26.02.2008, 17:13
Mit reichlicher Verspätung kommt nun mein versprochener Review zur Dokumentation – „Die Käfigkämpfer“. Aber besser spät als nie soll nun das Motto dieser Ausgabe von Achse speaks lauten, zu der ich euch rechtherzlich begrüße. Wer meinen Preview zur Show verpasst hat oder das Interview mit dem Filmemacher Harold Wetzel, der sollte sich die beiden nun angeführten Links Anschauen, die Ihn auf die angesprochen Berichte weiterleiten wird.
Die Käfigkämpfer - Preview
Harald Woetzel - Interview
Eröffnet wird die ganze Doku mal gleich mit einem von Schnappers reichhaltigen Lebensweisheiten, die teilweise so undeutlich sind, dass Sie untertitelt werden müssen.
„Um den Krieg zu gewinnen, musst du selber zum Krieger werden. Egal wer es ist, in dem Moment musst du ihn kaputtmachen! Und was ich von euch vier sehe: ich würde mich nicht getrauen so zu kämpfen. Lieber würde ich aufrecht sterben. Wir haben noch drei Wochen, und nichts klappt, nichts. Hab ich meine ganze Zeit investiert für nichts?!“
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...U/full.jpg]
So lautet sein Eröffnungskommentar als er seine Schüler mal so richtig zusammenstaucht. Dann wird die Reportage eigentlich richtig begonnen und die Sprecherdame verweißt sogar kurz auf das Pankration. Es folgt nun die Vorstellung von „Schnapper“, der uns teilweise beweist dass sein massiger Körper sogar elegant Seilspringen kann.
Einen Eignungstest musste jeder überstehen, so wird uns nun verdeutlicht. Einer seiner Schützlinge soll sogar gesagt haben, er dachte er komme da nie lebend raus. Bei Schnapper klingt das dann so: „Ich Greif Sie schon an die Eier und zieh.“. Und spätestens hier bin ich schon mal ein Fan seiner Kommentare…
Wir begleiten nun seine vier Schützlinge in Vorbereitung auf Ihren ersten Käfigkampf und bis dahin haben wir von nun an ca. noch 6 Monate.
Einer seiner Schützlinge ist Nektarios, von Beruf ist er Kabelmonteur und bereits stolze 31 Jahre alt. Sein Background besteht aus Teak-Won-Doo und Judo. Stolze 2,02 Meter misst er. Christian, genannt Pio, ist der zweite im Bunde. Mediengestalter und Hobby Türsteher, der seit dem Training keinen Tropfen Alkohol mehr angefasst hat und seinen Jähzorn seit dem im Griff hat.
Der Türkische Burhan ist 26 Jahre alt und ist der dritte. Zu Hause hat er laut Kommentar Kopfnüsse bekommen, wenn er einen Dialekt redete, statt reines Hochdeutsch. Ganze 26 Jahre ist er alt und will dadurch seine Agrressionen loswerden. Beruf: Außendienstmitarbeiter, dem seine Kunden ein wenig auf den Sack gehen.
Wir besuchen Burhan seine ehemalige Schule, indem er gleich mal die Sitten von damals erklärt und seine Klopp-Arena dort vorstellte. Und nun erfahren wir, dass Burhans Familie noch gar nichts von seinem neusten Hobby weiß. Nun erklärt er es seinen Eltern und sein Vater sagt mal gleich, dass er dafür kein Verständnis aufbringen kann. Und innerlich warte ich ein wenig auf die angesprochenen Kopfnüsse, die aber ausbleiben.
Und oben sagte ich ja, es sind vier Schützlinge. Den letzten lernen wir mal gleich mit einem von Schnappers Kommentaren beim Box Sparring kennen: „Dem schlägst jetzt so doll auf die Nase, bis Ihm das Arschloch aufgeht.“. Und da haben wir Schnappers Kumpel/Freund Torsten, stolze 36 Jahre alt. Von Beruf her ist er Maurer und wie sagt die Nette Dame im Kommentar: Wem man liebt, den züchtigt man besonders. Beweis folgt sogleich, als Schnapper Ihn als Demonstrationsprodukt verwendet und dem komisch dastehenden Torsten mal gleich dreimal die Faust an die Wange haut, um den anderen was zu erklären.
