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Classic-FAQ-Thread
#1
Liebe Board-Gemeinde,

dieser Thread ist für alle Fragen, Themen und Diskussionen rund um die ältere Wrestlinggeschichte gedacht. Für Fragen bezüglich der jüngeren Geschichte (ungefähr ab dem Jahr 1983) benutzt bitte weiterhin den bereits bestehenden FAQ-Thread. Die Moderne Ära (ab der ersten Starrcade und der ersten WrestleMania) soll aus diesem Thread ausgeklammert werden, damit die älteren Epochen des professionellen Ringkampfs hier stärker zum Zuge kommen können. Für die europäische Catch-Szene der Achtziger und Neunziger Jahre soll bezüglich des genannten Zeitrahmens allerdings eine Ausnahme gelten.

Alle historisch interessierten Fans sind herzlich dazu eingeladen hier ihre Fragen zu stellen, Diskussionen anzustoßen, interessante Fundstücke zu präsentieren und eigene historische Beiträge zu veröffentlichen, falls sie keinen eigenen Thread rechtfertigen.
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#2
Danke natürlich für den Thread und viel Spaß bei den großen Diskussionen und Fragen der langen Geschichte des Wrestlings.

Wo und wann seht ihr eigentlich den Beginn des Berufsringkampfes an? Seht ihr das schon in der Antike mit den griechischen und römischen Stilen, oder dann doch eher mit dem Showringkampf im 17. und 18. Jahrhundert?

Ich persönlich würde eher zweiteres sagen, da man hier einfach schon mehr die Absprachen und den Showaspekt mit drin hatte, da man das Publikum unterhalten wollte.
Beim wirklichen Ringen ist dies eben nicht der Fall und deshalb ist es für mich nicht das Pro-Wrestling wie wir es heute kennen oder der Beginn davon. Klar brauchte man den griechischen und römischen Stil um überhaupt dazu zu kommen, aber der Aspekt der Show für die Zuschauer ist für mich in diesem Bezug sehr wichtig und der kam doch dann erst in der späteren Zeitspanne dazu??
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#3
Ich poste hier mal als Einleitung einen älteren Artikel von mir. Ich habe darin die Wrestlinggeschichte in 5 Epochen aufgeteilt und diese etwas umschrieben. Die Inhalte stehen natürlich gerne zur Kritik und Diskussion frei ;)

1. Epoche: Die Pionier-Ära (ca. 1865 bis 1893)

1. Revolution: Technische Errungenschaften führen dazu, dass Wrestling auf großer Ebene organisierbar wird.

Vor dieser Zeit waren weder Nordamerika noch Europa in der Lage, Wrestling wirklich auf nationaler bzw. internationaler Ebene zu organisieren. Das hatte mit den langen Reisewegen, der Abhängigkeit vom Tageslicht und der langwierigen Informationsübertragung zu tun. Wrestling fand daher nur ganz regional auf Jahrmärkten und in Soldatencamps statt.

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 zogen viele ehemalige Soldaten durchs Land und präsentierten kleine Wrestling-Veranstaltungen. Das Wrestlinghandwerk hatten sie in den Soldatencamps erlernt. Das wachsende Eisenbahnnetz, die immer fortschrittlichere Technologie zur Informationsübertragung und die Erfindung von Gaslicht und Glühlampe ermöglichten es findigen Geschäftemachen, die Shows immer besser zu organisieren und aufeinander abzustimmen. Mit dem Bürgerkriegsoffizier James McLaughlin wurde bald der erste nationale Wrestling-Champion für den Wrestling-Stil "Collar & Elbow" gekrönt.

In Europa gab es ähnliche Entwicklungen. Dort setzte sich allmählich das Griechisch-Römische Wrestling durch, dass auch bald an der Ostküste der Vereinigten Staaten populär wurde. In den USA konkurrierten damals noch viele sehr verschiedene Wrestling-Stile miteinander, die strengen Regeln unterlagen. Beim Griechisch-Römischen Stil waren beispielsweise nur Aktionen oberhalb der Gürtellinie erlaubt. Höhepunkt dieser Ära war die Regentschaft des großen Greco-Roman World Champions William Muldoon.

2. Epoche: Die Freistil-Ära (ca. 1893 bis 1921)

2. Revolution: Das Freistil-Wrestling verdrängt in Nordamerika alle anderen Stile.

Zu den konkurrierenden Stilen zählte auch die Freistil-Variante Catch as Catch can. Sie kam ursprünglich aus Nordengland und erfreute sich bei den Minenarbeitern Nordamerikas großer Beliebtheit. Bei diesem Stil waren alle Griffe erlaubt, die Matches waren schneller und aufregender als beim Griechisch-Römischen Stil.

Der Freistil gewann immer mehr Publikum, sodass sich die Anhänger der anderen Stile dazu gezwungen sahen, mit den Catch-Wrestlern zu kooperieren. In einer Übergangsphase wurden Mixed-Style-Matches ausgetragen, bei denen in jeder Runde ein anderer Stil angewandt werden musste. Der Siegeszug des Catch as Catch can war aber nicht aufzuhalten.

