14.01.2013, 09:46
Zitat:Original von Pauleta
Was mir viel mehr Sorgen bereitet und bei der ganzen Debatte oft vergessen wird, ist, dass ja nicht nur Griechenland in der Klemme und unter dem Rettungsschirm steckt. Portugal, Spanien, Irland und italien müssen sich auch ordentlich winden, von der USA ganu zu schweigen. Und mal ehrlich, Deutschland ist mit mehr als 2 Billionen Euro, 2.000.000.000.000, verschuldet. 80 % des Gesamten Deutschen Wirtschaftsaufkommens in einem Jahr.
Jede größere westliche Industrienation ist total verschuldet, und Lichtjahre davon entfernt, die Schulden zu tilgen und das in Anbetracht des massiven Sozialabbaus der letzten jahre.
Na so einfach ist das nicht... Die Staatsverschuldungsqoute die Du ansprichst, ist die nach Maastricht-Regeln... Die ist sicher nicht uninteressant, aber nicht zwangsläugfig ausschlaggebend...
Siehe Spnien, das einen Verschuldungsstand so von knapp über 60 Prozent hätte und damit ja eigentlich gut dastehen müsste, was nunmal nicht der Fall ist...
Das größte Problem in Europa schlummert ganz woanders... Die größten Problemländer sind Frankreich und Großbritanien.
Großbritanien ist der Abstand schlimmste Fall der Welt und eigentlich hoffnungslos verschuldet. Nimmt man alle Schulden zusammen (also über de Schulden des Maastricht-Vertrages auch die der eigenen Bevölkerung und dann noch die der Banken im eigenen Land) kommt GB auf über 1.000 Prozent...
Auch ist in GB das Arbeitsrecht vollkommen marode, zudem die Eigenkapitalqoute der Banekn quasi nicht vorhanden. England wehrt sich ja auch gegen jegliche Regeln diesbezüglich, weil es natürlich Angst um seine Wirtschaft hat, die längst mit der Gesellschaft auf zu großem Fusse lebt...
In Frankreich ist auch das gesellschaftliche ein Riesenproblem. Hier ist es viel schwerer (als zum Beispiel in Italien) Arbeitsmarktreformen und Gesellschaftsreformen durchzusetzen. Bereits jetzt hat Frankreich ja durch Hollande einen Riesen-Wechsel vollzogen, der je besagt man solle die kriselnden Länder mehr unterstützen - Euro-Bonds und ähnliches auferlegen...
Zur Griechen-Pleite... Auch hier gibt es ja nur wenig andere Möglichkeiten! Man muss bedenken was eine Griechen-Pleite auslösen würde... Und da meine ich den Bankensektor. Die Eigenkapitalqoute haben viele noch nicht entsprechend erhöht und es wäre höchstwahrscheinlich das diese dann wieder auf Staatshilfen angewiesen sind, was wiederum diesen Domino-Effekt auslösen würde...
Im Grunde genommen geht es um Zeit um die Dinge entsprechend umzubauen... Was schwierig genug wird. Aber wir sollten auch nicht vergessen, dass die Märkte sich entsprechend auch immer wieder beruhigen konnten... Italien konnte zuletzt neue Schulden zu den günstigsten Zinsen seit Jahren aufnehmen - Portugal und Irland machen massive Fortschritte...
Und gerade Irland ist das Top-Beispiel dieser Schulden qoute... Irland hatte vor der Krise 32 Prozent - und sind innerhalb weniger Jahre massiv hochgeschossen - weil eben der Baneknsektor viel zu groß für das Land ist... Kommt der ins Schlingern wird es bei solchen Ländern sehr gefährlich...
Diesbezüglich sei auch mal ein Blick auf die Schweiz gegelegt, die an einem massiven Tropf der Banken hängt, vor dem einige bereits Angst haben...
Deutschland steht verhältnismässig (trotz 80 Prozent) gut da... das hat verschiedene Ursachen! Die Reformen sind seit über 10 Jahren auf den Weg gebracht... In Deutschland geht man längst andere Reformen schon wieder an...
Mecklenburg Vorpommern ist das Paradebeispiel. Hier hat man (Italien sollte sich ein Beispiel nehmen) die Kreisgebietereform nun durchgebracht. Aus 12 Landkreisen wurden 7 gemacht. Die sind zum teil nun natürlich größer als das Saarland, aber der Bevölkerung angepasst. MV ist zwei 2 Jahren kein Nehmerland mehr - das schafft nur MV inzwischen im Osten. Dieses Jahr könnte man eventuell das erste Mal geben werden. Dies ist deshalb so interessant, weil gerade hier vor der Poleneröffnung so eine Angst gemacht wurde...
Deutschland massivstes Problem sind inzwischen nicht die Finanzen (dort sind wir auf gutem - bis sehr gutem Weg), sondern der Demografische Wandel... So paradox das klingt, kann uns dabei die südländer-krise eventuell sogar etwas entgegen kommen...