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...h/full.jpg]
Und nun folgt die nächste große Lebensweisheit von Trainer Schnapper als er dem Zuschauer die Angst erklärt.
„Die Angst ist dein bester Freund, die wird mit dir geboren und die stirbt mit dir. Die Angst ist nen Instinkt. Ich denk die Angst gehört dazu. Manche lieben etwas und haben Angst es zu verlieren. MANCHE KAUFEN SICH ETWAS UND HABEN GLEICH WIEDER ANGST, DASS ES KAPUTT GEHT. Und so ist es beim Kämpfen“. OK Schnapper gut das Du uns das erklärt hast!
Und als nächstes erfahren wir, dass auch er für seinen letzten Fight trainiert, für sein allerletztes Mal im Käfig. Am liebsten so hören wir, gegen einen Weltmeister. Und wir erfahren ein bisschen was von Schnappers Vergangenheit. Wir sehen Fotos und erfahren, dass er bei Joe Louis, Royce Gracie und dem Kickboxer Bill Wallace trainiert hat. Vor tausenden Zuschauern soll er gekämpft haben und fast halbtot geschlagen worden ist. Die besagte ´Prügel in der Mitte des Käfigs´ Story wird ebenfalls kurz angesprochen.
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...a/full.jpg]
Wir Erfahren, dass er sich vor jedem Kampf zur Motivation die Dokumentation von Mark Kerr angeschaut hat und er erzählt uns von seinem letzten Fight drüben. Und wer kann dies besser erzählen als Schnapper selbst? Daher hier sein Wortlaut drüber:
„Ich dreh mich rum und sag: mach sofort die Tür auf… ich wollt raus… Ich hab am Handtuchzipfel gezogen, wollte selber das Handtuch werfen. Das war ein Mutant: 2,17 m, 198 kg, Hände wie 4 von uns. Der hat mich nur herumgeworfen, immer mit der flachen Hand. Ich bin gar nicht an den Prügel rangekommen. Mein Schädel war gebrochen, Auge hinten drin, Schulter ausgekugelt, Blutgerinsel, meine Knie waren fertig, Fuß und Zeh gebrochen. Dein Körper sagt ´Schluss!´, aber dann wirst du so böse, dass du sagst: Nein, lieber sterbe ich.“
Nun machen wir einen Riesensprung und sind nun nur noch 2 Monate vor dem Käfig - Debut und begleiten Torsten zum Tätowierer. Er will sich seine beiden Kinder auf die Brust tätowieren lassen um Sie immer mitzunehmen.
Und wieder sind wir danach beim Training, als Schnapper die Jungs nach diversen Fehlstellungen beim Sparring, mal Walzer tanzen lässt. „Und genauso wird gekämpft.“ Kommt es aus Schnappers Mund und ab jetzt hat man einen Ohrwurm, vor allem als man Ihn noch selbst beim Pirouetten Drehen erwischt. Wir erfahren dass er früher sogar Tänzer war.
Und nun machen wir einen Ausflug zu den „Mannheimer Jägern und Funkemariechen“, wo er seine Jungs tanzen lässt. Tanzen und Kämpfen sind laut Schnapper eins.
Aber wieder zurück ins Gym, wo das Training nun härter wird . Wir haben nur noch 30 Tage und da entdeckt Schnapper dass Torsten Nektarius falsche Ratschläge gegeben hat. Das wird mal gleich Lautstark bestraft. Er ist unzufrieden mit seinen Jungs. Und wieder folgt mal eine Ansprache die im Wortlaut 1:1 wieder gegeben werden muss.
