11.05.2009, 12:34
George Steadman - Im Zeichen des Sieges
Der am 20.02.1846 geborene Engländer George Steadman bildete drei Jahrzehnte lang die Spitze im Cumberland - und Westmoreland Style. Sehr viele Zuschauer verfolgten schon im 19.Jh das Kräftemessen in Carlisle und Grasmere/England unter freiem Himmel. Frühe englische Kraftathleten verkörperten häufig mehrere Sportarten. So war es nicht selten wenn mancher als Boxer, Wrestler und Gewichtheber kämpfte. Auch ist England das Land der Wrestlingtraditionen. In keinem anderen europäischen Staat gab es damals so viele Wrestler. Namen wie William Jackson, William Litt und Harry Graham sind zu jener Zeit enorm populär gewesen. Doch an den Erfolgen von Steadman konnte im 19.Jh. niemand mehr anknüpfen. 30 Jahre lang hielt er die World Championship Krone in Cumberland und Westmoreland.
Seine Karriere begann 1864 mit gerade mal 18 Jahren. 1866 besiegte er in Ullswater Ralph Powley. Steadmans Kraft war enorm und seine Körpermaße schon über dem Durchschnitt. Die 260 Pfund die er anbrachte, durfte man nie unterschätzen. Die Schwergewichtsklasse war aber keineswegs unterbesetzt. So brachten die Wrestler durchaus 260 Pfund und mehr auf die Waage. In den 30 Jahren erreichte dieser Vorzeigeathlet eine erstaunliche Erfolgsbilanz. Zwischen 1870 und 1900 hieß der Sieger des "Carlisle Silver Cup" und der Grasmere Wettkämpfe fast immer Steadman. Schon zu Beginn führte der Weg durch ganz England. William Parks bescherte ihm am 10.04.1868 in London eine kräftige Niederlage. Davon unbeeindruckt besiegte er 1869 in Islington William Lawson.
Eine größere Bewährungsprobe kam dann 1870: In London hieß es Champions vs. Champions, als die französische Elite erschien. Steadman, William Jameson und Richard Wright kämpften gegen Bonnet le Boef und Jean Dubois. Die Franzosen wurden in der Schlussrunde durch Steadman in ihrem eigenen Kampfstil bezwungen. Das Turnier sah den griechisch-römischen Stil aus Südfrankreich vor. Cumberland und Westmoreland blieben indessen aber sein größtes Metier. Im Norden Großbritanniens war Steadmans Kampfrichtung ohnehin am weitesten verbreitet. Das traf besonders auf Schottland zu. An jedem dritten Donnerstag im August zogen tausende Zuschauer auf die große Festwiese in Grasmere. Hier traf sich die Elite im Cumberland - und Westmoreland Style. Eine der ältesten Abarten des Ringkampfes. Es waren mitunter wilde und harte Auseinandersetzungen, die oft nur 1 oder 2 Minuten dauerten. Das Regelwerk wurde einfach gestaltet: "The first man to go down is the loser." Näheres dazu erklärt uns jetzt mal ein ehemaliger World Middleweight Champion namens Clarence Eklund: "In this the wrestlers stand chest to chest, each grasping the other with locked hands around the body, the chin of each on the other´s right shoulder. The right arm is below and the left above the adversary´s. When the hold has been firmly taken the umpire gives the word and the bout proceeds until one man touches the ground with any part of his person except his feet or he fails to retain his hold - in either of which case he loses."
Neben Grasmere bildete u.a. noch der "Carlisle Silver Cup" einen Anziehungspunkt. 12000 bis 15000 Zuschauer verfolgten die Turniere, die häufig am Freitag veranstaltet wurden. Und im Mittelpunkt stand sehr oft George Steadman. 1890 traf er in Grasmere auf Antonio Pierri. Pierri ging später als Veranstalter und Manager in die Geschichte ein. Vor einer großen Zuschauerkulisse schaffte Pierri eine unerwartete Sensation. Er bezwang den deutlich stärkeren Steadman und wurde "Weltmeister" im griechisch-römischen Stil. Den Rückkampf gewann dann wiederum Steadman. Im Laufe seines Lebens setzte er ein Zeichen des Sieges, dass lange in Erinnerung blieb. Es gab keinen Ring in England oder Schottland, wo Steadman nicht wenigstens einen Titel gewann. Zum Ende seiner Karriere ist es still um ihn geworden. Um das Jahr 1900 ist er gänzlich abgetreten. Die letzten Lebensjahre verbrachte er noch in Westmoreland. Man spekulierte über mehrere paralytische Anfälle. Mit 58 Jahren starb George Steadman am 05.03.1904 in Brough (Westmoreland).
"In spite of his 260 pounds, he was first among the nothern men in sprinting and hurdle racing. He was the most popular of the 19th century wrestlers in England."
Nat Fleischer
Bilanz George Steadman:
1870
Sieger der "Langworthy Rounds" in Cumberland
Sieger des "Carlisle Silver Cup" ab 1870. Verzeichnete Siege dann ab 1871, 1872 bis 1900.
1871
Sieger eines Londoner Turniers
1872
Sieger des Grasmere Turniers. Weitere Siege in Grasmere sind nicht mehr datiert.
