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Wrestling Simulator - Druckversion

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- Adios - 22.02.2017

Eilt ja nix. Ist ohnehin viel Aufwand Shows zu booken


- Red Rabbit - 27.02.2017

Habe jetzt noch einmal umgemodelt, nachdem ich die Feature Liste vom 2016er TEW gelesen habe. Da ich noch innerhalb der 2 Stunden Spielzeit mit 2013 war, habe ich dies bei Steam zurückerstattet und mir die 2016er Version gekauft. (Auf der Website, da es noch ne Weile dauert, bis die auf Steam kommen wird.) Nun heißt es Roster aufbauen und dann leg ich los und werde berichten, was man mit einer aktuelleren Version von TEW so alles anfangen kann.


- Red Rabbit - 03.03.2017

So nach 8 Monaten Spielzeit hier mal ein Fazit, da ich das Gefühl habe, dass ich mittlerweile einen ganz guten Überblick habe.

Zuerst einmal ist der Spielfluss deutlich angenehmer als bei den Vorgängern. Musste man früher noch jeden Tag weiterklicken, kann man heute einstellen, ob man bis zu einer selbst eingestellten Anzahl Tage, zur nächsten Show, zum Ende des Monats oder gar Ende des Jahres simulieren will. Keine Sorge bei wichtigen Nachrichten oder Entscheidungen oder durch einen Druck auf die Leertaste wird der Vorlauf unterbrochen.
Auch das booken von Shows und Matches geht leichter von der Hand. So könnt ihr jederzeit matches und angles pre-booken und dann einfach während der Show einfügen und nur noch Zeit, Gewinner sowie besondere Anweisungen eingeben und fertig ist das Match oder der Angle. Appropos Angle: Es gibt die neue Option des "Freestyle-Angles". Ihr müsst also nicht mehr ewig durch die Liste an verfügbaren Angles suchen nur um zu sehen, dass es den Angle den ihr sucht gar nicht gibt oder extra für jede Kleinigkeit ein neues Angle über den Angle Creator erstellen. Klickt ihr einfach auf Freestyle Angle, dann könnt ihr aussuchen wer alles daran teilnehmen soll, wonach die einzelnen Teilnehmer bewertet werden (Micwork, Overness, In-Ring Fähigkeiten usw.), ob diese überhaupt aktiv in dem Angle teilnehmen (oder zum Beispiel nur das Ziel einer Promo sind), ob die Promo gescripted oder improvisiert sein soll (improvisiert ist natürlich nur zu empfehlen, wenn alle Teilnehmer hervorragende Entertainer sind) und wer in dem Angle Sieg oder Niederlage einsteckt (und wie groß deren Auswirkung ist, z.B. Minor Win, Major Defeat usw.).
Auch wurde der Aufbau von Events geändert. Zwar setzt sich die Bewertung der einzelnen Shows immernoch zu 70% aus dem Main-Event, 20% aus dem Co-Main-Event und 10% aus dem Rest zusammen, aber eine wichtige Änderung gibt es hier: Crowd Management ist sehr wichtig geworden. Habt ihr back-to-back Super Action Matches zwischen euren absoluten Top-Stars kann es passieren, dass die Bewertung besonders des späteren Matches leidet, weil das Publikum ausgebrannt ist. Als Co-Main Event wird nun automatisch das beste Match auf der Card, abgesehen vom Main Event, angesehen. Das heißt, wenn ihr im Opener euer erstes Top Match habt und dazwischen die schwächeren Matches und dann wieder ein starkes Match im Main Event booked, dann wird der Opener automatisch als Co-Main-Event anerkannt und eure Show bekommt eine recht gute Bewertung. Natürlich solltet ihr dazwischen nicht nur Jobber gegen Jobber antreten lassen, da das die Crowd so schnell killt, dass euer Main Event keine Chance mehr hat, aber ich denke ihr versteht worauf es hinaus läuft.