„ Ich tret euch tot! Selbst ein Bub von 3 Jahren hat mehr Biss wie Ihr. Mit deinem falschen Jähzorn (Torsten, den er gerade mit den Pratzen für falsche Ratschläge verprügelt hat) kommst du genauso weit wie in einer Einbahnstrasse. Mit deiner Kondition (Burhahn) schaffst du nicht mal 15 Minuten durch ohne Pause, schäm dich (Dabei spuckt er vor Ihm auf die Füße)! Du (Christian), der gesagt hat, er zeigt es uns, bist noch nicht mal so weit dran. Jetzt will ich Argumente von euch!“
Es folgt Schnappers Leitspruch, den er seinen Schützlingen noch mal verinnerlicht: „ Nie mehr langt mich jemand an, niemals mehr verletzt mich jemand, egal in welcher Hinsicht. Und ein Kämpfer ist nicht nur einer, der Handschuhe trägt, ringt oder boxt – selbst ein Schachspieler ist ein Kämpfer, nur der kämpft mit dem Kopf. Aber eiserner Wille gehört dazu, Disziplin. Und ich sag euch was Ihr Speckfotz**: Ihr habt das nicht.“
Wir erfahren nun ein wenig was aus Schnappers Kindheit, als er auf der Strasse verprügelt wurde und zu Hause ging´s weiter vom Vater, weil er sich nicht gewehrt hat.
Und nun ist es soweit. Wir sind in Speyer, die Halle ausverkauft und Schnappers Mannen müssen gegen die Jungs vom Heidelberger Boxgymnasium ran, sowie gegen die Kämpfer von Freudenstadt aus einer Shidokan Schule.
Wir sehen kurz den Ringarzt der nun mit den Trainern die Sonderregeln für die Anfänger festlegt. Und bevor nun Burhan als erstes ran musst, gibt’s noch mal ne Schnapper Weißheit: „Jeder kann jemanden wehmachen, ob ich was Schlimmes zu ihm sag oder ob ich ihn eine Ohrfeig geb – Schmerz ist nen Schmerz. Aber diesen Mut zu beweisen, sich vor die Leute zu stellen wie so ein Zirkusaffe und da drin zu kämpfen, und andere sitzen draußen, kreischen und belustigen sich…. Die haben schon gewonnen die Jungs. Das Schlimme ist, die wissens bloß noch nicht.“
Burhan tritt gegen jemanden aus Heidelberg an, der ehrlich gesagt ca. 15 Kilo schwerer aussieht. Aber nicht durchtrainierter, sondern irgendwie Schwabelig. Burhan setzt Ihn mal gleich mit Combos zu und ein paar Mal gibt’s auch Leg Kicks von Ihm. Es folgen Knie zum Solarplexus des Gegners, aber der Heidelberger steht in geschlossener Doppeldeckung da und lässt dass Schlagwirrwarr auf Ihn einprasseln. Schnappers Schützling hat sich müde geschlagen und nach einigen Knien, in bester Wandy Art zum Kopf, geht der Referee dazwischen.
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...H/full.jpg]
Es folgt nun Torsten, der noch ein kurzes „Mach ihn kaputt!“ von Schnapper mit auf den Weg bekommt. Nach kurzem Schlagabtausch gehen beide in den Clinch über. Und Torsten nimmt seinen 10 Kilo leichteren Gegner in den Guillotine Choke, der sich schnell befreit und Sie ebenfalls ansetzt. Aber auch hier hält Sie nicht lang und beide gehen in den Stand über und clinchen weiter. Der 23 Jährige schafft gegen Torsten den Takedown und kommt in seinen Rücken wo er den Rear Naked Choke ansetzen kann. Schließlich muss er aufgeben und Schnappers zweiter Mann verliert.
Es folgt Christian, der gegen einen vom Boxgymnasium Heidelberg antritt und nachdem er mal gleich eine schwere Kombination schlucken muss, folgt ein wilder, ja fast blinder Schlagabtausch zwischen beiden Kontrahenten. Als Pio den Takedown versuchen will, passt er nicht auf und gerät in den Guillotine Choke aus dem er sich nicht mehr befreien kann und abklopft.
