11.03.2013, 09:22
Ich liebe diesen Thread. 
@zbyszko: Was dein Absatz mit Bret Hart vs Triple H die Drawing Power betrifft, wuerde ich dir zustimmen das Bret Hart eine Fanbase in Europe hatte und dort viel Drawing Power hatte, anders waere er gar nicht Champion gewesen, in den USA und Canada war er kein Draw. Doch was war zuerst da? Bret Hart als Draw in Europe oder die WWF die auf diesen Markt setzte? Ich denke da gibt es immer eine Wechselwirkung, das eine foerdert das andere.
Bret Hart war imo mitte der 90er Jahre der groesste Draw in Europe, aber die WWF war denke ich schon vorher erfolgreich bevor Bret Hart an die Spitze kam. Der Summerslam 92 drawte sehr gut in London, da stand zwar Bret Hart im Main Event, doch die Tickets waren schon verkauft bevor das IC Title Match angekuendigt wurde. Man haette genauso gut einen anderen Main Event haben koennen und die Show waere damals ausverkauft gewesen. Davor gab es die European Expansion die ohne Bret Hart stattfand.
Ich glaube das Bret Hart zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz war. Ich meine damit, die WWF ging in Europe steil nach oben, und genau zu dem Zeitpunkt kam Bret Hart nach oben. Die Europaeischen Fans nahmen ihn als Star an und dadurch bekam er Drawing Power. Man darf auch nicht vergessen das der Europaeische Markt mitte der 90er Jahre schon uebersaettigt war und der Erfolg extrem zurueck ging, da war Bret Hart immer noch an der Spitze. Sicher kann Bret Hart nichts fuer die Fehler die die WWF machte, aber der Rueckgang des Erfolgs in Europe auch mit ihm noch an der Spitze zeigt das der Erfolg auch zu einem wichtigen Teil der Promotion zuzuschreiben ist.
Was Bret Hart in Canada betrifft, nun Bret Hart drawte teilweise gute Zahlen in Calgary, ausserhalb davon war er kein guter Draw. Erst als die gesamte Company 1997 Hot wurde, ging es in Canada auch steil bergauf. Davor waren die Zahlen von Bret Hart in Canada nicht so gut, hier kann man nicht davon sprechen das Bret Hart eine so grosse Fanbase hatte wie in Europe, dort war er DER Star, in den USA war er meistens nicht der Top Draw und in Canada einer von vielen. Die WWF hatte bis 1996 meistens mieserable Zahlen in Canada, man befand sich von 1990 bis 1996 in einem tief, das aenderte sich auch nicht mit Bret Hart. Ironischerweise war es ausgerechnet ein WWF Event im September 1996 mit Shawn Michaels vs Goldust um den WWF Title in einem Ladder Match in Toronto das den groessten Erfolg der WWF in Canada bedeutete seit Wrestlemania 6. Und dieser Event war ohne Bret Hart und kam voellig ueberraschend, selbst die WWF war ueberrascht davon. Das war damals der Startschuss der WWF in Canada zu einer sehr guten Zeit.
Deine Einschaetzung zu Triple H wuerde ich teilen jetzt wo ich darueber nach denke. Trips hatte mit The Game zwar einige Fans, aber nachhaltig war das nicht.
