01.07.2008, 21:00
Am nächsten Tag stand Kevin Rabbit, wie üblich, um kurz nach 6 auf. Seine Kaffeemaschine war zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Kaffeekochen fertig, hatte sie doch glücklicher Weise einen Timer. So begann Kevin seinen Tag wie immer mit einer Zigarette und einer Tasse Kaffee. Das verdammte Rauchen hatte er sich während der Ausbildung angeeignet, irgendwann aufgegeben und erst vor Kurzem im Zivildienst wieder angefangen. Jeden Tag wollte er sich selbst dafür ohrfeigen. Doch hatte er auch gerade mit dem Joggen wieder angefangen. Er wollte dazu in der Lage sein, nicht nur seiner (hoffentlich) zukünftigen Mannschaft zu sagen, sie sollten zur Erwärmung zehn Runden um den Platz laufen, sondern wollte auch selber mitlaufen können, einfach nur um den Jungs das Gefühl zu geben, dass ihr Trainer nicht nur Reden halten konnte. Nur gab es da, wie er sich im nächsten Moment in Erinnerung rief, ein Problem: Er hatte noch keine Mannschaft. Und 8 Tage vor Saisonbeginn sanken die Chancen auch rapide überhaupt noch eine zu finden.
Kopfschüttelnd über seinen inneren Zwist zog er sich seine Sportklamotten und Laufschuhe an. Auf der einen Seite konnte er regelrecht hören, wie die (noch) Gesichts- und Namenlosen Spieler sich beklagten, wenn er ihnen sagte, dass wieder mal ein harter Konditionstag anstand, andererseits sagte er sich im selben Moment, es werde eh nicht dazu kommen. Doch noch hatte er die Hoffnung nicht vollends aufgegeben. So lief er an diesem wunderschönen, sommerlichen Morgen, mit angenehmen 18 Grad um 6:30Uhr früh, seine übliche Strecke, entlang der Landsberger Allee, der Hauptverkehrsstrecke seines Bezirkes Marzahn, vorbei am historischen Alt-Marzahn und bog in den Erholungspark ein, wo er immer wieder die gleichen Gesichter von anderen Frühsportfanatikern sah. Man nickte sich zu, lief ein paar hundert Meter zusammen, fragte, wie es dem anderen ging… Er freute sich jeden Tag aufs Neue, dass Marzahn noch immer einer der grünsten und, trotz aller Vorurteile, freundlichsten Bezirke Berlins war.
Als er wieder zurück in seiner Wohnung, nun eigentlich der Wohnung seiner Eltern, war begab er sich unter die Dusche und genoss ein paar angenehme Wechsel von Warm und Kalt, die allerdings nicht beabsichtigt waren und an einem Fehler der Mischbatterie lagen. Er war gerade dabei sich abzutrocknen, da klingelte das Telefon. Er hastete noch klitschnass aus dem Bad, rutschte beinahe auf den Fliesen aus, erreichte das Telefon aber gerade noch, bevor sich der Anrufbeantworter zuschalten konnte.
Rabbit: Ja Bitte!?
Anrufer: Maul…
Rabbit: Ähm, wie bitte?
Anrufer: Nun lassen Sie mich doch bitte ausreden. Maul ist mein Name.
Rabbit: Hallo, Herr Maul, was kann ich für Sie tun?
Maul: Nun, ich habe ihre Profilseite beim BDFL gelesen und bin durchaus interessiert an Ihnen. Wissen Sie, es hat da ein paar Probleme gegeben. Kompetenzgerangel zwischen Trainer und Manager, der halbe Vorstand zurückgetreten und nun brauchen wir einen neuen Trainer und einen neuen Manager und da Sie ein junger Trainer, mit gutem Abschluss sind und dazu noch eine kaufmännische Ausbildung haben, dachte wir Sie könnten beide Positionen übernehmen. Ich meine, wir haben ja nichts mehr zu verlieren und in der kurzen Zeit noch zwei fähige Leute anzuwerben dürfte wirklich schwer werden.
Rabbit: Halt mal, was soll das eigentlich heißen? Nichts zu verlieren? Die Betonung von fähig?
Maul: Nun Herr ähm Rabbit, es ist ja kaum bestreitbar, dass Sie ein unbeschriebenes Blatt sind und ein toller Abschluss bei der Fußball-Lehrer Ausbildung macht Sie noch lange nicht zum Top-Mann. Noch dazu gehen wir natürlich ein gewisses Risiko ein, einen so unbekannten Mann zu verpflichten. Verstehen Sie? Oder glauben Sie, Uli Hoeneß ruft morgen an und fragt, ob Sie die Bayern trainieren wollen? Sie müssen schon klein anfangen.
