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Vom Ende des Catchens
#1
Vom Ende des Catchens

[Bild: http://www.wwf4ever.de/newsboard/vomende...chWanz.jpg]
Nicola Selenkowitsch und Otto Wanz - Vor rund 9000 Zuschauern siegte Wanz beim Turnier 1985 in Bremen.

Sie waren ein wirkliches Team, ein starker Promoter und ein starker Catcher, Nicola Selenkowitsch und Otto Wanz. Zusammen bestimmten sie über viele Jahre den mitteleuropäischen Berufsringkampf, kurz Catchen genannt. Es ist zu Ende, es gibt ihn nicht mehr, den so geliebten wie kritisierten Freistilringkampf englischen/amerikanischen Ursprungs. Wer heute auf ein Plakat mit der Aufschrift “Wrestling/Catchen” stößt, der wird nur noch mit einer Illusion konfrontiert. Wwf4ever.de erzählt die wahre Geschichte vom Ende der CWA, was auch das Ende des Catchens bedeutete.

12.473.474 - das ist die beeindruckende Zahl von Zuschauern, die die Turniere des großen Promoters Gustl Kaiser bis 1976 besuchten. 1965 schließlich startete einer von Kaisers zahlreichen Kämpfern seine Karriere als Promoter, Nicola Selenkowitsch. Was “Nico” erreichte, war bahnbrechend wie unglaublich zu gleich. Selbst heute noch, sechs Jahre nach seinem Tod, ist er in Bremen beliebt wie eh und je. Selenkowitsch, Heinrich Kaiser, Paul Berger, Sven Hansen, Edmund Schober, Georg Blemenschütz - alles Namen, durch die das Catchen in den 70er und 80er Jahren den Höhepunkt erreichte. Diese Veranstalter hatten internationale Kontakte, wodurch ausländische Superstars wie Antonio Inoki auch in Deutschland auftreten konnten. Heute scheint es Unmöglich zu sein, so viele Menschen anzulocken, wie sie einst auf dem Schützenplatz in Hannover zu finden waren. Damals dauerten die Turniere hier oft Wochen, gar Monate mit täglich grandiosen Kämpfen. So wurde der Schützenplatz zeitweise zum Mittelpunkt des Catchens schlechthin und Hannover zur “Welthauptstadt” dieser Freistilart deklariert. Einige junge Leser werden erstaunt sein, aber die 100.000 Zuschauermarke zu durchbrechen, war hier keineswegs ungewöhnlich. Zwischen den ratternden Fahrgeschäften und kreischenden Spielautomaten herrschte ein wahrer Trubel am Eingang des Catcher-Zelts. Wer eine Eintrittskarte ergatterte, konnte sich glücklich schätzen.

Den Berufsringkampf in Deutschland bestimmten damals zwei Verbände: IBV und VDB, Internationaler-Berufsringkämpfer-Verband (Hamburg) und Verband-Deutscher-Berufsringer (Berlin). Von einer CWA war nur zu träumen, da es sie bis 1985 überhaupt nicht als Promotion gab. Fast alle wichtigen Turniere, auch in Österreich, standen mindestens unter der Leitung eines dieser Verbände. Mit zwei Verbänden existierten im Berufsringkampf auch zwei Lager: Freistil-Berufsringkämpfer (IBV) und Catcher (VDB). Obwohl eine Trennung nach außen hin offensichtlich erschien, teils auch strikt vollzogen wurde, ist doch die Wirklichkeit etwas anders gewesen. Man konkurrierte zwar gegeneinander, aber manche Ringer des IBV kämpften später auch beim VDB. Bestes Beispiel dafür ist Otto Wanz, den Gustl Kaiser 1974 zum IBV holte. Kaiser war eine Schlüsselfigur, an ihm kam keiner vorbei. Er schloss Verträge mit allen namhaften Ringern ab, die wie eine Teilnehmerliste bei den Olympischen Spielen erscheinen. “International” - Gustl Kaiser trug dem alle Ehre. 1976 trat er von der deutschen Ringbühne ab, die er ein halbes Jahrhundert lang mitbestimmte. Noch während der Kaiser-Ära hatten sich Berger und Selenkowitsch als starke Veranstalter etabliert. Für Österreich wäre u.a. Eugen Wiesberger zu nennen. Sie sollten den internationalen Charakter des Catchens soweit ausbauen, dass davon auch ihre Nachfolger Otto Wanz und Peter William profitierten. Als richtige Catch-Hochburgen fungierten: Hannover, Bremen, Berlin, Dortmund, Wien, Linz und Graz.