Was die neuen Duelle betrifft:
John Cena vs Hulk Hogan
1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Von gut kann man bei den beiden keine Rede sein. Ich finde beide ueberwiegend lausig im Ring. Cena`s Moveset als ich ihn das letzte Mal gesehen habe war immer noch extrem limitiert, und er fuehrt wie so viele Wrestler heutzutage so viel technisch falsch aus, es ist zum Heulen. Bei Hogan ist es das selbe, um Lou Thesz zu zitieren “Hogan kann keine Armbanduhr von einer Armbar unterscheiden“. Nun wertet man diese Kategorie vorallem auch nach der Matchqualitaet. Ich habe mir mal einige Cena Matches angeschaut wo Freunde von mir gemeint haetten das sie “relativ gut“ gewesen seien, das WM Match mit Shawn Michaels etwa, oder die Matches mit CM Punk. Ehrlich gesagt kann ich da nicht erkennen das sie “gut“ gewesen sind. Die Matches waren ohne Zweifel besser wie andere Cena Matches, aber von gut waren sie noch Lichtjahre entfernt. Bei Hogan war es das selbe, 99% der Hogan Matches sind lausig, es gibt ein paar die wuerde ich als durchschnittlich werten, etwa seine Matches in Japan mit Hansen oder Inoki. Ich denke das ist der Unterschied zwischen den beiden, Hogan war in Japan und musste dort seine Leistungen steigern, das wusste er und machte es wenn es noetig war. In der WWF war es nicht noetig also machte er es auch nicht, deswegen sind seine WWF Matches meistens so schlecht gewesen. Das gleiche mit der Match Routine, so gut wie jeder Top Star wird ein Routine Wrestler um die Dinge zu vereinfachen an die sich die Fans erinnern koennen. Aehnlich wie ein Konzert, Fans erinnern sich an bestimmte Songs/Gesten zur bestimmten Zeit und reagieren darauf, wie im Wrestling. Bei Cena der nur eine Arbeitsumgebung hat mit WWE ist es so das er es nie veraendern musste, Hogan konnte es veraendern. Cena ist athletischer, bewegt sich schneller, ist kraeftiger, das macht seine Matches vielleicht spektakulaerer, aber nicht besser. Deswegen ein knapper “Sieg“ von Hogan da er zwischen den beiden wenigstens eine handvoll bessere Matches ablieferte.
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines, Gimmick)
Mein erster Gedanke war sofort Hogan klar den Punkt zu geben, aber denke mal kurz darueber nach: Charisma wuerde ich klar an Hogan geben, Cena hat zwar auch Charisma, aber Hogan ist da in einer anderen Welt. Micwork ist ein interessanter Punkt. Hogan`s Interviews waren intensiv und sie kamen gut rueber, ABER Hogan war absolut lausig am Mic, die WWF zeichnete seine Interviews meist auf weil er sich die ganze Zeit versprach. Er war nicht besonders gut. Cena`s Stil gefaellt mir nicht, das rappen schon gar nicht, aber er kommt mir natuerlicher rueber. Was das Gimmick betrifft, das Rapper Gimmick von Cena finde ich total laecherlich, kann kaum glauben das man ihn ernst nimmt, aber gibt genuegend die das wohl tun. Hogan`s All American Gimmick war auch auf Kinder ausgelegt, aber nicht nur. Ausserdem hatte er spaeter mit dem Holllywood Hogan Gimmick noch mal einen riesen Erfolg als Heel. Deswegen wuerde ich den Gesamtpunkt an Hogan geben, aber nicht so deutlich wie ich zuerst dachte.
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Das ist ein klarer Punkt an Hogan. Cena drawt heutzutage besser wie andere zur selben Zeit, aber Hogan drawte in seinem schlechtesten Jahr bis 1991 besser wie Cena in seinem besten Jahr.
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
Klarer Punkt an Hogan, will nicht wissen wie viele Title Cena in den 10 Jahren bei WWE geschafft hat, aber was sind die wirklich wert? 10 x WWE Champion? 2x World Heavyweight Champion? Wenn interessierts? Die Bedeutung der Title ist enorm zurueck gegangen, das war bei Hogan anders. Da koennen beide nichts dafuer, aber Hogan wuerde dennoch in dieser Kategorie klar gewinnen.
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Das entscheidende ist fuer mich immer in dieser Kategorie die beiden Zusaetze “positiv“ und “Business“! Bei Hogan faellt mir sehr viel Einfluss ein, aber das meiste eben Promotion bezogen und negativ. Hogan beeinflusste in den 80er Jahren die WWF und das gesamte Business, seine Drawing Power war enorm, aber die Gesamtzuschauerzahlen im Pro Wrestling brachen insgesamt ein waehrend Hogan in der WWF enorm drawte. Ob man das nun positiv oder negativ auslegt bleibt jedem selbst ueberlassen. Dann der Steroidenskandal wo seine Aussage war das er nur zweimal im Leben Steroide nahm, was Vince fast ins Gefaengnis brachte (weil dadurch erst richtig die Aufmerksamkeit auf den Skandal kam und die Untersuchung anlief gegen Vince) und die WWF an den Rand des Ruins. In der WCW hatte Hogan auch sehr viel Einfluss, aber positiven? Als er zur WCW kam stiegen zwar die Zahlen an, aber die Qualitaet der WCW sank ins Bodenlose. Hogan`s Freunde wurden gepusht, die Qualitaet der WCW sank. So was wertet man mehr, den kurzzeitigen Anstieg der Zuschauerzahlen oder das negative Auswirken auf die Qualitaet? Dann der NWO Angle, Hot as it gets am Anfang und sehr positiv auf das gesamte Business (wobei Hogan ja “nur“ dazu kam als der Angle schon lief), und dann durch Machtpolitik auch vorallem von Hogan zerstoerte er nicht nur den NWO Angle sondern auch die WCW gleich mit, und zog auch den gesamten Trend mit nach unten in Nord Amerika. Ich sehe bei Hogan eben vorallem auch sehr viel negativen Einfluss, er hat sicherlich auch einiges positives bewirkt, aber das meiste eben auch negativ beeinflusst.
