10.06.2011, 13:18
Ich finde es toll, dass du mittlerweile so intensiv mit Leuten wie Herrn Hornbaker, Hisa und Ayoub zusammenarbeitest, dass du auf ihren Homepages erwähnt wirst ;) Ich bin es echt leid von Leuten wie Steve Yohe zu lesen, dass es auf dem alten Kontinent niemanden gäbe, der sich intensiv um die Wrestlinggeschichte bemüht.
Ich habe mir übrigens jetzt mal das Buch "Minnesota's Golden Age of Wrestling" von George Schire zugelegt und gebe mal eine kleine Beurteilung dazu ab:
Zu Darstellung und Aufbau:
Das Buch ist optisch eigentlich ganz gut gelungen, das große DIN A4-Format stört mich nur ein wenig. Die vielen Bilder sind schwarz-weiß gehalten und meiner Meinung nach hätten es sogar noch etwas mehr sein können, aber das hätte dann wohl die Kosten für die Veröffentlichung gesprengt.
Die ersten 2/3 des Buches befassen sich mit der Geschichte der AWA und zwar ganz chronologisch Jahr für Jahr. Im letzten Drittel sind Profile der wichtigsten Akteure enthalten.
Der Fließtext wird ergänzt durch Informationen am Rand der Seite oder in großen Kästen. Das ist in meinen Augen nicht so gelungen, da man im Buch nie weiß, wann der beste Zeitpunkt ist, eine dieser Randinfos zu lesen. Hinterher ist man da schlauer, aber irgendwie macht es den chronologischen Aspekt ein wenig kaputt.
Zum Inhalt:
Bei der chronologischen Abhandlung der AWA-Geschichte braucht man keine Angst zu haben, dass wie beispielsweise bei der McMahon'schen AWA-DVD die ersten Jahrzehnte im Zeitraffer durchlaufen, nur um sich dann extensiv um den Untergang der Liga zu bemühen. Im Gegenteil, das letzte halbe Jahrzehnt wird nur ganz kurz beleuchtet (vielleicht zu kurz), während die Fünfziger, Sechziger, Siebziger und die erste Hälfte der Achtziger Jahre sehr detailliert behandelt werden.
Man kann sich diese Chronologie so vorstellen, als hätte man eine Minnesota-Results-Liste Card für Card in erzählender Prosa-Form niedergeschrieben und dabei Unwichtiges weggelassen. Das könnte das Buch für Leute interessant machen, die sich halbwegs gut mit den einzelnen Akteuren (auch im Midcard-Bereich) der damaligen Zeit auskennen und die darin geübt sind, Results-Listen zu durchstöbern. Für mich (und mein AWA-Halbwissen) war diese Form teilweise ein Vorteil und teilweise ein Nachteil.
Vorteilhaft war, dass man beim Lesen einen sehr guten Eindruck darüber vermittelt bekommt, über welchen Zeitraum und in welchem Ausmaß die einzelnen Akteure eine große Bedeutung hatten. Beispielsweise war ich mir über die Relevanz von Leuten wie Larry Hennig, Stan Kowalski, Larry Heiniemi und Crusher Blackwell oder Teams wie den Kalmikoffs nie wirklich so im Klaren wie nach Lektüre dieses Buches. Außerdem bekommt man alle Ergebnisse, Angles und Fehden in der richtigen Reihenfolge geboten, was einem das Gefühl gibt, die Geschichte ein wenig nachzuerleben.
Schwierig war es für mich jedoch immer, wenn Namen von Midcardern auftauchten, mit denen ich nicht schon im Vorherein etwas verbinden konnte. Mit mehr Bildern und Erläuterungen hätte man dies etwas erleichtern können. Dies ist ein erster Grund, warum die Lektüre etwas anstrengend werden konnte. Ein zweiter Grund ist, dass George Schire nicht in der Lage war, die allerwichtigsten Ereignissen und Matches gebührend zu präsentieren. Für jedes Ereignis hat er ungefähr drei bis vier Zeilen parat und springt dann zum nächsten Match, teilweise wirkt es wie eine endlose Aneinanderreihung von Disqualifikationen und False Finishes, ohne dass man näheres über das Zustandekommen des Eregebnisses erfährt. Leider macht er bei dieser Darstellung keinen Unterschied, ob es sich um ein Midcard-Match oder beispielsweise um das Match zwischen Gagne und Bockwinkel von 1980 handelt, bei dem Gagne den Champion nach 5 Jahren Regentschaft entthronte. Man gewinnt nicht den Eindruck als wären manche Matches oder Titelwechsel wichtiger als andere. Andererseits kommt Schire damit sicher aber auch Leuten entgegen, die eh schon bekannten Stories nicht erneut lesen wollen.
Ein weiterer Nachteil aus meiner Sicht ist, dass Schire dem Buchtitel entsprechend die AWA fast ausschließlich aus Minnesota-Sicht schildert. Man gewinnt den Eindruck, als würde außerhalb der Twin Cities nicht viel passieren.
