01.10.2012, 17:46
Nun da hier ja die Glaubwürdigkeit verschiedener Moves angesprochen wird, gebe ich hier auch gerne meinen Senf dazu.
Ich finde es sowieso schwierig, wenn man sich einige Finisher anguckt, die Moves je nach dem welcher Move es schon einmal zu einem Finisher gebracht hat, in besonders Sellingwürdig und eher weniger Sellingwürdig einzustufen.
Zunächst sei gesagt, dass ich finde, das jeder Move seine Berechtigung hat.
Ich würde grundsätzlich jeden Wrestlingmove in 3 Kategorien einteilen. Jede Kategorie dient dann einem anderen Zweck und dies soll in Kurzbeschreibung auch dargestellt werden.
1. "Wear Down" Moves
Diese Kategorie beschreibt primär offensive Moves, die darauf gerichtet sind den Gegner eben kampfunfähig zu machen - wobei hier oft der Weg das Ziel ist.
Als Beispiel würde ich die meisten - wenn nicht alle Suplexvarianten nennen - denn: Grundsätzlich kann ein einfacher Suplex niemals zum Sieg führen. Er ist eben dazu da, dem Gegner durch das Schlagen auf die Matte die Luft zu nehmen und ihn so eben abzukämpfen.
2. Konter Moves
Diese Moves sind grundsätzlich dazu da, das Momentum des Gegners zu durchbrechen. Ist ein Gegner einmal im Momentum drin, werden eben hauptsächlich "Wear Down" Moves eingesetzt. Konter Moves, wie z.B. Hip Toss, Arm Drag oder auch die Flying Clotheline von HBK werden meist aus der Bedrängnis heraus eingesetzt, um das Momentum des Gegners zu brechen. Sie müssen nicht viel Impact haben, haben sie Impact geht dieser Bereich fließend in den Wear Down Bereich über. Ein Armdrag wird eben nicht zur Beendigung eines Matches führen. Natürlich sind typische Kontermoves wie z.B. der DDT, der aus sehr sehr vielen Positionen angesetzt werden kann auch potenzielle Finisher - dazu im nächsten Abschnitt.
3. Potenzielle Finisher
Als potenzielle Finisher würde ich alle Moves bezeichnen, die so hart sind, dass sie eben nicht mehr in den Wear Down Bereich passen, sondern eben geeignet sind, den Gegner für den 3 Count auf der Matte zu halten. Primär sollten in diese Kategorie alle Moves fallen, die auf einen Knockout des Gegners gerichtet sind, bzw. sich gegen den Kopf des Gegners richten. Oben nannte ich schon den DDT, dazu gehören sicher auch noch sämtliche Piledrivervarianten, der Superkick, Codebreaker, RKO, Pedigree (auch wenn ich den Move eigentlich nicht mag) usw. In besonders harten Fällen können auch Powerbombs gerne Finisher sein, besonders wenn sie hart und spektakulär aussehen (Jackknife, Last Ride...). Der Chokeslam des Undertaker ist ebenfalls ein guter Finisher, wie ich finde, da er durch das Würgen des Gegners etwas brutales und irgendwo auch einzugartiges enthält. Sehr schön ist auch der Spear als Finisher, der wenn er richtig gesellt wird auch wirklich glaubhaft übel aussieht und weh tut!
Gar nicht gehen Moves wie der Playmaker von MVP, den ich einfach grottig als Finisher fand. Verteidigen muss ich an der Stelle den 619 von Mysterio, der sicher nicht hunderprozentig optimal ist, aber auch eine Aktion gegen den Kopf ist und somit für mich nicht unglaubwürdig.
4. Spezialfall Submission Moves
Ich habe mich entschlossen die Submission Moves in eine Art Spezialkategorie zu packen, weil ich finde, dass sie aus allen 3 vorher genannten Kategorien, mindestens aus Weardown und Finisher Merkmale haben.
So sind einige Submission Moves wie die Abdominal Stretch ausschließlich auf den Wear Down Effekt ausgerichtet. Ähnlich ist es mit dem Side Headlock, auch wenn man diesen auch gut als Finishermove brauchen könnte.
Alle anderen Holds sind natürlich z.T. spektakulär anzusehen (Stichwort Dragonsleeper) oder sehen schlicht verdammt schmerzhaft und deswegen cool aus (Surfbord, Anaconda Vice, STF, Crossface).
Die Glaubwürdigkeit dieser Moves steht größtenteils außer Frage.
5. Spezialfall #2: Toprope Moves
Die spektakulärsten Wrestlingmoves werden immer noch vom Toprope ausgeführt - wobei hier der Realismus oft ein Loch hat. Den ehrlich gesagt kann ich objektiv betrachtet die Bedeutung eines Moonsaults nur selten verstehen. Bzw wie Intention dahinter. Die Gefahr den Gegner zu verfehlen ist immens. Nun gibt es auch hier Unterschiede. Zum Beispiel empfinde ich den Elbow Drop als klassischen Wear Down Move, wie z.B. auch eine Launching Clotheline oder einen klassichen Double Axe. Dagegen haben ein Crossbody vom Toprope oder John Cenas Leg Drop von Top Rope für mich klares Finisherpotenzial, können im Falle vom Crossbody aber auch als Konter genutzt werden (siehe Kofi Kingston).