Alleine deswegen wuerde ich schon John Cena den Punkt geben. Cena gefaellt mir auch nicht, aber er ist das Aushaengeschild der WWE seit 7-8 Jahren jetzt, also etwa so lang wie Hogan insgesamt. Nur Cena hat noch einige Jahre vor sich, Hogan`s Zeit ist vorbei, das ist ein Unterschied. Was viele vergessen ist denke ich warum John Cena an der Spitze steht seit so vielen Jahren. Das liegt nicht nur an der Drawing Power sondern auch daran das er die Company so gut vertreten kann. Mir faellt niemand ein bei WWE der das so gut koennte wie John Cena. Man hoert das in der Oeffentlichkeit nicht, und darueber wird nie gesprochen aber was glaubt ihr wie viele oeffentliche Auftritte das Aushaengeschild von WWE heutzutage machen muss? Er muss Interviews geben, die WWE bei Medienterminen vertreten, Besuche irgendwelcher Organisationen bewaeltigen, etc etc. Der Kalender von Cena wird um einiges voller sein wie der andere WWE Stars. Darin war Hogan zugegeben auch sehr gut und absolvierte auch viele Termine, aber Cena hat es imo perfektioniert. Gut jetzt mit seiner Affaere vor kurzem hat sein Image gelitten, aber dennoch der #1 Company Guy wie kaum ein anderer. Dadurch praegt er auch das Image einer ganzen Promotion. Imo hat er da durchaus positiven Einfluss auf WWE gehabt.
Bei mir gewinnt Hogan dennoch 4-1. Hogan ist der groessere Star, doch positiver sehe ich eindeutig John Cena. Dadurch glaube ich auch das Cena sehr viel positiver in Erinnerung bleiben wird wie Hogan, und das ist imo wichtiger wie Starpower, zumindest fuer mich.
Scott Hall vs. Kevin Nash
1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Dieser Punkt geht klar an Hall. Nash konnte nicht wrestlen, war natuerlich auch groesser aber das soll keine Entschuldigung sein. Nicht umsonst heisst sein Spitzname “Big Lazy“. Er war zwar solide in dem Part das seine offensive gut aussah, aber sein Selling wenn er einstecken musste war lausig. Hall war in der Lage gute Matches abzuliefern mit guten Gegnern und sein Selling war um einiges besser. Auch kein sehr guter Wrestler aber doch klar besser wie Nash.
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines, Gimmick)
Also Charisma wuerde ich Hall mehr zuschreiben wie Nash, auch was das Micwork betrifft sehe ich Hall etwas vorne. Nash war zeitweise solide und witzig in der WCW, aber meistens mit Hall an seiner Seite. Alleine fand ich Nash nie gut. Hall war variabler fand ich, Nash war doch sehr fixiert auf eine Rolle, da spielt auch das Gimmick mit rein. Punkt geht an Hall.
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Nash war ein lausiger Draw. Der Lowest Drawing WWWF/WWF/WWE Champion der Geschichte. Auch in der WCW war seine Drawing Power begrenzt. Er war Teil einer Storyline (NWO) die kurze Zeit drawte und da hatte er seinen Anteil daran, wie auch Hall, aber sonst war er auch einer der verantwortlichen warum dieser Angle den Bach runter ging. Nash bekam zeitweise aber wenigstens die Chance sich zu beweisen, Hall nicht, das spricht fuer Nash. Hall war selbst schuld durch seine Drogen und Alkoholprobleme war er fuer eine Company viel zu Risikoreich ihn nach ganz oben zu pushen. Punkt an Nash, allerdings sehe ich auch das in Hall mehr Potential gesteckt haette.
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
Punkt muesste an Nash gehen, klar.
