30.04.2009, 09:22
Teil 7: Vincent James McMahon - Aufstieg von Capitol Wrestling
Die 50er Jahre neigten sich dem Ende zu. Sie waren durchweg eine Spanne des Aufstiegs und Falls. Sensationslust, Spannungsmomente, Nervenkitzel und die Gier nach Geld bestimmten das Profigeschäft. Doch Mitte des 20. Jh. lies sich das weit besser vermarkten, als noch 50 Jahre zuvor. Die 60er Jahre brachen an. Eine Zeit wo die WWWF entstand und mit ihr ein Superstar, der lange an der Spitze stehen sollte, Bruno Sammartino.
In den 60er Jahren verstärken sich die Probleme zwischen den Ost- und Midwestpromotern. An der Westküste bricht ein Promotionkrieg aus und im Osten wird die WWWF gegründet. Muchnick versuchte die Ausbreitung dieser Promotion zu verhindern. Doch Muchnicks Allianz bröckelte seit dem Chicago Desaster. Als McMahon auch noch den Champion der Alliance, Buddy Rogers, auf seine Seite zog, beginnt eine neue Ära im Wrestling. Aus dem Nordosten wird nach und nach das stärkste Territorium. Die NWA konnte noch entgegensteuern. Zwar verlor sie einige Mitglieder, brach aber nicht komplett auseinander. Vielmehr stellte sich ab 1963 das Szenario der "Big Three" (NWA, WWWF, AWA) ein. Thesz, O'Connor und Rogers dominierten die Szene noch bis in die erste Hälfte der 60er Jahre. Im Verlauf dieser Dekade glänzten Bruno Sammartino, Verne Gagne, Bobo Brazil, Spiros Arion, Killer Kowalski, Gorilla Monsoon und der 600 Pfund schwere Haystacks Calhoun als Superstars. All diese Superstars kamen vor allem durch Vincent James McMahon ins Fernsehen und begründeten so ihren Ruhm. Teil 7 erzählt von den Anfängen des McMahon Imperiums.
Im Sommer 1947 reiste ein junger, schlanker und groß gewachsener Mann namens Vincent James McMahon von New York nach Washington D.C.. Er war Konzertpromoter und seit den 30er Jahren in Wrestling-Shows seines Vaters Jess McMahon involviert. Washington D.C. erlebte seit 1928 eine wöchentliche Wrestling-Show im alten Auditorium. 1936 öffnete hier Promoter William "Joe" Turner, ein ehemaliger World Middleweight Champion, die nach ihm benannte Turner Arena. Am 18.02.1947 starb Joe Turner. Die Promoterrechte gingen an seine Frau Florence Turner und Matchmaker Gabe Menendez über. Das Menendez-Territorium schien für McMahon interessant zu sein. Vorerst blieb er jedoch Konzertpromoter. Einen ersten Schritt, hin zum erfolgreichen Wrestlingpromoter, legte McMahon am 03.12.1948 als er Manager in Turners Arena wurde. Die bisherigen Shows brachten für Menendez eine relativ gute wöchentliche Einnahme. Neben Konzerten sah McMahon offenbar auch im Wrestling Verdienstmöglichkeiten. Eine weitere wichtige Entwicklung bahnte sich 1952 an: Zusammen mit New York Promoter Joseph Mondt gründete Vincent die "Capitol Wrestling Corporation (CWC)". Aller Anfang ist schwer und so dauerte es noch mehrere Jahre, ehe McMahon zum landesweit stärksten Promoter aufstieg. Mondt knüpfte Kontakte zu anderen Promotern. Daraufhin traten William Gilzenberg, Philip Zacko und Johnny Doyle der CWC bei. Dieses Triumvirat war entscheidend am Erfolg von McMahon beteiligt. Zuerst musste Vincent aber den Markt in Washington D.C. erobern.
Am 18.12.1952 schließlich kaufte er die Promoterrechte der Turner Arena für 60.000 Dollar und stürzte damit das Menendez-Territorium Washington D.C.. Eine erste Wrestling-Show am 07.01.1953 wurde mit den Wrestlern Primo Carnera, Lu Kim, the Golden Terror und the Zebra Kid veranstaltet. Bald vergrößerte sich McMahons Kader. Die Promoter Joseph Mondt, Jack Pfefer und Fred Kohler schickten: Antonino Rocca, Killer Kowalski, Gorgeous George, Gene Stanlee, Hans Schmidt und Verne Gagne. Was 1953 startete konnte man dann ab 1955 im Washingtoner Lokal-Fernsehsender bewundern. McMahons wöchentliche Show hatte erstmals einen lokalen Sendeplatz. Eine Fernsehrevolution begann, als Chicago Promoter Fred Kohler seine Shows aus der Marigold Arena im DuMont-Network ausstrahlte. Kohlers Sendung erreichte 65 Städte. Bisher war McMahon nur in Washington zu sehen. Aber nachdem die Turner Arena im Dezember 1955 in Capitol Arena umbenannt wurde, kam eine erste DuMont Network Ausstrahlung am 05.01.1956. Gunther Brewery sponserte die Veranstaltung. Ab jetzt hielten McMahons Sendungen schrittweise in Boston, Buffalo, St. Louis, Chicago und New York Einzug. Das erste Zugpferd hatte er bereits auch schon gefunden - Antonino Rocca. Mondt, McMahon, Gilzenberg, Zacko und Doyle bildeten das Team der Capitol Board Directors. Sie hielten fest zusammen. Es war ihre starke Präsenz an Amerikas Ostküste, welche den Aufstieg der CWC verursachte.