Und bevor nun Schnappers letzter Fighter, der über zwei Meter Große Nektarius antritt, hören wir noch einen kleinen Zwischenkommentar von Tom Schneider, dem Trainer vom Heidelberger Boxgymnasium.
„Es gibt keine Herausforderung mehr für Männer. Es gibt Sie einfach nicht. Es gibt paar hübsche Mädels und es gibt Arbeit. Aber das ist alles keine Herausforderung, das kann man alles kaufen. Man kann schicke Kleider kaufen, man kann schick draußen ausgehen, wenn man genug Geld hat. Aber das ist alles keine Herausforderung. Die Jungs wollen einfach beweisen, dass Sie was drauf haben.“.
Nektarius muss gleich mal gewaltig ein paar Fäuste nehmen und sieht schon nach 10 Sekunden wie der sichere Verlierer aus. Wie wild wird er von einer Seite des Rings zur anderen geprügelt und weiß sich nicht zu wehren. Nach dem der Heidelberger aber ausrutscht, ist seine Chance gekommen und er setzt gleich mal ein paar Fußstößen zum am Boden liegenden Gegner nach, der aber noch mal hochkommt. Aber sofort kann er ihn wieder auf den Boden schlagen und Ihm dort den Rest geben und so kann Schnapper doch noch einen Sieg einfahren.
An seine Jungs richtet Schnapper nach der Veranstaltung dann noch ein paar Sätze, die seinen Stolz belegen sollen, auch wenn nur einer von Ihnen den Käfig als Sieger verlassen hat.
„Ihr seid alle Gewinner, alles Schwänze, und hättet ihr das gemacht, was ich euch gesagt habe, hättet ihr trainiert, hättet ihr auch gewonnen. Es war eure Kondition. Aber Ihr habt alle eine Lektion mitgenommen: nie mehr langt mich jemand an. Und egal was jemals vorgefallen ist in deinem Leben, keiner kann euch das mehr nehmen. Menschen zu verletzen ist in dem Sport normal, und die das machen, die wollen es. Also macht euch nicht verrückt: Schmerzen gehören zum Leben – ob jemand stirbt, ihr euch die Finger einklemmt oder Durchfall habt und gleichzeitig Kotzt – es ist ein Schmerz, weil du nicht weißt, wo du hinfassen sollst. Aber Ihr wart gut, ich bin von keinem enttäuscht, egal wie er gekämpft hat: für mich wart ihr die Nummer eins. Und was habt Ihr zu sagen? Seid ihr zufrieden mit euch oder nicht? – Wir sind Gorillas!“
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...3/full.jpg]
Und damit findet die 30 Minütige Reportage von Harold Woetzel ein Ende…
Fazit:
Mir war klar, dass die Reportage in den Großteil der Foren zerrissen wird. Den Grund kann ich nicht wirklich verstehen. Ich glaube die meisten MMA Fans reagieren entweder zu dünnhäutig oder wollen zwangsweise ausdrücken, wie viel mehr Ahnung Sie doch haben, als die Filmemacher selbst oder deren Protagonisten.
Sie wollen anscheinend einen reinen Werbefilm für Ihren Sport, in denen es kein Blut gibt und die Brutalität nicht vorhanden ist. Aber das ist an der Realität weit vorbei. In Schnappers Gym geht’s zur Sache, keine Frage. Die Kommentare sind Hart und teilweise persönlich. Aber sind wir hier beim Häkelkurs? Sind wir hier in einem Debatierclub, oder hat Schnapper nicht vielmehr eine Verantwortung gegenüber seinen Schützlingen, die das erste Mal in den Käfig wollen und er Ihnen Ihre Fehler auch klar machen muss?!
Für mich ist die Dokumentation gut gelungen und wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann ist es die Länge der Reportage. Ich hätte gern mehr von Schnappers Lebensweißheiten gehört. Für mich das Highlight des ganzen Films. Auch mehr von den Trainingsinhalten hätte ich gern gesehen und eventuell. ein bisschen mehr Background zum Thema Free Fight. Das Potenzial für eine längere Dokumentation wäre da gewesen.