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Wie bei Hogan sehe ich bei diesen beiden sehr viel negativen Einfluss der ihren wenigen positiven Einfluss bei weitem uebertrifft. Sie beide galten als Egospieler die einige Angles versaut haben weil sie unprofessionell waren. Das gilt fuer die WWF wie auch WCW. Man bedenke mal an Hall`s Zeit die letzten 4 Monate in der WWF 1996 wo er sogar suspendiert wurde und auf dem Weg zur WCW so Motivationslos wirkte wie es nur ging. Man denke an Hall wie er ab 1998 so unprofessionell war das er betrunken und unter Drogeneinfluss wrestlete und damit Matches und Angles versaute bis er auch suspendiert wurde, was ebenfalls der WCW enorm schadete. Bei Nash ist es so das er ebenfalls einige Matches und Storylines upfuckte durch seine Egospielchen, allerdings eben nicht nur als Wrestler sondern auch als Booker der WCW. Die Kategorie laeuft bei mir eher darauf hinaus “wer von den beiden hat weniger negativen Einfluss gehabt als der andere“. Enorm schwierig zu beurteilen. Nash war mehr derjenige der Matchspielchen machte, Hall derjenige der durch seine Drogen und Alkoholprobleme unprofessioneller war. Unentschieden bei mir.
Also gewinnt Hall mit 2-1. Ich denke auch hier das Nash der groessere Star war, das aber Hall positiver in Erinnerung bleiben wird in Zukunft.
Ric Flair vs. Buddy Rogers
1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Rogers war schrecklich im Ring. Lou hatte recht. Flair war einer der besten Wrestler der Welt in den 80er Jahren. Absolut kein Vergleich, klarer Punkt by a mile von Flair.
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines, Gimmick)
Auch hier geht der Punkt an Flair. Rogers bildete zwar sein Charackter ab, war sehr gut am Mic, konnte Storylines tragen, hatte viel Charisma, aber imo kam er nicht an Flair heran. Flair war zu seiner besten Zeit ein Gott am Mic, denke das da nicht viele heran kommen. Charisma hatte er imo auch mehr wie Rogers von dem was ich sah. Rogers hat mich nie so gut unterhalten koennen.
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Als Rogers sein Nature Boy Gimmick zum Laufen brachte da drawte er ueberall wo er hinkam. Im Osten, im Westen, im Sueden, im Norden, in Canada, ueberall…Rogers war 3-4 Jahre der Top Draw im Pro Wrestling, davor war er ein paar weitere Jahre ein guter Draw. Flair hatte als Draw nur 1983 wo er Top war und die NWA zog, danach ging die NWA unter, aber das lag ja nicht an Flair. Die NWA war am Ende weil man so viele Fehler machte, ohne Flair waere die Promotion einige Jahre frueher am Ende gewesen, mit Flair ueberlebte man wenigstens noch ein paar Jahre. Dennoch Punkt an Rogers.
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
Flair gewann mehr Title, Rogers gewann sehr viel weniger. Flair hat groessere Siege erreicht, Rogers hat sehr oft verloren. Flair war laenger die #1, Rogers war nur kurz die #1. Als Rogers Champion war, bedeutete es jedoch mehr. Unentschieden daher fuer mich.
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Rogers war inovativ, er kopierte zwar auch einiges von George, entwickelte das jedoch weiter. Im Ring entwickelte er seinen Routine Ablauf, er entwickelte Moves die es heute noch gibt, er entwickelte seinen Charackter der sehr Einflussreich war. Nicht alles davon war aber positiv. Flair war ebenfalls einflussreich was Wrestler nach ihm betrifft, zu seiner Zeit war er einflussreich in der NWA. Der Punkt ist, auch bei ihm war nicht alles positiv, gerade was das Ansehen des NWA World Heavyweight Title betrifft, das Image des Titles verlor mit Flair erheblich an Bedeutung. Ich wuerde Rogers den Punkt geben.
Bei mir also 2-2 Unentschieden. Ich glaube Flair wird mehr in Erinnerung bleiben, ganz einfach weil er sehr viel spaeter kam. Rogers ist jetzt schon fast vergessen wenn man ueber ehemalige Stars spricht, er ist jetzt schon kriminell unterschaetzt.