Der Anfang der “Catch Wrestling Association (CWA)” setzte nach dem Ende der Kaiser-Ära ein. 1973, so ist auf vielen Internetseiten zu lesen, sei sie als Promotion gegründet worden, was jeglicher historischer Tatsache widerspricht. Eine Märchengeschichte hat sich hier etabliert, wo unsinnige Listen und falsche Statistiken den wahren Hintergrund verschleiern. Otto Wanz bestritt nie einen Kampf am 02. August 1973 gegen Jan Wilkens oder Don Leo Jonathan. Den Ursprung findet man ferner in Kapstadt/Südafrika, wo Wanz, nach den Angaben des Historikers Gerhard Schäfer, am 02. August 1977 seine erste CWA Weltmeisterschaft gewann. Der CWA-Historiker Bernd Model nennt den Kampf vom 15. Juli 1978 in Graz, als Wanz seinen Rivalen Don Leo Jonathan besiegte. Das war jedoch nicht ihr erstes Aufeinandertreffen. Bevor die Fehde Wanz-Jonathan begann, heimste Otto den Sieg ein, als er am 02. August 1977 Jan Wilkens eine Niederlage bescherte. Wilkens galt in Kapstadt als Favorit. Zwischen Wanz und Wilkens rutschte der aus Kanada stammende Hüne Jonathan, “Canadian Wrestling Association (CWA)” World Champion. Am 09. August 1977 kam es in Durban/Südafrika zum ersten großen Kampf mit Wanz. Er und Jonathan trennten sich im Unentschieden. Der nächste Kampf am 01. September 1977 in Johannesburg sollte ihre Fehde richtig aufheizen. Wanz verlor und Jonathan konnte sich als CWA Champion feiern lassen. Schäfer und Model widersprechen sich ein wenig, was die Stellung von Wanz als CWA Weltmeister betrifft. Wilkens war auch noch da, erreichte gegen Wanz am 20. August 1977 in Johannesburg aber nur ein Unentschieden. Es konkurrierten jetzt nur Wanz und Jonathan.

Von Südafrika aus verlagerte sich das Geschehen nach Graz. Wanz bestritt mehrere Vorbereitungskämpfe, bis er schließlich seinen Kontrahenten Jonathan am 15. Juli 1978 bezwingen konnte. Dies ist der Anfang der CWA in Europa. Doch dahinter steckte keine Promotion, da Jonathan seinen Canadian Title an Wanz verlor, der diesen, bis zur eigentlichen CWA Formierung 1985, als Weltmeisterschaftstitel verteidigte. Die Bezeichnung “Canadian Wrestling Association” blieb bestehen. Wanz kämpfte in Turnieren, die etwa unter der Schirmherrschaft des VDB standen. Jonathan wollte es noch ein mal wissen, verlor aber den Titelkampf am 12. Juli 1980 gegen Wanz im Grazer Eisstadion. Otto Wanz, gleichzeitig auch Promoter, veranstaltete das zehnte Turnier in Graz. 1981 expandierte er nach Klagenfurt und übernahm, zusammen mit seinem Geschäftspartner Peter William, schrittweise alle wichtigen Hochburgen des Catchens. Am 14. Juni 1985 schließlich wurde aus dem Canadian Wrestling Association Title offiziell der Catch Wrestling Association (CWA) Title. Wanz und William gründeten gleichzeitig ihre eigene Promotion, die sie als “Catch Wrestling Association (CWA)” in den Register eintragen ließen. Jetzt erst entstand jene CWA, wie man sie bis zum Schluss kannte.