Aber schlecht oder gar Rufschädlich, wie es manche gerne sagen, war Sie definitiv nicht!
Wer die Dokumentation verpasst hat und der Review allein nicht reicht, der kann sich bei mir per PM melden um seine Lücke zu füllen….
Die Käfigkämpfer - Preview
Harald Woetzel - Interview
Eröffnet wird die ganze Doku mal gleich mit einem von Schnappers reichhaltigen Lebensweisheiten, die teilweise so undeutlich sind, dass Sie untertitelt werden müssen.
„Um den Krieg zu gewinnen, musst du selber zum Krieger werden. Egal wer es ist, in dem Moment musst du ihn kaputtmachen! Und was ich von euch vier sehe: ich würde mich nicht getrauen so zu kämpfen. Lieber würde ich aufrecht sterben. Wir haben noch drei Wochen, und nichts klappt, nichts. Hab ich meine ganze Zeit investiert für nichts?!“
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...U/full.jpg]
So lautet sein Eröffnungskommentar als er seine Schüler mal so richtig zusammenstaucht. Dann wird die Reportage eigentlich richtig begonnen und die Sprecherdame verweißt sogar kurz auf das Pankration. Es folgt nun die Vorstellung von „Schnapper“, der uns teilweise beweist dass sein massiger Körper sogar elegant Seilspringen kann.
Einen Eignungstest musste jeder überstehen, so wird uns nun verdeutlicht. Einer seiner Schützlinge soll sogar gesagt haben, er dachte er komme da nie lebend raus. Bei Schnapper klingt das dann so: „Ich Greif Sie schon an die Eier und zieh.“. Und spätestens hier bin ich schon mal ein Fan seiner Kommentare…
Wir begleiten nun seine vier Schützlinge in Vorbereitung auf Ihren ersten Käfigkampf und bis dahin haben wir von nun an ca. noch 6 Monate.
Einer seiner Schützlinge ist Nektarios, von Beruf ist er Kabelmonteur und bereits stolze 31 Jahre alt. Sein Background besteht aus Teak-Won-Doo und Judo. Stolze 2,02 Meter misst er. Christian, genannt Pio, ist der zweite im Bunde. Mediengestalter und Hobby Türsteher, der seit dem Training keinen Tropfen Alkohol mehr angefasst hat und seinen Jähzorn seit dem im Griff hat.
Der Türkische Burhan ist 26 Jahre alt und ist der dritte. Zu Hause hat er laut Kommentar Kopfnüsse bekommen, wenn er einen Dialekt redete, statt reines Hochdeutsch. Ganze 26 Jahre ist er alt und will dadurch seine Agrressionen loswerden. Beruf: Außendienstmitarbeiter, dem seine Kunden ein wenig auf den Sack gehen.
Wir besuchen Burhan seine ehemalige Schule, indem er gleich mal die Sitten von damals erklärt und seine Klopp-Arena dort vorstellte. Und nun erfahren wir, dass Burhans Familie noch gar nichts von seinem neusten Hobby weiß. Nun erklärt er es seinen Eltern und sein Vater sagt mal gleich, dass er dafür kein Verständnis aufbringen kann. Und innerlich warte ich ein wenig auf die angesprochenen Kopfnüsse, die aber ausbleiben.
Und oben sagte ich ja, es sind vier Schützlinge. Den letzten lernen wir mal gleich mit einem von Schnappers Kommentaren beim Box Sparring kennen: „Dem schlägst jetzt so doll auf die Nase, bis Ihm das Arschloch aufgeht.“. Und da haben wir Schnappers Kumpel/Freund Torsten, stolze 36 Jahre alt. Von Beruf her ist er Maurer und wie sagt die Nette Dame im Kommentar: Wem man liebt, den züchtigt man besonders. Beweis folgt sogleich, als Schnapper Ihn als Demonstrationsprodukt verwendet und dem komisch dastehenden Torsten mal gleich dreimal die Faust an die Wange haut, um den anderen was zu erklären.
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...h/full.jpg]
Und nun folgt die nächste große Lebensweisheit von Trainer Schnapper als er dem Zuschauer die Angst erklärt.
