzung, Frauen zu verpruegeln als Mann ohne Hintergrund gehoert nicht dazu. Nehmen wir mal ein Beispiel aus der Vergangenheit, der Big Bossman kettete mal mit seinen Handschellen Miss Elizabeth an. Er tat ihr nicht weh, er schlug sie nicht, er kettete sie nur an! Die Fans buhten ihn dafuer aus der Halle, und der Bossman musste niemanden zusammen schlagen dafuer. Heutzutage reicht es nichtmal fuer Umaga Heat zubekommen wenn er eine wehrlose Diva zusammen schlaegt ohne einen Grund. Warum? Weil die Praesentation so mieserabel geworden ist! Oder ein Beispiel vor wenigen Wochen, der Undertaker verpasste Vickie Guerrero einen Tombstone, weil er durch sie zuvor ein Match verlor. Er verliert ein Match, und das rechtfertigt fuer den Taker das er eine Frau zusammen schlaegt, wooo was fuer ein Held er doch ist. Was ist denn die Message die WWE den Fans mit dieser Darstellung gibt? WWE sagt den Fans “Es ist okay wenn man Frauen schlaegt, WENN sie es verdienen“, anstatt das man das ganze einfach sein laesst, und sich eine bessere Message ausdenkt die man den Fans geben kann.
Es gibt noch so viele Sachen die mich aufregen wenn ich es sehe. Wie etwa, warum muss fast jeder Wrestler seine eigenen Trademark Move Namen haben? Wie etwa der Stone Cold Stunner bei Steve Austin, oder der Rock Bottom bei The Rock, oder der Stinger Splash bei Sting, oder der Angle Slam bei Kurt Angle, um nur wenige zunennen. Das sind goofy Names, aber hauptsache jeder Wrestler der ein paar Jahre dabei ist, bekommt gleich seine eigenen Trademark Namen fuer den Finisher. Das wurde frueher gemacht, in sehr sehr selltenen Faellen, wenn ein Wrestler einen Move vielleicht erfunden hat, oder Populaer gemacht hat. Gerade bei Moves und Holds die bereits seit Jahrzehnten bestehen, und die eine technische Bezeichnung haben, ist es absolut unnoetig die zu aendern, nur weil gerade der neueste WWE Star des Jahres den Move als Finisher verwendet. Und was passiert, jeder Fan kennt die Goofy Names der Moves der Wrestler, aber kaum jemand kennt die wirkliche Bezeichnung des Moves, nichtmal der Kommentator. Oder wieviele koennen mir die technische Bezeichnung des Stone Cold Stunners nennen, oder vom Rock Bottom? Ich denke nicht viele.
Indem zusammenhang was ich auch garnicht leiden kann, ist wenn ein Wrestler einen Move nimmt, den Move falsch ausfuehrt (oder ihn weiter entwickelt), aber dann der Move wie das Original bezeichnet wird von dem Kommentator. Wenn man schon einen Move “weiter entwickelt“ (oder in manchen faellen eher zurueck entwickelt), DANN sollte man dem Move auch einen anderen Namen geben, denn ansonsten bekommen die Fans von einem Move eine voellig falsche Ansicht. Nehmen wir nurmal die Lou Thesz Press. Steve Austin fuehrte den Move bei der WWF aus, und die meisten WWF Fans werden die Lou Thesz Press nur von Austin kennen. Nun in wirklichkeit ist das garnicht die “Lou Thesz Press“. Was Steve Austin zeigt ist die Flying Body Scissors! Die zeigt Austin, und er landet mit dem Gegner auf dem Boden und startet ein paar schlecht aussehende Punches. Die Lou Thesz Press ist jedoch technisch ein komplett anderer Move, und viel anspruchsvoller. Lou nahm das Handgelenk des Gegners, zeigte in der selben Zeit die Flying Body Scissors und landete in der Full Mount Position. Mit den Knien pinnte er die Schultern des Gegners, und mit den Haenden hielt er die Handgelenke des Gegners gepinnt am Boden, was immer zu einem erfolgreichen Pinfall fuehrte (so gewann er seinen letzten World Title gegen Buddy Rogers 1963). Liebe Fans, das nennt sich WRESTLING! So Steve Austin hat nie einen Lou Thesz Press gezeigt! Er hat einen Flying Body Scissors gezeigt! Aber dadurch das man es bei Steve Austin eben Lou Thesz Press nannte, denken viele der Fans das die Lou Thesz Press eine simple Flying Body Scissor ist, was nicht stimmt. Es ist respektlos gegenueber dem Wrestler und dem Move, und den Fans wird wiedermal eine falsche Geschichte erzaehlt.
