16.11.2006, 21:13
Ich zitiere jetzt nicht alle Argumente (das wäre sonst zu unübersichtlich), sondern gehe einzeln auf sie ein:
1. Argument: Boygroups klingen alle gleich!
Auch wenn es seltsam klingen mag und ich mich nun schon öfters wiederholt habe, die Boygroups der 90er Jahre hatten alle ihren eigenen Stil und damit auch einen Wiedererkennungswert.
Nehmen wir z. B. mal Caught in the act: Sie hatten in den meisten ihrer Songs (egal, ob Ballade oder Up tempo Nummer) einen bestimmten Gesangsstil. So war es, dass ihre Stimmen in einander übergingen - von der dunkelsten Stimme bis zur hellsten Stimme. Oder aber es hörte sich so an, als ob sie einander in dem Song antworteten. Einer sang einen Part, die anderen 3 sangen den nächsten Part usw.
Auch ihre Bühnenshow war völlig anders als die von anderen Boygroups. So hatten sie in ihren Tanzschritten akrobatische Einlagen.
Hingegen die Backstreet Boys hatten diesen Stil nicht: Bei ihnen gingen die Stimmen nicht ineinander über. Jeder sang seinen eigenen Part.
Das beste Beispiel dafür, dass sich Boygroups nicht alle gleich anhörten, sind East 17. Sie hatten einen sehr eigenen Stil, was die Klamotten (Baggyhosen, Käppis etc.), Musikvideos und Musikrichtung anging. Trotzdem waren sie eine Boygroup.
2. Argument: Alle Boygroupmitglieder erfüllen ein bestimmtes Klischee!
Da gebe ich euch Recht. Das ist wirklich so: Es gibt einmal den Sonnyboy, den etwas Ausgeflippten, den ruhigen Pol, das Nesthäkchen bzw. den Schüchternen und als letztes den Frauenschwarm.
Natürlich ist das ein Konzept der Produzenten und Manager, dass es diese bestimmten Typen in einer Boygroup gibt. So wird jeder auf die Boygroup aufmerksam und findet seinen Liebling innerhalb der Boygroup.
3. Argument: Alle Boygroups sind schwul oder hören sich schwul an!
Dass sich Boygroups für euch schwul anhören oder sie als schwul seht, liegt einfach daran, dass ihr Männer seid. Boygroups sind aber für Frauen gemacht. Die Songs hören sich deshalb für euch so schwul an, weil sie auf Gefühle eingehen und weil die Boygroups in den Songs nicht so reden, wie ihr es vielleicht gewöhnt seid.
Das gehört aber alles zum Konzept der Boygroup. Sie sollen die netten Jungs von nebenan spielen, die Gefühle zeigen ohne irgendwelche Hintergedanken und die das weibliche Geschlecht verstehen.
Auch die Videos sind für Frauen gemacht: So beinhalten die meisten Videos zu Balladen Bilder von Stränden, Sonnenuntergänge, Weihnachten, Lagerfeuer bzw. Kaminfeuer, einsame Gassen etc. Diese Bilder sollen romantische Gefühle erzeugen.
Die Videos erzählen eine Geschichte. Man fühlt sich in die Geschichte hineinversetzt, wenn man das Video sieht.
Zugegeben, wenn ich mir heutzutage manche alten Videos anschaue, sehen sie für mich auch schwul aus. Aber den Song allein finde ich meistens immer noch gut.
4. Argument: Boygroups können nicht live singen und spielen kein Instrument!
Boygroups können live singen. Schaut euch einfach mal Live-Videos an. Dort seht ihr auch, dass sie Instrumente spielen können.
Um nochmal auf Caught in the act zurückzukommen: Sie waren, bevor sie in Deutschland berühmt geworden sind, schon auf Tour und haben in Holland live in Discos performt. Ihre Songtexte wurden mit ihrem Erfolg in Deutschland aber stubenreiner ;) , womit ich auch gleich zum nächsten Argument komme.
5. Argument: Boygroups schreiben ihre Texte nicht selbst!
Am Anfang ihrer Karriere stimmt es. Da schreiben die meisten ihre Songtexte nicht selbst, vorallem dann nicht, wenn sie vorher gecastet wurden. Aber das machen viele Bands und Solo-Sänger.
