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The Ultimate Fighter 9 Finale
#7
Wir verlassen die Undercard und kommen nun zu den Fights, die auf jeden Fall von SpikeTV live ausgestrahlt werden.

-Lightweight Fight:
Nate Diaz (10-3-0) vs. Joe Stevenson (29-10-0)


Ein ausgezeichneter Beginn für eine TV-Übertragung. Beide sind gewesene TUF-Champions, hervorragende Grappler und beide müssen nach ihren letzten Niederlagen etwas beweisen. Joe Stevenson kommt nach seiner Niederlage gegen BJ Penn einfach nicht richtig in Tritt. Einem Erfolg über Tibau folgte eine deutliche Niederlage gegen den aktuellen Lightweight-Herausforderer Kenny Florian und eine weitere Niederlage kam dann gegen Diego Sanchez zustande, nachdem Stevenson zuvor nur so durch die Division hindurchmarschiert war. Nate Diaz Karriere musste zuletzt gegen Clay Guida den ersten Dämpfer hinnehmen. Der Cesar Gracie-Schüler konnte dem energiegelandenen Wrestler drei Runden lang nur bedingt Paroli bieten und verlor durch Punktentscheid.
Stevenson ist nicht nur ein guter Grappler, sondern auch ein starker Wrestler, dazu kräftig wie sonst kaum ein Lightweight. Allerdings gehört er auch zu den kleineren Lightweights und zudem kommt noch seine geringe Reichweite, die ihm gegen den drahtigen Diaz zum Verhängnis werden könnte. Ähnlich wie sein großer Bruder malträtiert auch Nate Diaz seine Gegner durch schnelle Jabs, sodass diese auf Distanz bleiben müssen. Sollte allerdings jemand wagen, Diaz auf die Matte zu befördern, dürfte ihm sein Fehler schnell klar werden, da Diaz Grappling zum besten gehört, was die UFC Lightweight-Division zu bieten hat. Für Stevenson muss es daher heißen, Takedown und Top Control. Die Submission-Defense sollte beim Cobra Kai-Fighter vorhanden sein und die Kraft, um eventuelle Hebel zu lösen, auch. Für Diaz läuft der Kampf gut, solange es im Stehen bleibt. Dort dürfte er mit seinen langen Gliedmaßen Stevenson aus der Distanz mit Schlägen und Tritten eindecken. Auf der Matte dürfte ihm eigentlich auch keiner etwas vormache, einzig, wenn sich Stevenson wirklich nur auf Kontrolle beschränkt, statt auf eine Submission zu gehen, könnte Diaz ein böses Erwachen beim Punktentscheid blühen. Allerdings glaube ich nicht, dass es soweit kommt. Stattdessen wird Nate diaz hier wieder in die Erfolgsspur finden und ich befürchte, dass wir hier bis auf Weiteres zum letzten mal vom UFC-Fighter Joe Stevenson gehört haben.
Tipp: Nate Diaz durch TKO in Runde 3

-TUF 9 Lightweight-Finale:
Andre Winner (9-2-1) vs. Ross Pearson (9-3-0)


Wir kommen zum ersten von zwei Finalfights. Im Lightweight-Finale treffen die beiden Briten Ross Pearson und Andre Winner aufeinander. Winner konnte relativ mühelos das Finale erreichen. Einem KO-Sieg über Gary Kelly folgten während der Staffel ein TKO-Erfolg über Santino DeFranco sowie ein Sieg über Submission im Halbfinale gegen Cameron Dollar. Ross Pearson hatte es da ein klein wenig schwerer. Nachdem im Qualifikationskampf A.J. Wenn die KO-Power Pearsons zu spüren bekam, folgte eine Armbar gegen Richie Whitson sowie ein Punktsieg über Jason Dent.
Auch hier bekommen wir verschiedene Stile zu sehen, da Pearson eher Grappler, Winner eher Boxer ist. Winner dürfte daher auch versuchen, den Kampf möglichst im Standup zu halten. Sein Boxen ist technisch ansprechend und zudem hat er die Reichweite und den Größenunterschied auf seiner Seite. Seine Takedowndefense wurde gegen Cameron Dollar auf eine gute Probe gestellt, Winner konnte den Test aber meistern und seinerseits im Halbfinale schnell den Reverse schaffen, aus welchem dann später der Choke und die Aufgabe Dollars resultierte. Hier wird es darauf ankommen, wie Pearson sich im Standup schlägt. Gegen Jason Dent konnte er es sich leisten, den Kampf im Stand zu verbringen, bzw. in Runde 3 sich auf die Kontrolle zu beschränken. Gegen einen physisch gleichwertigen Gegner wird das schon schwerer werden, zumal Pearson ja auch erst einmal in den Clinch kommen muss. Allerdings ist Winner mit seinen langen Beinen auch dort immer wieder für einen harten Kniestoß gut.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger Chancen gebe ich Ross Pearson, allerdings sollte keiner, vor allem nicht Winner den Fehler machen, den bulligen Briten zu unterschätzen. Trotzdem glaube ich, dass wir am Ende Andre Winner dabei sehen werden, wie er die TUF-Trophäe in die Höhe stemmt und mit seinem Dialekt beim Interview für fragende Gesichter in der Halle und an den Bildschirmen sorgen wird.
Tipp: Andre Winner durch TKO in Runde 2