1893 trafen in einem Match die Champions des Freistils und des Griechisch-Römischen Stils aufeinander. Der Freistil-Champion Evan Lewis gewann den Kampf und durfte sich seitdem als unumstrittener "American Heavyweight Champion" bezeichnen. Ab ungefähr diesem Zeitpunkt war Griechisch-Römisches Wrestling nur noch in Europa vorherrschend.

Jetzt begann der Kampf um die Vormachtstellung im Wrestling zwischen Europa und den USA: Freistil gegen Greco-Roman. Zuerst sah es gut für die Europäer aus. Der Europäische Griechisch-Römische Champion Georg Hackenschmidt besiegte 1905 den Amerikanischen Freistil-Champion Tom Jenkins und wurde so der erste weltweit anerkannte World Champion im Pro Wrestling. Doch nur 3 Jahre später konnte ihm der Amerikaner Frank Gotch den Titel abnehmen. Seit dieser Zeit gilt die USA als das Zentrum des Wrestling, während die europäische Tradition durch die Weltkriege immer weiter einbrach. Frank Gotch blieb bis zu seinem Tod unbesiegt, sein Nachfolger als Champion wurde der große Joe Stecher.

3. Epoche: Die Slam Bang-Ära (ca. 1921 bis 1948)

3. Revolution: Wrestling wird mit Gimmicks und schnelleren Comedy-Moves "aufgemotzt".

Zu Beginn der Zwanziger Jahre hielt Ed "The Strangler" Lewis den World Heavyweight Title. Gemeinsam mit seinem Manager Billy Sandow und seinem Trainingspartner Toots Mondt begann er nach und nach die Kontrolle hinter den Kulissen an sich zu reißen, indem das Trio viele Wrestler unter Exklusivverträge nahm. Diese Machtstellung ermöglichte es den dreien das Wrestling vollkommen umzukrempeln.

Vorher war Wrestling zwar auch schon abgesprochen, doch es sah immer noch nach einem echten Sport aus. Auch waren die Akteure immer ausgebildete Ringer, die sich in einem echten Kampf tatsächlich hätten behaupten können. Das Publikum wurde aber allmählich die oft über Stunden dauernden Kämpfe leid, sodass die Zuschauerzahlen zurückgingen.

Um das Publikum bei Laune zu halten, verpasste das später als "Gold Dust-Trio" bezeichnete Gespann aus Ed Lewis, Sandow und Mondt ihren Wrestlern Gimmicks und Trademark Moves, die spektakulär aussahen aber nicht wirklich in einem echten Ringkampf Sinn machten. Diesen neuen Wrestling-Stil nannten die drei Slam Bang-Western Style-Wrestling. Die Matches wurden beschleunigt und aus anderen Sportarten wurden neue Wrestler rekrutiert. Ed Lewis verlor seinen World Title schließlich an den ehemaligen Football-Star Wayne Munn, den ersten Wrestling Champion, der eigentlich gar nicht ringen konnte.

Der größte Champion dieser Ära war wohl der Grieche Jim Londos, der die Promoterkriege der 30er Jahre dominierte und wahrscheinlich der größte Publikumsmagnet war, den das Wrestling je hatte. Trotz der Weltwirtschaftskrise ab 1929 zogen immer mehr Promoter kleine Ligen im ganzen Land auf und krönten eigene World Champions. Vor dem zweiten Weltkrieg war die Szene völlig zersplittert, schon spätestens seit den Dreißiger Jahren ist die USA in voneinander weitgehend unabhängige Territorien aufgeteilt.

4. Epoche: Die TV-Ära (ca. 1948 bis 1983)

4. Revolution: Das Medium Fernsehen krempelt die Wrestling-Welt um.

Der Chicagoer Promoter Fred Kohler war im Jahr 1946 der erste, der Wrestling in das noch junge amerikanische Fernsehen brachte und landete damit gleich einen Kassenschlager. 1948 und 1949 zogen seine Konkurrenten Don Owen in Oregon und Morris Sigel in Texas nach. Diese Wrestlingshows waren meist nur regional empfangbar. Das Medium Fernsehen führte zu einschneidenden Veränderungen: Das was im TV zu sehen war, erschien den Zuschauern als wichtiger, als das, was sie in den Zeitungen über die Wrestlingszene lesen konnten. Auch war es durch das Fernsehen möglich, das Publikum durch verschiedene (noch einfache) Storylines zu führen.

Der erste TV-Star dieser Ära war George Wagner alias Gorgeous George. Er kreierte für sich das Gimmick einer blondierten Diva, er benutzte Pomp & Circumstances als Einzugsmusik (das spätere Entrance Theme des Macho Man) und ließ den Ring von seinem Ringbegleiter mit Parfum besprühen. Damals war Gorgeous George eine Sensation, er wurde in viele TV-Shows eingeladen. Es wird behauptet, dass die meisten Amerikaner sich nur einen Fernseher kauften, um George sehen zu können.