Auch bekommt jedes Match jetzt ein Ziel: Von regulären Matches, über Comedy, Eye Candy, Show Stealern, die Crowd heiß machen, die Crowd wieder ein bisschen runterkommen lassen, bis hin zum Spotfest, technischen Meisterwerk oder gewalttätigen Brawl ist alles dabei. Dadurch macht es nun auch endlich Sinn nicht nur die technisch brilliantesten Wrestler mit der höchsten Star Power zu verpflichten, sondern ein etwas breiteres Roster zu unterhalten. Denn in jeder Art von Match wird die Qualität nach anderen Dingen bewertet. Wie gut ein Comedy Match ankommt wird vor allem nach dem Entertainment Skill bewertet außerdem sollte es nicht zu lang sein (keine Sorge die Kriterien werden bei der Auswahl immer grob mit angegeben). Eye Candy Matches hängen tatsächlich vor allem vom Sex-Appeal ab. Ihr seht fast jeder vom AJ Styles bis hin zur Sable kann in diesem Spiel ein nützliches Mitglied des Rosters sein, wichtig ist nur in welche Art matches und Angles ihr sie steckt und wo ihr sie auf der Card platziert. Hier ist Fingerspitzengefühl und etwas Erfahrung gefragt. So hatte ich zum Beispiel bei einem meiner Events als Main Event Naomichi Marufuji vs. Doug Williams mit dem Ziel "Technical Masterclass" angesetzt (eine Art von Match in der beide brillieren sollten) und ihnen 25 Minuten Zeit gegeben. Leider war die Crowd zu dem Zeitpunkt so hot durch die vorherigen Matches und Angles, dass ein langsames, technisch geführtes Match kaum eine Chance bei ihnen hatte und somit hat die Bewertung extrem gelitten und war viel schlechter als wenn das Match woanders auf der Card gewesen wäre.
Als ein letztes Wort zum booking an sich, gefällt mir außerordentlich gut, dass man nicht mehr super extrem an die Zeit gebunden ist. Man hat bei allem außer wöchentlichen TV-Shows eine Karenz von 25%. Musste man früher bei einer 2 Stunden Show noch genau 120 Minuten füllen, darf man jetzt ohne jede negative Auswirkung um 30 Minuten abweichen und zwar in beide Richtungen. Das macht es deutlich weniger mühsam eine Show auf die Beine zu stellen, da man nicht mehr wie früher bei den letzten paar matches und angles die man gebooked hat genau gucken musste wo man vielleicht eine Minute mehr rausholen oder einsparen konnte um auf die exakten 120 Minuten zu kommen. Außerdem habt ihr immer 60 Minuten Zeit für die Pre-Show und 30 Minuten für die Post-Show um Dark Matches und Angles abzuhalten, die nicht in die Show-Bewertung einfließen und so nach Herzenslust Sachen auszuprobieren, Paarungen zu erproben usw. Wichtig ist nur dabei zu bedenken, dass ihr natürlich eure Worker auch dafür bezahlen müsst (wenn ihr Pay Per Apperence Deals habt) und natürlich auch hier eure Wrestler nicht vor Verletzungen und Ermüdung geschützt sind, also müsst ihr auch hier immer ein wenig abwägen, wen ihr warum und wann in der Pre-/Postshow einsetzen wollt.

Sooo jetzt schreibe ich hier schon den ersten Wall of Text nur zum Thema Showablauf und habe noch nicht mal an der Oberfläche vieler anderer Features gekratzt, daher denke ich werde ich mein Fazit in mehrere Teile splitten und in den kommenden Tagen mehr schreiben. Rückfragen dürfen gern gestellt werden. (Auch falls euch irgendwas brennend interessiert was nicht mit dem Thema Shows booken zu tun hat, immer her damit. Breites Grinsen) :winke:


- Blubb - 03.03.2017

Red Rabbit,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473581#post473581' schrieb:Auch bekommt jedes Match jetzt ein Ziel: Von regulären Matches, über Comedy, Eye Candy, Show Stealern, die Crowd heiß machen, die Crowd wieder ein bisschen runterkommen lassen, bis hin zum Spotfest, technischen Meisterwerk oder gewalttätigen Brawl ist alles dabei.
Reagiert das Publikum auf solche Finessen denn auch entsprechend mit positiver Kritik und Zuschauerwachstum oder doch eher so widersinnig und destruktiv wie derzeit in der Realität?