1957 öffnete das CWC Booking Office Washington D.C. unter McMahon, Zacko und Doyle. Letzterer wurde zum CWC Vize-Präsidenten gewählt. Aber schon Ende 1957 (nachdem kontroversen Thesz-Carpentier Match) brach die Verbindung mit Doyle auseinander. Doyle wechselte von Washington nach Boston und nahm Edouard Carpentier unter sein Management. Doyle arbeitete jetzt mit rivalisierenden Promotern zusammen. Passte also nicht mehr ins CWC Schemata. 1953 trat die CWC der NWA bei. In den kommenden Jahren, bis zur Formierung der WWWF 1963, konnte sich McMahon im Nordosten immer weiter ausbreiten. Begünstigt wurde dies durch seine Fernsehpräsenz. Der Markt in Washington war aber zu klein. Schrittweise erfolgte nun der Ausbau Richtung New York. Die New Yorker Box- und Wrestlingszene befand sich im stetigen Auf- und Abwärtstrend. Zwar gelang es Mondt mit Rudy Miller und Henry Steinborn ein Manhattan Booking Office zu steuern, den Madison Square Garden hatte man aber noch nicht erobern können. Mondt, Miller und Steinborn verkauften das Manhattan Booking Office 1952 an Promoter Ignacio Martinez für rund 100.000 Dollar.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Anton...ca%202.jpg]
Antonino Rocca
Nach Kriegsende herrschte im MSG immer noch das 1939 eingeführte Verbot von Wrestlingveranstaltungen jeglicher Art. Mondt und Lizenzinhaber William „Bill“ Johnston initierten eine Rückkehr: Am 22.02.1949 waren dann Gorgeous George und Ernie Dusek die Teilnehmer der ersten Wrestling-Show im MSG seit März 1938. Mondts erster Versuch scheiterte in punkto Einnahmen, da nur 4197 Zuschauer kamen. Zu wenig für den riesigen MSG, wo annähernd 20000 Menschen Platz fanden. Er unternahm einen zweiten Versuch am 12.12.1949. Diesmal schickte Mondt zwei seiner etlichen Schützling, Antonino Rocca und Primo Carnera, ins Rennen. Und prompt erschienen ganze 17854 zuschauer. Rocca wurde ohnehin allmählich zum beliebtesten Wrestler in New York. Rund 50.000 Dollar spielte die Show ein. Rocca besiegte Gene Stanlee und Carnera bezwang the Green Hornet. Rückschläge gab es aber weiterhin. Erst McMahon erreichte größere Erfolge im MSG. Auch konnte er einige Zuschauerrekorde brechen. Mondt bemerkte McMahons Erfolge in Washington und orderte ihn zusehends zurück nach New York. Die Washingtoner Shows brachten noch nicht den erhofften Durchbruch. Man wollte nahezu im gesamten Nordosten zu sehen sein. Das MSG Booking Office steuerten bislang Charley Johnston, Walter Smallshaw („Walter Johnston“) und Kola Kwariani.
Am 21.06.1956 erschienen McMahons Shows aus Washington erstmals in New York auf der Fernsehbildfläche. Mondt und McMahon rückten noch enger aneinander. Beide promoteten ihre ersten gemeinsamen Veranstaltungen. Bald verbuchte der MSG hohe Zuschauerkulissen. Im MSG sind in den 50er Jahren die unterschiedlichsten Gruppen gegeneinander angetreten. Viele haben versucht eine eigene Show auf die Beine zu stellen. Den weitaus größten Erfolg hatte aber McMahon. Am 26.11.1956 war es dann soweit: McMahon und Mondt veranstalteten ihre erste gemeinsame Show im MSG mit dem Main Event Antonino Rocca gegen Dick "the Bruiser" Afflis. Damit stürzte McMahon das wichtige New Yorker Territorium von jeglicher Konkurrenz. Eine zweite Show am 04.02.1957 brach schon einen Zuschauerrekord. 19300 Menschen sahen das Tag Team Match Rocca/Gagne vs. Karl Von Hess/Hans Schmidt. Das Team Rocca/Gagne siegte. Seit 25 Jahren hatte der MSG nicht mehr so viele Zuschauer gesehen. Den Hauptkampf Rocca-Schmidt am 11.03. sahen 19995 Zuschauer. Mit 20125 Zuschauern wurde schließlich am 30.03.1957 erneut ein Rekord gebrochen. Rocca und Miguel Perez besiegten Don Stevens und Wildman Fargo. Das Spiel Gut (Rocca/Perez) gegen Böse (Schmidt/Von Hess) begeisterte die Massen. Rocca ist der beliebteste Mann in New York - und das noch weit vor NWA World Champion Lou Thesz. Thesz versuchte zwar mit einigen wenigen Auftritten zu punkten, aber Rocca hatte eindeutig die Mehrzahl der Fans hinter sich.
