04.05.2010, 17:28
Zu der Schaffung der World Heavyweight Championship von 1905 kam es aus den folgenden Gründen:
Die USA sind im Vergleich zu den europäischen Nationen ein sehr junges Land. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war man zeitlich sogar noch sehr viel näher an der Erklärung der Unabhängigkeit von 1776 dran, der Bürgerkrieg lag nur 40 Jahre zurück. Da den USA einfach die Geschichte fehlte, fühlte man sich dort gegenüber Europa minderwertig und versuchte zwanghaft eine eigene Kultur zu entwickeln. Und man wollte endlich kulturell auch mal überlegen sein. Dies natürlich auch im sportlichen Bereich. Dieser Minderwertigkeitskomplex ist in der amerikanischen Kultur tief verwurzelt, die Auswirkungen sieht man heute noch, wenn man genau hinschaut. Man will unbedingt der beste weltweit sein, in allen Belangen.
In Sachen Wrestling holten die Amerikaner schon früh europäische Stars ins Land, damit sie für die dortigen Champions wie William Muldoon den Job machen konnten. Europäische und türkische Stars wie André Christol, Theobaud Bauer und Koca Youssuf Ishmailo verdienten damals gutes Geld in den Staaten. Man promotete die regionalen Champions teilweise sogar als World Champions, doch es war wohl hinreichend bekannt, dass die griechisch-römische Wrestlingszene in Europa sehr viel weiter entwickelt war und die amerikanischen World Champions immer nur American Champions waren. Der Minderwertigkeitskomplex sorgte dafür, dass sich die Bezeichnung "American Champion" durchsetzte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die USA erstmals soweit, dass sie mit ihrer Freestyle-Szene in etwa gleich auf mit der Greco-Roman-Kultur Europas waren. Obwohl die beiden Stile eigentlich nicht miteinander in Matches koppelbar sind, wollte man unbedingt ein Entscheidungsmatch herbeiführen. In Europa war damals Georg Hackenschmidt die absolute Nummer 1, auch in Freestyle-Matches schlug er sich gut. In den USA waren Tom Jenkins und Frank Gotch die Top-Namen, die beiden ließen den American Heavyweight Title untereinander hin und herwechseln.
Die Manager vereinbarten schließlich zwei Matches zwischen American Champion Tom Jenkins und Europa-Champion Hackenschmidt, die letzterer beide gewinnen konnte. Das entscheidende Freestyle-Match in den USA promotete man sinnigerweise als Entscheidungsmatch um die World Heavyweight Championship. Jenkins war eh auf dem absteigenden Ast, deswegen hatten die amerikanischen Manager kein Problem ihn verlieren zu lassen. Stattdessen setzten sie auf Frank Gotch, der kurz darauf den American Title von Jenkins zurückgewann und immer weiter aufgebaut wurde.
1908 kam es dann zum lange verabredeten Kampf zwischen Hackenschmidt und Gotch, den Gotch gewann. Alle Beteiligten verdienten durch diesen Jahre andauernden Angle damals gutes Geld, auch Hackenschmidt war damals wohl physisch mehr oder weniger am Ende.
Das wichtigste an der Sache war für die Amerikaner aber: Der Weltmeister Hackenschmidt, ein Europäer, verlor den Titel an den Amerikaner Frank Gotch. Seit diesem Tag fühlen sich die Amerikaner in Sachen Wrestling den Europäern überlegen, es interessierte sie kaum, dass der World Title ab jetzt nur selten außerhalb der USA verteidigt wurde. Hinzukam, dass durch den baldigen Weltkrieg die Wrestlingkultur in Europa fast zerstört wurde. Ich behaupte die Schaffung des World Heavyweight Titles von 1905 bis zum Titelgewinn Frank Gotchs im Jahr 1908 war ein gewaltiger von den Managern erdachter Angle, der nur dazu diente, letztlich die Überlegenheit der Amerikaner (Gotch) über die Europäer (Hack) darzustellen.
