05.04.2012, 20:04
Aus aktuellem Anlass schlage ich einmal vor, über Günter Grass' Gedicht zu sprechen, in dem er Israel scharf kritisiert.
Hier das Gedicht, damit sich alle eine Meinung bilden können:
Meine Meinung:
Ich finde den Ansatz von Grass Diskussion längst überfällig. Israel ist keinesfalls der besonnene demokratische Staat, der in allein Medien so oft suggeriert wird, sondern geht diese Demokratie immer weiter Richtung jüdischem Gottesstaat.
Auch wenn der Iran immer der Buhmann des Westens ist, kann man Israel eine kriegstreiberische Politik nicht absprechen - und zwar unter dem Deckmantel der Verteidigung. Israel braucht sich ob des Hasses, den sie in der Region ausgelöst haben auch nicht wundern - ebensowenig der Westen, der Israels Okkupationspolitik von fremden Ländereien fördert und unterstützt.
Sagt jemand etwas gegen Israel, wird er gleich als Nazi oder Antisemit beschimpft und verunglimpft, dabei hat Israel, wenn sie je Narrenfreiheit aufgrund der schrecklichen Ereignisse des Holocausts hatten längst aufgebraucht! Das jetzige Israel ist in seiner Expansionspolitik nicht besser als jede andere Diktatur, die Krieg um Land geführt hat.
Schlagen wir den Bogen zurück zu Grass: Ja sein Gedicht ist provokant, und ja Irans Staatspräsident leugnet den Holocaust, aber Israel ist niemand mehr den man aufgrund seiner Vergangenheit mit Samthandschuhen anfassen sollte! Die verdienen vielmehr einen Tritt in den Hintern die okkupierten Gelände endlich zurück zu geben und die Gründung eines Palästinenserstaates zuzulassen. Sperrt sich Israel weiter und versäumt es die von der Israellobby viel zu stark beeinflusste USA ein Machtwort zu sprechen, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Region erneut in Flammen steht.
Günter Grass hat, wie ich finde eine Diskussion angestoßen, die wirklich nötig war und ich würde mir von Politikern und Medien eine objektivere Beurteilung wünschen. Seine Vergangenheit und das fehlende Erwähnen des Holocausts mögen problematisch sein, doch letzteres kommt mir mittlerweile als Pauschalentschuldigung für sämtliche Missetaten Israels vor.
Da ist es im Grunde kein Wunder das ein Ahmadinedschad diese Argument, durch die Leugnung des Holocausts (auch wenn das arg plumb ist) zu entkräften.
Und zu den Aussagen Ahmadinedschads muss man auch sagen, dass es immer noch mit Vorsicht zu genießen ist, was übersetzt wird. Einmal schon musste die ARD einen schweren Übersetzungsfehler bei den gemachten Aussagen zugeben - auch Englisch und Französisch wird im Fernsehen nur sinngemäß und nicht wortwörtlich übersetzt. Ich bin wahrlich ein Medien-Verschwörungstheoretiker, erhoffe mir aber auch auf diesem Feld in Zukunft bessere Arbeit der Medien.
Hier das Gedicht, damit sich alle eine Meinung bilden können:
Zitat:Warum schweige ich, verschweige zu lange,Quelle
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.
Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?
Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.
Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.
Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.
Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.
Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.
Meine Meinung:
Ich finde den Ansatz von Grass Diskussion längst überfällig. Israel ist keinesfalls der besonnene demokratische Staat, der in allein Medien so oft suggeriert wird, sondern geht diese Demokratie immer weiter Richtung jüdischem Gottesstaat.
Auch wenn der Iran immer der Buhmann des Westens ist, kann man Israel eine kriegstreiberische Politik nicht absprechen - und zwar unter dem Deckmantel der Verteidigung. Israel braucht sich ob des Hasses, den sie in der Region ausgelöst haben auch nicht wundern - ebensowenig der Westen, der Israels Okkupationspolitik von fremden Ländereien fördert und unterstützt.
Sagt jemand etwas gegen Israel, wird er gleich als Nazi oder Antisemit beschimpft und verunglimpft, dabei hat Israel, wenn sie je Narrenfreiheit aufgrund der schrecklichen Ereignisse des Holocausts hatten längst aufgebraucht! Das jetzige Israel ist in seiner Expansionspolitik nicht besser als jede andere Diktatur, die Krieg um Land geführt hat.
Schlagen wir den Bogen zurück zu Grass: Ja sein Gedicht ist provokant, und ja Irans Staatspräsident leugnet den Holocaust, aber Israel ist niemand mehr den man aufgrund seiner Vergangenheit mit Samthandschuhen anfassen sollte! Die verdienen vielmehr einen Tritt in den Hintern die okkupierten Gelände endlich zurück zu geben und die Gründung eines Palästinenserstaates zuzulassen. Sperrt sich Israel weiter und versäumt es die von der Israellobby viel zu stark beeinflusste USA ein Machtwort zu sprechen, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Region erneut in Flammen steht.
Günter Grass hat, wie ich finde eine Diskussion angestoßen, die wirklich nötig war und ich würde mir von Politikern und Medien eine objektivere Beurteilung wünschen. Seine Vergangenheit und das fehlende Erwähnen des Holocausts mögen problematisch sein, doch letzteres kommt mir mittlerweile als Pauschalentschuldigung für sämtliche Missetaten Israels vor.
Da ist es im Grunde kein Wunder das ein Ahmadinedschad diese Argument, durch die Leugnung des Holocausts (auch wenn das arg plumb ist) zu entkräften.
Und zu den Aussagen Ahmadinedschads muss man auch sagen, dass es immer noch mit Vorsicht zu genießen ist, was übersetzt wird. Einmal schon musste die ARD einen schweren Übersetzungsfehler bei den gemachten Aussagen zugeben - auch Englisch und Französisch wird im Fernsehen nur sinngemäß und nicht wortwörtlich übersetzt. Ich bin wahrlich ein Medien-Verschwörungstheoretiker, erhoffe mir aber auch auf diesem Feld in Zukunft bessere Arbeit der Medien.