Irgendwann fangen die meisten Bands aber an, auch ihre eigenen Songs zu schreiben oder zumindest mit den Songwritern zusammenzuarbeiten und ihre Ideen in die Songs miteinzubringen.
Natürlich bleiben sie dabei immer ihren Klischee als Boygroup treu, denn sonst würden sie die meisten Fans verlieren, weil diese sie eben als Boygroup haben wollen und sie dieses Klischee der Boygroup auch in ihren Texten rüberbringen sollen (s. Argument 3).
Keine Boygroup hat jemals über Weltfrieden, Krieg etc. gesungen. Warum auch? Das würde einfach nicht zu ihnen passen.
Um nun zum eigentlichen Thema zu kommen:
Es gibt imo nur deshalb sehr wenige Boygroupmitglieder die es auch solo geschafft haben, weil sie entweder sowieso überwiegend während ihrer Boygroup-Zeit die Leadstimme übernommen haben (siehe Ronan Keating und Justin Timberlake) oder von vorneherein nicht in das Klischee der Boygroup passten (siehe Robbie Williams).
Bei denen, die meistens die Leadstimme übernommen haben, liegt es einfach daran, dass man sie von der Stimme her kennt.
Das Problem, warum viele Boygroup-Mitglieder nach Trennung der Boygroup sich nicht solo etabliert haben, liegt daran, dass man sie immer als Gruppe in einem bestimmten Klischee hatte.
Als Fan vermisst man die Gruppe im Hintergrund. Es ist seltsam, jemanden nun zu hören, der vorher zu einer bestimmten Gruppe gehört. Man wartet auf die anderen Stimmen und ist enttäuscht, wenn sie nicht kommen. Es íst ein langer Gewöhnungsprozess, bis man akzeptiert hat, dass es die Gruppe nun nicht mehr gibt.
Sobald man sich an das Ex-Boygroup-Mitglied als Solokünstler gewöhnt hat, ist es manchmal schon zu spät und der Solokünstler ist wegen mangelnder Plattenverkäufe verschwunden.
1. Argument: Boygroups klingen alle gleich!
Auch wenn es seltsam klingen mag und ich mich nun schon öfters wiederholt habe, die Boygroups der 90er Jahre hatten alle ihren eigenen Stil und damit auch einen Wiedererkennungswert.
Nehmen wir z. B. mal Caught in the act: Sie hatten in den meisten ihrer Songs (egal, ob Ballade oder Up tempo Nummer) einen bestimmten Gesangsstil. So war es, dass ihre Stimmen in einander übergingen - von der dunkelsten Stimme bis zur hellsten Stimme. Oder aber es hörte sich so an, als ob sie einander in dem Song antworteten. Einer sang einen Part, die anderen 3 sangen den nächsten Part usw.
Auch ihre Bühnenshow war völlig anders als die von anderen Boygroups. So hatten sie in ihren Tanzschritten akrobatische Einlagen.
Hingegen die Backstreet Boys hatten diesen Stil nicht: Bei ihnen gingen die Stimmen nicht ineinander über. Jeder sang seinen eigenen Part.
Das beste Beispiel dafür, dass sich Boygroups nicht alle gleich anhörten, sind East 17. Sie hatten einen sehr eigenen Stil, was die Klamotten (Baggyhosen, Käppis etc.), Musikvideos und Musikrichtung anging. Trotzdem waren sie eine Boygroup.
2. Argument: Alle Boygroupmitglieder erfüllen ein bestimmtes Klischee!
Da gebe ich euch Recht. Das ist wirklich so: Es gibt einmal den Sonnyboy, den etwas Ausgeflippten, den ruhigen Pol, das Nesthäkchen bzw. den Schüchternen und als letztes den Frauenschwarm.
Natürlich ist das ein Konzept der Produzenten und Manager, dass es diese bestimmten Typen in einer Boygroup gibt. So wird jeder auf die Boygroup aufmerksam und findet seinen Liebling innerhalb der Boygroup.