Das CWC Territorium (Washington D.C.-New York-New Yersey) konnte sich in den 60er Jahren bis nach Boston, Pittsburgh, Philadelphia und Baltimore ausbreiten. Boston war ein durchaus wichtiges Revier, da Promoter Paul Bowser hier bisher jegliche Konkurrenz verdrängte. An Bowsers Macht ließ sich erst nach dessen Tod rütteln. Die CWC eroberte Schritt für Schritt Pennsylvania und Maryland. Eine Schlüsselfigur war Philip "Phil" Zacko. Er hatte beste Kontakte in diese beiden Bundesstaaten. Mondt schien seine ehemaligen Mitstreiter alle zu "überleben". Es war Mondt der 1960 erreichte, dass die CWC Shows in Pittsburgh Einzug hielten. McMahon und Zacko steuerten das CWC Booking Office Washington D.C.. Bis Ende 1957 war noch Matchmaker Johnny Doyle involviert. Von hier aus griff man auf die benachbarten Territorien zu. Den WWWF Hauptsitz verlagerte man später in Gilzenbergs Revier nach Newark (New Yersey).
Antonino Rocca war noch zu Beginn der 60er Jahre der beliebteste Wrestler im MSG. McMahon setzte große Stücke auf ihn. Das konnte kaum verwundern, zumal Rocca der erste Superstar war, den McMahon oft unterstützte. Als Heel hätte man Rocca nie richtig einsetzen können. Die Zuschauer in New York wollten sehen, wie die Heels besiegt wurden. Gegen die Popularität der Tag Team Champions Rocca und Miguel Perez waren die Wrestler aus Muchnicks Lager chancenlos. Zudem sind sie längst als gute Wrestler verkauft worden. Was Thesz nie erreichte, schaffte dann Rogers. Im MSG zogen McMahons Shows mit Rogers in Scharen die Zuschauer an. In St. Louis registrierte man das. Muchnick witterte die Chance, den Markt in New York zu übernehmen. Davon war die NWA aber meilenweit entfernt. Auch die CWC erkannte rechtzeitig, wie gut sich Rogers verkaufen lies. Er war bereits zum stärksten Zugpferd des Landes angewachsen. Und das - man höre und staune - als Topheel. Auch der amtierende NWA World Champion Pat O'Connor konnte dem nicht entgegensteuern.
Rogers übte so einen starken Einfluss aus, dass er Rocca von der Superstar Position verdrängte. Die NWA unternahm mittlerweile den Versuch, ihn als Aushängeschild des Pro-Wrestlings zu etablieren. Muchnick und McMahon zogen quasi an einem Strang: Derjenige mit dem längeren Hebel würde kurzum die Szene der USA beherrschen. McMahon hatte den längeren Hebel, obwohl er das Machtpotenzial der alten NWA Zentrale offensichtlich unterschätzte. Er war zudem schon der stärkste Promoter des Landes geworden. Das Geschehen verlagerte sich von New York nach Chicago. Am 30.06.1961 kam es zum berühmten Showdown, bei dem O´Connor den NWA World Title an Rogers verlor. Dieses Match im Comiskey Park in Chicago bestaunten 38622 Zuschauer. O'Connor war schlichtweg zum falschen Zeitpunkt auf dem Thron des Champions. Die Massen zog längst Rogers. Da die Allianz seit dem Bruch mit der AWA zunehmend Mitglieder verlor, versuchte Muchnick den drohenden Machtverlust zu verhindern. Und ein neuer zugkräftiger World Champion schien da hoffnungsvoller zu sein, vor allem für den so wichtigen Markt in New York.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Vince...cMahon.jpg]
Vincent James McMahon
O'Connors Titelwechsel war jedoch enorm umstritten. Selbst Thesz kritisierte diese Entscheidung des NWA Präsidenten Muchnick. McMahon kontrollierte fast alle Auftritte von Rogers. Damit schien klar zu sein, dass der neue Champion der Alliance ausschließlich für Capitol Wrestling arbeiten sollte. Das ist auch die große Befürchtung der verbliebenen NWA Promoter gewesen. Die Kritik gegen Muchnick wurde stärker. Dieser hoffte noch immer darauf, dass der Allianz Champion in New York aufstieg. Das geschah auch, jedoch nur zu Gunsten der CWC. Die NWA hatte im MSG bekanntermaßen Probleme mit den Zuschauerzahlen. Ein vermehrter Einsatz des NWA Champions in New York schien lukrativ zu sein. Die Befürchtungen der NWA Promoter erwiesen sich als begründet. McMahon zog Rogers mehr und mehr auf seine Seite. Die CWC wurde dadurch noch stärker. Rogers war längst zum festen Aushängeschild für McMahon angewachsen. Zwar versuchte St. Louis diese Entwicklung zu bremsen, verhindern konnte man diesen Zustand nicht mehr. Alle Promoter des Landes bekamen erhebliche Probleme mit dem Einsatzort des Champions. Der proppe Terminplan Rogers’ sah die meisten Shows für McMahons Revier vor. Aufgrund von verstärkten Herzproblemen, konnte man ihn aber nicht mal mehr für kurze Auftritte in anderen Promotions einsetzen.