Andere frühe TV-Helden waren Buddy Rogers, Antonino Rocca und Primo Carnera. Der erfolgreichste Wrestler dieser Ära war allerdings Lou Thesz. Thesz war schon ein Star, bevor Wrestling ins Fernsehen kam. 1949 wurde ihm der World Heavyweight Titel der National Wrestling Alliance (NWA) zugesprochen, die ein Jahr zuvor gegründet worden war. Schon bald waren alle namhaften Ligen auf der Welt Mitglieder dieses Verbandes und Thesz der alleinige Champion.

Lou Thesz sorgte gemeinsam mit Rikidozan dafür, dass Wrestling in Japan Fuß fassen konnte. Kein Ereignis erzielte im japanischen Fernsehen eine höhere Einschaltquote als das Aufeinandertreffen dieser beiden Legenden. Auch in Mexiko wurde das Fernsehen ein enormer Motor fürs Wrestling, El Santo wurde durch seine Auftritte in unzähligen Filmen zum Volkshelden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde auch in Europa eine neue Wrestlingszene aufgebaut, das Freistil-Wrestling der Amerikaner wurde übernommen und bald als "Catchen" bekannt.

Schon in den späten Fünfziger Jahren gab es in der NWA Auflösungserscheinungen, einzelne Promoter wollten einen eigenen World Champion. In diese Zeit fällt unter anderem die Abspaltung der WWWF (heute: WWE) und der AWA. Die Zeit vor diesen Abspaltungen wird auch oft als "Goldenes Zeitalter des Wrestling" (Golden Age) bezeichnet, da Wrestling als etwas Großes präsentiert werden konnte, die etwas schwächere Zeit danach nennt man "Silbernes Zeitalter". Die großen Stars des Silver Age (ab ca. 1963) waren Bruno Sammartino, Verne Gagne, Jack Brisco, Dory Funk Jr., Harley Race, Dusty Rhodes und André the Giant.

5. Epoche: Die moderne Ära (ca. 1983 bis heute)

5. Revolution: Das Kabelfernsehen erobert Amerika und macht Wrestling massentauglich.

Die Ereignisse dieser letzten Epoche sind den meisten Lesern bekannt. Hulk Hogan gewinnt durch seine Mitwirkung am dritten Rocky-Film außerordentlich an Popularität und wird von der WWF zum Megastar aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit Cyndi Lauper und anderen Mainstream-Stars verhilft der WWF nationale Aufmerksamkeit zu erlangen. Vincent K. McMahon nutzt die Reichweite des nationalen Kabelfernsehens, um fast alle Konkurrenten in den Konkurs zu treiben. Auch die Catch-Szene in Europa fiel letztlich der Expansion der WWF zum Opfer. Die NWA konnte mit ihrem Champion Ric Flair nur schwer diesem Angriff standhalten. Nie zuvor errang Wrestling eine so große mediale Aufmerksamkeit.

Auch in Japan und Mexiko gab es einige Veränderungen. Das japanische Wrestling entwickelte sich von der amerikanischen Familienunterhaltung weg und versuchte sich als ernstzunehmende Sportart darzustellen, Antonio Inoki und Giant Baba drückten ihren beiden großen Ligen ihren Stempel auf und schufen das körperbetonte, harte japanische Wrestling, das wir heute kennen. In Mexiko musste das Lucha Libre den Tod von El Santo verkraften, seither gingen die Zuschauerzahlen nach unten. Erst die Gründung der AAA brachte das mexikanische Wrestling wieder auf Erfolgskurs.

Mitte der Neunziger Jahre erhielt die WWF noch einmal kurzzeitig Konkurrenz durch die WCW, die ein ähnliches Produkt anbot. Vince McMahon reagierte schnell und änderte die familienfreundliche Ausrichtung seiner Liga. Dies war die Geburt der Attitude-Zeit von Steve Austin und Co. Erst als die WWF wieder das Monopol in ihren Händen hielt, wurden die teilweise fast obszönen Storylines zurückgefahren. Heute sieht sich WWE wieder als kinderfreundliche Familienunterhaltung. Die "Moderne Ära" zeichnet sich durch die möglichst effiziente Nutzung aller Vermarktungsmöglichkeiten aus.
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#4
Zitat:Original von Double F
Danke natürlich für den Thread und viel Spaß bei den großen Diskussionen und Fragen der langen Geschichte des Wrestlings.

Wo und wann seht ihr eigentlich den Beginn des Berufsringkampfes an? Seht ihr das schon in der Antike mit den griechischen und römischen Stilen, oder dann doch eher mit dem Showringkampf im 17. und 18. Jahrhundert?