3. Argument: Alle Boygroups sind schwul oder hören sich schwul an!
Dass sich Boygroups für euch schwul anhören oder sie als schwul seht, liegt einfach daran, dass ihr Männer seid. Boygroups sind aber für Frauen gemacht. Die Songs hören sich deshalb für euch so schwul an, weil sie auf Gefühle eingehen und weil die Boygroups in den Songs nicht so reden, wie ihr es vielleicht gewöhnt seid.
Das gehört aber alles zum Konzept der Boygroup. Sie sollen die netten Jungs von nebenan spielen, die Gefühle zeigen ohne irgendwelche Hintergedanken und die das weibliche Geschlecht verstehen.
Auch die Videos sind für Frauen gemacht: So beinhalten die meisten Videos zu Balladen Bilder von Stränden, Sonnenuntergänge, Weihnachten, Lagerfeuer bzw. Kaminfeuer, einsame Gassen etc. Diese Bilder sollen romantische Gefühle erzeugen.
Die Videos erzählen eine Geschichte. Man fühlt sich in die Geschichte hineinversetzt, wenn man das Video sieht.
Zugegeben, wenn ich mir heutzutage manche alten Videos anschaue, sehen sie für mich auch schwul aus. Aber den Song allein finde ich meistens immer noch gut.
4. Argument: Boygroups können nicht live singen und spielen kein Instrument!
Boygroups können live singen. Schaut euch einfach mal Live-Videos an. Dort seht ihr auch, dass sie Instrumente spielen können.
Um nochmal auf Caught in the act zurückzukommen: Sie waren, bevor sie in Deutschland berühmt geworden sind, schon auf Tour und haben in Holland live in Discos performt. Ihre Songtexte wurden mit ihrem Erfolg in Deutschland aber stubenreiner ;) , womit ich auch gleich zum nächsten Argument komme.
5. Argument: Boygroups schreiben ihre Texte nicht selbst!
Am Anfang ihrer Karriere stimmt es. Da schreiben die meisten ihre Songtexte nicht selbst, vorallem dann nicht, wenn sie vorher gecastet wurden. Aber das machen viele Bands und Solo-Sänger.
Irgendwann fangen die meisten Bands aber an, auch ihre eigenen Songs zu schreiben oder zumindest mit den Songwritern zusammenzuarbeiten und ihre Ideen in die Songs miteinzubringen.
Natürlich bleiben sie dabei immer ihren Klischee als Boygroup treu, denn sonst würden sie die meisten Fans verlieren, weil diese sie eben als Boygroup haben wollen und sie dieses Klischee der Boygroup auch in ihren Texten rüberbringen sollen (s. Argument 3).
Keine Boygroup hat jemals über Weltfrieden, Krieg etc. gesungen. Warum auch? Das würde einfach nicht zu ihnen passen.
Um nun zum eigentlichen Thema zu kommen:
Es gibt imo nur deshalb sehr wenige Boygroupmitglieder die es auch solo geschafft haben, weil sie entweder sowieso überwiegend während ihrer Boygroup-Zeit die Leadstimme übernommen haben (siehe Ronan Keating und Justin Timberlake) oder von vorneherein nicht in das Klischee der Boygroup passten (siehe Robbie Williams).
Bei denen, die meistens die Leadstimme übernommen haben, liegt es einfach daran, dass man sie von der Stimme her kennt.
Das Problem, warum viele Boygroup-Mitglieder nach Trennung der Boygroup sich nicht solo etabliert haben, liegt daran, dass man sie immer als Gruppe in einem bestimmten Klischee hatte.
Als Fan vermisst man die Gruppe im Hintergrund. Es ist seltsam, jemanden nun zu hören, der vorher zu einer bestimmten Gruppe gehört. Man wartet auf die anderen Stimmen und ist enttäuscht, wenn sie nicht kommen. Es íst ein langer Gewöhnungsprozess, bis man akzeptiert hat, dass es die Gruppe nun nicht mehr gibt.
Sobald man sich an das Ex-Boygroup-Mitglied als Solokünstler gewöhnt hat, ist es manchmal schon zu spät und der Solokünstler ist wegen mangelnder Plattenverkäufe verschwunden.
