07.04.2011, 20:31
Du bestehst halt auf dieser Erfolgsbilanz gerechnet nach Jahren. Und wenn nun 10 Jahre von 100 Jahren fehlen, begründe dies keinen durchgehenden Erfolg. Das ist aber ein total falscher Standpunkt.
Es gab eine kontinuierlich gute und erfolgreiche Wrestlingszene in Europa. Durchgehend - das ist ein Fakt und auch die beiden Weltkriege ändern daran nichts. Während der Kriegsjahre gab es sogar noch Turniere bis nach 1942. Und in Frankreich war der Neubeginn sogar noch schneller nach Kriegsende gekommen, als hier in den zerstörten Besatzungszonen. Ende 1945 organisierten sich die Boxer neu und ab 1946 war das auch im Lager der Berufsringer der Fall.
Du definierst den Erfolg in Deutschland nur nach der Maßgabe, ob eine Stadt hier den größten Teil des 20. Jahrhunderts durchgehend riesige Zuschauerzahlen hatte. Den Vergleich zwischen Vancouver, St. Louis oder New York kann man nicht automatisch auf eine deutsche Großstadt übertragen. Alleine schon die damals unterschiedlichen Kampfstile lassen das nicht zu. Der Freistil konnte sich in den USA schneller etablieren und hier blieb an eben bis zur Jahrhundertmitte noch beim gr.-röm. Stil. Aber selbst der klassische Stil war in der Gesamtbetrachtung ein großer Erfolg. Gründe, warum ich die Szene Deutschland und USA nicht direkt vergleichen kann, gibt es viele. Neben den damals unterschiedlichen Stilen wäre ein weiterer Grund das Turniersystem, das es so in den USA nicht gab.
Die erfolgreichste Zeitspanne in Mitteleuropa waren die 70er und 80er Jahre. Man könnte annehmen, dass aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem 1. Weltkrieg ein Einbruch zu verzeichnen gewesen wäre. Das es nicht so war, beschrieb der deutsche Historiker Gerhard Schäfer 1982 so:
"Es gab nach dem Ersten Weltkrieg, in der Blütezeit der Zwanziger Jahre, große bedeutende Ringkampf-Konkurrenzen."
"So blieb es nicht aus, daß die dreißiger Jahre erneut zu einer Blütezeit des Berufsringkampfes wurden."
Der nächste Grund wäre, dass die Szene, etwa in St. Louis, damals keinen Einfluss auf die Shows in Deutschland oder Österreich hatte. Man muss das europäische Catchen vom amerikanischen Pro-Wrestling getrennt betrachten. Gründe wurden schon viele genannt.
Es ist letztlich eine Frage der Auslegung und persönlichen Ansicht, ob ich den Fokus auf Nordamerika oder Europa lege. "Wäre" trifft nicht zu, denn es gab, wie schon mehrfach geschrieben, einen durchgehend guten Erfolg. Dass das von vielen Leuten in Nordamerika nicht realisiert wird, hängt maßgeblich von der Unwissenheit über die deutsche und österreichische Szene ab. Ich glaube nicht, dass der große Erfolg der Turniere groß in den USA bekannt ist. Man kennt wahrscheinlich nicht mal solche Namen wie Gustl Kaiser, Georg Blemenschütz, Rudolf Zurth oder Paul Berger, die das Catchen in Mitteleuropa maßgeblich geprägt haben. Ich weiß, dass die Kenntnisse über die amerik. Szene auch in Deutschland weit besser sind, als über die eigene Geschichte. Es ist der meiste Teil des Catchens in der Masse nicht bekannt und so lässt sich natürlich auch leicht sagen, dass Europa keinen durchgehenden Erfolg gehabt hätte. Die Maßgabe 1/10 weniger von 100 Jahren ist kein vernünftiger Grund dafür.
Letztlich ist es ein Fakt, dass das Catchen in Deutschland erfolgreich war und auch der klassische Stil. Letzterer hat ja hier immerhin gut 70 Jahre existiert im Profiringkampf.