-Welterweight Fight:
Chris Lytle (26-17-5) vs. Kevin Burns (7-2-0)


Kommen wir nun zum Welterweight-Fight zwischen Chris Lytle und Kevin Burns. Eine Ansetzung, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Burns ist ein BJJ Blue Belt, dessen Daseinsberechtigung in der UFC nur davon zehrt, Roan Carneiro zur Aufgabe gebracht zu haben. Anschließend wurde Burns ein kontroverser TKO über Anthony Johnson zugesprochen, bevor er im Rückkampf gegen eben jenen Johnson durch Head Kick KO ging.
Der einzige ersichtliche Grund, Burns gegen Lytle zu stellen ist, dass man Lytle wieder einen einfachen Gegner geben möchte, nachdem Lytle zuletzt in schöner Regelmäßigkeit erst gegen einen aufstrebenden Welterweight-Fighter nach hartem Kampf verliert, um anschließend durch einen Sieg über Fallobst seine Bilanz zu verchönern. Burns gehört zu letzterer Kategorie, weswegen eigentlich jedes Wort überflüssig ist, aber gut. Lytle ist der bessere Wrestler, erfahrenere Fighter und der deutlich bessere Striker. Daher sehe ich kaum Möglichkeiten, wie Burns hier den Kampf gewinnen will. Sein BJJ ist gut, aber Lytle wird auf der Matte unterschätzt und im Zweifel geht es erst gar nicht runter.
Tipp: Chris Lytle durch KO in Runde 1

-TUF 9 Welterweight Finale:
Damarques Johnson (9-6-0) vs. James Wilks (5-2-0)


Kommen wir nun also zum Co-Main Event der Show und zum TUF 9-Welterweight-Finale zwischen Damarques Johnson und James Wilks. Obwohl seit zehn Jahren in Kalifornien lebend, konnte Wilks doch für das UK-Team bei der Show antreten. Nach einem Erfolg über den letzten Cage Rage-Welterweight-Titelträger Che Mills in der Qualifikation konnte Wilks anschließend zweimal Frank Lester in die Schranken weisen und sich so für das Finale qualifizieren. Damarques Johnson, der Wortführer im Team USA, konnte sich mit siegen über Ray Elbe, Dean Amasinger sowie Nick Osipczak für das Finale empfehlen.
Beide sind ungefähr gleich groß und daher dürfte die Reichweite kaum eine Rolle spielen. Auch sind beide eher auf der Matte zuhause, auch wenn die jüngsten Fights gezeigt haben, dass sie durchaus auch im Stand austeilen können. Wilks konnte während der Staffel permanent auf seinen Größenvorteil vertrauen, während Johnson im Halbfinale mit Osipczak einen gleichgroßen Gegner besiegen konnte und daher schon ein wenig Erfahrung hat.
Ich denke, dass sich beide am Boden wenig nehmen, daher beschränke ich mich auf den Stand. Hier dürfte Wilks eine Nuance besser sein, allerdings kann Johnson das durch sein gutes Clinch-Game mehr als nur ausgleichen und Power dürften beide haben. Ich schätze, dass Johnson der aggressivere Kämpfer im Käfig sein wird, während es sich Wilks wieder in der Mitte des Käfigs gemütlich machen wird und etwaige Angriffe mit seinem Jab kontert oder früh mit seinen Leg Kicks stört. Trotz allem glaube ich, dass Johnson, sobald er seine Reichweite gefunden hat, ein sehr großes Problem für Wilks darstellen wird. Irgendwann geht es in den Clinch und dort hat Wilks zuletzt wenig gezeigt, was mich zuversichtlich stimmt, er könne von dort aus den Fight in seine Richtung lenken. Johnson dürfte kräftemäßig Wilks Paroli bieten und den Clinch bestimmen. Ob es dann auf die Matte geht? Ich glaube nicht und ebensowenig glaube ich, dass Wilks wieder mit seinen Kniestößen durchkommen wird. Johnson dürfte, wenn er erst einmal seine Chance gerochen hat, aggressiv darauf drängen, den Kampf zu beenden. Soweit wird es zwar nicht kommen, aber ich glaube, dass Johnson einfach der bessere Allrounder der beiden ist und somit im Verlaufe der Runden massiv Punkte sammeln wird, sodass er am Ende über die Punkte gewinnen sollte.
Tipp: Damarques Johnson durch Unanimous Decision