Die USA sind im Vergleich zu den europäischen Nationen ein sehr junges Land. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war man zeitlich sogar noch sehr viel näher an der Erklärung der Unabhängigkeit von 1776 dran, der Bürgerkrieg lag nur 40 Jahre zurück. Da den USA einfach die Geschichte fehlte, fühlte man sich dort gegenüber Europa minderwertig und versuchte zwanghaft eine eigene Kultur zu entwickeln. Und man wollte endlich kulturell auch mal überlegen sein. Dies natürlich auch im sportlichen Bereich. Dieser Minderwertigkeitskomplex ist in der amerikanischen Kultur tief verwurzelt, die Auswirkungen sieht man heute noch, wenn man genau hinschaut. Man will unbedingt der beste weltweit sein, in allen Belangen.
In Sachen Wrestling holten die Amerikaner schon früh europäische Stars ins Land, damit sie für die dortigen Champions wie William Muldoon den Job machen konnten. Europäische und türkische Stars wie André Christol, Theobaud Bauer und Koca Youssuf Ishmailo verdienten damals gutes Geld in den Staaten. Man promotete die regionalen Champions teilweise sogar als World Champions, doch es war wohl hinreichend bekannt, dass die griechisch-römische Wrestlingszene in Europa sehr viel weiter entwickelt war und die amerikanischen World Champions immer nur American Champions waren. Der Minderwertigkeitskomplex sorgte dafür, dass sich die Bezeichnung "American Champion" durchsetzte.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die USA erstmals soweit, dass sie mit ihrer Freestyle-Szene in etwa gleich auf mit der Greco-Roman-Kultur Europas waren. Obwohl die beiden Stile eigentlich nicht miteinander in Matches koppelbar sind, wollte man unbedingt ein Entscheidungsmatch herbeiführen. In Europa war damals Georg Hackenschmidt die absolute Nummer 1, auch in Freestyle-Matches schlug er sich gut. In den USA waren Tom Jenkins und Frank Gotch die Top-Namen, die beiden ließen den American Heavyweight Title untereinander hin und herwechseln.
Die Manager vereinbarten schließlich zwei Matches zwischen American Champion Tom Jenkins und Europa-Champion Hackenschmidt, die letzterer beide gewinnen konnte. Das entscheidende Freestyle-Match in den USA promotete man sinnigerweise als Entscheidungsmatch um die World Heavyweight Championship. Jenkins war eh auf dem absteigenden Ast, deswegen hatten die amerikanischen Manager kein Problem ihn verlieren zu lassen. Stattdessen setzten sie auf Frank Gotch, der kurz darauf den American Title von Jenkins zurückgewann und immer weiter aufgebaut wurde.
1908 kam es dann zum lange verabredeten Kampf zwischen Hackenschmidt und Gotch, den Gotch gewann. Alle Beteiligten verdienten durch diesen Jahre andauernden Angle damals gutes Geld, auch Hackenschmidt war damals wohl physisch mehr oder weniger am Ende.
Das wichtigste an der Sache war für die Amerikaner aber: Der Weltmeister Hackenschmidt, ein Europäer, verlor den Titel an den Amerikaner Frank Gotch. Seit diesem Tag fühlen sich die Amerikaner in Sachen Wrestling den Europäern überlegen, es interessierte sie kaum, dass der World Title ab jetzt nur selten außerhalb der USA verteidigt wurde. Hinzukam, dass durch den baldigen Weltkrieg die Wrestlingkultur in Europa fast zerstört wurde. Ich behaupte die Schaffung des World Heavyweight Titles von 1905 bis zum Titelgewinn Frank Gotchs im Jahr 1908 war ein gewaltiger von den Managern erdachter Angle, der nur dazu diente, letztlich die Überlegenheit der Amerikaner (Gotch) über die Europäer (Hack) darzustellen.