Vom Ende des Catchens handelt dieser Artikel, was ebenfalls das Ende der CWA als Wrestlingpromotion bedeutete. Das größte Problem, was sich dem Catchen stellte, war der schleichende Zuschauerrückgang. Er setzte überall ein, jedoch in unterschiedlichen Zeitabständen. 1984 gab Promoter Eugen Wiesberger, einer der österreichischen Catcher-Könige, auf. Seine Hochburg war Linz. Er starb am 02. Mai 1996. Edmund Schober, Catch-Magnat in Hannover, verschwand 1979 und übergab an Heinrich Kaiser, der die Rechte für die Schützenplatz-Turniere 1991 an Paul Violka verkaufen wollte. Bis dahin hatte Hannover einen Teil seines Glanzes als Catch-Hochburg eingebüßt. Den langen Erfolg der Schober-Kaiser Ära erreichte man nie wieder. Bremen konnte sich noch als letzte deutsche Catch-Bastion halten. Kaiser war wohl zuversichtlich, für die Austragungsrechte einen ordentlichen Gewinn zu erzielen. Aber Violka lehnte zunächst ab, da Kaisers Preisvorstellungen zu hoch waren. Stattdessen übernahm der Disko-Chef von Hannovers “Fantasia”, Jürgen Windolph, das große Schützenplatz-Turnier. Die Steuerlast, ein weiteres Problem der Promoter, zwang Windolph jedoch in die Knie. 1992 schließlich verkaufte er an Violka, der aber weniger zahlte, als Windolph damals an Kaiser. Violka hatte davor schon mit Kaiser parallel zusammengearbeitet. Er betrieb eine Würstchenbude auf dem Schützenplatz und war eigentlich Fleischhändler in Garbsen bei Hannover. Sein Geschäftspartner war niemand geringeres als der berühmte Matchmaker Peter William, schon seit 1960 in Hannover aktiv.

1992 endete auch die Ära Paul Berger, der am 13. Januar 1992 in einer Klinik in Bad Oeynhausen starb. Seit 1969 war er Turnierleiter beim VDB, dessen Einfluss man kaum beschreiben kann, wenn man ihn nicht selbst miterlebt hat. Mit Bergers Tod erlosch auch die Glanzzeit des VDB, obwohl dieser Verband immer noch existiert und den IBV um Jahre überlebt hat. Der Zuschauerrückgang machte sich in Bremen noch nicht so bemerkbar. Selenkowitsch erreichte bei seinem Turnier 1983 in 41 Tagen ganze 95.000 Zuschauer. Fast immer war die Bremer Stadthalle voll bis oben hin. Nach der CWA Gründung übergab er 1987 das Zepter an seinen langjährigen Schützling Otto Wanz, den er erstmals 1970 aus Österreich nach Deutschland holte. Wieder verschwand ein Urgestein des Catchens. Nico starb 2004 nach einem schweren Sturz. Mit der Übernahme des Bremer Turniers gehörte auch die letzte Catch-Hochburg zur CWA. Bis dahin hatten Wanz und William ihr Revier schon längst auf Hannover, Graz und Wien ausgeweitet. Es gibt Kritiker, was die Ära von Wanz als Veranstalter betrifft. Er bemühte sich durchaus, diese Traditionen aus vergangenen Zeiten fortzusetzen, musste letztendlich aber doch kapitulieren. Mit einer neuen Generation von Fans, in Verbindung mit der Konkurrenz aus Amerika, die in den 90er Jahren etliche Tourneen nach Deutschland unternahm, verschwand das Interesse am traditionellen Catchen.

Auf dem Wiener Heumarkt war der Zuschauerrückgang bereits Anfang der 80er Jahre deutlich geworden. Zwischenzeitlich gab es aber Turniere, bei denen noch mehrere 1000 Besucher anwesend waren. 1997 kamen etwa 2000 Fans zu einer Heumarkt-Show, wo Cannonball Grizzly das Iron Men Turnier gewann. Im Unterschied zu damals, wo solche Zahlen fast täglich bei allen Turniertagen erreicht wurden, waren jetzt nur noch vereinzelte Shows, wenn überhaupt, gut besucht. Was sich überall als fatal erwirkte, war die fehlende Kontinuität. Man konnte nicht mehr sagen, dass es im nächsten Jahr weitergehen würde. Im Jahr 2000 kam dann das endgültige Aus für Bremen. Ein 1999 vom VDB groß angekündigtes Turnier wurde ebenfalls gestrichen. Von ursprünglich zehntausenden Besuchern waren in Bremen nur etwa 400 bis 500 übrig geblieben. Zu wenig, um so eine Promotion wie die CWA zu finanzieren. Am 31. August 2000 verkündete Wanz im Fernsehsender N3 die Einstellung aller Turniere und das offizielle Ende der CWA als Wrestlingpromotion. Am 01. September 2000 vermeldete der Weser-Kurier: “Bremen war die letzte Bastion; Catch-Promoter Otto Wanz kapituliert und sagt das Turnier in der Stadthalle ab”. Wanz benutzte die Bezeichnung CWA weiterhin für seine “Austrian Giants” Shows. Teilweise sah man diese Buchstaben auch im Fernsehen. Beim VDB stellt sich eher die Frage, warum ihn niemand aus dem Register streichen lässt. Man kann ihn nicht mehr ernsthaft als wirklichen Verband ansehen.