Unterm Strich empfehle ich das Buch jedem AWA-Interessierten ... Voraussetzung ist nur, dass man auf jeden Fall Vorkenntnisse über die Stars der Fünfziger, Sechziger und Siebziger mitbringen muss, sonst könnte das Buch sehr anstrengend werden ... und man sollte nicht zu viel über die Achtziger erwarten.
Ich habe mir übrigens jetzt mal das Buch "Minnesota's Golden Age of Wrestling" von George Schire zugelegt und gebe mal eine kleine Beurteilung dazu ab:
Zu Darstellung und Aufbau:
Das Buch ist optisch eigentlich ganz gut gelungen, das große DIN A4-Format stört mich nur ein wenig. Die vielen Bilder sind schwarz-weiß gehalten und meiner Meinung nach hätten es sogar noch etwas mehr sein können, aber das hätte dann wohl die Kosten für die Veröffentlichung gesprengt.
Die ersten 2/3 des Buches befassen sich mit der Geschichte der AWA und zwar ganz chronologisch Jahr für Jahr. Im letzten Drittel sind Profile der wichtigsten Akteure enthalten.
Der Fließtext wird ergänzt durch Informationen am Rand der Seite oder in großen Kästen. Das ist in meinen Augen nicht so gelungen, da man im Buch nie weiß, wann der beste Zeitpunkt ist, eine dieser Randinfos zu lesen. Hinterher ist man da schlauer, aber irgendwie macht es den chronologischen Aspekt ein wenig kaputt.
Zum Inhalt:
Bei der chronologischen Abhandlung der AWA-Geschichte braucht man keine Angst zu haben, dass wie beispielsweise bei der McMahon'schen AWA-DVD die ersten Jahrzehnte im Zeitraffer durchlaufen, nur um sich dann extensiv um den Untergang der Liga zu bemühen. Im Gegenteil, das letzte halbe Jahrzehnt wird nur ganz kurz beleuchtet (vielleicht zu kurz), während die Fünfziger, Sechziger, Siebziger und die erste Hälfte der Achtziger Jahre sehr detailliert behandelt werden.
Man kann sich diese Chronologie so vorstellen, als hätte man eine Minnesota-Results-Liste Card für Card in erzählender Prosa-Form niedergeschrieben und dabei Unwichtiges weggelassen. Das könnte das Buch für Leute interessant machen, die sich halbwegs gut mit den einzelnen Akteuren (auch im Midcard-Bereich) der damaligen Zeit auskennen und die darin geübt sind, Results-Listen zu durchstöbern. Für mich (und mein AWA-Halbwissen) war diese Form teilweise ein Vorteil und teilweise ein Nachteil.
Vorteilhaft war, dass man beim Lesen einen sehr guten Eindruck darüber vermittelt bekommt, über welchen Zeitraum und in welchem Ausmaß die einzelnen Akteure eine große Bedeutung hatten. Beispielsweise war ich mir über die Relevanz von Leuten wie Larry Hennig, Stan Kowalski, Larry Heiniemi und Crusher Blackwell oder Teams wie den Kalmikoffs nie wirklich so im Klaren wie nach Lektüre dieses Buches. Außerdem bekommt man alle Ergebnisse, Angles und Fehden in der richtigen Reihenfolge geboten, was einem das Gefühl gibt, die Geschichte ein wenig nachzuerleben.
Schwierig war es für mich jedoch immer, wenn Namen von Midcardern auftauchten, mit denen ich nicht schon im Vorherein etwas verbinden konnte. Mit mehr Bildern und Erläuterungen hätte man dies etwas erleichtern können. Dies ist ein erster Grund, warum die Lektüre etwas anstrengend werden konnte. Ein zweiter Grund ist, dass George Schire nicht in der Lage war, die allerwichtigsten Ereignissen und Matches gebührend zu präsentieren. Für jedes Ereignis hat er ungefähr drei bis vier Zeilen parat und springt dann zum nächsten Match, teilweise wirkt es wie eine endlose Aneinanderreihung von Disqualifikationen und False Finishes, ohne dass man näheres über das Zustandekommen des Eregebnisses erfährt. Leider macht er bei dieser Darstellung keinen Unterschied, ob es sich um ein Midcard-Match oder beispielsweise um das Match zwischen Gagne und Bockwinkel von 1980 handelt, bei dem Gagne den Champion nach 5 Jahren Regentschaft entthronte. Man gewinnt nicht den Eindruck als wären manche Matches oder Titelwechsel wichtiger als andere. Andererseits kommt Schire damit sicher aber auch Leuten entgegen, die eh schon bekannten Stories nicht erneut lesen wollen.
Ein weiterer Nachteil aus meiner Sicht ist, dass Schire dem Buchtitel entsprechend die AWA fast ausschließlich aus Minnesota-Sicht schildert. Man gewinnt den Eindruck, als würde außerhalb der Twin Cities nicht viel passieren.
Unterm Strich empfehle ich das Buch jedem AWA-Interessierten ... Voraussetzung ist nur, dass man auf jeden Fall Vorkenntnisse über die Stars der Fünfziger, Sechziger und Siebziger mitbringen muss, sonst könnte das Buch sehr anstrengend werden ... und man sollte nicht zu viel über die Achtziger erwarten.
