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Die Ringer-Verbände im Berufsringkampf
#18
Hallo,

Zu diesem Thema möcht ich mich auch zu Wort melden. Ronald hat hier ja schon perfekte Vorarbeit geleistet. Von mir noch ein paar Anmerkungen und Ergänzungen.

Die Unterschiede zwischen VDB und IBV sind vieleicht auch darin zu suchen das der IBV primär die Interessen der Unternehmer, sprich Veranstalter und der VDB eher die Ringer vertrat. Das ging dann soweit das der IBV Hilfe und Ratsuchende Aktive einfach an die Konkurenz verwies. Der VDB wollte ja immer die Ringer als anerkannte Berufsgruppe mit allen Vorteilen, wie Krankenversicherungen, Urlaubsgeld und ähnlichen verstanden wissen. Der IBV sah die Ringer eher aus austauschbar und legte sich prinzipell quer oder unterstützte solche Vorstösse durch Passivität eben nicht. Ebenso kämpfte der VDB (ohne der Unterstützung des IBV) jahrelang (schlussendlich mit Erfolg) gegen das Jugendverbot. Auch wehrte sich der IBV immer gegen die vorallem von Berger gefordert Fusion. Sie verwiesen darauf das es "die Berliner" eigentlich nur auf die gut gefüllte Vereinskasse abgesehen hätten. Die Betrags mässige große Diskrepanz der beiden Kassen erklärt sich auch dadurch das die Beitragszahlungen für den VDB freiwillig waren, der IBV aber 2% Abzug von der Gage einbehielt. Ausserdem lt. Berger sei die Kasse des IBV-Schatzmeister durch Inaktivität seines Vorstandes nie strapaziert worden.

