11.03.2009, 21:06
Zitat:Tim K. war kein aggressiver Schüler
Auch Marcel Babel hat ab und an bei Tim K. zu Hause Poker gespielt. Oft besuchten ihn ein Dutzend Jugendlicher und mehr. Es hatte sich rumgesprochen, dass der Spross einer wohlhabenden Unternehmerfamilie einen großen Partykeller im Haus seiner Eltern hat. Er empfing sie gerne. Sie tranken Bier, rauchten, schauten fern. Sein Vater versorgte die Jugendlichen mit Häppchen, die die Mutter zubereitete. Tim K. galt als umgänglich, nett, weder aggressiv noch introvertiert. Mit seiner Waffensammlung protzte er nie. "Jede Menge Softball-Gewehre" hat Marcel Buben bei ihm im Zimmer gesehen. Holte ein Jugendlicher mal eins raus, raunte ihn Tim K. an: "Leg das wieder zurück und bleib aus meinem Zimmer draußen!" Er spielte gerne Counter-Strike, aber die Parallelwelt der Gewaltspiele löste nicht sein richtiges Leben ab. Er machte vor einem Jahr seinen Abschluss mit Belobigung. "Ein Einser- und Zweier-Schüler", erinnert sich Marcel Babel und schüttelt den Kopf, unsicher, ob ihm auch noch so viele SMS und Emails von Mitschülern das Verbrechen von Tim K. erklären können.
Auch die Wirtin der Gaststätte vom Schützenverein Leutenbach, in dem Tim Gs. Vater Mitglied ist, konnte keine besondere Aggressivität an Tim K. ausmachen. Im Gegenteil: Sanft sei er gewesen und liebevoll im Umgang mit seinem Vater. Von der Waffensammlung des Vaters hat sie gehört: "Kurz- und Langkaliber, auch ne Magnum". Vater und Sohn seien "so alle Vierteljahr mal gekommen". Tim schoss aber nicht selber. "Er sollte die Firma übernehmen und machte deshalb eine Ausbildung als Mechaniker." Tim K. entschied sich aber anders. Er raubte einem Autofahrer den Wagen und fuhr ins vierzig Kilometer entfernte Wendlingen am Necker. In einem Autohaus tötete er noch zwei Passanten und erschoss sich dann selbst.
Stern
Zitat:Insgesamt mehr als 50 Kugeln soll Tim K. abgefeuert haben, mit einer der 15 Waffen seines Vaters, die dieser laut Michelfelder im Schlafzimmer und nicht im Tresor aufbewahrt hatte. Der Vater ist im Schützenverein, der Waffenbesitz ist legal. Die Munition war den Ermittlern zufolge im Haus nicht weggeschlossen.
Zitat:Auffällig ist für die Ermittler, dass die meisten Opfer in der Schule weiblich sind - sieben Schülerinnen und drei Lehrerinnen. Rech: "Ich will daraus aber noch nichts ableiten." Eventuell hänge dies mit der Raumsituation zusammen. Allerdings habe der Täter seine Opfer vor allem durch Schüsse in den Kopf getötet - dies zeige, dass er nicht wahllos um sich gefeuert habe.
Spiegel
Ich wollte mich eigentlich nicht zu dem Thema äußern, bevor nicht alle Fakten auf den Tisch sind. Aber wenn die Ausschnitte stimmen, die ich gepostet habe, muß man sich erstmal fragen wieso man 18 Waffen im Haus lagern muß und wie so ein Mensch zu solch eine Tat fähig sein kann.
Er kam aus einem reichen Elternhaus, hat einen guten Abschluß und dann so zu explodieren.
Bei Steinhäuser war es damals schnell klar, aber hier passt das Schema irgendwie nicht.