Ich persönlich würde eher zweiteres sagen, da man hier einfach schon mehr die Absprachen und den Showaspekt mit drin hatte, da man das Publikum unterhalten wollte.
Beim wirklichen Ringen ist dies eben nicht der Fall und deshalb ist es für mich nicht das Pro-Wrestling wie wir es heute kennen oder der Beginn davon. Klar brauchte man den griechischen und römischen Stil um überhaupt dazu zu kommen, aber der Aspekt der Show für die Zuschauer ist für mich in diesem Bezug sehr wichtig und der kam doch dann erst in der späteren Zeitspanne dazu??

Der Griechisch-Römische Stil ist eigentlich der im 19. Jahrhundert erfundene französische Stil und hat nicht viel mit der Antike zu tun.

Ich würde den Beginn des Berufsringkampfs dort ansetzen, wo er erstmals auf nationaler Ebene organisierbar wurde (also so zur Halbzeit des 19. Jahrhunderts), wie ich oben im Artikel schrieb. Das hat für mich nicht viel mit Griechisch-Römisch oder Freistil zu tun. Show und Absprachen spielten auch von Anfang an eine große Rolle.

Ringer die durch die Lande zogen und auch in abgesprochenen Kämpfen gegeneinander antraten wird es allerdings schon in der Antike gegeben haben. Es ist auch nicht so, dass unser abgesprochenes Wrestling aus dem sportlichen "olympischen" Ringen entstanden wäre.. es ist viel mehr so, dass die beiden Varianten vor der "Berufsringkampfzeit" nur viel enger miteinander verknüpft waren und erst mit der Gründung sportlich organisierter Amateur-Vereine im späten 19. Jahrhundert auseinanderdrifteten.
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#5
Zitat:Original von Double F
Wo und wann seht ihr eigentlich den Beginn des Berufsringkampfes an? Seht ihr das schon in der Antike mit den griechischen und römischen Stilen, oder dann doch eher mit dem Showringkampf im 17. und 18. Jahrhundert?

Nach Saltarino (Hermann Waldemar Otto - Historiker und Chefredakteur vom 1882 formierten Düsseldorfer Artist) war Johann Carl von Eckenberg (1684-1748 oder 54) der erste athletische Professional in Deutschland. Unter Professional darf man sich aber im 18. Jahrhundert keinen Menschen vorstellen, der nur das Ringen ausübte. Bis Ende des 19.Jh. traten diese "Kraftmenschen" als Ringer, Gewichtheber, Boxer, Artisten und Akrobaten gleichzeitig auf. Zumindest viele davon, was sich bei Emil Naucke gut darstellen lässt. Der Berufsringkampf begann in Deutschland mit der Carl Abs Ära ab 1880. Der antike gr.-röm. Stil war jedoch nicht der, den die Franzosen als gr-röm. bezeichneten. Antike Ringer in Griechenland kämpften im Stand und nackt - daher gymnos für "nackt". Die Franzosen entwickelten im 19. Jh. eine Verbindung aus Stand- und Bodenringkampf, den sie gr-röm. nannten und das war der Stil, der letztlich den deutschen Berufsringkampf und auch das Greco-Roman Wrestling in Nordamerika beeinflusste. Es waren Franzosen, die diesen Stil nach Amerika oder Deutschland überführten.

Anfang des 19. Jh., nach der Basedow-Salzmann Ära, gab es den Turner-Ringkampf nach den Vorstellungen von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn. Da Jahn aber ein Franzosenfeind, als Anhänger der Burschenschaften, war, lehnte er auch jede sportliche Entwicklung aus Frankreich ab. Nun war er die Leitfigur und damit war klar, dass sich franz. Einflüsse zumindest in dieser Zeitspanne, 1800 bis 1850, nicht groß durchsetzen konnten. Das hatte auch was mit der Turnsperre in Preußen zu tun (1820-44), die halt wesentliche Entwicklungen im Sport bremste.

In Amerika ist der Beginn des Berufsringkampfes ergo Pro-Wrestling fast zeitgleich wie in Deutschland gekommen. Auch ab den 1880er Jahren und generell dann verstärkt ab Ende des 19. Jh. Zwischen 1880 und 1900 gab es viele grundlegende Entwicklungen in Europa und Nordamerika bezüglich Technik, Anzahl der Wrestler und Trainingsmethoden.

Edit: Diesen Artikel kenne ich schon von dir, zbyszko. Breites Grinsen ;)
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#6
Ich weiß, ich dachte nur er passt so schön als Einleitung ;)

Deinen alten von Eckenberg-Beitrag bei der Konkurrenz hatte ich fast schon wieder vergessen. Aber Google hilft ^^
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#7
Ich wusste wieso ich das hier bei euch gleich angesprochen habe. Ich habe ja schon sehr viel von euch und auch Nef damals zur Geschichte gelesen. Das mit griechisch-römischem Stil war mir schon klar, aber ich meinte damit wirklich die Antike, war ein falscher Ausdruck von mir, sorry dafür!