- Red Rabbit - 03.03.2017

Zbyszko,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473584#post473584' schrieb:
Red Rabbit,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473581#post473581' schrieb:Auch bekommt jedes Match jetzt ein Ziel: Von regulären Matches, über Comedy, Eye Candy, Show Stealern, die Crowd heiß machen, die Crowd wieder ein bisschen runterkommen lassen, bis hin zum Spotfest, technischen Meisterwerk oder gewalttätigen Brawl ist alles dabei.
Reagiert das Publikum auf solche Finessen denn auch entsprechend mit positiver Kritik und Zuschauerwachstum oder doch eher so widersinnig und destruktiv wie derzeit in der Realität?
Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst mal davon, wie du als Booker dein eigenes Produkt definierst. Du kannst für verschiedene Kategorien (Mainstream, Entertainment, Traditional, Hardcore, Comedy usw.) auswählen wie stark dein dein Fokus darauf liegt (von gar nicht bis major). Dies entscheidet darüber, was die Fans in welchem Ausmaß sehen wollen und erwarten. Hierbei ist es wichtig festzustellen, wie die Trends in der Region liegen in der man veranstaltet. Da habe ich es mit meiner kleinen German Wrestling Federation natürlich viel leichter als mit einer WWE da ich mein Produkt derzeit nur für die Region Central Europe (bzw. Europe und Großbritannien, da meine Events derzeit auf Eurosport laufen, dazu in einem späteren Eintrag mehr) auslegen muss. Aber Achtung es gibt auch Einschränkungen: Wenn man nicht der Eigentümer der Promotion ist (kann man zu Anfang des Spieles auswählen oder man kann später mit ausreichend hoher Reputation im Booker Modus (was quasi der Karrieremodus wäre) gründen, kann der Eigentümer das Produkt jederzeit ändern oder deine Änderungen blockieren. Auch wichtig ist natürlich zu bedenken, dass bestimmte Produkte weniger interessant für Sponsoren und Fernsehsender und andere Broadcaster (auch hierzu später mehr) sind. Ist dein Fokus zu sehr auf Sex und Hardcore werden Sponsorengelder geringer ausfallen oder ganz wegfallen und in der Prime Time angesehener Fernsehsender wirst du auch nicht gerade landen. Dann hängt es wie gesagt davon ab, wo auf der Card was platziert ist. Packst du ein Match wo das Ziel ist die Crowd heiß zu machen an eine Stelle auf der Card wo die Crowd einfach mal schon heiß ist werden sie das Match nicht annehmen und es wird eine schlechte Bewertung haben (was zum einen auf die Gesamtbewertung der Show wie auch eventuell auf die Moral der Worker, sowie schlimmstenfalls auch auf die nachfolgenden Segmente Auswirkung haben wird.) Und dann natürlich kommt es wie gesagt auf die Performance an. Packst du zwei Ladies mit schlechtem Sex-Appeal Rating in ein Match mit dem Ziel Eye-Candy können sie noch so gut im Ring sein, die Fans werden es nicht annehmen, weil sie in dem Moment zwei sexy Frauen begaffen wollen und umgekehrt das gleiche, wenn du zwei sexy Frauen mit schlechten In-Ring Skills in ein reguläres Match oder Gott bewahre eine Technical Masterclass oder Showstealer steckst, wird auch hier die Bewertung leiden. Die Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen und die Reaktionen hängen immer von der Gesamtbewertung der Show ab: Ist die Bewertung hoch genug erhöht sich die Populatität entsprechend und bei der nächsten Show in der Region werden ein paar mehr Zuschauer anwesend sein und bei der nächsten Fernsehsendung ein paar mehr Leute einschalten, mehr Merchandise wird gekauft usw. Und diese Gesamtbewertung setzt sich eben wie gesagt zu 70% aus der Qualität deines Main-Events, 20% des Co-Main-Events und 10% des Rests der Card zusammen. Das heißt aber wie gesagt nicht, dass man ständig nur "2-match-cards booked", da wie gesagt die beiden Top-Matches ein gutes Rahmenprogramm benötigen, damit die Crowd überhaupt am Ball bleibt und außerdem kumuliert die Wirkung natürlich. Hast du 10 Matches mit einer Wertung von F, einen Co Main Event mit der Wertung von C und dein Main Event eine Wertung von A+ (Amerikanisches Schulnotensystem wird hier komischer Weise verwendet) dann werden die 10Fs die Gesamtbewertung der Show immernoch gut runterziehen zumal die Crowd da wohl auch mit einem A+ Main Event nicht mehr zu retten (oder vielleicht gar nicht mehr vorhanden Breites Grinsen) ist.


