12.07.2015, 22:07
Erstmal freut es mich, dass hierzu eine Diskussion auch zu Stande kommt und ja wir haben eine verfahrene Situation. Meine persönliche Überzeugung ist, dass ein Grexit der richtige Schritt wäre, warum dazu später, erstmal möchte ich viel früher anfangen.
Der Erbfehler des Euros besteht darin, dass man der Meinung war das heterogene Volkswirtschaften durch eine gemeinsame Währungsunion auch wirtschaftlich und sozial zusammen wachsen würden. Viele Professoren haben schon 1992, später nochmal 1999 vor den Folgen eine Währungsunion gewarnt und sollten mit ihren Prognosen auch zum großen Teil recht behalten. Dann hat man sich Maastrichter Kriterien unterworfen. Darin waren fünf Kriterien festgeschrieben, die ein Land zu erfüllen hatte um in den Euro aufgenommen zu werden. Problem war, auch hier hat die Politik sich über seine eigenen Kriterien hinweg gesetzt und es zugelassen das zu Beginn nur ein Land (Luxemburg) überhaupt die Vorraussetzungen erfüllt hat.
Was passierte durch die Währungsunion? Die Zinsen, die vor der Währungsunion sehr unterschiedlich in der Europäischen Union waren, glichen sich auf einem sehr niedrigen Niveau an, wodurch Länder an billiges Geld gekommen sind und sozusagen über ihre Verhältnisse leben konnte. Die Zinsen konnten so tief sein, weil der Irrglauben funktionierte, der Euro würde nicht failen.
Dann kam 2008, den Griechen und anderen Ländern viel auf die Beine, dass sie zwar das Geld genutzt haben, es aber meist für Wohltaten ausgegeben haben anstatt für strukturelle Reformen ausgegeben haben, ein Problem was momentan im übrigen auch in Deutschland zu erkennen ist. Rentenreformen werden nach hinten geschoben, stattdessen gibt es Wahlgeschenke für Rentner, um nur ein Beispiel zu nennen.
Der griechische Staat hat zwar viele Bürger im öffentlichen Dienst, eigentlich im Vergleich sogar viel zu Viele, aber kein funktionierenden Staatsapparat, außerdem ist Produktivität dieses Landes so gering, dass sie um international überhaupt bestehen zu können ca. 30 % zulegen müsste. Das kann durch zwei Sachen funktionieren. Erstens ich werte meine Währung ab, was in einem Währungsverbund aber sehr schwierig ist, da es dort Länder gibt für die auch die jetzige 1,12 zu gering ist, für die Griechen ist dieser Wechselkurs aber noch viel zu hoch. Die zweite Möglichkeit ist sich selber abzuwerten, also die Kosten um 30 % zu verringern. Das führt im Normalfall dazu, dass extreme Parteien erstarken, dass es soziale Unruhen gibt und ähnliches. Deshalb wird ja gesagt, dass ein Grexit und wiederaufnahme der Drachme der richtige Weg ist von vielen Ökonomen. Und diese Verschweigen nicht, dass damit verbunden es natürlich auch 2 schwere Jahre für die griechische Bevölkerung geben würde. Mindestens. Aber dies ist ein Weg der eine Besserung als Möglichkeit sieht. Die Abwertung im Inneren wird Griechenland nur mehr radikalisieren und das reinschmeißen von Geld macht die Situation nicht besser, weil eine Regierung nie solange überleben wird, dass sie strukurelle Reformen umsetzen werden kann, die im übrigen dann auch erstmal Jahre brauchen würden um überhaupt zu greifen. Man denke dabei einfach nur an die Hartz-Reformen wie lange dort der tatsächliche Effekt nicht sichtbar war.
Die griechischen Regierungen haben es in fünf Jahren nicht geschafft, sinnvolle Reformen umzusetzen, was soll uns glauben lassen, dass sie es in Zukunft schaffen werden? Im Enddefekt betreiben wir Insolvenzverschleppung. Das schlimme daran ist, dass Verträge nix mehr zählen in Europa. Die Maastrichter Kriterien sind genau so viel wert wie das Papier auf dem es steht, solange man sie nicht benutzt. Frankreich hat seit Jahren Defizite von über 3 %, interessieren tut es keinen. No-Bail Out, also das nicht eintreten für Schulden anderer Länder, das festgesetzt wurde, uninteressant de facto treten wir mit über 80 Millarden für die Schulden Griechenlands jetzt schon ein. Die EZB soll keine Staatenfinanzierung betreiben, die Käufe von Anleihen sind de facto Staatenfinanzierung, damit verstößt sie gegen ihre eigenen Kriterien und wird zum Politikum, ebenso wie die unverantwortliche Zinspolitik.
Meiner Meinung nach wird die europäische Union eher auseinanderfallen, wenn man versucht Krampfhaft Mitglieder im Euro zu behalten. Arme Länder fühlen sich von der EU schikaniert, die Reichen haben das Gefühl der Geldesel zu sein. Was dann passiert sieht man alleine schon an unseren Außengrenzen. LePen mit über 20 %, HC Strache wird in Österreich zweitstärkste Kraft, in Ungarn über 60 % für Nationalkonservative, bzw. bei der Jobbik einer Art NSDAP, um nur einige Beispiele zu nennen. Randgruppen werden in diesen Zeiten stärker, weil der Europäische Gedanke nicht mehr nachvollzogen werden kann von vielen Bürgern.