@zbyszko: Was dein Absatz mit Bret Hart vs Triple H die Drawing Power betrifft, wuerde ich dir zustimmen das Bret Hart eine Fanbase in Europe hatte und dort viel Drawing Power hatte, anders waere er gar nicht Champion gewesen, in den USA und Canada war er kein Draw. Doch was war zuerst da? Bret Hart als Draw in Europe oder die WWF die auf diesen Markt setzte? Ich denke da gibt es immer eine Wechselwirkung, das eine foerdert das andere.
Bret Hart war imo mitte der 90er Jahre der groesste Draw in Europe, aber die WWF war denke ich schon vorher erfolgreich bevor Bret Hart an die Spitze kam. Der Summerslam 92 drawte sehr gut in London, da stand zwar Bret Hart im Main Event, doch die Tickets waren schon verkauft bevor das IC Title Match angekuendigt wurde. Man haette genauso gut einen anderen Main Event haben koennen und die Show waere damals ausverkauft gewesen. Davor gab es die European Expansion die ohne Bret Hart stattfand.
Ich glaube das Bret Hart zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz war. Ich meine damit, die WWF ging in Europe steil nach oben, und genau zu dem Zeitpunkt kam Bret Hart nach oben. Die Europaeischen Fans nahmen ihn als Star an und dadurch bekam er Drawing Power. Man darf auch nicht vergessen das der Europaeische Markt mitte der 90er Jahre schon uebersaettigt war und der Erfolg extrem zurueck ging, da war Bret Hart immer noch an der Spitze. Sicher kann Bret Hart nichts fuer die Fehler die die WWF machte, aber der Rueckgang des Erfolgs in Europe auch mit ihm noch an der Spitze zeigt das der Erfolg auch zu einem wichtigen Teil der Promotion zuzuschreiben ist.
Was Bret Hart in Canada betrifft, nun Bret Hart drawte teilweise gute Zahlen in Calgary, ausserhalb davon war er kein guter Draw. Erst als die gesamte Company 1997 Hot wurde, ging es in Canada auch steil bergauf. Davor waren die Zahlen von Bret Hart in Canada nicht so gut, hier kann man nicht davon sprechen das Bret Hart eine so grosse Fanbase hatte wie in Europe, dort war er DER Star, in den USA war er meistens nicht der Top Draw und in Canada einer von vielen. Die WWF hatte bis 1996 meistens mieserable Zahlen in Canada, man befand sich von 1990 bis 1996 in einem tief, das aenderte sich auch nicht mit Bret Hart. Ironischerweise war es ausgerechnet ein WWF Event im September 1996 mit Shawn Michaels vs Goldust um den WWF Title in einem Ladder Match in Toronto das den groessten Erfolg der WWF in Canada bedeutete seit Wrestlemania 6. Und dieser Event war ohne Bret Hart und kam voellig ueberraschend, selbst die WWF war ueberrascht davon. Das war damals der Startschuss der WWF in Canada zu einer sehr guten Zeit.
Deine Einschaetzung zu Triple H wuerde ich teilen jetzt wo ich darueber nach denke. Trips hatte mit The Game zwar einige Fans, aber nachhaltig war das nicht.
Was die neuen Duelle betrifft:
John Cena vs Hulk Hogan
1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Von gut kann man bei den beiden keine Rede sein. Ich finde beide ueberwiegend lausig im Ring. Cena`s Moveset als ich ihn das letzte Mal gesehen habe war immer noch extrem limitiert, und er fuehrt wie so viele Wrestler heutzutage so viel technisch falsch aus, es ist zum Heulen. Bei Hogan ist es das selbe, um Lou Thesz zu zitieren “Hogan kann keine Armbanduhr von einer Armbar unterscheiden“. Nun wertet man diese Kategorie vorallem auch nach der Matchqualitaet. Ich habe mir mal einige Cena Matches angeschaut wo Freunde von mir gemeint haetten das sie “relativ gut“ gewesen seien, das WM Match mit Shawn Michaels etwa, oder die Matches mit CM Punk. Ehrlich gesagt kann ich da nicht erkennen das sie “gut“ gewesen sind. Die Matches waren ohne Zweifel besser wie andere Cena Matches, aber von gut waren sie noch Lichtjahre entfernt. Bei Hogan war es das selbe, 99% der Hogan Matches sind lausig, es gibt ein paar die wuerde ich als durchschnittlich werten, etwa seine Matches in Japan mit Hansen oder Inoki. Ich denke das ist der Unterschied zwischen den beiden, Hogan war in Japan und musste dort seine Leistungen steigern, das wusste er und machte es wenn es noetig war. In der WWF war es nicht noetig also machte er es auch nicht, deswegen sind seine WWF Matches meistens so schlecht gewesen. Das gleiche mit der Match Routine, so gut wie jeder Top Star wird ein Routine Wrestler um die Dinge zu vereinfachen an die sich die Fans erinnern koennen. Aehnlich wie ein Konzert, Fans erinnern sich an bestimmte Songs/Gesten zur bestimmten Zeit und reagieren darauf, wie im Wrestling. Bei Cena der nur eine Arbeitsumgebung hat mit WWE ist es so das er es nie veraendern musste, Hogan konnte es veraendern. Cena ist athletischer, bewegt sich schneller, ist kraeftiger, das macht seine Matches vielleicht spektakulaerer, aber nicht besser. Deswegen ein knapper “Sieg“ von Hogan da er zwischen den beiden wenigstens eine handvoll bessere Matches ablieferte.