- Blubb - 04.03.2017

Red Rabbit,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473590#post473590' schrieb:Dies entscheidet darüber, was die Fans in welchem Ausmaß sehen wollen und erwarten. Hierbei ist es wichtig festzustellen, wie die Trends in der Region liegen in der man veranstaltet. Da habe ich es mit meiner kleinen German Wrestling Federation natürlich viel leichter als mit einer WWE
Was erwarten denn die Fans in der Kategorie "Mainstream"?


- Red Rabbit - 04.03.2017

Zbyszko,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473593#post473593' schrieb:
Red Rabbit,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473590#post473590' schrieb:Dies entscheidet darüber, was die Fans in welchem Ausmaß sehen wollen und erwarten. Hierbei ist es wichtig festzustellen, wie die Trends in der Region liegen in der man veranstaltet. Da habe ich es mit meiner kleinen German Wrestling Federation natürlich viel leichter als mit einer WWE
Was erwarten denn die Fans in der Kategorie "Mainstream"?
Direkt aus der Kontexthilfe im Spiel zum Mainstream: "Refers to the idea of Wrestling as entertainment, where Matches are practically a backdrop to a soap opera." Wenn man Mainstream auf Key Feature stellt (höchste mögliche Einstellung) und alle andere Features auf none (niedrigste mögliche Einstellung) sind sämtliche In-Ring Skills weniger effektiv, Angles und Matches werden deutlich mehr nach der Popularität der beteiligten, als nach anderen Fähigkeiten bewertet, Fans erwarten eine hohe Anzahl laufender Storylines, mindestens ein Match mit dem Ziel "Storytelling" pro Show, keine subtilen Gimmicks und keine extrem riskanten Angles (Sex, Gewalt, Hardcore Matches). Kurz gesagt: Wie gut ein Match vom In-Ring Standpunkt ist ist fast völlig egal, solang die Teilnehmer nur populär genug sind und das Match wenn möglich noch zu einer Storyline gehört.

Es ist aber anzumerken, dass in der Regel alle Promotions Mischprodukte aus verschiedenen Elementen laufen lassen. So ist zum Beispiel das Produkt der WWE in der von mir genutzten Datenbank (Nutzer generierter Inhalt, da das Spiel natürlich keine offiziellen Rechte für irgendwelche Ligen hat) als WWE-Entertainment bezeichnet. Dieses setzt sich zusammen aus Traditional und Mainstream als Key Features und Comedy als Medium Feature. Dies bedeutet, dass im Gegensatz zu einem reinen Mainstream Produkt technische Fähigkeiten wie Chain-Wrestling und Mat-Wrestling, Brawling und Basics noch immer effektiv sind, auch wenn auch hier die Popularität der Worker gegenüber ihrer reinen Performance im Vordergrund steht. Also haben technisch versierte Wrestler immernoch die Möglichkeit aufgrund ihrer Fähigkeiten populärer zu werden und somit gut bewertet zu werden, während dies bei einem reinen Mainstream-Produkt wohl nicht der Fall wäre, wo auch diese Fähigkeiten als weniger effektiv eingestuft werden.