Das leidige Problem mit den Einsatzorten des Champions stinkte McMahon gewaltig. Kurzerhand beschloss er Rogers nur noch für sich antreten zu lassen. Muchnick spielte nicht mit und sah in Capitol Wrestling nur noch eine Konkurrenzliga, die keine Zukunft mehr in der NWA hatte. O'Connor könnte das Gegengewicht zu Rogers bilden. Ja er könnte es, aber O'Connor wurde schon von Fred Kohler in Chicago eingenommen. Somit konnte die NWA auf ihn nicht zurückgreifen. Muchnick wollte das Zepter keinesfalls aus der Hand geben. Und so kam er auf Thesz, der aber im Ruhestand war. Der einstige Erzrivale von Rogers sollte es richten. Muchnick holte Thesz aus dem Ruhestand zurück, um sich dem wachsenden Widerstand von McMahon und Mondt entgegenzustellen. Ohne Zugeständnisse wollte Thesz keinen großen Titelkampf mehr bestreiten. Muchnick versprach ihm den Titel und den Sieg über Rogers. Für McMahon sollte Thesz' Rückkehr weiteren Zündstoff mit der NWA bedeuten. Im Hinblick auf Rogers’ weitere Karriere, war das Auftreten von Thesz nicht gerade von Vorteil. Die alte Fehde aus den 50er Jahren flammte wieder auf. Damals ging es um den Nachfolger, als Thesz die NWA verließ.
1957 entschied sich die Kommission für Rogers und nicht für Hutton. McMahon hatte dort noch keine Kontrolle über ihn, jetzt aber umso mehr. Die Fehde zwischen Thesz und Rogers wurde eher im Hintergrund ausgetragen. Thesz hasste Rogers regelrecht. Aber 1963 verlagerte man die Feindseligkeiten in den Ring. Die Auswirkungen für die Wrestlingszene hätten nicht größer sein können. Insider hatten Recht, als sie von der heißen und verrückten Phase der 60er Jahre sprachen. Der Titelwechsel zu Thesz schien so gut wie sicher zu sein. Doch es kam - wie immer im Wrestling - anders als man denkt: Kurz vor dem ersten Kampf geriet Rogers in Columbus (Ohio) in eine verhängnisvolle Backstage-Konfrontation. Es entbrannte ein Streit mit Karl Gotch, der eine Chance auf den Titel verlangte. Der Champion lehnte vehement ab. Er wusste was für ein harter Brocken Gotch war. Rogers sah den Ausweg nur darin zu flüchten. Die nachfolgenden Ereignisse bleiben größtenteils ungeklärt. Eine Geschichte erzählt, das Gotchs Partner Bill Miller, die Tür der Umkleidekabine zuschlug. Und mittendrin war Rogers Handgelenk, dass dabei brach. Diesen Titelkampf konnte Thesz vergessen, den nächsten allerdings auch. Plötzlich erschien Killer Kowalski und verlangte seine Chance.
Am 21.11.1962 war Rogers wieder genesen. Aber den Kampf gegen Kowalski in Montreal verlor er. Rogers erlitt nach nur 2 Minuten eine Knöchelverletzung. Der für Houston angekündigte Titelkampf Rogers-Thesz musste ebenfalls abgesagt werden. Kowalski machte seinen Titelanspruch geltend. Er habe den Champion schließlich besiegt. St. Louis war da anderer Meinung. Die NWA ließ verlauten, das Kowalski nur einen Pin erreichte. Titelkämpfe wurden aber als Best of three Falls durchgeführt. Ein Pin reiche deshalb nicht aus. Die erlittene Verletzung setzte Rogers bis zum Januar 1963 außer Gefecht. In der Zwischenzeit trat Kowalski trotzdem als NWA World Champion auf. Während der Verletzungspause des richtigen Champions übernahm Kowalski alle Shows von Rogers. Lange konnte diese Situation nicht anhalten. Obwohl man eigentlich sagen müsste, dass Kowalski wahrscheinlich ein noch besserer Heel war, als Rogers. Im MSG von New York wurde die Unklarheit am 21.01.1963 beseitigt. Rogers kehrte zurück und besiegte Kowalski vor ausverkauftem Hause. 72 Stunden später wird der Maple Leaf Gardens in Toronto Austragungsort des Jahrhundertkampfes Thesz-Rogers. NWA Promoter Frank Tunney war hier der starke Mann im Hintergrund. Schließlich krachten die beiden größten Wrestler dieser Zeitspanne in seinem Revier zusammen. Das Ungewöhnliche war schon, dass die NWA den Kampf als One Fall Match festsetzte. Man wollte noch größeren Problemen aus dem Weg gehen. Die Sache quasi so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Doch der Kampf schaffte mehr Probleme, als er löste.