„Die Angst ist dein bester Freund, die wird mit dir geboren und die stirbt mit dir. Die Angst ist nen Instinkt. Ich denk die Angst gehört dazu. Manche lieben etwas und haben Angst es zu verlieren. MANCHE KAUFEN SICH ETWAS UND HABEN GLEICH WIEDER ANGST, DASS ES KAPUTT GEHT. Und so ist es beim Kämpfen“. OK Schnapper gut das Du uns das erklärt hast!
Und als nächstes erfahren wir, dass auch er für seinen letzten Fight trainiert, für sein allerletztes Mal im Käfig. Am liebsten so hören wir, gegen einen Weltmeister. Und wir erfahren ein bisschen was von Schnappers Vergangenheit. Wir sehen Fotos und erfahren, dass er bei Joe Louis, Royce Gracie und dem Kickboxer Bill Wallace trainiert hat. Vor tausenden Zuschauern soll er gekämpft haben und fast halbtot geschlagen worden ist. Die besagte ´Prügel in der Mitte des Käfigs´ Story wird ebenfalls kurz angesprochen.
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...a/full.jpg]
Wir Erfahren, dass er sich vor jedem Kampf zur Motivation die Dokumentation von Mark Kerr angeschaut hat und er erzählt uns von seinem letzten Fight drüben. Und wer kann dies besser erzählen als Schnapper selbst? Daher hier sein Wortlaut drüber:
„Ich dreh mich rum und sag: mach sofort die Tür auf… ich wollt raus… Ich hab am Handtuchzipfel gezogen, wollte selber das Handtuch werfen. Das war ein Mutant: 2,17 m, 198 kg, Hände wie 4 von uns. Der hat mich nur herumgeworfen, immer mit der flachen Hand. Ich bin gar nicht an den Prügel rangekommen. Mein Schädel war gebrochen, Auge hinten drin, Schulter ausgekugelt, Blutgerinsel, meine Knie waren fertig, Fuß und Zeh gebrochen. Dein Körper sagt ´Schluss!´, aber dann wirst du so böse, dass du sagst: Nein, lieber sterbe ich.“
Nun machen wir einen Riesensprung und sind nun nur noch 2 Monate vor dem Käfig - Debut und begleiten Torsten zum Tätowierer. Er will sich seine beiden Kinder auf die Brust tätowieren lassen um Sie immer mitzunehmen.
Und wieder sind wir danach beim Training, als Schnapper die Jungs nach diversen Fehlstellungen beim Sparring, mal Walzer tanzen lässt. „Und genauso wird gekämpft.“ Kommt es aus Schnappers Mund und ab jetzt hat man einen Ohrwurm, vor allem als man Ihn noch selbst beim Pirouetten Drehen erwischt. Wir erfahren dass er früher sogar Tänzer war.
Und nun machen wir einen Ausflug zu den „Mannheimer Jägern und Funkemariechen“, wo er seine Jungs tanzen lässt. Tanzen und Kämpfen sind laut Schnapper eins.
Aber wieder zurück ins Gym, wo das Training nun härter wird . Wir haben nur noch 30 Tage und da entdeckt Schnapper dass Torsten Nektarius falsche Ratschläge gegeben hat. Das wird mal gleich Lautstark bestraft. Er ist unzufrieden mit seinen Jungs. Und wieder folgt mal eine Ansprache die im Wortlaut 1:1 wieder gegeben werden muss.