Oder wenn Wrestler heutzutage Ohrringe tragen, eine Halskette, oder ein Bandana um den NACKEN. Wieso nicht gleich ein Seil um den Hals binden und den Gegner das ende geben? Es sieht einfach beschissen aus, und es erinnert eben sofort daran das es ein work ist. In einem wirklichen Contest wuerde niemand auch nur auf die Idee kommen Schmuck zutragen. Stellt euch mal ein Match vor zwischen John Pesek und einem der heutigen Fools die einen Ohrring tragen. Der Typ haette garantiert den Ring nichtmehr verlassen mit dem Ohrring an seinem Ohr, dafuer haette ein Wrestler wie Pesek gesorgt! Dann Wrestler die Jeans und T-Shirts tragen. Die sehen nicht wie Wrestler aus, sondern wie Typen die gerade aus der Bar kommen, um zum naechsten Motorhead Konzert zugehen. Dann das ende der Squash TV Matches, und das fehlen der Jobber. Das fehlen der Manager, das fehlen einer Pecking Order, die voellige uebertreibung von Comedy im Pro Wrestling, die ignorierung der Gewichtsklassen, die Signs in den Zuschauerreihen, das fehlen jeglicher logischen Handlung der meisten Wrestler, oder einfach nur ein niveau und anspruchsvolles Professional Wrestling Produkt, das nicht die intelligenz des Zuschauers beleidigt, und das nicht aus Japan kommt oder Gabe Sapolsky als Headbooker hat.
Ich koennte wahrscheinlich noch die naechsten 10 Seiten aufzaehlen was mir am Nord Amerikanischen Pro Wrestling nicht gefaellt, aber dann wuerde ich garnichtmehr fertig werden. Nun ich bin in dieser Kolumne zwischen vielen Themen hin und her gesprungen, aber es haengt alles am ende zusammen. Das war nicht nur die 312 Ausgabe meiner Kolumne, sondern auch die letzte. Bevor ich zum ende komme, moechte ich noch einigen Leuten danken. Natuerlich WWE, die Promotion die SO viel Material immer lieferte, speziell fuer solche Kolumnen hier. Dann geht ein dank auch an TNA, die laenger durchgehalten haben als diese Kolumne. Ernsthaft, ich denke das haetten nicht viele Leute vorausgesetzt. Dann ein dank an die Peoplesboard User, fuer ihr Lob, ihre Anregungen, Kritik und normale Kommentare. Natuerlich auch ein dank an die Leser meiner Kolumne ueber all die Jahre, die sich nie beschwaerten ueber meine Schreibfehler! Und am ende auch noch ein dank an Snowder, der Nef`s Voice ueber fuenf Jahre laufen lies ohne Zensur, trotz der kontroversen, und lahmen Witze. Take Care
Nefercheperur
Man sollte sich langsam mal (wenn nicht schon laengst mal) gedanken darueber machen ob es das alles wert ist, soviel koerperlichen Schaden zunehmen, nur fuer die Unterhaltung. Ich sehe darin schon ein Problem bei der heutigen Ausrichtung, und dem fehlenden Niveau. Wenn man sich heute bei WWE eine Show anschaut als Zuschauer, dann bekommt man ja sogut wie ALLES erklaert, und ALLES gezeigt. Dem Zuschauer wird das denken fast abgenommen, es ist eine “leichte“ unterhaltung geworden, keine anspruchsvolle mehr, was sicherlich auch mit der eher jugendlichen Ausrichtung zutun hat. Das faengt nicht nur bei den Matches oder Storylines an, die man kaum mehr verstehen kann, sondern auch bei verschiedenen Segmenten. Wenn bei WWE jemand ueberfahren wird, wird das gezeigt. Wenn bei WWE eine Limo in die Luft fliegt, wird das gezeigt. Wenn bei WWE Backstage jemand zusammen geschlagen wird, wird das gezeigt. Den Fans wird