Ich hoffe der Post war jetzt nicht zu lange ;)
Der Erbfehler des Euros besteht darin, dass man der Meinung war das heterogene Volkswirtschaften durch eine gemeinsame Währungsunion auch wirtschaftlich und sozial zusammen wachsen würden. Viele Professoren haben schon 1992, später nochmal 1999 vor den Folgen eine Währungsunion gewarnt und sollten mit ihren Prognosen auch zum großen Teil recht behalten. Dann hat man sich Maastrichter Kriterien unterworfen. Darin waren fünf Kriterien festgeschrieben, die ein Land zu erfüllen hatte um in den Euro aufgenommen zu werden. Problem war, auch hier hat die Politik sich über seine eigenen Kriterien hinweg gesetzt und es zugelassen das zu Beginn nur ein Land (Luxemburg) überhaupt die Vorraussetzungen erfüllt hat.
Was passierte durch die Währungsunion? Die Zinsen, die vor der Währungsunion sehr unterschiedlich in der Europäischen Union waren, glichen sich auf einem sehr niedrigen Niveau an, wodurch Länder an billiges Geld gekommen sind und sozusagen über ihre Verhältnisse leben konnte. Die Zinsen konnten so tief sein, weil der Irrglauben funktionierte, der Euro würde nicht failen.
Dann kam 2008, den Griechen und anderen Ländern viel auf die Beine, dass sie zwar das Geld genutzt haben, es aber meist für Wohltaten ausgegeben haben anstatt für strukturelle Reformen ausgegeben haben, ein Problem was momentan im übrigen auch in Deutschland zu erkennen ist. Rentenreformen werden nach hinten geschoben, stattdessen gibt es Wahlgeschenke für Rentner, um nur ein Beispiel zu nennen.
Der griechische Staat hat zwar viele Bürger im öffentlichen Dienst, eigentlich im Vergleich sogar viel zu Viele, aber kein funktionierenden Staatsapparat, außerdem ist Produktivität dieses Landes so gering, dass sie um international überhaupt bestehen zu können ca. 30 % zulegen müsste. Das kann durch zwei Sachen funktionieren. Erstens ich werte meine Währung ab, was in einem Währungsverbund aber sehr schwierig ist, da es dort Länder gibt für die auch die jetzige 1,12 zu gering ist, für die Griechen ist dieser Wechselkurs aber noch viel zu hoch. Die zweite Möglichkeit ist sich selber abzuwerten, also die Kosten um 30 % zu verringern. Das führt im Normalfall dazu, dass extreme Parteien erstarken, dass es soziale Unruhen gibt und ähnliches. Deshalb wird ja gesagt, dass ein Grexit und wiederaufnahme der Drachme der richtige Weg ist von vielen Ökonomen. Und diese Verschweigen nicht, dass damit verbunden es natürlich auch 2 schwere Jahre für die griechische Bevölkerung geben würde. Mindestens. Aber dies ist ein Weg der eine Besserung als Möglichkeit sieht. Die Abwertung im Inneren wird Griechenland nur mehr radikalisieren und das reinschmeißen von Geld macht die Situation nicht besser, weil eine Regierung nie solange überleben wird, dass sie strukurelle Reformen umsetzen werden kann, die im übrigen dann auch erstmal Jahre brauchen würden um überhaupt zu greifen. Man denke dabei einfach nur an die Hartz-Reformen wie lange dort der tatsächliche Effekt nicht sichtbar war.
Die griechischen Regierungen haben es in fünf Jahren nicht geschafft, sinnvolle Reformen umzusetzen, was soll uns glauben lassen, dass sie es in Zukunft schaffen werden? Im Enddefekt betreiben wir Insolvenzverschleppung. Das schlimme daran ist, dass Verträge nix mehr zählen in Europa. Die Maastrichter Kriterien sind genau so viel wert wie das Papier auf dem es steht, solange man sie nicht benutzt. Frankreich hat seit Jahren Defizite von über 3 %, interessieren tut es keinen. No-Bail Out, also das nicht eintreten für Schulden anderer Länder, das festgesetzt wurde, uninteressant de facto treten wir mit über 80 Millarden für die Schulden Griechenlands jetzt schon ein. Die EZB soll keine Staatenfinanzierung betreiben, die Käufe von Anleihen sind de facto Staatenfinanzierung, damit verstößt sie gegen ihre eigenen Kriterien und wird zum Politikum, ebenso wie die unverantwortliche Zinspolitik.
Meiner Meinung nach wird die europäische Union eher auseinanderfallen, wenn man versucht Krampfhaft Mitglieder im Euro zu behalten. Arme Länder fühlen sich von der EU schikaniert, die Reichen haben das Gefühl der Geldesel zu sein. Was dann passiert sieht man alleine schon an unseren Außengrenzen. LePen mit über 20 %, HC Strache wird in Österreich zweitstärkste Kraft, in Ungarn über 60 % für Nationalkonservative, bzw. bei der Jobbik einer Art NSDAP, um nur einige Beispiele zu nennen. Randgruppen werden in diesen Zeiten stärker, weil der Europäische Gedanke nicht mehr nachvollzogen werden kann von vielen Bürgern.
Ich hoffe der Post war jetzt nicht zu lange ;)