-Lightweight Fight:
Clay Guida (25-9-0) vs. Diego Sanchez (20-2-0)


Kommen wir nun zum Main Event der Show und damit zum letzten Fight des Abends. Seit Diego Sanchez gegen die beiden American Kickboxing Academy-Kollegen Josh Koscheck und Jon Fitch Niederlagen einstecken musste, befindet sich der TUF 1-Middleweight Champion erneut auf einer Serie von drei Siegen in Folge. Nach seinem Wechsel ins Lightweight und dem anschließenden Siegen über Joe Stevenson könnte ein Erfolg über Clay Guida die Tür zu einem Titelkampf gegen den Gewinner des Titelkampfes zwischen BJ Penn und Kenny Florian weit aufstoßen. Das gleiche Ziel verfolgt auch sein Widersacher Clay Guida. Nachdem seine UFC-Karriere anfangs aus Höhen und Tiefen bestand, konnte Guida zuletzt von Erfolg zu Erfolg eilen und dabei Samy Schiavo, Mac Danzig und Nate Diaz besiegen. Diego Sanchez soll für Guida nun der dritte TUF-Champion auf der Siegesbilanz werden.
Der Fight verspricht im Vorfeld vor allem, schnell zu werden. Beide zeichnete schon immer ihre Kondition aus, die es ermöglichte, auch in der dritten Runde noch Vollgas zu geben. Guida ist dabei der bessere Wrestler, während Diego Sanchez zuletzt mehr auf sein Standup setzte, obwohl er immer noch ein sehr guter Grappler ist. Probleme hatte Sanchez immer mit kräftigen Wrestler, die eine konservative Strategie gegen ihn gefahren sind. Das erste trifft auf Guida noch zu, das zweite überhaupt nicht. Für Guida gibt es nur eine Geschwindigkeit und zwar Vollgas nach vorne. Guida wird wie so oft von einem Shoot zum nächsten eilen und versuchen, am Boden über die Top Control und das Ground And Pound entweder einen vorzeitigen Erfolg oder aber zumindest Punkte auf den Scorecards zu sichern. Sanchez dürfte sich anfangs zumindest noch auf Sprawl And Brawl beschränken, irgendwann aber selbst die Initiative ergreifen, schließlich ist die Rückenlage für Wrestler die unangenehmste Position. Sollte Sanchez den Fight auf die Matte bringen können, dürfte er dort Guida früher oder später in einen Aufgabegriff bekommen, dafür ist Guida manchmal zu sorglos in der Offensive.
Alles in allem dürfte der Main Event auch der Fight Of The Night mit dem besseren Ende für Sanchez werden, denke ich. Er ist physisch auf einem Level it Guida, hat aber die größere Reichweite und das bessere Grappling. Ein Fehler von Guida und Sanchez kann ihn sofort dafür bestrafen und wer Guidas "Kopf-durch-die-Wand"-Mentalität kennt, weiß, dass sich da hin und wieder ein Fehler einschleichen wird.
Tipp: Diego Sanchez durch Submission in Runde 3


Fazit:
Als Fazit bleibt wohl nur zu sagen, dass die UFC den Fans hier einen absoluten Leckerbissen im FreeTV bietet. Sanchez gegen Guida und Diaz gegen Stevenson sind für 2009 richtungsweisende Kämpfe im Lightweight, da alle Beteiligten sich noch dieses Jahr einen Titelkampf verdienen können. Dazu die zwei interessanten TUF-Finalfights und eine solide Undercard. Der Fight zwischen Lytle und Burns fällt zwar etwas ab, aber bei Chris Lytle weiß man zumindest, dass der immer für einen guten Fight oder schönen KO gut ist, von daher sollte dem Wunsch der Fans da auch entsprochen worden sein. Ich freue mich auf die Show und hoffe, dass ich da nicht der einzige bleiben werde.

In diesem Sinne, Let's Get It On,
Can Shamrock


Nachrichten in diesem Thema
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 01.04.2009, 17:16
Update (18.06.09) - von Can Shamrock - 18.06.2009, 14:11
[Kein Betreff] - von Double F - 18.06.2009, 14:35
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 18.06.2009, 14:37
Undercard Preview - von Can Shamrock - 18.06.2009, 19:27
Maincard Preview - von Can Shamrock - 18.06.2009, 19:27
[Kein Betreff] - von Christian - 18.06.2009, 23:23
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 19.06.2009, 05:27
Weigh-In Results - von Christian - 20.06.2009, 01:15
[Kein Betreff] - von Can Shamrock - 20.06.2009, 08:47

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