Mit dem Ende der CWA war auch das Catchen Geschichte, nicht aber das Wrestling in Deutschland. In den 90er Jahren etablierten sich mehrere Promotions, die als Vorgänger der deutschen Indy-Szene gelten. 1988 kam ein ehemaliger Leiter einer Ölbohrinsel zum Wrestling, Gerd Völlink. Er und Hansi Rooks formierten die “VoRo Agentur”, aus der Anfang 1993 die “German Wrestling Federation (GWF)” hervorging. Völlink benannte sie später in “German Professional Wrestling (GPW)” um. Er trennte sich dann von Rooks und konnte noch ein paar Jahre durchhalten. Ab Januar 1997 war auch die GPW Geschichte. Im Dezember 2001 stirbt Gerd Völlink in Lage bei Bielefeld. Die Schützenplatz-Turniere in Hannover veranstaltete Paul Violka noch bis 1997, als er die Geschäfte ganz an seinen bisherigen Matchmaker Peter William und an Klaus Kauroff übergab. Nach 2002 zog sich dann auch Peter allmählich zurück. Letztlich folgte dann in Hannover die Gründung der IWW, dem Vorläufer aller heutigen Indy-Promotions in Deutschland. Stefan Haupt und Jörg Kowalski sendeten auf dem Offenen Kanal ihr Format “Independent Wrestling World (IWW)”. Ursprünglich als Fernsehsendung konzipiert, machten Haupt, Kowalski und Steve the Otaku daraus eine Promotion, die im Mai 1997 debütierte. Sie hat zwar nicht solange durchgehalten, wie ihre Nachfolger, bildete aber dennoch den Ursprung. Mit Gründung der ACW 1998 ist dies offensichtlich geworden.
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#2
Smile Vielen vielen Dank für diesen interessanten Artikel.

Gab es eigentlich eine gewisse eputation der verschiedenen deutschen Catch-veranstaltungen? Ich hab nämlich vor Kurzem die Biographie von Chris Jericho gelesen (der ja in Hamburg unter Lasartesse für einige Wochen antrat) und da wurde nur ein kurzer Besuch in Hannover von ihm erwähnt und allein von dort hatte man schon die Implikation Hannover > Hamburg.
Andererseits weiß ich zum Beispiel, dass William Regal ja sehr viel von Lasartesse hält.
Würde mich mal interessieren.
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#3
Meinst du Reputation?
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#4
Hm ja sorry, das R muss irgendwie auf dem ippweg verlorengegangen sein. *g*
Ja, meine ob es irgendwie einen Ansehensunterschied gab wenn man für Hannover, Hamburg oder Bremen z.B. arbeiten durfte. Dies könnte man nämlich evtl. aus dem Deutschland Abschnitt von Jerichos Buch herausinterpretieren.
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#5
Der Name Rene Lasartesse ist für Hamburg immer in Verbindung mit dem Veranstalter Sven Hansen zu betrachten. Ein gutes Team, das stets für viele Veranstaltungen auf dem Heiligengeistfeld sorgte. Stärker wie Berger oder Selenkowitsch waren sie aber nicht. Wer für die beiden kämpfte, der hatte den Olymp des Catchens erreicht. Gleiches gilt für Schober in Hannover. Lasartesse begann damals auch unter Gustl Kaiser. Kaiser hatte seine Turniere in vielen Städten der BRD ausgetragen - Krefeld, Köln, Hamburg, München etc.. Wer für ihn antrat, der gehörte ebenfalls zur Elite. Kaiser legte sich nicht - wie Selenkowitsch auf Bremen und Dortmund - auf eine bestimmte Stadt fest. Es lief natürlich unter Wanz in Bremen nicht mehr so erfolgreich, wie unter Nico. Kritiker sagen, dass Wanz am Rückgang der Zuschauer eine Mitschuld trug. Ganz klar muss man jedoch sagen, dass um 1978 der Schwerpunkt beim VDB unter Berger lag. Der Begriff "Ansehen" lässt sich nur in einer bestimmten Zeitspanne betrachten, in der die großen Veranstalter aktiv waren. Natürlich war Hamburg eine wichtige Station, die aber nicht Lasartesse und Hansen allein so gut aufbauten. Ihr Vorgänger Paul Westergaard-Schmidt hat Hamburg zu dem gemacht, was es später wurde, eine der vielen Catch-Hochburgen. Aber wer erinnert sich noch an Westergaard-Schmidt, der seit 1963 tot ist. Wahrscheinlich niemand mehr.
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#6
[Bild: http://s2.imgimg.de/uploads/Wanz14644dd1jpg.jpg]