keine Moeglichkeit mehr gegegeben die eigene Vorstellungskraft zu entfalten, weil ihnen alles bereits erklaert, gezeigt und vorgegeben wird. Die brutalsten Chairshots, und Angriffe im Pro Wrestling sind fuer mich diejenigen, die ich nie gesehen habe! Wenn bei der WCW jemand einen Chairshot gezeigt hat, dann wurde auf die Zuschauer geschwaengt mit der Kamera. Man sah die Zuschauer, und ihre erschrockenen Gesichter, und man wusste das es uebel war, das hat gereicht. Ich fand es phantastisch, weil ich mir selbst ausdenken konnte wie der Chairshot war. Der groesste Chairshot im Pro Wrestling ist fuer mich immernoch der zwischen Eric Embry und Chris Adams gewessen, und ich habe ihn bis heute nicht gesehen, und es hat ihn nie gegeben! Den Fans wurde erklaert, das Backstage etwas furchtbares passiert sei, und das Embry mit einem Stuhl Adams brutal niedergeschlagen haette. Der Announcer erklaerte die Geschichte so emotional, das ich mir vor meinem geistigen Auge es mir selbst ausdenken konnte was passiert ist.
Stattdessen kommt mir das Pro Wrestling wie viele heutige Horror und Slasher Filme vor. Alles muss noch brutaler werden, und nochmehr ins kleinste Detail gezeigt werden, und irgendwann kann man es nichtmehr sehen weil es zuviel ist und weil es keinen Sinn mehr macht. Ein Beispiel ist etwa die Gewalt gegen Frauen im Pro Wrestling. Die gab es auch schon vor 50 Jahren als Gorgeous George sein Valet herum schubste. Oder kann sich noch jemand an alte Filme erinnern, wo die Frau schreite, und der Mann ihr eine Ohrfeige gab, damit sie aufhoert? Das ist heute undenkbar in Filmen. Aber im Pro Wrestling war es so, das wenn Maenner mal was gegen Frauen machten, dann war das in eine Story mit eingebunden. Wie etwa das Jake Roberts Miss Elizabeth angriff, oder Jerry Lawler das Valet von Rick Rude schubste. Zudem sah man das alle paar Jahre mal, und wenn es passierte, dann gab es einen Aufschrei von den Medien. Ich fand das damals auch schon nicht gut, aber es wurde in Grenzen gehalten. Doch in den letzten 10 Jahren ist Gewalt gegen Frauen normalitaet geworden, man sieht bei WWE/TNA jedes Jahr mittlerweile mindestens 10-20 mal wie Frauen von Maennern geschlagen werden, und oft ohne Grund. Letztes Jahr zeigte Carlito seinen Finisher bei Raw gegen Torrie Wilson. Umaga pruegelte Maria die scheisse aus dem Leib ohne speziellen Grund. Und bei TNA sieht es nicht besser aus, Jeff Jarrett zog Ms Brooks die Gitarre ueber. Kurt Angle bedrohte Samoa Joe`s Freundin ihr den Knoechel zu brechen, obwohl sie nichts gemacht hat. Abyss gab SoCal Val seinen Finisher. Oder im letzten Sommer gab es bei Raw ein Tag Team Handicap Match zwischen John Cena und Candice Michelle gegen Umaga, Trevor Murdoch und Lance Cade. Dieses Match zeigt was alles falsch laeuft wenn es um Gewalt gegen Frauen geht. Es gab ueberhaupt keinen Grund oder eine Hintergrund Geschichte warum Candice Michelle in das Match involviert ist. Und dann in dem Match war Cena am Boden, und Cade/Murdoch hielten Candice fest, und Umaga machte sich bereit sie zu verpruegeln. So wir haben 3 Heels im Ring die eine wehrlose Frau verpruegeln wuerden (es kam dann nicht dazu weil jemand zur Rettung kam). Und sowas zeigt WWE um die Heels over zubringen? Wie kann die drei danach noch ernst nehmen?