Die 50er Jahre neigten sich dem Ende zu. Sie waren durchweg eine Spanne des Aufstiegs und Falls. Sensationslust, Spannungsmomente, Nervenkitzel und die Gier nach Geld bestimmten das Profigeschäft. Doch Mitte des 20. Jh. lies sich das weit besser vermarkten, als noch 50 Jahre zuvor. Die 60er Jahre brachen an. Eine Zeit wo die WWWF entstand und mit ihr ein Superstar, der lange an der Spitze stehen sollte, Bruno Sammartino.
In den 60er Jahren verstärken sich die Probleme zwischen den Ost- und Midwestpromotern. An der Westküste bricht ein Promotionkrieg aus und im Osten wird die WWWF gegründet. Muchnick versuchte die Ausbreitung dieser Promotion zu verhindern. Doch Muchnicks Allianz bröckelte seit dem Chicago Desaster. Als McMahon auch noch den Champion der Alliance, Buddy Rogers, auf seine Seite zog, beginnt eine neue Ära im Wrestling. Aus dem Nordosten wird nach und nach das stärkste Territorium. Die NWA konnte noch entgegensteuern. Zwar verlor sie einige Mitglieder, brach aber nicht komplett auseinander. Vielmehr stellte sich ab 1963 das Szenario der "Big Three" (NWA, WWWF, AWA) ein. Thesz, O'Connor und Rogers dominierten die Szene noch bis in die erste Hälfte der 60er Jahre. Im Verlauf dieser Dekade glänzten Bruno Sammartino, Verne Gagne, Bobo Brazil, Spiros Arion, Killer Kowalski, Gorilla Monsoon und der 600 Pfund schwere Haystacks Calhoun als Superstars. All diese Superstars kamen vor allem durch Vincent James McMahon ins Fernsehen und begründeten so ihren Ruhm. Teil 7 erzählt von den Anfängen des McMahon Imperiums.
Im Sommer 1947 reiste ein junger, schlanker und groß gewachsener Mann namens Vincent James McMahon von New York nach Washington D.C.. Er war Konzertpromoter und seit den 30er Jahren in Wrestling-Shows seines Vaters Jess McMahon involviert. Washington D.C. erlebte seit 1928 eine wöchentliche Wrestling-Show im alten Auditorium. 1936 öffnete hier Promoter William "Joe" Turner, ein ehemaliger World Middleweight Champion, die nach ihm benannte Turner Arena. Am 18.02.1947 starb Joe Turner. Die Promoterrechte gingen an seine Frau Florence Turner und Matchmaker Gabe Menendez über. Das Menendez-Territorium schien für McMahon interessant zu sein. Vorerst blieb er jedoch Konzertpromoter. Einen ersten Schritt, hin zum erfolgreichen Wrestlingpromoter, legte McMahon am 03.12.1948 als er Manager in Turners Arena wurde. Die bisherigen Shows brachten für Menendez eine relativ gute wöchentliche Einnahme. Neben Konzerten sah McMahon offenbar auch im Wrestling Verdienstmöglichkeiten. Eine weitere wichtige Entwicklung bahnte sich 1952 an: Zusammen mit New York Promoter Joseph Mondt gründete Vincent die "Capitol Wrestling Corporation (CWC)". Aller Anfang ist schwer und so dauerte es noch mehrere Jahre, ehe McMahon zum landesweit stärksten Promoter aufstieg. Mondt knüpfte Kontakte zu anderen Promotern. Daraufhin traten William Gilzenberg, Philip Zacko und Johnny Doyle der CWC bei. Dieses Triumvirat war entscheidend am Erfolg von McMahon beteiligt. Zuerst musste Vincent aber den Markt in Washington D.C. erobern.
Am 18.12.1952 schließlich kaufte er die Promoterrechte der Turner Arena für 60.000 Dollar und stürzte damit das Menendez-Territorium Washington D.C.. Eine erste Wrestling-Show am 07.01.1953 wurde mit den Wrestlern Primo Carnera, Lu Kim, the Golden Terror und the Zebra Kid veranstaltet. Bald vergrößerte sich McMahons Kader. Die Promoter Joseph Mondt, Jack Pfefer und Fred Kohler schickten: Antonino Rocca, Killer Kowalski, Gorgeous George, Gene Stanlee, Hans Schmidt und Verne Gagne. Was 1953 startete konnte man dann ab 1955 im Washingtoner Lokal-Fernsehsender bewundern. McMahons wöchentliche Show hatte erstmals einen lokalen Sendeplatz. Eine Fernsehrevolution begann, als Chicago Promoter Fred Kohler seine Shows aus der Marigold Arena im DuMont-Network ausstrahlte. Kohlers Sendung erreichte 65 Städte. Bisher war McMahon nur in Washington zu sehen. Aber nachdem die Turner Arena im Dezember 1955 in Capitol Arena umbenannt wurde, kam eine erste DuMont Network Ausstrahlung am 05.01.1956. Gunther Brewery sponserte die Veranstaltung. Ab jetzt hielten McMahons Sendungen schrittweise in Boston, Buffalo, St. Louis, Chicago und New York Einzug. Das erste Zugpferd hatte er bereits auch schon gefunden - Antonino Rocca. Mondt, McMahon, Gilzenberg, Zacko und Doyle bildeten das Team der Capitol Board Directors. Sie hielten fest zusammen. Es war ihre starke Präsenz an Amerikas Ostküste, welche den Aufstieg der CWC verursachte.