Der am 20.02.1846 geborene Engländer George Steadman bildete drei Jahrzehnte lang die Spitze im Cumberland - und Westmoreland Style. Sehr viele Zuschauer verfolgten schon im 19.Jh das Kräftemessen in Carlisle und Grasmere/England unter freiem Himmel. Frühe englische Kraftathleten verkörperten häufig mehrere Sportarten. So war es nicht selten wenn mancher als Boxer, Wrestler und Gewichtheber kämpfte. Auch ist England das Land der Wrestlingtraditionen. In keinem anderen europäischen Staat gab es damals so viele Wrestler. Namen wie William Jackson, William Litt und Harry Graham sind zu jener Zeit enorm populär gewesen. Doch an den Erfolgen von Steadman konnte im 19.Jh. niemand mehr anknüpfen. 30 Jahre lang hielt er die World Championship Krone in Cumberland und Westmoreland.
Seine Karriere begann 1864 mit gerade mal 18 Jahren. 1866 besiegte er in Ullswater Ralph Powley. Steadmans Kraft war enorm und seine Körpermaße schon über dem Durchschnitt. Die 260 Pfund die er anbrachte, durfte man nie unterschätzen. Die Schwergewichtsklasse war aber keineswegs unterbesetzt. So brachten die Wrestler durchaus 260 Pfund und mehr auf die Waage. In den 30 Jahren erreichte dieser Vorzeigeathlet eine erstaunliche Erfolgsbilanz. Zwischen 1870 und 1900 hieß der Sieger des "Carlisle Silver Cup" und der Grasmere Wettkämpfe fast immer Steadman. Schon zu Beginn führte der Weg durch ganz England. William Parks bescherte ihm am 10.04.1868 in London eine kräftige Niederlage. Davon unbeeindruckt besiegte er 1869 in Islington William Lawson.
Eine größere Bewährungsprobe kam dann 1870: In London hieß es Champions vs. Champions, als die französische Elite erschien. Steadman, William Jameson und Richard Wright kämpften gegen Bonnet le Boef und Jean Dubois. Die Franzosen wurden in der Schlussrunde durch Steadman in ihrem eigenen Kampfstil bezwungen. Das Turnier sah den griechisch-römischen Stil aus Südfrankreich vor. Cumberland und Westmoreland blieben indessen aber sein größtes Metier. Im Norden Großbritanniens war Steadmans Kampfrichtung ohnehin am weitesten verbreitet. Das traf besonders auf Schottland zu. An jedem dritten Donnerstag im August zogen tausende Zuschauer auf die große Festwiese in Grasmere. Hier traf sich die Elite im Cumberland - und Westmoreland Style. Eine der ältesten Abarten des Ringkampfes. Es waren mitunter wilde und harte Auseinandersetzungen, die oft nur 1 oder 2 Minuten dauerten. Das Regelwerk wurde einfach gestaltet: "The first man to go down is the loser." Näheres dazu erklärt uns jetzt mal ein ehemaliger World Middleweight Champion namens Clarence Eklund: "In this the wrestlers stand chest to chest, each grasping the other with locked hands around the body, the chin of each on the other´s right shoulder. The right arm is below and the left above the adversary´s. When the hold has been firmly taken the umpire gives the word and the bout proceeds until one man touches the ground with any part of his person except his feet or he fails to retain his hold - in either of which case he loses."
Neben Grasmere bildete u.a. noch der "Carlisle Silver Cup" einen Anziehungspunkt. 12000 bis 15000 Zuschauer verfolgten die Turniere, die häufig am Freitag veranstaltet wurden. Und im Mittelpunkt stand sehr oft George Steadman. 1890 traf er in Grasmere auf Antonio Pierri. Pierri ging später als Veranstalter und Manager in die Geschichte ein. Vor einer großen Zuschauerkulisse schaffte Pierri eine unerwartete Sensation. Er bezwang den deutlich stärkeren Steadman und wurde "Weltmeister" im griechisch-römischen Stil. Den Rückkampf gewann dann wiederum Steadman. Im Laufe seines Lebens setzte er ein Zeichen des Sieges, dass lange in Erinnerung blieb. Es gab keinen Ring in England oder Schottland, wo Steadman nicht wenigstens einen Titel gewann. Zum Ende seiner Karriere ist es still um ihn geworden. Um das Jahr 1900 ist er gänzlich abgetreten. Die letzten Lebensjahre verbrachte er noch in Westmoreland. Man spekulierte über mehrere paralytische Anfälle. Mit 58 Jahren starb George Steadman am 05.03.1904 in Brough (Westmoreland).
"In spite of his 260 pounds, he was first among the nothern men in sprinting and hurdle racing. He was the most popular of the 19th century wrestlers in England."
Nat Fleischer
Bilanz George Steadman:
1870
Sieger der "Langworthy Rounds" in Cumberland
Sieger des "Carlisle Silver Cup" ab 1870. Verzeichnete Siege dann ab 1871, 1872 bis 1900.
1871
Sieger eines Londoner Turniers
1872
Sieger des Grasmere Turniers. Weitere Siege in Grasmere sind nicht mehr datiert.