Ich habe jetzt das Bild von Selenkowitsch und Wanz oben eingefügt.
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#7
Sven Hansen hatte eine Sonderstellung. Er gehörte weder dem VDB noch dem IBV an. Seine Versanstaltungen "ohne Lizenz" wurden aber von beiden Verbänden geduldet. Die Mächtigen Berger und Nico wurde aber auch regelmäßig eingeladen um sich über die Qualität der Veranstaltungen zu überzeugen. Der Star von Hansen war sicherlich Rene Lasartesse, der ihm auch als Matchmaker fungierte. Rene wurde sich ja mit Schober nicht einig und wechselte daher an die Alster. Das zweite Zugpferd nach Rene war sein Intimfeind Franz van Buyten. Der Restliche Kader war auch nicht schlecht gehörte aber eher der zweiten Garnitur an. Billy Samson ausgenommen. Auch wurde immer kritisiert das am Heiligengeistfeld der richtige "Flair" (nein nicht Ric Smile ) fehlte.

Wie immer gut geschrieben Ronald. Zu den Catch-Hochburgen gehörte aber auch noch Dortmund. Und in Österreich kann man ruhig Klagenfurt dazu zählen. Dort füllten in den 60igern jedesmal einige Tausende Zuseher die KAC Arena. Verantwortlich dafür war die IBL (Internationale Berufsringer Loge) unter der Leitung von Baron Werner von Bernd (Werner Berndeisel) und Harry Bahrens (Harry Hradzdil).
Sonstige Gute Veranstalter waren in den 80igern für den VDB auch Horst Bauer und Otto Bastian die vorallem in Karlsruhe ihr Tätigkeitsfeld hatten.

Berlin Jahre lang die Hochburg unter Paul(e) Berger wurde später etwas wiederbelebt von Karl-Heinz Kuhnert.

Einer der kleinen Veranstalter war der Immobilienhändler Werner Bendig der unter dem VDB Banner in Recklinhausen und Herne seine Shows abhielt.