Das traurige ist jedoch das mittlerweile die BABYFACES die Frauen schlagen, und dafuer bejubelt werden von den Fans! Bestes Beispiel ist wohl Steve Austin der vor wenigen Jahren mal Stacy Keibler einen Stunner verpasste. Warum? Weil Stacy kein Bier trinken wollte! Die Praesentation ist schlimm geworden bei WWE und TNA, in den letzten 5-10 Jahren wird der “Maenner schlagen Frauen“ Angle gebookt, damit der Mann Babyface Pops bekommt von den Zuschauern, und oft gibt es dafuer keinen Hintergrund (siehe Beispiele oben). Genau das meine ich mit “es gibt keinen Grund mehr fuer die voellig ueberzogene Gewaltdarstellung”. Die meiste Gewalt im Pro Wrestling wird praesentiert in einer athletischen Ausseinandersetzung, Frauen zu verpruegeln als Mann ohne Hintergrund gehoert nicht dazu. Nehmen wir mal ein Beispiel aus der Vergangenheit, der Big Bossman kettete mal mit seinen Handschellen Miss Elizabeth an. Er tat ihr nicht weh, er schlug sie nicht, er kettete sie nur an! Die Fans buhten ihn dafuer aus der Halle, und der Bossman musste niemanden zusammen schlagen dafuer. Heutzutage reicht es nichtmal fuer Umaga Heat zubekommen wenn er eine wehrlose Diva zusammen schlaegt ohne einen Grund. Warum? Weil die Praesentation so mieserabel geworden ist! Oder ein Beispiel vor wenigen Wochen, der Undertaker verpasste Vickie Guerrero einen Tombstone, weil er durch sie zuvor ein Match verlor. Er verliert ein Match, und das rechtfertigt fuer den Taker das er eine Frau zusammen schlaegt, wooo was fuer ein Held er doch ist. Was ist denn die Message die WWE den Fans mit dieser Darstellung gibt? WWE sagt den Fans “Es ist okay wenn man Frauen schlaegt, WENN sie es verdienen“, anstatt das man das ganze einfach sein laesst, und sich eine bessere Message ausdenkt die man den Fans geben kann.
Es gibt noch so viele Sachen die mich aufregen wenn ich es sehe. Wie etwa, warum muss fast jeder Wrestler seine eigenen Trademark Move Namen haben? Wie etwa der Stone Cold Stunner bei Steve Austin, oder der Rock Bottom bei The Rock, oder der Stinger Splash bei Sting, oder der Angle Slam bei Kurt Angle, um nur wenige zunennen. Das sind goofy Names, aber hauptsache jeder Wrestler der ein paar Jahre dabei ist, bekommt gleich seine eigenen Trademark Namen fuer den Finisher. Das wurde frueher gemacht, in sehr sehr selltenen Faellen, wenn ein Wrestler einen Move vielleicht erfunden hat, oder Populaer gemacht hat. Gerade bei Moves und Holds die bereits seit Jahrzehnten bestehen, und die eine technische Bezeichnung haben, ist es absolut unnoetig die zu aendern, nur weil gerade der neueste WWE Star des Jahres den Move als Finisher verwendet. Und was passiert, jeder Fan kennt die Goofy Names der Moves der Wrestler, aber kaum jemand kennt die wirkliche Bezeichnung des Moves, nichtmal der Kommentator. Oder wieviele koennen mir die technische Bezeichnung des Stone Cold Stunners nennen, oder vom Rock Bottom? Ich denke nicht viele.