Was schließen wir daraus?
Rein von der Logik her, wenn man mir in dieser Meinung folgt, können Weardown Moves eigentlich nur nach einem 20-30 minütigen Match zum Pinfall führen, weil auch ein platter, aber nicht K.O.'er Gegner immer noch Zeit hat auszukicken. Ein gutes Beispiel ist hier Kurt Angles Finisher, den ich halt nur nach einem langen Match glaubwürdig finde, eben nach einigen Belly to Belly und German Suplexes, die den Gegner schon an die Grenzen getrieben haben. Vorher ist es einfach ein Slam, der nicht das Potenzial hat den Gegner so zu schocken, damit es ein Three Count wird.
Für das Wrestlingmatch bedeutet dies, dass primär Wear Down Moves mit dem Effekt auf jeweilige Körperteile gesellt werden müssen, genauso wie Submission Moves. Bei den potenziellen Finishern sollte man es dann nicht übertreiben, bzw. ist eine dramatische Phase mit vielen Kick Outs auch gerne gesehen. Es kann auch einmal eine Minute sein, in denen beide Wrestler völlig erschöpft auf der Matte liegen.
Das Problem was meiner Meinung nach die Indies z.T. haben (was ich vor allem in Japan beobachtet haben), und was Nef auch schon dargestellt hat, ist eben das manchmal 5-6 Folgeaktionen nur Potenzielle Finisher sind. Man muss auch hier ohne ein Beispiel zu nennen sagen, dass es immer noch auf die Moves ankommt - aber manchmal, nur manchmal ist es ein bisschen zu viel.
Ich bin selbst auch ein ROH-Fan, mir gefällt ein sehr gutes WWE Match aber oft auch einen Tick besser, weil es eher meiner Art von Sellingvorstellungen entspricht.
Diese Kritik soll natürlich nicht heißen, dass ich keine dramatischen Sequenzen mit Kick Outs etc. sehen will. Ich finde es halt auch toll, wenn auch in der Endphase eines Matches etwas anderes als (überspitzt ausgedrückt) nur Tritte gegen den Kopf kommen. Und natürlich weiß ich auch, dass es dies bei ROH auch gibt. Gerade ROH würde ich noch am ehesten von dieser Kritik ausnehmen.
Joa, soweit erstmal
Ich finde es sowieso schwierig, wenn man sich einige Finisher anguckt, die Moves je nach dem welcher Move es schon einmal zu einem Finisher gebracht hat, in besonders Sellingwürdig und eher weniger Sellingwürdig einzustufen.
Zunächst sei gesagt, dass ich finde, das jeder Move seine Berechtigung hat.
Ich würde grundsätzlich jeden Wrestlingmove in 3 Kategorien einteilen. Jede Kategorie dient dann einem anderen Zweck und dies soll in Kurzbeschreibung auch dargestellt werden.
1. "Wear Down" Moves
Diese Kategorie beschreibt primär offensive Moves, die darauf gerichtet sind den Gegner eben kampfunfähig zu machen - wobei hier oft der Weg das Ziel ist.
Als Beispiel würde ich die meisten - wenn nicht alle Suplexvarianten nennen - denn: Grundsätzlich kann ein einfacher Suplex niemals zum Sieg führen. Er ist eben dazu da, dem Gegner durch das Schlagen auf die Matte die Luft zu nehmen und ihn so eben abzukämpfen.
2. Konter Moves
Diese Moves sind grundsätzlich dazu da, das Momentum des Gegners zu durchbrechen. Ist ein Gegner einmal im Momentum drin, werden eben hauptsächlich "Wear Down" Moves eingesetzt. Konter Moves, wie z.B. Hip Toss, Arm Drag oder auch die Flying Clotheline von HBK werden meist aus der Bedrängnis heraus eingesetzt, um das Momentum des Gegners zu brechen. Sie müssen nicht viel Impact haben, haben sie Impact geht dieser Bereich fließend in den Wear Down Bereich über. Ein Armdrag wird eben nicht zur Beendigung eines Matches führen. Natürlich sind typische Kontermoves wie z.B. der DDT, der aus sehr sehr vielen Positionen angesetzt werden kann auch potenzielle Finisher - dazu im nächsten Abschnitt.