Noch was zu Otto Wanz. Die Kritik das er auch maßgeblich für den Rückgang verantworlich war, begründet sich immer in der Tatsache das Wanz nur die Hochburgen betrieb. Während die anderen Veranstalter wie Schober, Kaiser, etc auch in vielen Kleinern Städten Kurzturniere veranstaltete. Shows die meistens keinen oder wenig Gewinn abwarfen. Doch zum Schluss kam Ihre Parade-Stadt..Hannover, Bremen, Hamburg usw. Das Ganze hatte aber den Sinn das eine riesige Reihe von Ringern das gesamte Jahr über Beschäftigung hatte. Dies war später unter Otto nicht so.
Früher gab es so mehrer Veranstaltungen Gleichzeitig am selben Tag. Aus meinen Aufzeichnungen fand ich adoc den 13.10.1973 als Beispiel da gab es eine Show in Berlin mit den Top Leuten Pete Roberts, Axel Dieter Hans Richard Behrens, Roland Bock, Hermann Iffland und Rene Lasartesse. Am selben Tag war eine Show in Recklinghausen (noch unter Selenkowitch) mit Micha Nador, Wolfgang Saturski, Franz van Buyten, Hansi Roocks, Ivan Strogoff Sheik Tannous, auch alles Top Ringer, zu bewundern. In Hannover bei Schober waren El Grand Vladimir (van Mullen), Klaus Kauroff, Manuel Lopez, Salvatore Bellomo, Hiro Yagi und ander aktiv. Dem nicht genug war auch in München ein Turnier im Gange wo mit Jean-Louis Breston, Chris Markoff, Joschi Molnar, George Gordienko, Rene Goulet Gustl Kaiser seine Weltstars präsentierte.
Dazwischen wurde in Düsseldorf, Oldenburg, Wuppertal, Bamberg, Tuttlingen, Lübeck, Rüsselsheim, Bochum, Hamm, Iserloh, Siegen, Wolfsburg, Wiesbaden, Krefeld, Kassel, Würzburg, Saarbrücken, Osnabrück, Heilbronn, Offenbach und an vielen anderen Orten veranstaltet und das nur im Jahre 73. Es war also das ganze Jahr genug Arbeit für immes viele Ringer da. Bei Wanz als Solo Veranstalter mit den paar aber Hochklassigen Turnieren ging somit die Zahl der Aktiven dramatisch zurück. Wie gesagt das ist die Ansicht von einigen Akteuren von damals bei denen Otto nicht immer gut wegkommt.

so viel als Anmerkung

D.S.K.
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#8
@Silk
Ich glaube eine bessere Erklärung, wie die von Pantaleon, wirst du im gesamten Internet nicht finden.

@Pantaleon
Ich füge Dortmund noch in die Reihe der Catch-Hochburgen ein. Da du bei dem Punkt der CWA Formierung offenbar keinen Fehler gefunden hast, oder andere Fakten nennst, die eine Gründung der CWA im Jahre 1973 plausibel erklären könnten, müsste der Zeitraum 1977-78 stimmen.

War Klagenfurt vor 1981 auch schon eine Catch-Hochburg?
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#9
Bild auf W4E-Server und Artikel auf W4E eingetragen! :winke:
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#10
Da ich für meine Frage keinen neuen Thread eröffnen möchte, nutze ich einfach mal diesen alten Smile

In diesem tollen Spiegel-Artikel von 1952 wird folgendes berichtet:

Zitat:"Das Ganze wird dann als Sport deklariert", empört sich Amateurringer Ernst Matschke über derartige Rummelmanieren seiner Berufskollegen. Seiner Meinung nach sollte das wiederholt werden, was 1938 Reichssportführer von Tschammer und Osten als Exempel statuierte, um die Berufsringer wieder in die Schaubuden zurückzujagen. Als die Berufsringer gegen diese Verurteilung Einspruch erhoben, wurden Qualifikationskämpfe mit den Amateurringern angesetzt, auf Wunsch der Profis sogar nach deren Regeln. Jedes Lager stellte seine acht Besten zu der Machtprobe. Nur ein Profi bestand sie, Hans Stuwe, und der war gerade aus dem Amateurlager gekommen. Alle anderen, auch die "Weltmeister" Fritz Kley und Hans Schwarz, wurden von den Amateuren sehr schnell aufs Kreuz gelegt; der zwei Zentner schwere Hans Schwarz von dem erheblich leichteren Mittelgewichtler Schweickert. "Daraus", so schließt Ernst Matschke, "ist ja deutlich genug zu ersehen, daß die Catcher-Meister keine Könner sind."



Haben die Catch-Historiker bei ihren Recherchen noch mehr Infos über dieses interessante Aufeinandertreffen von Amateuren und Profis gefunden? Wie hoch ist der Wahrheitsgehalt dieses Artikels?

Falls es tatsächlich zu diesen Matches gekommen ist, gehe ich davon aus, dass es sich noch nicht um Freistil-Ringen ("Catchen"), sondern um Griechisch-Römisches Ringen gehandelt hat (?), trotzdem finde ich, dass es unter dem Stichwort "Wrestling in Deutschland" in diesen Thread passt ;)
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