Indem zusammenhang was ich auch garnicht leiden kann, ist wenn ein Wrestler einen Move nimmt, den Move falsch ausfuehrt (oder ihn weiter entwickelt), aber dann der Move wie das Original bezeichnet wird von dem Kommentator. Wenn man schon einen Move “weiter entwickelt“ (oder in manchen faellen eher zurueck entwickelt), DANN sollte man dem Move auch einen anderen Namen geben, denn ansonsten bekommen die Fans von einem Move eine voellig falsche Ansicht. Nehmen wir nurmal die Lou Thesz Press. Steve Austin fuehrte den Move bei der WWF aus, und die meisten WWF Fans werden die Lou Thesz Press nur von Austin kennen. Nun in wirklichkeit ist das garnicht die “Lou Thesz Press“. Was Steve Austin zeigt ist die Flying Body Scissors! Die zeigt Austin, und er landet mit dem Gegner auf dem Boden und startet ein paar schlecht aussehende Punches. Die Lou Thesz Press ist jedoch technisch ein komplett anderer Move, und viel anspruchsvoller. Lou nahm das Handgelenk des Gegners, zeigte in der selben Zeit die Flying Body Scissors und landete in der Full Mount Position. Mit den Knien pinnte er die Schultern des Gegners, und mit den Haenden hielt er die Handgelenke des Gegners gepinnt am Boden, was immer zu einem erfolgreichen Pinfall fuehrte (so gewann er seinen letzten World Title gegen Buddy Rogers 1963). Liebe Fans, das nennt sich WRESTLING! So Steve Austin hat nie einen Lou Thesz Press gezeigt! Er hat einen Flying Body Scissors gezeigt! Aber dadurch das man es bei Steve Austin eben Lou Thesz Press nannte, denken viele der Fans das die Lou Thesz Press eine simple Flying Body Scissor ist, was nicht stimmt. Es ist respektlos gegenueber dem Wrestler und dem Move, und den Fans wird wiedermal eine falsche Geschichte erzaehlt.
Oder wenn Wrestler heutzutage Ohrringe tragen, eine Halskette, oder ein Bandana um den NACKEN. Wieso nicht gleich ein Seil um den Hals binden und den Gegner das ende geben? Es sieht einfach beschissen aus, und es erinnert eben sofort daran das es ein work ist. In einem wirklichen Contest wuerde niemand auch nur auf die Idee kommen Schmuck zutragen. Stellt euch mal ein Match vor zwischen John Pesek und einem der heutigen Fools die einen Ohrring tragen. Der Typ haette garantiert den Ring nichtmehr verlassen mit dem Ohrring an seinem Ohr, dafuer haette ein Wrestler wie Pesek gesorgt! Dann Wrestler die Jeans und T-Shirts tragen. Die sehen nicht wie Wrestler aus, sondern wie Typen die gerade aus der Bar kommen, um zum naechsten Motorhead Konzert zugehen. Dann das ende der Squash TV Matches, und das fehlen der Jobber. Das fehlen der Manager, das fehlen einer Pecking Order, die voellige uebertreibung von Comedy im Pro Wrestling, die ignorierung der Gewichtsklassen, die Signs in den Zuschauerreihen, das fehlen jeglicher logischen Handlung der meisten Wrestler, oder einfach nur ein niveau und anspruchsvolles Professional Wrestling Produkt, das nicht die intelligenz des Zuschauers beleidigt, und das nicht aus Japan kommt oder Gabe Sapolsky als Headbooker hat.
Ich koennte wahrscheinlich noch die naechsten 10 Seiten aufzaehlen was mir am Nord Amerikanischen Pro Wrestling nicht gefaellt, aber dann wuerde ich garnichtmehr fertig werden. Nun ich bin in dieser Kolumne zwischen vielen Themen hin und her gesprungen, aber es haengt alles am ende zusammen. Das war nicht nur die 312 Ausgabe meiner Kolumne, sondern auch die letzte. Bevor ich zum ende komme, moechte ich noch einigen Leuten danken. Natuerlich WWE, die Promotion die SO viel Material immer lieferte, speziell fuer solche Kolumnen hier. Dann geht ein dank auch an TNA, die laenger durchgehalten haben als diese Kolumne. Ernsthaft, ich denke das haetten nicht viele Leute vorausgesetzt. Dann ein dank an die Peoplesboard User, fuer ihr Lob, ihre Anregungen, Kritik und normale Kommentare. Natuerlich auch ein dank an die Leser meiner Kolumne ueber all die Jahre, die sich nie beschwaerten ueber meine Schreibfehler! Und am ende auch noch ein dank an Snowder, der Nef`s Voice ueber fuenf Jahre laufen lies ohne Zensur, trotz der kontroversen, und lahmen Witze. Take Care
Nefercheperur