3. Potenzielle Finisher
Als potenzielle Finisher würde ich alle Moves bezeichnen, die so hart sind, dass sie eben nicht mehr in den Wear Down Bereich passen, sondern eben geeignet sind, den Gegner für den 3 Count auf der Matte zu halten. Primär sollten in diese Kategorie alle Moves fallen, die auf einen Knockout des Gegners gerichtet sind, bzw. sich gegen den Kopf des Gegners richten. Oben nannte ich schon den DDT, dazu gehören sicher auch noch sämtliche Piledrivervarianten, der Superkick, Codebreaker, RKO, Pedigree (auch wenn ich den Move eigentlich nicht mag) usw. In besonders harten Fällen können auch Powerbombs gerne Finisher sein, besonders wenn sie hart und spektakulär aussehen (Jackknife, Last Ride...). Der Chokeslam des Undertaker ist ebenfalls ein guter Finisher, wie ich finde, da er durch das Würgen des Gegners etwas brutales und irgendwo auch einzugartiges enthält. Sehr schön ist auch der Spear als Finisher, der wenn er richtig gesellt wird auch wirklich glaubhaft übel aussieht und weh tut!
Gar nicht gehen Moves wie der Playmaker von MVP, den ich einfach grottig als Finisher fand. Verteidigen muss ich an der Stelle den 619 von Mysterio, der sicher nicht hunderprozentig optimal ist, aber auch eine Aktion gegen den Kopf ist und somit für mich nicht unglaubwürdig.
4. Spezialfall Submission Moves
Ich habe mich entschlossen die Submission Moves in eine Art Spezialkategorie zu packen, weil ich finde, dass sie aus allen 3 vorher genannten Kategorien, mindestens aus Weardown und Finisher Merkmale haben.
So sind einige Submission Moves wie die Abdominal Stretch ausschließlich auf den Wear Down Effekt ausgerichtet. Ähnlich ist es mit dem Side Headlock, auch wenn man diesen auch gut als Finishermove brauchen könnte.
Alle anderen Holds sind natürlich z.T. spektakulär anzusehen (Stichwort Dragonsleeper) oder sehen schlicht verdammt schmerzhaft und deswegen cool aus (Surfbord, Anaconda Vice, STF, Crossface).
Die Glaubwürdigkeit dieser Moves steht größtenteils außer Frage.
5. Spezialfall #2: Toprope Moves
Die spektakulärsten Wrestlingmoves werden immer noch vom Toprope ausgeführt - wobei hier der Realismus oft ein Loch hat. Den ehrlich gesagt kann ich objektiv betrachtet die Bedeutung eines Moonsaults nur selten verstehen. Bzw wie Intention dahinter. Die Gefahr den Gegner zu verfehlen ist immens. Nun gibt es auch hier Unterschiede. Zum Beispiel empfinde ich den Elbow Drop als klassischen Wear Down Move, wie z.B. auch eine Launching Clotheline oder einen klassichen Double Axe. Dagegen haben ein Crossbody vom Toprope oder John Cenas Leg Drop von Top Rope für mich klares Finisherpotenzial, können im Falle vom Crossbody aber auch als Konter genutzt werden (siehe Kofi Kingston).
Was schließen wir daraus?
Rein von der Logik her, wenn man mir in dieser Meinung folgt, können Weardown Moves eigentlich nur nach einem 20-30 minütigen Match zum Pinfall führen, weil auch ein platter, aber nicht K.O.'er Gegner immer noch Zeit hat auszukicken. Ein gutes Beispiel ist hier Kurt Angles Finisher, den ich halt nur nach einem langen Match glaubwürdig finde, eben nach einigen Belly to Belly und German Suplexes, die den Gegner schon an die Grenzen getrieben haben. Vorher ist es einfach ein Slam, der nicht das Potenzial hat den Gegner so zu schocken, damit es ein Three Count wird.
Für das Wrestlingmatch bedeutet dies, dass primär Wear Down Moves mit dem Effekt auf jeweilige Körperteile gesellt werden müssen, genauso wie Submission Moves. Bei den potenziellen Finishern sollte man es dann nicht übertreiben, bzw. ist eine dramatische Phase mit vielen Kick Outs auch gerne gesehen. Es kann auch einmal eine Minute sein, in denen beide Wrestler völlig erschöpft auf der Matte liegen.
Das Problem was meiner Meinung nach die Indies z.T. haben (was ich vor allem in Japan beobachtet haben), und was Nef auch schon dargestellt hat, ist eben das manchmal 5-6 Folgeaktionen nur Potenzielle Finisher sind. Man muss auch hier ohne ein Beispiel zu nennen sagen, dass es immer noch auf die Moves ankommt - aber manchmal, nur manchmal ist es ein bisschen zu viel.
Ich bin selbst auch ein ROH-Fan, mir gefällt ein sehr gutes WWE Match aber oft auch einen Tick besser, weil es eher meiner Art von Sellingvorstellungen entspricht.
Diese Kritik soll natürlich nicht heißen, dass ich keine dramatischen Sequenzen mit Kick Outs etc. sehen will. Ich finde es halt auch toll, wenn auch in der Endphase eines Matches etwas anderes als (überspitzt ausgedrückt) nur Tritte gegen den Kopf kommen. Und natürlich weiß ich auch, dass es dies bei ROH auch gibt. Gerade ROH würde ich noch am ehesten von dieser Kritik ausnehmen.
Joa, soweit erstmal