Für euch ist es also Mitte-Ende des 19. Jahrhunderts als Beginn.
Ich hab mal irgendwo was über das 17. und 18. Jahrhundert gelesen, wo es in Frankreich und auch auf der Insel, also Großbrittanien, ähnliche Veranstaltungen gegeben haben sollte, vor allem auch da schon auf sowas in der Art wie Jahrmärkten. Nagelt mich aber jetzt mal nicht fest, wo das war, das weiß ich nämlich grad nicht mehr Breites Grinsen

Somit würdet ihr ja scheinbar beide übereinstimmen und das Pro Wrestling in diesen Zeitraum um 1850 rum setzen.
Liegt es daran, dass es für die vorher stattfindenden Sachen kaum Informationen zu finden gibt, oder sind sich die Historiker da ziemlich konform, dass es dort den Ursprung des Pro Wrestlings gab und er sich ab da wirklich in die Richtungen Entwickelte, wie sie zbyszko aufzählt. Dem gehe ich übrigens konform. Ist eine sehr gute Einteilung.

Über die ganz frühen Sachen, wie eben Wrestling (als Pro Wrestling gemeint mit Absprachen und Co.) und nicht Ringen (als wirkliches Ringen wie die Olympische Disziplin) in Antike und den Folgejahrhunderten fehlt dann wohl der Anhaltspunkt und die Quellen nehme ich mal an...
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#8
Die Eckenberg Bio ist von dem Autor Lothar Groth, die dieser in seinem Buch "Die starken Männer - Eine Geschichte der Kraftakrobatik" veröffentlichte. Das ist ein DDR Buch und für die Zeit der Herausgabe, glaube 1985, eigentlich ganz gut geschrieben. Nun war Groth aber kein Wrestling- oder Ringkampfexperte, sondern ein Artistik bzw. Akrobatik Fan. Du kannst ja mal die Eckenberg Bio suchen und hier reinstellen. Breites Grinsen
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#9
Auf Jahrmärkten gab es das sicher schon ewig, das Leute den Ringersport als "Beruf" ausgeübt haben, in dem Sinne, dass sie davon leben konnten. Der ein oder andere konnte sich auch landesweit einen Namen machen, Ronald hat ja mal was über Thomas Topham geschrieben. Ist ja eigentlich auch ein sehr einfaches Geschäftsmodell, das sicher immer mal wieder in der Geschichte angewandt wurde. Man tingelt mit den Schaustellern durch die Lande, fordert Leute heraus, verliert vielleicht auch mal durch Absprache und kassiert jede Menge Geld durch die Wetteinnahmen.

Es ist halt nur so, dass erst gegen Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts eine nationale Struktur des Wrestlingberufs erkennbar wird. Es ist eigentlich der einzige Zeitpunkt den man irgendwie benennen kann für den Beginn unserer heutigen Wrestlingszene. Es ist aber tatsächlich so, dass es Berufsringkämpfer auch lange vorher schon gegeben hat, die allerdings ohne die Unterstützung einer etablierte Szene ihren Lebensunterhalt erkämpfen mussten.

Edit:

Hier ist der Text von Lothar Groth den Ronald mal zu Herrn von Eckenberg gepostet hat:



Zitat:"Herkules Eckenberg"

