26.04.2010, 15:37
Zitat:Original von Ronald Großpietsch
1. Sie fordern den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan
2. Die unzureichende Aufarbeitung der Vergangenheit
3. Die Korrespondenz mit linksradikalen Gruppen
Das sind alles Themen, die nicht so wirklich "meine" persönlichen politischen Themen sind.
Nach Ansicht der Linken hätte der Einmarsch niemals stattfinden dürfen, da die Gründe und Erfolgsaussichten bereits von Anfang an von ihr in Frage gestellt wurden. Der "Krieg" wird daher als großes Unrecht gegenüber den Soldaten und auch den Afghanen angesehen, was natürlich nicht das Unrecht der Taliban rechtfertigt. Die Konsequenz aus dieser Haltung ist, dass der schnellstmögliche Abzug gefordert wird, womit nicht eine blinde Flucht, sondern ein durchaus verantwortungsvoller geordneter Abzug etwa innerhalb eines Jahres verstanden wird. Klar, was passiert mit Afghanistan, wenn die Soldaten verschwunden sind? Die Frage stelle ich mir natürlich auch und hoffe, dass die internationale Staatengemeinschaft durch Verhandlungen und Ausbildung der Afghanen eine bessere Lösung bereitstellen kann, als dass die Taliban einfach wieder über das Land herfallen. Aber so wie jetzt kann es einfach nicht weitergehen, ich sehe überhaupt keine Perspektive, dass das Land durch unsere Besatzung zu Frieden kommt und möchte nicht, dass weitere deutsche Soldaten ihr Leben bei derart schlechten Erfolgsaussichten verlieren. Ich bin allerdings bezüglich der linken Friedenspolitik ein schlechter Ansprechpartner, da ich mich en Detail damit nicht beschäftigt habe und mir entgegen der Parteihaltung durchaus Situationen vorstellen kann, in denen Kriegsführung nötig ist. Ich finde es aber eigentlich toll, dass die Linke sich hierbei so dermaßen quer stellt, weil dadurch die Forderung nach einer viel stärkeren und nicht von den USA angeführten UNO bekräftigt wird, was überhaupt erst die Voraussetzung für einen irgendwie "gerechten" Krieg ist.
Eigentlich wollte ich zu den beiden anderen Punkten auch etwas schreiben, aber da ich als Wessi und überhaupt nicht Radikaler nicht so viel Ahnung von diesen Themen habe (sollte ich zugegeben vielleicht als Wähler), bin ich da mal still. Wenns nach mir geht, wird Vergangenheitsbewältigung großgeschrieben und nicht mit Gruppen zusammengearbeitet, die gewaltbereit sind oder die Demokratie in Frage stellen und diese Haltung ist meiner Erfahrung nach nicht unbedingt eine Ausnahmeerscheinung in der Linken.