Ein verächtliches Schnauben war von Rabbit zu hören. Die Bayern würde er auch gar nicht trainieren wollen, aber das sagte er nicht, denn es würde unprofessionell und arrogant klingen. Er dachte während des ganzen Gespräches nach, ob ihm der Name „Maul“ etwas sagen sollte. Aber ohne Vornamen war das ausgeschlossen und auch eine Googlesuche blieb selbstverständlich erfolglos (sein Rechner war immer an und so konnte er während des Gespräches „googeln“). Er fasste sich ein Herz und fragte, auch auf die Gefahr hin unwissend zu klingen und es sich mit seinem Anrufer zu verscherzen, nach.
Rabbit: Ich verstehe schon, was Sie meinen Herr Maul. Aber nun verzeihen sie doch bitte die doofe Frage: Von welchem Verein reden wir eigentlich?
Zu Rabbit’s Überraschung gab es ein heiteres Lachen am anderen Ende der Leitung…
Kopfschüttelnd über seinen inneren Zwist zog er sich seine Sportklamotten und Laufschuhe an. Auf der einen Seite konnte er regelrecht hören, wie die (noch) Gesichts- und Namenlosen Spieler sich beklagten, wenn er ihnen sagte, dass wieder mal ein harter Konditionstag anstand, andererseits sagte er sich im selben Moment, es werde eh nicht dazu kommen. Doch noch hatte er die Hoffnung nicht vollends aufgegeben. So lief er an diesem wunderschönen, sommerlichen Morgen, mit angenehmen 18 Grad um 6:30Uhr früh, seine übliche Strecke, entlang der Landsberger Allee, der Hauptverkehrsstrecke seines Bezirkes Marzahn, vorbei am historischen Alt-Marzahn und bog in den Erholungspark ein, wo er immer wieder die gleichen Gesichter von anderen Frühsportfanatikern sah. Man nickte sich zu, lief ein paar hundert Meter zusammen, fragte, wie es dem anderen ging… Er freute sich jeden Tag aufs Neue, dass Marzahn noch immer einer der grünsten und, trotz aller Vorurteile, freundlichsten Bezirke Berlins war.
Als er wieder zurück in seiner Wohnung, nun eigentlich der Wohnung seiner Eltern, war begab er sich unter die Dusche und genoss ein paar angenehme Wechsel von Warm und Kalt, die allerdings nicht beabsichtigt waren und an einem Fehler der Mischbatterie lagen. Er war gerade dabei sich abzutrocknen, da klingelte das Telefon. Er hastete noch klitschnass aus dem Bad, rutschte beinahe auf den Fliesen aus, erreichte das Telefon aber gerade noch, bevor sich der Anrufbeantworter zuschalten konnte.
Rabbit: Ja Bitte!?
Anrufer: Maul…
Rabbit: Ähm, wie bitte?
Anrufer: Nun lassen Sie mich doch bitte ausreden. Maul ist mein Name.
Rabbit: Hallo, Herr Maul, was kann ich für Sie tun?
Maul: Nun, ich habe ihre Profilseite beim BDFL gelesen und bin durchaus interessiert an Ihnen. Wissen Sie, es hat da ein paar Probleme gegeben. Kompetenzgerangel zwischen Trainer und Manager, der halbe Vorstand zurückgetreten und nun brauchen wir einen neuen Trainer und einen neuen Manager und da Sie ein junger Trainer, mit gutem Abschluss sind und dazu noch eine kaufmännische Ausbildung haben, dachte wir Sie könnten beide Positionen übernehmen. Ich meine, wir haben ja nichts mehr zu verlieren und in der kurzen Zeit noch zwei fähige Leute anzuwerben dürfte wirklich schwer werden.
Rabbit: Halt mal, was soll das eigentlich heißen? Nichts zu verlieren? Die Betonung von fähig?
Maul: Nun Herr ähm Rabbit, es ist ja kaum bestreitbar, dass Sie ein unbeschriebenes Blatt sind und ein toller Abschluss bei der Fußball-Lehrer Ausbildung macht Sie noch lange nicht zum Top-Mann. Noch dazu gehen wir natürlich ein gewisses Risiko ein, einen so unbekannten Mann zu verpflichten. Verstehen Sie? Oder glauben Sie, Uli Hoeneß ruft morgen an und fragt, ob Sie die Bayern trainieren wollen? Sie müssen schon klein anfangen.
Ein verächtliches Schnauben war von Rabbit zu hören. Die Bayern würde er auch gar nicht trainieren wollen, aber das sagte er nicht, denn es würde unprofessionell und arrogant klingen. Er dachte während des ganzen Gespräches nach, ob ihm der Name „Maul“ etwas sagen sollte. Aber ohne Vornamen war das ausgeschlossen und auch eine Googlesuche blieb selbstverständlich erfolglos (sein Rechner war immer an und so konnte er während des Gespräches „googeln“). Er fasste sich ein Herz und fragte, auch auf die Gefahr hin unwissend zu klingen und es sich mit seinem Anrufer zu verscherzen, nach.
Rabbit: Ich verstehe schon, was Sie meinen Herr Maul. Aber nun verzeihen sie doch bitte die doofe Frage: Von welchem Verein reden wir eigentlich?
Zu Rabbit’s Überraschung gab es ein heiteres Lachen am anderen Ende der Leitung…