"Der am 6. April 1684 in Harzgerode geborene Johann Carl von Eckenberg (lt. Kirchenbuch Johann Karl Eckenberger), ist als erster großer professioneller Kraftakrobat, der namentlich bekannt wurde, und gleichzeitig als einer der Begründer sowohl des Theaters als auch des Varietes in Berlin anzusehen. Als Sohn eines Sattlers erlernte er das Gewerbe seines Vaters, heiratete später eine englische Seiltänzerin, wurde selbst Seiltänzer und Kraftmensch, schloß sich einer wandernden Gauklertruppe an und soll angeblich in Dänemark geadelt worden sein. In alten Schriften wird von einem stattlichen Recken und berühmten Kraftakrobaten berichtet, der sich auf Anschlagzetteln »Herkules-Harzmann« nannte. Eckenberg, der unter diesem Namen oder als »Simson« auftrat, verfügte über eine große Anzahl phänomenaler Krafttricks. Er konnte Ankerketten wie Zwirnsfäden zerreißen; Eisenbolzen und starke Schiffsnägel zwischen den Fingern zu Korkenziehern oder Schrauben drehen, ganz wie es das Publikum wünschte. Er vermochte auch, ein 1000kg (nach anderen Angaben 1300kg) schweres Kanonenrohr umherzutragen. Seine Zähne müssen einem stählernen Schraubstock geglichen haben, denn er konnte einen Eichenholzstock so zwischen den Zähnen^ halten, daß ein daran gebundenes kräftiges Pferd trotz Antreibens weder imstande war, ihm den Stock aus dem Mund zu reißen, noch den Athleten von der Stelle zu bewegen. Unglaublich erscheint ein weiterer Krafttrick, bei dem er eine 5 m lange Holzbank an einem Ende mit den Zähnen getragen haben soll, auf deren anderem Ende ein Trompeter saß und ein Lied blies. Er legte sich mit dem Kopf auf einen Stuhl, mit den Füßen auf einen anderen, dann ließ er sechs Männer auf seinen Leib treten und hielt diese Last mit gestrecktem Körper. Seine Arme müssen ebenso extrem kräftig gewesen sein. Der Herkules stellte sich beispielsweise auf ein Podest, breitete die Arme aus, hatte um jedes Armgelenk einen festen Strick gewunden, an dem je drei Männer aus dem Publikum nach Leibeskräften zerrten und rissen. Dazu trug er noch in jeder Hand einen bis zum Rand gefüllten Weinhumpen. Die sechs Männer versuchten mit größten Anstrengungen, den Herkules am Trinken zu hindern, doch dieser führte die Becher ruhig zum Mund und trank den Wein aus, ohne einen Tropfen zu verschütten. Die folgende Kraftleistung sparte er für gewöhnlich bis zum Schluß der jeweiligen Vorstellung auf:
Von einem Balkengerüst aus hielt er mit der einen Hand Eisenketten, an denen eine aus dicken Planken hergestellte Waagschale hing. In der riesigen Waagschale saß ein Trompeter auf einem Pferd. Der Herkules hielt die schwere Plattform mit dem Pferd und dem Trompeter so lange mit einer Hand, bis der Musiker seine Fanfare geschmettert hatte und es ihm selbst gelungen war, mit der anderen Hand ein Weinglas zum Munde zu fuhren und zu leeren. Dazwischen sprach der Kraftakrobat außerdem noch ein Hoch auf, die Bürger der jeweiligen Stadt oder auf den Magistrat und anwesende Persönlichkeiten aus. Johann Carl von Eckenberg kam zum ersten Mal als Kraftakrobat »Simson« nach Leipzig. Während seines Aufenthaltes machte er die Bekanntschaft eines Leutnants Johannes Heinrich Beyer, der ihm einen berühmt gewordenen bösen Streich spielte und damit klarmachte, daß Kraft allein nicht genüge. Als beide beim Wein saßen, schlössen sie einen Pferdehandel ab. Eckenberg sollte ein Pferd zu den folgenden Bedingungen kaufen: Gegen einen am 17. September ausgestellten Wechselbrief sollte er innerhalb von 24 Stunden nach dem folgenden Modus zahlen. In der ersten Stunde l Pfennig, in der zweiten Stunde 2 Pfennige, in der dritten Stunde 4 Pfennige, in der vierten Stunde 8 Pfennige und so weiter bis zur vierundzwanzigsten Stunde; jede Stunde also das Doppelte von dem, was er in der vorhergehenden Stunde gezahlt hatte. Johann Carl von Eckenberg war im festen Glauben, ein gutes Geschäft abgeschlossen zu haben. Die Mathematik beherrschte er offensichtlich weniger als seine Kraftkunststücke. Man verpflichtete den »Leipziger Rechenmeister«, Herrn Gottfried John, der errechnete, daß gegen den Wechselbrief, also für das Pferd, 58 254 Taler, 5 Groschen und 3 Pfennige gezahlt werden müßten. Es stand somit sehr traurig um den Herkules. Der Leutnant Beyer hielt an der Abmachung fest und drohte, den Herkules