1957 öffnete das CWC Booking Office Washington D.C. unter McMahon, Zacko und Doyle. Letzterer wurde zum CWC Vize-Präsidenten gewählt. Aber schon Ende 1957 (nachdem kontroversen Thesz-Carpentier Match) brach die Verbindung mit Doyle auseinander. Doyle wechselte von Washington nach Boston und nahm Edouard Carpentier unter sein Management. Doyle arbeitete jetzt mit rivalisierenden Promotern zusammen. Passte also nicht mehr ins CWC Schemata. 1953 trat die CWC der NWA bei. In den kommenden Jahren, bis zur Formierung der WWWF 1963, konnte sich McMahon im Nordosten immer weiter ausbreiten. Begünstigt wurde dies durch seine Fernsehpräsenz. Der Markt in Washington war aber zu klein. Schrittweise erfolgte nun der Ausbau Richtung New York. Die New Yorker Box- und Wrestlingszene befand sich im stetigen Auf- und Abwärtstrend. Zwar gelang es Mondt mit Rudy Miller und Henry Steinborn ein Manhattan Booking Office zu steuern, den Madison Square Garden hatte man aber noch nicht erobern können. Mondt, Miller und Steinborn verkauften das Manhattan Booking Office 1952 an Promoter Ignacio Martinez für rund 100.000 Dollar.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Anton...ca%202.jpg]
Antonino Rocca
Nach Kriegsende herrschte im MSG immer noch das 1939 eingeführte Verbot von Wrestlingveranstaltungen jeglicher Art. Mondt und Lizenzinhaber William „Bill“ Johnston initierten eine Rückkehr: Am 22.02.1949 waren dann Gorgeous George und Ernie Dusek die Teilnehmer der ersten Wrestling-Show im MSG seit März 1938. Mondts erster Versuch scheiterte in punkto Einnahmen, da nur 4197 Zuschauer kamen. Zu wenig für den riesigen MSG, wo annähernd 20000 Menschen Platz fanden. Er unternahm einen zweiten Versuch am 12.12.1949. Diesmal schickte Mondt zwei seiner etlichen Schützling, Antonino Rocca und Primo Carnera, ins Rennen. Und prompt erschienen ganze 17854 zuschauer. Rocca wurde ohnehin allmählich zum beliebtesten Wrestler in New York. Rund 50.000 Dollar spielte die Show ein. Rocca besiegte Gene Stanlee und Carnera bezwang the Green Hornet. Rückschläge gab es aber weiterhin. Erst McMahon erreichte größere Erfolge im MSG. Auch konnte er einige Zuschauerrekorde brechen. Mondt bemerkte McMahons Erfolge in Washington und orderte ihn zusehends zurück nach New York. Die Washingtoner Shows brachten noch nicht den erhofften Durchbruch. Man wollte nahezu im gesamten Nordosten zu sehen sein. Das MSG Booking Office steuerten bislang Charley Johnston, Walter Smallshaw („Walter Johnston“) und Kola Kwariani.
Am 21.06.1956 erschienen McMahons Shows aus Washington erstmals in New York auf der Fernsehbildfläche. Mondt und McMahon rückten noch enger aneinander. Beide promoteten ihre ersten gemeinsamen Veranstaltungen. Bald verbuchte der MSG hohe Zuschauerkulissen. Im MSG sind in den 50er Jahren die unterschiedlichsten Gruppen gegeneinander angetreten. Viele haben versucht eine eigene Show auf die Beine zu stellen. Den weitaus größten Erfolg hatte aber McMahon. Am 26.11.1956 war es dann soweit: McMahon und Mondt veranstalteten ihre erste gemeinsame Show im MSG mit dem Main Event Antonino Rocca gegen Dick "the Bruiser" Afflis. Damit stürzte McMahon das wichtige New Yorker Territorium von jeglicher Konkurrenz. Eine zweite Show am 04.02.1957 brach schon einen Zuschauerrekord. 19300 Menschen sahen das Tag Team Match Rocca/Gagne vs. Karl Von Hess/Hans Schmidt. Das Team Rocca/Gagne siegte. Seit 25 Jahren hatte der MSG nicht mehr so viele Zuschauer gesehen. Den Hauptkampf Rocca-Schmidt am 11.03. sahen 19995 Zuschauer. Mit 20125 Zuschauern wurde schließlich am 30.03.1957 erneut ein Rekord gebrochen. Rocca und Miguel Perez besiegten Don Stevens und Wildman Fargo. Das Spiel Gut (Rocca/Perez) gegen Böse (Schmidt/Von Hess) begeisterte die Massen. Rocca ist der beliebteste Mann in New York - und das noch weit vor NWA World Champion Lou Thesz. Thesz versuchte zwar mit einigen wenigen Auftritten zu punkten, aber Rocca hatte eindeutig die Mehrzahl der Fans hinter sich.