Hier findet man wohl den waren Unterschied, und zwar in den Personen Berger und Selenkowitsch und deren Ansichten. Berger wollte am liebsten alles unter Aufsicht stellen. Er unterstützte daher soger kleine Veranstalter wenn sie eben nur unter der Schirmherschaft des VDB waren. Selenkowitsch lehnte alles und jeden ab was er nicht für würdig hielt. Auch Berger war ein Verfechter der alten Werte und streng gegen jede Verunstaltung der Ringerehre. So war er ebenfalls gegen jede Art von "Damenkämpfe". Doch duldete er weniger talentierte Ringer sofern sie das Herz und die Einstellung besaßen. Ein Beispiel war Günter Wagner. Der Müncher wurde bei seiner Bitte um ein Angangement von Selenkowitsch mit den Worten abgefertigt "...Ich finde es als Frechheit und wehre mich Leute wie sie als Berufsringer zu bezeichnen". Berger dagegeben gab den sicherlich nicht sehr talentierten aber ergeizigen Münchner mehrmals eine Chance. Und er durfte auch seine mit seiner Frau Uschi durchgeführten Veranstaltungen unter dem VDB Banner führen. Berger probierte auch Anfang der 80iger in der Schweiz wieder eine Ringer Domäne Aufzubauen. Dabei wollte er den Schweizer Rolf Gehring als Lokalmatator aufbauen. Gehrings Voraussetzungen, er hielt den Weltrekord in Liegestütze machen. Auch der Keniatische Bodybuilder Nuj Jackson (ohne jeder Ringer Erfahrung) spielte in Bergers Planung eine Rolle. Dies sind Leute die bei Selenkowitsch nie ein Chanche hätten.
Ein weiteres Beispiel ist Werner Bendig. Der Recklinghauser Kleinveranstalter organisierte ab 1981 "Shows" in der Recklinghauser Vestlandhalle. Dies geschah im Einverständnis mit Selenkowitsch, der nachdem Roland Bock mit seiner BBB (Brust, Busen Bär) Show ebenfalls in Recklinghausen veranstaltete, dort nicht mehr antreten wollte. Als im dritten Jahr unter Bendig die Veranstaltungen ausverkauft waren, wollte "Zar Nicola" (so wurde er heimlich genannt) Bendig wieder hinausdrängen. Doch dieser merkte die Machenschaften des alten Recken und trat dem VDB bei.
Dem IBV blieb ohnehin nach dem Rücktritt von Kaiser nur mehr Selenkowitsch. Der vorallem in Bremen und Dortmund veranstaltete. Ironischerweise baute Nicolei vorallem auf Otto Wanz der aber VDB Weltmeister war und diesen auch bei IBV Veranstaltungen verteitigte. Gleiches galt für Klaus Wallas und seinem VDB Europa-Titel.
Dagegen gab es immer mehr Veranstalter unter Schirmherschaft. der Berliner. So Otto Wanz (Graz), Eugen Wiesberger (Linz), Bendig (Recklinghausen), Wagner (München), Karl-Heinz Kuhnert (Berlin), Karsten Markwart&Felix Gregor (Hamburg), Bauer&Bastian (Karlsruhe), Kaiser (Hannover und ab 82 auch Wien), Wallas (Saalfelden).
Allerdings wurden Veranstalter die es mit dem "Ringerkodex" nicht so genau nahmen die Lizenz entzogen und aus dem VDB ausgeschlossen. So geschehen bei Arpad Weber und Roland Bock.
Eine Sonderstellung nahm Sven Hansen ein. Er veranstaltete seine Herbstturniere am Hamburger Heiligengeistfeld ohne Lizenz aber ähnlich wie früher bei Schober von allen Seiten geduldet.
Gleiches galt für Georg "Schurl" Blemenschütz der von 57 bis 81 als ÖRV (Österreichischer Ringerverband) den Wiener Heumarkt führte. In den 60igern bekam Schurl Konkurenz vom IBL (Internationalen Berufsringer Loge). Diese hatte ihren Sitz in der Gumpendorfer Strasse in Wien und wurde geleitet von Baron Werner von Berndt (Werner Berndeisel) und Harry Bahrens (Harry Hrazdil). Sie versuchten in Wien eine Konkurenz Veranstaltung aufzuziehen, welche aber scheiterte. Mehr Erfolg hatten sie im ländlichen Österreich. Doch ihr Hochburg hatten die IBL in den 60igern in Klagenfurt. Dort veranstalteten sie Jahrelang vor ausverkauftem Haus und tausenden Leuten in der KAC Arena. Anders als Berger und der VDB machte Berndeisel (der geschäftliche Kopf der IBL) alles woraus man Kapital schlagen konnte. Er veranstaltete auch die so verachteten Damenkämpfe (wofür er von Berger glatt gerügt wurde). Doch anders als wie z. B. später bei Bock und dem ebenfalls "furchtbaren" Veranstalter Oscar "Crusher" Verdu (Ferraro) die für viel verbrannte Erde verantwortlich waren, stand bei Berndeisel&Hrazdil zwar das Geschäft an erster Stelle kam aber auch das Ringen nicht zu kurz. Aufgebaut vorallem auf die beiden Deutschen Stars Achim Chall und Axel Dieter. Auch Hans-Richard Behrens, einer der besten Deutschen Schwergewichte seiner Zeit war oft in Klagenfurt zu sehen. Dazu kamen noch die Heumarkt erfahreren Tzim Atlas, El Pantera Negro (Louiz Salazar), Rudo Martinez (der Bruder von Halcon Peruano Bill Pation-Martinez), Michael Ujevic und andere. Dazu kamen noch die lokalen Talente. Beim Baron konnte jeder gestande Halbstarke Ringer werden. Für ein paar Tausender brachte man ihnen ein paar Grundgriffe bei und auf Anfrage und weitere paar Tausend Schilling Scheine bekamen sie auch einen Ringerausweis. Dafür brachten diese Lokalmatatore voller Stolz Ihre ganze Familie und alle Freunde mit und sorgten somit wiederum für Einnahmen. So geschehen bei Herbert Busta, Franco Ramsl und Josef Fuchs. Ende der 60iger ging dann die Nachfrage in Klagenfurt zurück und die IBL beendete die Veranstaltung.

So ich hoffe ich konnte was zu diesem Thema beitragen.

D.S.K.
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RE: Die Ringer-Verbände im Berufsringkampf - von Blubb - 06.05.2009, 18:03
[Kein Betreff] - von The Crusher - 06.05.2009, 18:54
RE: Die Ringer-Verbände im Berufsringkampf - von Blubb - 06.05.2009, 19:12
[Kein Betreff] - von The Crusher - 07.05.2009, 09:22
[Kein Betreff] - von Blubb - 07.05.2009, 11:52
[Kein Betreff] - von The Crusher - 07.05.2009, 12:17
[Kein Betreff] - von Double F - 07.05.2009, 14:09
[Kein Betreff] - von Blubb - 07.05.2009, 14:12
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[Kein Betreff] - von Silk - 07.05.2009, 15:32
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VDB/IBV und andere - von Pantaleon Manlapig - 17.05.2009, 22:31
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[Kein Betreff] - von Pantaleon Manlapig - 18.05.2009, 11:09
RE: VDB/IBV und andere - von Blubb - 18.05.2009, 11:43
[Kein Betreff] - von The Crusher - 18.05.2009, 15:07

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