verhaften zu lassen, falls dieser ihm nicht bald den Betrag bis auf die 3 Pfennige genau auszahlen würde. Eckenberg blieb nur übrig, schnell aus Leipzig zu fliehen. Als er nach sechs Jahren wieder nach Leipzig kam, setzte ihm der Leutnant Beyer erneut mit seiner Forderung zu. Auch 1731 gab der Leutnant während eines weiteren Besuches des Herkules noch nicht auf. Doch seine Bemühungen waren vergebens, denn der vierzehn Jahre dauernde Prozeß wurde niedergeschlagen, indem »die hohe Justiz« den in betrügerischer Absicht ausgestellten Wechselbrief annullierte. Nach anderen Quellen mußte Eckenberg seinen gesamten Besitz verkaufen, dessen Gesämterlös (900 Taler, 20 Groschen und 8 Pfennige) der Roßhändler einstrich und die Angelegenheit damit als erledigt ansah. Obwohl ihm in diesen fünfzehn Jahren durch den Leutnant Beyer viel Ärger bereitet wurde, können sie als die Zeit seiner größten artistischen Erfolge bezeichnet werden. Der Herkules Harzmann war nicht nur durch seine unglaublichen Kraftübungen, sondern auch als Quacksalber und Kunstschütze sehr bekannt. Im Vergleich zu anderen Artisten, die mit einer armseligen Bude umherzogen, war er auf dem Höhepunkt seiner Karriere reich wie ein Fürst. Auf dem Neumarkt in Dresden beschäftigte er in einem großen hölzernen Bau drei Künstlerinnen, eine Holländerin, eine Italienerin und eine Engländerin, die auf dem Seil Luftsprünge und Tänze vorführten, wie man sie zuvor noch nicht gesehen hatte. Obwohl er so ungebildet war, daß er kaum seinen Namen schreiben konnte, forderte er kühn die Ärzteschaft heraus und behauptete, »er sei als Wunderdoktor imstande, bessere Kuren zu verrichten, als seine Gegner«. Er wird allerdings wohl genau gewußt haben, daß sein Antimonial-Öl, das er gegen Melancholie und Ischias verkaufte, oder die Büchse, die man anhauchen mußte, um sich gegen Schlaganfall, Taubheit und Blindheit zu sichern, nichts anderes heilen konnten als die Schwindsucht seines Geldbeutels. Wie aus einer Schrift hervorgeht, zeichnete sich »Samson der Unüberwindliche« durch 16 Kraftübungen aus: das Heben schwerer Lasten oder von Männern und Pferden, Festhalten eines Stockes mit den Zähnen, den zwei Männer mit aller Kraft nicht fortreißen konnten; Biegen von Tellern, Nägeln und Münzen u. a. Seine Künste wurden sogar in Versen verherrlicht. Der preußische »Soldatenkönig« Friedrich Wilhelm I, der auf Körpergröße und Körperstärke viel Wert legte, stellte Eckenberg am 14. Juni ein Pergament aus, das bezeugte, daß er »dem König Friedrich Wilhelm I seine Stärke gezeigt habe«. Gleichzeitig erhielt er eine Auftrittsgenehmigung. Er gab 32 Vorstellungen, die das große Ereignis von Berlin wurden. Die Berliner erzählten sich Wunderdinge von der Körperkraft, mit der Eckenberg zuweilen zum Ergötzen seiner Mitbürger derbe Scherze ausführte. So begab er sich eines Tages in einer Sänfte in ein Haus, in dem er zum Mittagessen eingeladen war. Er ließ die Sänfte vor dem Haus bis zu seiner Rückkehr warten. Als er wieder einstieg, sagte er den Trägern, sie müßten sich zusammennehmen, denn er habe so viel gegessen und getrunken, daß er außerordentlich schwer sei. Die Träger lachten über den vermeintlichen Scherz, aber das Lachen verging ihnen bald, als sie unter der Last, die sie zu schleppen hatten, fast zusammenbrachen. Plötzlich ließ Eckenberg anhalten, stieg aus und kehrte nach kurzer Zeit in die Sänfte zurück, diesmal hatte er aber sein Normalgewicht. Die Träger glaubten an Hexerei und liefen davon. In Wirklichkeit hatte der Simson zuvor vier Zentnergewichte unter dem Mantel versteckt gehabt, die er dann entfernte. Er blieb jedoch diesmal noch nicht in Berlin, sondern durchwanderte mit seiner Truppe fünfzehn Jahre lang Deutschland, Belgien, Polen und Schweden. 1731 kehrte er mit einer Truppe von sechsundzwanzig Personen nach Berlin zurück und schlug auf dem Neuen Markt seine Theaterbude auf. Noch immer trat Eckenberg selbst auf. Er zerriß ein Seil, das der Zugkraft von zwei Pferden widerstanden hatte. Er hob ein Pferd mit Reiter und ließ sich Steine auf seiner Brust zerschlagen. Obwohl Friedrich Wilhelm I. die Komödianten, Harlekine und Marktschreier verachtete und teilweise aus seinem Land verbannte, wollte er den »Starken Mann« Ekkenberg gern in Berlin behalten. Es kam zu einem Übereinkommen:

Eckenberg kaufte ein Grundstück an der Ecke Charlotten- und Zimmerstraße und ließ dort ein Theater bauen. Dafür ernannte ihn der König zum Hofkomödianten und erteilte ihm 1732 das »General-Privilegum für Berlin und die Königlichen Lande«. Eckenberg durfte »zur Rekreation der Leute und Zeitvertreib derjenigen, so nicht viel zu tun haben, künstliche Spiele treiben und Komödien anstellen«. Johann Carl von Eckenberg verstärkte nun seine Truppe und engagierte Schauspieler, deren Namen in der Schauspielgeschichte des 18. Jahrhunderts einen guten Klang bekamen. Der König wurde häufiger Besucher des Theaters, und nach einer Klage Eckenbergs über mangelnden Besuch gab er den Befehl aus, daß alle Kollegien täglich einige ihrer Mitglieder zu Eckenbergs Vorstellungen schicken sollten. Der Herkules Eckenberg leitete das erste ständige deutsche Theater in Berlin. Das Programm bestand aus Marionettenspielen, Singspielen, italienischen Stegreifkomödien und vor allem Hanswurstiaden. Daneben gab es artistische Produktionen sowie seine Kraftdarbietungen. Selbst ein Zahnreißer gehörte zu seiner Truppe. Bei den reisenden Komödiantentruppen war es durchaus üblich, in den Zwischenakten das Publikum mit allerlei Akrobatenkunststücken und musikalischen Vorträgen zu unterhalten. Diese Zusammenhänge erhielten sich noch bis in die klassische Zeit unserer Bühne. So beeindruckte Friedrich Ludwig Schröder beispielsweise seine Zuhörer. als Hamlet, und im gleich darauffolgenden Nachspiel trat er als tollkühner Springer auf. Aus dieser uralten Bindung zwischen Artistik und Schauspielerei heraus wird erklärlich, daß der erste Berliner Theaterdirektor aus den Reihen der Athleten kam. Über eine Schwäche Eckenbergs gibt ein Brief des Generalmajors von Dünhoff Auskunft, der schreibt: »...wobei ich aber Ew. Königl. Majestät alleruntertänigst melden muß, daß, wenn ich zu allem Glück gestern nicht in der Comödie gewesen wäre, bald ein Unglück hätte geschehen können, sintemalen der starke Mann und seine Frau sich dergestalt beide besoffen gehabt...« Den König störte das jedoch nicht weiter, und die Theatergeschichte weiß außerdem von anderen Prinzipalen ähnliches zu berichten. Schließlich ernannte der König Eckenberg zum »Leiter der Assemblee«, einer Art Klub der vornehmen Welt. Eckenberg hatte während der Zeit Friedrich Wilhelms I. stets ein ausverkauftes Haus, da die Majestät keine Konkurrenz zuließ und ihm somit das Monopol sicherte. Eckenbergs Ansehen erreichte damals seinen Höhepunkt. Die großen Einnahmen (über 100 000 Taler) genügten aber nicht. Der Bau seines Theaters verschlang hohe Summen. Außerdem wurde er leichtsinnig und machte große Schulden. Mit dem Tode von Friedrich Wilhelm I. 1740 waren auch Eckenbergs Privilegien erloschen. Obwohl Friedrich II. dem Herkules zögernd das Theaterprivileg noch einmal erneuerte, erteilte er ihm gleichzeitig die Auflage, Berlin nicht zu verlassen und seine Schulden zu begleichen. Bald darauf, um 1743, trat aber mit dem weitaus gediegeneren Theatermann Johann Friedrich Schönemann ein ernsthafter Konkurrent auf den Plan. Schönemann erhielt seinerseits ein Privileg, spielte Moliere, Voltaire und Lessing mit führenden Künstlern und lief Eckenberg bald den Rang ab. Eckenbergs Proteste gegen das dem Schönemann erteilte Theaterprivileg wurden zurückgewiesen. Mit zunehmendem Alter ließen seine Riesenkräfte naturgemäß nach, und obwohl er weiterhin in seiner Schaubude auf dem Spittelmarkt, wohin er vom Neuen Markt gezogen war, auftrat, hatte er nicht mehr solch ansehnliche Einnahmen. In seiner Glanzzeit, als seine Kraftkunststücke große Honorare einbrachten, hatte er es nicht verstanden, für das Alter zu sparen. Durch übermäßiges Trinken versuchte er nun den Ärger zu vergessen, doch wurde seine Lage dadurch nur noch schlimmer. Seine Gläubiger und die Erfolge Schönemanns verbitterten ihm das Leben. So zog er aus Berlin weg nach Luxemburg; wo er 1748 (nach anderen Angaben 1754) völlig verarmt und vereinsamt Selbstmord beging. Johann Carl von Eckenbergs Verdienste um die deutsche Schauspielkunst sind später meist verkannt worden. Gottsched nennt jedoch in der Vorrede zum zweiten Teil seiner »Deutschen Schaubühne« den »starken Mann und seine Possenspieler« im gleichen Atemzug mit der Neuberin. Unzweifelhaft hat Eckenberg wesentliche Verdienste besonders um das Berliner Theater und Variete."

Autor: Lothar Groth

Edit2:

Und um mal Cay Fabians Vorschlag aufzugreifen und anzufangen, interessante History-Links zu ausländischen Seiten zu posten...

Hier gibt es eine interessante Artikelsammlung zum Thema Absprachen im Wrestling, die bis weit ins 19. Jahrhundert zurückgeht. Wobei ich meine, auch schon noch viel ältere Berichte über Absprachen im Wrestling gesehen zu haben.
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#10
Ok, also wird die Mitte bzw. das Ende des 19. Jahrhunderts als organisierter Beginn gesehen und alles davor ist Grauzone bzw. einfach eher "Amateur" oder "Indy". Man kann/konnte zwar davon leben, aber es war eben nix wirklich organisiert und es gab auch keine wissentlichen Titelkämpfe...
Interessant zu sehen. Und ich werde natürlich weiter mit dabei bleiben, auch wenn ich nicht immer was dazu schreibe! :winke:

Herzlichen Dank euch beiden! Daumen hoch
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