Das CWC Territorium (Washington D.C.-New York-New Yersey) konnte sich in den 60er Jahren bis nach Boston, Pittsburgh, Philadelphia und Baltimore ausbreiten. Boston war ein durchaus wichtiges Revier, da Promoter Paul Bowser hier bisher jegliche Konkurrenz verdrängte. An Bowsers Macht ließ sich erst nach dessen Tod rütteln. Die CWC eroberte Schritt für Schritt Pennsylvania und Maryland. Eine Schlüsselfigur war Philip "Phil" Zacko. Er hatte beste Kontakte in diese beiden Bundesstaaten. Mondt schien seine ehemaligen Mitstreiter alle zu "überleben". Es war Mondt der 1960 erreichte, dass die CWC Shows in Pittsburgh Einzug hielten. McMahon und Zacko steuerten das CWC Booking Office Washington D.C.. Bis Ende 1957 war noch Matchmaker Johnny Doyle involviert. Von hier aus griff man auf die benachbarten Territorien zu. Den WWWF Hauptsitz verlagerte man später in Gilzenbergs Revier nach Newark (New Yersey).
Antonino Rocca war noch zu Beginn der 60er Jahre der beliebteste Wrestler im MSG. McMahon setzte große Stücke auf ihn. Das konnte kaum verwundern, zumal Rocca der erste Superstar war, den McMahon oft unterstützte. Als Heel hätte man Rocca nie richtig einsetzen können. Die Zuschauer in New York wollten sehen, wie die Heels besiegt wurden. Gegen die Popularität der Tag Team Champions Rocca und Miguel Perez waren die Wrestler aus Muchnicks Lager chancenlos. Zudem sind sie längst als gute Wrestler verkauft worden. Was Thesz nie erreichte, schaffte dann Rogers. Im MSG zogen McMahons Shows mit Rogers in Scharen die Zuschauer an. In St. Louis registrierte man das. Muchnick witterte die Chance, den Markt in New York zu übernehmen. Davon war die NWA aber meilenweit entfernt. Auch die CWC erkannte rechtzeitig, wie gut sich Rogers verkaufen lies. Er war bereits zum stärksten Zugpferd des Landes angewachsen. Und das - man höre und staune - als Topheel. Auch der amtierende NWA World Champion Pat O'Connor konnte dem nicht entgegensteuern.
Rogers übte so einen starken Einfluss aus, dass er Rocca von der Superstar Position verdrängte. Die NWA unternahm mittlerweile den Versuch, ihn als Aushängeschild des Pro-Wrestlings zu etablieren. Muchnick und McMahon zogen quasi an einem Strang: Derjenige mit dem längeren Hebel würde kurzum die Szene der USA beherrschen. McMahon hatte den längeren Hebel, obwohl er das Machtpotenzial der alten NWA Zentrale offensichtlich unterschätzte. Er war zudem schon der stärkste Promoter des Landes geworden. Das Geschehen verlagerte sich von New York nach Chicago. Am 30.06.1961 kam es zum berühmten Showdown, bei dem O´Connor den NWA World Title an Rogers verlor. Dieses Match im Comiskey Park in Chicago bestaunten 38622 Zuschauer. O'Connor war schlichtweg zum falschen Zeitpunkt auf dem Thron des Champions. Die Massen zog längst Rogers. Da die Allianz seit dem Bruch mit der AWA zunehmend Mitglieder verlor, versuchte Muchnick den drohenden Machtverlust zu verhindern. Und ein neuer zugkräftiger World Champion schien da hoffnungsvoller zu sein, vor allem für den so wichtigen Markt in New York.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Vince...cMahon.jpg]
Vincent James McMahon
O'Connors Titelwechsel war jedoch enorm umstritten. Selbst Thesz kritisierte diese Entscheidung des NWA Präsidenten Muchnick. McMahon kontrollierte fast alle Auftritte von Rogers. Damit schien klar zu sein, dass der neue Champion der Alliance ausschließlich für Capitol Wrestling arbeiten sollte. Das ist auch die große Befürchtung der verbliebenen NWA Promoter gewesen. Die Kritik gegen Muchnick wurde stärker. Dieser hoffte noch immer darauf, dass der Allianz Champion in New York aufstieg. Das geschah auch, jedoch nur zu Gunsten der CWC. Die NWA hatte im MSG bekanntermaßen Probleme mit den Zuschauerzahlen. Ein vermehrter Einsatz des NWA Champions in New York schien lukrativ zu sein. Die Befürchtungen der NWA Promoter erwiesen sich als begründet. McMahon zog Rogers mehr und mehr auf seine Seite. Die CWC wurde dadurch noch stärker. Rogers war längst zum festen Aushängeschild für McMahon angewachsen. Zwar versuchte St. Louis diese Entwicklung zu bremsen, verhindern konnte man diesen Zustand nicht mehr. Alle Promoter des Landes bekamen erhebliche Probleme mit dem Einsatzort des Champions. Der proppe Terminplan Rogers’ sah die meisten Shows für McMahons Revier vor. Aufgrund von verstärkten Herzproblemen, konnte man ihn aber nicht mal mehr für kurze Auftritte in anderen Promotions einsetzen.