„ Ich tret euch tot! Selbst ein Bub von 3 Jahren hat mehr Biss wie Ihr. Mit deinem falschen Jähzorn (Torsten, den er gerade mit den Pratzen für falsche Ratschläge verprügelt hat) kommst du genauso weit wie in einer Einbahnstrasse. Mit deiner Kondition (Burhahn) schaffst du nicht mal 15 Minuten durch ohne Pause, schäm dich (Dabei spuckt er vor Ihm auf die Füße)! Du (Christian), der gesagt hat, er zeigt es uns, bist noch nicht mal so weit dran. Jetzt will ich Argumente von euch!“
Es folgt Schnappers Leitspruch, den er seinen Schützlingen noch mal verinnerlicht: „ Nie mehr langt mich jemand an, niemals mehr verletzt mich jemand, egal in welcher Hinsicht. Und ein Kämpfer ist nicht nur einer, der Handschuhe trägt, ringt oder boxt – selbst ein Schachspieler ist ein Kämpfer, nur der kämpft mit dem Kopf. Aber eiserner Wille gehört dazu, Disziplin. Und ich sag euch was Ihr Speckfotz**: Ihr habt das nicht.“
Wir erfahren nun ein wenig was aus Schnappers Kindheit, als er auf der Strasse verprügelt wurde und zu Hause ging´s weiter vom Vater, weil er sich nicht gewehrt hat.
Und nun ist es soweit. Wir sind in Speyer, die Halle ausverkauft und Schnappers Mannen müssen gegen die Jungs vom Heidelberger Boxgymnasium ran, sowie gegen die Kämpfer von Freudenstadt aus einer Shidokan Schule.
Wir sehen kurz den Ringarzt der nun mit den Trainern die Sonderregeln für die Anfänger festlegt. Und bevor nun Burhan als erstes ran musst, gibt’s noch mal ne Schnapper Weißheit: „Jeder kann jemanden wehmachen, ob ich was Schlimmes zu ihm sag oder ob ich ihn eine Ohrfeig geb – Schmerz ist nen Schmerz. Aber diesen Mut zu beweisen, sich vor die Leute zu stellen wie so ein Zirkusaffe und da drin zu kämpfen, und andere sitzen draußen, kreischen und belustigen sich…. Die haben schon gewonnen die Jungs. Das Schlimme ist, die wissens bloß noch nicht.“
Burhan tritt gegen jemanden aus Heidelberg an, der ehrlich gesagt ca. 15 Kilo schwerer aussieht. Aber nicht durchtrainierter, sondern irgendwie Schwabelig. Burhan setzt Ihn mal gleich mit Combos zu und ein paar Mal gibt’s auch Leg Kicks von Ihm. Es folgen Knie zum Solarplexus des Gegners, aber der Heidelberger steht in geschlossener Doppeldeckung da und lässt dass Schlagwirrwarr auf Ihn einprasseln. Schnappers Schützling hat sich müde geschlagen und nach einigen Knien, in bester Wandy Art zum Kopf, geht der Referee dazwischen.
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...H/full.jpg]
Es folgt nun Torsten, der noch ein kurzes „Mach ihn kaputt!“ von Schnapper mit auf den Weg bekommt. Nach kurzem Schlagabtausch gehen beide in den Clinch über. Und Torsten nimmt seinen 10 Kilo leichteren Gegner in den Guillotine Choke, der sich schnell befreit und Sie ebenfalls ansetzt. Aber auch hier hält Sie nicht lang und beide gehen in den Stand über und clinchen weiter. Der 23 Jährige schafft gegen Torsten den Takedown und kommt in seinen Rücken wo er den Rear Naked Choke ansetzen kann. Schließlich muss er aufgeben und Schnappers zweiter Mann verliert.
Es folgt Christian, der gegen einen vom Boxgymnasium Heidelberg antritt und nachdem er mal gleich eine schwere Kombination schlucken muss, folgt ein wilder, ja fast blinder Schlagabtausch zwischen beiden Kontrahenten. Als Pio den Takedown versuchen will, passt er nicht auf und gerät in den Guillotine Choke aus dem er sich nicht mehr befreien kann und abklopft.
Und bevor nun Schnappers letzter Fighter, der über zwei Meter Große Nektarius antritt, hören wir noch einen kleinen Zwischenkommentar von Tom Schneider, dem Trainer vom Heidelberger Boxgymnasium.