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines, Gimmick)
Mein erster Gedanke war sofort Hogan klar den Punkt zu geben, aber denke mal kurz darueber nach: Charisma wuerde ich klar an Hogan geben, Cena hat zwar auch Charisma, aber Hogan ist da in einer anderen Welt. Micwork ist ein interessanter Punkt. Hogan`s Interviews waren intensiv und sie kamen gut rueber, ABER Hogan war absolut lausig am Mic, die WWF zeichnete seine Interviews meist auf weil er sich die ganze Zeit versprach. Er war nicht besonders gut. Cena`s Stil gefaellt mir nicht, das rappen schon gar nicht, aber er kommt mir natuerlicher rueber. Was das Gimmick betrifft, das Rapper Gimmick von Cena finde ich total laecherlich, kann kaum glauben das man ihn ernst nimmt, aber gibt genuegend die das wohl tun. Hogan`s All American Gimmick war auch auf Kinder ausgelegt, aber nicht nur. Ausserdem hatte er spaeter mit dem Holllywood Hogan Gimmick noch mal einen riesen Erfolg als Heel. Deswegen wuerde ich den Gesamtpunkt an Hogan geben, aber nicht so deutlich wie ich zuerst dachte.
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Das ist ein klarer Punkt an Hogan. Cena drawt heutzutage besser wie andere zur selben Zeit, aber Hogan drawte in seinem schlechtesten Jahr bis 1991 besser wie Cena in seinem besten Jahr.
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
Klarer Punkt an Hogan, will nicht wissen wie viele Title Cena in den 10 Jahren bei WWE geschafft hat, aber was sind die wirklich wert? 10 x WWE Champion? 2x World Heavyweight Champion? Wenn interessierts? Die Bedeutung der Title ist enorm zurueck gegangen, das war bei Hogan anders. Da koennen beide nichts dafuer, aber Hogan wuerde dennoch in dieser Kategorie klar gewinnen.
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Das entscheidende ist fuer mich immer in dieser Kategorie die beiden Zusaetze “positiv“ und “Business“! Bei Hogan faellt mir sehr viel Einfluss ein, aber das meiste eben Promotion bezogen und negativ. Hogan beeinflusste in den 80er Jahren die WWF und das gesamte Business, seine Drawing Power war enorm, aber die Gesamtzuschauerzahlen im Pro Wrestling brachen insgesamt ein waehrend Hogan in der WWF enorm drawte. Ob man das nun positiv oder negativ auslegt bleibt jedem selbst ueberlassen. Dann der Steroidenskandal wo seine Aussage war das er nur zweimal im Leben Steroide nahm, was Vince fast ins Gefaengnis brachte (weil dadurch erst richtig die Aufmerksamkeit auf den Skandal kam und die Untersuchung anlief gegen Vince) und die WWF an den Rand des Ruins. In der WCW hatte Hogan auch sehr viel Einfluss, aber positiven? Als er zur WCW kam stiegen zwar die Zahlen an, aber die Qualitaet der WCW sank ins Bodenlose. Hogan`s Freunde wurden gepusht, die Qualitaet der WCW sank. So was wertet man mehr, den kurzzeitigen Anstieg der Zuschauerzahlen oder das negative Auswirken auf die Qualitaet? Dann der NWO Angle, Hot as it gets am Anfang und sehr positiv auf das gesamte Business (wobei Hogan ja “nur“ dazu kam als der Angle schon lief), und dann durch Machtpolitik auch vorallem von Hogan zerstoerte er nicht nur den NWO Angle sondern auch die WCW gleich mit, und zog auch den gesamten Trend mit nach unten in Nord Amerika. Ich sehe bei Hogan eben vorallem auch sehr viel negativen Einfluss, er hat sicherlich auch einiges positives bewirkt, aber das meiste eben auch negativ beeinflusst.