Das leidige Problem mit den Einsatzorten des Champions stinkte McMahon gewaltig. Kurzerhand beschloss er Rogers nur noch für sich antreten zu lassen. Muchnick spielte nicht mit und sah in Capitol Wrestling nur noch eine Konkurrenzliga, die keine Zukunft mehr in der NWA hatte. O'Connor könnte das Gegengewicht zu Rogers bilden. Ja er könnte es, aber O'Connor wurde schon von Fred Kohler in Chicago eingenommen. Somit konnte die NWA auf ihn nicht zurückgreifen. Muchnick wollte das Zepter keinesfalls aus der Hand geben. Und so kam er auf Thesz, der aber im Ruhestand war. Der einstige Erzrivale von Rogers sollte es richten. Muchnick holte Thesz aus dem Ruhestand zurück, um sich dem wachsenden Widerstand von McMahon und Mondt entgegenzustellen. Ohne Zugeständnisse wollte Thesz keinen großen Titelkampf mehr bestreiten. Muchnick versprach ihm den Titel und den Sieg über Rogers. Für McMahon sollte Thesz' Rückkehr weiteren Zündstoff mit der NWA bedeuten. Im Hinblick auf Rogers’ weitere Karriere, war das Auftreten von Thesz nicht gerade von Vorteil. Die alte Fehde aus den 50er Jahren flammte wieder auf. Damals ging es um den Nachfolger, als Thesz die NWA verließ.
1957 entschied sich die Kommission für Rogers und nicht für Hutton. McMahon hatte dort noch keine Kontrolle über ihn, jetzt aber umso mehr. Die Fehde zwischen Thesz und Rogers wurde eher im Hintergrund ausgetragen. Thesz hasste Rogers regelrecht. Aber 1963 verlagerte man die Feindseligkeiten in den Ring. Die Auswirkungen für die Wrestlingszene hätten nicht größer sein können. Insider hatten Recht, als sie von der heißen und verrückten Phase der 60er Jahre sprachen. Der Titelwechsel zu Thesz schien so gut wie sicher zu sein. Doch es kam - wie immer im Wrestling - anders als man denkt: Kurz vor dem ersten Kampf geriet Rogers in Columbus (Ohio) in eine verhängnisvolle Backstage-Konfrontation. Es entbrannte ein Streit mit Karl Gotch, der eine Chance auf den Titel verlangte. Der Champion lehnte vehement ab. Er wusste was für ein harter Brocken Gotch war. Rogers sah den Ausweg nur darin zu flüchten. Die nachfolgenden Ereignisse bleiben größtenteils ungeklärt. Eine Geschichte erzählt, das Gotchs Partner Bill Miller, die Tür der Umkleidekabine zuschlug. Und mittendrin war Rogers Handgelenk, dass dabei brach. Diesen Titelkampf konnte Thesz vergessen, den nächsten allerdings auch. Plötzlich erschien Killer Kowalski und verlangte seine Chance.
Am 21.11.1962 war Rogers wieder genesen. Aber den Kampf gegen Kowalski in Montreal verlor er. Rogers erlitt nach nur 2 Minuten eine Knöchelverletzung. Der für Houston angekündigte Titelkampf Rogers-Thesz musste ebenfalls abgesagt werden. Kowalski machte seinen Titelanspruch geltend. Er habe den Champion schließlich besiegt. St. Louis war da anderer Meinung. Die NWA ließ verlauten, das Kowalski nur einen Pin erreichte. Titelkämpfe wurden aber als Best of three Falls durchgeführt. Ein Pin reiche deshalb nicht aus. Die erlittene Verletzung setzte Rogers bis zum Januar 1963 außer Gefecht. In der Zwischenzeit trat Kowalski trotzdem als NWA World Champion auf. Während der Verletzungspause des richtigen Champions übernahm Kowalski alle Shows von Rogers. Lange konnte diese Situation nicht anhalten. Obwohl man eigentlich sagen müsste, dass Kowalski wahrscheinlich ein noch besserer Heel war, als Rogers. Im MSG von New York wurde die Unklarheit am 21.01.1963 beseitigt. Rogers kehrte zurück und besiegte Kowalski vor ausverkauftem Hause. 72 Stunden später wird der Maple Leaf Gardens in Toronto Austragungsort des Jahrhundertkampfes Thesz-Rogers. NWA Promoter Frank Tunney war hier der starke Mann im Hintergrund. Schließlich krachten die beiden größten Wrestler dieser Zeitspanne in seinem Revier zusammen. Das Ungewöhnliche war schon, dass die NWA den Kampf als One Fall Match festsetzte. Man wollte noch größeren Problemen aus dem Weg gehen. Die Sache quasi so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Doch der Kampf schaffte mehr Probleme, als er löste.