„Es gibt keine Herausforderung mehr für Männer. Es gibt Sie einfach nicht. Es gibt paar hübsche Mädels und es gibt Arbeit. Aber das ist alles keine Herausforderung, das kann man alles kaufen. Man kann schicke Kleider kaufen, man kann schick draußen ausgehen, wenn man genug Geld hat. Aber das ist alles keine Herausforderung. Die Jungs wollen einfach beweisen, dass Sie was drauf haben.“.
Nektarius muss gleich mal gewaltig ein paar Fäuste nehmen und sieht schon nach 10 Sekunden wie der sichere Verlierer aus. Wie wild wird er von einer Seite des Rings zur anderen geprügelt und weiß sich nicht zu wehren. Nach dem der Heidelberger aber ausrutscht, ist seine Chance gekommen und er setzt gleich mal ein paar Fußstößen zum am Boden liegenden Gegner nach, der aber noch mal hochkommt. Aber sofort kann er ihn wieder auf den Boden schlagen und Ihm dort den Rest geben und so kann Schnapper doch noch einen Sieg einfahren.
An seine Jungs richtet Schnapper nach der Veranstaltung dann noch ein paar Sätze, die seinen Stolz belegen sollen, auch wenn nur einer von Ihnen den Käfig als Sieger verlassen hat.
„Ihr seid alle Gewinner, alles Schwänze, und hättet ihr das gemacht, was ich euch gesagt habe, hättet ihr trainiert, hättet ihr auch gewonnen. Es war eure Kondition. Aber Ihr habt alle eine Lektion mitgenommen: nie mehr langt mich jemand an. Und egal was jemals vorgefallen ist in deinem Leben, keiner kann euch das mehr nehmen. Menschen zu verletzen ist in dem Sport normal, und die das machen, die wollen es. Also macht euch nicht verrückt: Schmerzen gehören zum Leben – ob jemand stirbt, ihr euch die Finger einklemmt oder Durchfall habt und gleichzeitig Kotzt – es ist ein Schmerz, weil du nicht weißt, wo du hinfassen sollst. Aber Ihr wart gut, ich bin von keinem enttäuscht, egal wie er gekämpft hat: für mich wart ihr die Nummer eins. Und was habt Ihr zu sagen? Seid ihr zufrieden mit euch oder nicht? – Wir sind Gorillas!“
[Bild: http://www.hochladen.info/images/upload5...3/full.jpg]
Und damit findet die 30 Minütige Reportage von Harold Woetzel ein Ende…
Fazit:
Mir war klar, dass die Reportage in den Großteil der Foren zerrissen wird. Den Grund kann ich nicht wirklich verstehen. Ich glaube die meisten MMA Fans reagieren entweder zu dünnhäutig oder wollen zwangsweise ausdrücken, wie viel mehr Ahnung Sie doch haben, als die Filmemacher selbst oder deren Protagonisten.
Sie wollen anscheinend einen reinen Werbefilm für Ihren Sport, in denen es kein Blut gibt und die Brutalität nicht vorhanden ist. Aber das ist an der Realität weit vorbei. In Schnappers Gym geht’s zur Sache, keine Frage. Die Kommentare sind Hart und teilweise persönlich. Aber sind wir hier beim Häkelkurs? Sind wir hier in einem Debatierclub, oder hat Schnapper nicht vielmehr eine Verantwortung gegenüber seinen Schützlingen, die das erste Mal in den Käfig wollen und er Ihnen Ihre Fehler auch klar machen muss?!
Für mich ist die Dokumentation gut gelungen und wenn ich etwas zu bemängeln habe, dann ist es die Länge der Reportage. Ich hätte gern mehr von Schnappers Lebensweißheiten gehört. Für mich das Highlight des ganzen Films. Auch mehr von den Trainingsinhalten hätte ich gern gesehen und eventuell. ein bisschen mehr Background zum Thema Free Fight. Das Potenzial für eine längere Dokumentation wäre da gewesen.
Aber schlecht oder gar Rufschädlich, wie es manche gerne sagen, war Sie definitiv nicht!
Wer die Dokumentation verpasst hat und der Review allein nicht reicht, der kann sich bei mir per PM melden um seine Lücke zu füllen….