Alleine deswegen wuerde ich schon John Cena den Punkt geben. Cena gefaellt mir auch nicht, aber er ist das Aushaengeschild der WWE seit 7-8 Jahren jetzt, also etwa so lang wie Hogan insgesamt. Nur Cena hat noch einige Jahre vor sich, Hogan`s Zeit ist vorbei, das ist ein Unterschied. Was viele vergessen ist denke ich warum John Cena an der Spitze steht seit so vielen Jahren. Das liegt nicht nur an der Drawing Power sondern auch daran das er die Company so gut vertreten kann. Mir faellt niemand ein bei WWE der das so gut koennte wie John Cena. Man hoert das in der Oeffentlichkeit nicht, und darueber wird nie gesprochen aber was glaubt ihr wie viele oeffentliche Auftritte das Aushaengeschild von WWE heutzutage machen muss? Er muss Interviews geben, die WWE bei Medienterminen vertreten, Besuche irgendwelcher Organisationen bewaeltigen, etc etc. Der Kalender von Cena wird um einiges voller sein wie der andere WWE Stars. Darin war Hogan zugegeben auch sehr gut und absolvierte auch viele Termine, aber Cena hat es imo perfektioniert. Gut jetzt mit seiner Affaere vor kurzem hat sein Image gelitten, aber dennoch der #1 Company Guy wie kaum ein anderer. Dadurch praegt er auch das Image einer ganzen Promotion. Imo hat er da durchaus positiven Einfluss auf WWE gehabt.
Bei mir gewinnt Hogan dennoch 4-1. Hogan ist der groessere Star, doch positiver sehe ich eindeutig John Cena. Dadurch glaube ich auch das Cena sehr viel positiver in Erinnerung bleiben wird wie Hogan, und das ist imo wichtiger wie Starpower, zumindest fuer mich.
Scott Hall vs. Kevin Nash
1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Dieser Punkt geht klar an Hall. Nash konnte nicht wrestlen, war natuerlich auch groesser aber das soll keine Entschuldigung sein. Nicht umsonst heisst sein Spitzname “Big Lazy“. Er war zwar solide in dem Part das seine offensive gut aussah, aber sein Selling wenn er einstecken musste war lausig. Hall war in der Lage gute Matches abzuliefern mit guten Gegnern und sein Selling war um einiges besser. Auch kein sehr guter Wrestler aber doch klar besser wie Nash.
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines, Gimmick)
Also Charisma wuerde ich Hall mehr zuschreiben wie Nash, auch was das Micwork betrifft sehe ich Hall etwas vorne. Nash war zeitweise solide und witzig in der WCW, aber meistens mit Hall an seiner Seite. Alleine fand ich Nash nie gut. Hall war variabler fand ich, Nash war doch sehr fixiert auf eine Rolle, da spielt auch das Gimmick mit rein. Punkt geht an Hall.
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Nash war ein lausiger Draw. Der Lowest Drawing WWWF/WWF/WWE Champion der Geschichte. Auch in der WCW war seine Drawing Power begrenzt. Er war Teil einer Storyline (NWO) die kurze Zeit drawte und da hatte er seinen Anteil daran, wie auch Hall, aber sonst war er auch einer der verantwortlichen warum dieser Angle den Bach runter ging. Nash bekam zeitweise aber wenigstens die Chance sich zu beweisen, Hall nicht, das spricht fuer Nash. Hall war selbst schuld durch seine Drogen und Alkoholprobleme war er fuer eine Company viel zu Risikoreich ihn nach ganz oben zu pushen. Punkt an Nash, allerdings sehe ich auch das in Hall mehr Potential gesteckt haette.
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
Punkt muesste an Nash gehen, klar.