Zitat:Original von Nefercheperur
Auch hier, mehr wollte ich garnicht sagen mit meiner Aussage. Wenn man jetzt animmt das nur waehrend der Zeit des Krieges keine grossen Shows stattfanden, dann sind das immerhin im 1 & 2 Weltkrieg zusammen gezaehlt 10 Jahre, und damit 1/10 vom 20 Jahrhundert! Das ist ein enormer Nachteil der alleine in diesen 10 Jahren entstanden ist.
Es gab eine kontinuierlich gute und erfolgreiche Wrestlingszene in Europa. Durchgehend - das ist ein Fakt und auch die beiden Weltkriege ändern daran nichts. Während der Kriegsjahre gab es sogar noch Turniere bis nach 1942. Und in Frankreich war der Neubeginn sogar noch schneller nach Kriegsende gekommen, als hier in den zerstörten Besatzungszonen. Ende 1945 organisierten sich die Boxer neu und ab 1946 war das auch im Lager der Berufsringer der Fall.
Du definierst den Erfolg in Deutschland nur nach der Maßgabe, ob eine Stadt hier den größten Teil des 20. Jahrhunderts durchgehend riesige Zuschauerzahlen hatte. Den Vergleich zwischen Vancouver, St. Louis oder New York kann man nicht automatisch auf eine deutsche Großstadt übertragen. Alleine schon die damals unterschiedlichen Kampfstile lassen das nicht zu. Der Freistil konnte sich in den USA schneller etablieren und hier blieb an eben bis zur Jahrhundertmitte noch beim gr.-röm. Stil. Aber selbst der klassische Stil war in der Gesamtbetrachtung ein großer Erfolg. Gründe, warum ich die Szene Deutschland und USA nicht direkt vergleichen kann, gibt es viele. Neben den damals unterschiedlichen Stilen wäre ein weiterer Grund das Turniersystem, das es so in den USA nicht gab.
Die erfolgreichste Zeitspanne in Mitteleuropa waren die 70er und 80er Jahre. Man könnte annehmen, dass aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem 1. Weltkrieg ein Einbruch zu verzeichnen gewesen wäre. Das es nicht so war, beschrieb der deutsche Historiker Gerhard Schäfer 1982 so:
"Es gab nach dem Ersten Weltkrieg, in der Blütezeit der Zwanziger Jahre, große bedeutende Ringkampf-Konkurrenzen."
"So blieb es nicht aus, daß die dreißiger Jahre erneut zu einer Blütezeit des Berufsringkampfes wurden."
Der nächste Grund wäre, dass die Szene, etwa in St. Louis, damals keinen Einfluss auf die Shows in Deutschland oder Österreich hatte. Man muss das europäische Catchen vom amerikanischen Pro-Wrestling getrennt betrachten. Gründe wurden schon viele genannt.
Zitat:Man koennte doch auch sagen, wenn das Wrestling in Deutschland und Europa erfolgreicher gewessen waere, dann haette es auch mehr Promotions gegeben.
Es ist letztlich eine Frage der Auslegung und persönlichen Ansicht, ob ich den Fokus auf Nordamerika oder Europa lege. "Wäre" trifft nicht zu, denn es gab, wie schon mehrfach geschrieben, einen durchgehend guten Erfolg. Dass das von vielen Leuten in Nordamerika nicht realisiert wird, hängt maßgeblich von der Unwissenheit über die deutsche und österreichische Szene ab. Ich glaube nicht, dass der große Erfolg der Turniere groß in den USA bekannt ist. Man kennt wahrscheinlich nicht mal solche Namen wie Gustl Kaiser, Georg Blemenschütz, Rudolf Zurth oder Paul Berger, die das Catchen in Mitteleuropa maßgeblich geprägt haben. Ich weiß, dass die Kenntnisse über die amerik. Szene auch in Deutschland weit besser sind, als über die eigene Geschichte. Es ist der meiste Teil des Catchens in der Masse nicht bekannt und so lässt sich natürlich auch leicht sagen, dass Europa keinen durchgehenden Erfolg gehabt hätte. Die Maßgabe 1/10 weniger von 100 Jahren ist kein vernünftiger Grund dafür.
Letztlich ist es ein Fakt, dass das Catchen in Deutschland erfolgreich war und auch der klassische Stil. Letzterer hat ja hier immerhin gut 70 Jahre existiert im Profiringkampf.
