26.04.2010, 01:43
Zitat:Original von Can Shamrock
Zitat:Original von DiViNoNach der Logik darf es aber auch kein Mitleid für Entwicklungshelfer geben, die vielleicht bei einem Attentat umkommen, die könnten mit Sicherheit auch in Deutschland ihre Brötchen verdienen.
Ist doch nur die ehrliche Meinung. So hart es sich anhört, keiner wird gezwungen in einer Kriegsgegend zu dienen. Jeder, der dort hingeht, weiß, dass er sich für ein gewisses Entgelt einer Gefahr aussetzt, da muss man auch nicht unbedingt Mitleid haben bzw heucheln. Die führen ihren Job aus, wie Millionen andere Mitbürger ... Bei manchen reicht es halt für ein gutbezahlten Job im Innenland, andere müssen sich ihre Brötchen halt im Ausland verdienen, ob es nun an mangelnder Intelligenz oder übermäßigem Patriotismus liegt. Einer drückt es härter aus, der andere nicht. Auch ich hab schon Angst um Freunde gehabt, weil sie in Krisengebieten waren, aber das ist deren Entscheidung. Trauer? Ja! Mitleid? Nur mit den Angehörigen, nicht mit den Soldaten ... Deren Entscheidung, deren Schicksal, egal wie hart sich das anhört.
Und natürlich auch kein Mitleid für Polizisten. Die werden, weil an der Waffe geschult, eh zu Mördern ausgebildet und zweitens sind sie selbst schuld, wenn sie andere beschützen. Die wissen doch, dass sie sich da in Gefahr begeben. Könnten mit Sicherheit auch beim Lidl an der Kasse arbeiten. Selbst schuld, wenn sie sterben. Achja, da sie für den deutschen Staat arbeiten, sind sie auch automatisch Nazi-Fascho-Kapitalisten.
Warum nicht gemäßigt, wenn es auch total provokant geht.
;)
Und der Vergleich des im Kriegsgebiet dienenden Soldaten und des Polizisten hinkt doch schon etwas. Ich hab es doch extra gesagt ... Kein Soldat wird GEZWUNGEN in so ein Krisengebiet zu gehen, allerhöchstens mit Geld gelockt. Diese Leute setzen sich wissentlich diesen Gefahren aus. Sicherlich ist es traurig, dass dort Landsleute sterben, aber es ist ja nun nicht so, als hätte ihn keiner gesagt, dass dort auch mit scharfer Munition geschossen wird.
Gut, auch Polizisten können sich ins Ausland versetzen lassen, in einer Botschaft arbeiten und dem Land dienen, aber auch dann werden sie über mögliche, kalkulierbare bis unkalkulierbare, Risiken aufgeklärt.
Dann widerum gibts Polizisten/Bundespolizisten, wie z.B. mein Bruder, die im Inland ihre Arbeit verrichten. Sicherlich bleibt auch da ein Risiko, aber Polizisten und Soldaten auf eine Ebene zu stellen halte ich schon für etwas gewagt ... Das fängt beim bildungstechnischen Stand ( Jeder, sorry, "Idiot" - ich kenne genug, zum Glück nur flüchtig ;) - kann zum Bund ... Ist nunmal ein Fakt. Polizei hingegen erfordert schon etwas mehr. Ich erinner mich da ein juraähnliches Studium bei meinem Bruder ) an und hört dabei auf, dass wir in Deutschland keine kriegsähnlichen Gebiete haben.
Übrigens hab ich die Wörter Polizist und Mörder nie in einem Kontext erwähnt, würd ich auch nicht.
Polizisten beschützen die deutschen Staatsbürger. Was die Bundeswehr in Afghanistan macht erschließt sich mir hingegen nicht so ganz. Schutz des deutschen Volkes? Quasi der eigentliche Sinn der Bundeswehr? Ich sagte ja schon, dass Auslandseinsätze einer deutschen Armee sowieso ein heikles Thema sind bzw sein sollten. Viele Länder mischen sich dort in Belange ein, die sie nicht wirklich was angehen ... Und das Resultat? Teile des Islams verstehen nicht, warum die westlichen Staaten dort Weltverbesserer spielen wodurch widerum Hass gebündelt wird ... Und dieser Hass kann vor der eigenen Haustür mehr Schaden anrichten, als dass man in diesen Krisenregionen was aufbauen kann. Seit Oktober 2001 sind dort Truppen stationiert ... Man hat ein grausames Regime abgelöst,schön und gut. Man hat eine Regierung installiert, den Leuten dort quasi das regieren abgenommen ... Man könnt es auch Schattenregierung nennen. Aber hält das die Leute vom Morden ab? Von Anschlägen? Eher nicht. Ich wage zu behaupten, dass, seitdem westliche Truppen in Ländern wie Afghanistan oder dem Irak stationiert sind, deutlich mehr Zivilisten durch Anschläge getötet werden, als es vorher der Fall war ... Die "Weltverbesserer-Medaille" hat immer 2 Seiten ... Man sollte beide betrachten.
Ich schweife ab ... Der wichtige Unterschied nochmal kurz zusammengefasst ... Ich persönlich spüre, dass die Polizei für meinen Schutz sorgt, mein Freund und Helfer ist ... Bei der Bundeswehr hab ich dieses Gefühl nicht. Jedenfalls nicht bei einem sinnfreien Konflikt ferab der Heimat, von daher hinkt dieser Vergleich für mich.
Kurz zum Entwicklungshelfer ... Auch die setzen sich einer Gefahr aus in diversen Ländern der dritten Welt, ist nunmal so. Das muss jeder für sich selbst abwägen. Es ist ja schön, dass Leute helfen wollen, aber bevor ich direkt vor Ort den barmherzigen Samariter spiele achte ich doch lieber auf mich und mein eigenes Leben. Klingt egoistisch, aber eine Portion Egoismus gehört für mich dazu. Ich respektiere die Arbeit dieser Leute, allein schon deshalb, weil ich persönlich wohl viel zu viel Panik hätte in solchen Krisengebieten draufzugehen, aber es ist halt nur Respekt. Falls dort jemand stirbt oder entführt wird ist das natürlich auch traurig, aber ob ich Mitleid empfinde weiß ich nicht. Wohl eher nicht ... In z.B. einem Gebiet, in dem sich 2 verfeindete Warlords und deren Truppen gegenseitig die Rüben wegknallen würd ich z.B. nicht als Entwicklungshelfer arbeiten wollen, da wär mir mein eigenes Leben erstmal wichtiger. Und wenn diversen Leuten dort eine realistische Einschätzung der Lage fehlt, dann kann ich da halt wenig Mitleid verspüren, egal wie karikativ der eigentliche Zweck sein soll ... Frei nach dem Motto: Ist ja nicht so, als hätte sie keiner gewarnt
Polizei in Deutschland - Recht kalkulierbares Risiko
Bundeswehr, Entwicklungshelfer - Unkalkulierbare Risiken
... Meine Meinung.
Sorry, wenn wir vom Thema abdriften, aber immerhin mal wieder ne Diskussion hier.