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Wie bei Hogan sehe ich bei diesen beiden sehr viel negativen Einfluss der ihren wenigen positiven Einfluss bei weitem uebertrifft. Sie beide galten als Egospieler die einige Angles versaut haben weil sie unprofessionell waren. Das gilt fuer die WWF wie auch WCW. Man bedenke mal an Hall`s Zeit die letzten 4 Monate in der WWF 1996 wo er sogar suspendiert wurde und auf dem Weg zur WCW so Motivationslos wirkte wie es nur ging. Man denke an Hall wie er ab 1998 so unprofessionell war das er betrunken und unter Drogeneinfluss wrestlete und damit Matches und Angles versaute bis er auch suspendiert wurde, was ebenfalls der WCW enorm schadete. Bei Nash ist es so das er ebenfalls einige Matches und Storylines upfuckte durch seine Egospielchen, allerdings eben nicht nur als Wrestler sondern auch als Booker der WCW. Die Kategorie laeuft bei mir eher darauf hinaus “wer von den beiden hat weniger negativen Einfluss gehabt als der andere“. Enorm schwierig zu beurteilen. Nash war mehr derjenige der Matchspielchen machte, Hall derjenige der durch seine Drogen und Alkoholprobleme unprofessioneller war. Unentschieden bei mir.
Also gewinnt Hall mit 2-1. Ich denke auch hier das Nash der groessere Star war, das aber Hall positiver in Erinnerung bleiben wird in Zukunft.
Ric Flair vs. Buddy Rogers
1. Wrestling Skills (Wie gut waren die Wrestler im Ring?)
Rogers war schrecklich im Ring. Lou hatte recht. Flair war einer der besten Wrestler der Welt in den 80er Jahren. Absolut kein Vergleich, klarer Punkt by a mile von Flair.
2. Entertainment Skills (Charisma, Mic-Work, Storylines, Gimmick)
Auch hier geht der Punkt an Flair. Rogers bildete zwar sein Charackter ab, war sehr gut am Mic, konnte Storylines tragen, hatte viel Charisma, aber imo kam er nicht an Flair heran. Flair war zu seiner besten Zeit ein Gott am Mic, denke das da nicht viele heran kommen. Charisma hatte er imo auch mehr wie Rogers von dem was ich sah. Rogers hat mich nie so gut unterhalten koennen.
3. Drawing Power (Wer hat die meisten Zuschauer gezogen?)
Als Rogers sein Nature Boy Gimmick zum Laufen brachte da drawte er ueberall wo er hinkam. Im Osten, im Westen, im Sueden, im Norden, in Canada, ueberall…Rogers war 3-4 Jahre der Top Draw im Pro Wrestling, davor war er ein paar weitere Jahre ein guter Draw. Flair hatte als Draw nur 1983 wo er Top war und die NWA zog, danach ging die NWA unter, aber das lag ja nicht an Flair. Die NWA war am Ende weil man so viele Fehler machte, ohne Flair waere die Promotion einige Jahre frueher am Ende gewesen, mit Flair ueberlebte man wenigstens noch ein paar Jahre. Dennoch Punkt an Rogers.
4. Erfolge (Titel, Turniererfolge, große Siege)
Flair gewann mehr Title, Rogers gewann sehr viel weniger. Flair hat groessere Siege erreicht, Rogers hat sehr oft verloren. Flair war laenger die #1, Rogers war nur kurz die #1. Als Rogers Champion war, bedeutete es jedoch mehr. Unentschieden daher fuer mich.
5. Einfluss (Welchen positiven Impact hatten die Wrestler auf das Business?)
Rogers war inovativ, er kopierte zwar auch einiges von George, entwickelte das jedoch weiter. Im Ring entwickelte er seinen Routine Ablauf, er entwickelte Moves die es heute noch gibt, er entwickelte seinen Charackter der sehr Einflussreich war. Nicht alles davon war aber positiv. Flair war ebenfalls einflussreich was Wrestler nach ihm betrifft, zu seiner Zeit war er einflussreich in der NWA. Der Punkt ist, auch bei ihm war nicht alles positiv, gerade was das Ansehen des NWA World Heavyweight Title betrifft, das Image des Titles verlor mit Flair erheblich an Bedeutung. Ich wuerde Rogers den Punkt geben.
Bei mir also 2-2 Unentschieden. Ich glaube Flair wird mehr in Erinnerung bleiben, ganz einfach weil er sehr viel spaeter kam. Rogers ist jetzt schon fast vergessen wenn man ueber ehemalige Stars spricht, er ist jetzt schon kriminell unterschaetzt.