So gesehen also doch recht nahe an der Realität Leute mit viel Charisma, Entertainment und Starpower haben es auch in der In-Game WWE deutlich leichter populär zu werden und Over zu kommen, während Top-Techniker das zwar auch schaffen können, aber es schwerer haben.


- Adios - 04.03.2017

Hört sich alles sehr interessant an. Warte schon auf die nächsten Einblicke.

Kurz gesagt, dass Geld ist es wert :thumbup:


- Red Rabbit - 04.03.2017

Kurzer Nachtrag zum Produkt: Ihr habt nicht nur die Möglichkeit den Fokus auf verschiedene Bereiche wie Mainstream, Hardcore usw. zu legen, sondern auch noch andere Dinge einzustellen. Zum Beispiel ob eure Promotion mit Faces und Heels arbeitet, ob ihr Womens Wrestling habt und wenn ja als eigene Division oder voll integriert (also auch Männer vs. Frauen), wie intensiv und wie gefährlich eure Matches sein sollen (mehr intensity = bessere Matches, aber dafür auch deutlich kräftezeerender für eure Worker, mehr Danger = bessere matches bei entsprechenden Skills, aber natürlich höhere Verletzungsgefahr) und des Weiteren wie viel Zeitanteil eurer Shows in der Regel für Angles und wie viel für matches genutzt werden soll. Dies ist nur ein grober Richtwert, habt ihr aber zu wenige angles oder zu wenige Matches können die Fans etwas enttäuscht sein. Auch könnt ihr festlegen ob eure Promotion mit strickten Gewichtsklassen arbeitet (wie MMA und Boxen) und wie hoch der T&A level sein soll. Desweiteren habt ihr hier die Möglichkeit festzulegen ob eure Matches in der Regel gescripted oder im Ring gecallt werden. (Dies könnt ihr aber, genau wie auch intensity und danger, auch bei jedem Match selber festlegen, was ich immer mache und dann nach den Fähigkeiten der Wrestler entscheide). Zu guter Letzt legt ihr hier auch fest ob ihr High Risk Moves (wie dives, moves auf den Apron usw.) und moves die gefährlich für Kopf und Halswirbelsäule sind gestattet. Solche moves zu bannen bedeutet natürlich weniger Verletzungspotenziel, schränkt eure Wrestler aber auch ein und kann zu schlechteren Match Ratings führen. Finisher sind davon übrigens nicht betroffen.

So nachdem ich ja gestern ausführlich darüber berichtet habe, wie man eine Show booked, will ich heute auf die vielen positiven Neuerungen dabei eingehen, wie ihr denn mit eurer Show nun Geld verdient und wachst.

Vorneweg: Das wichtigste für eure Wrestlingpromotion ist eure Popularity. Diese reicht in den einzelnen Regionen im Spiel von F- (schlechteste) bis A* (beste). Nach ihr richtet sich wie viele Fans ihr in welcher Region drawen könnt, wie viele Sponsorengelder ihr einnehmt (einvernehmlich mit eurem Produkt), wie viel Merchandise ihr verkauft und wie viele Fans in den einzelnen Regionen vor dem Fernseher sitzen werden.
Als Faustregel beim booken einer Show gilt dies: Ist die Gesamtbewertung der Show (wird ebenfalls von F- bis A+ dargestellt) höher als eure Popularität in einer Region in der sie verfügbar ist (entweder dort stattfindet oder dort übertragen wird) dann steigt eure Popularität in dieser Region. Habt ihr zum Beispiel eine D+ Show in Central Europe wo eure Popularity bei E liegt steigt eure Popularity dort natürlich am meisten an (da mehr Leute die Show gesehen haben, nämlich Fans vor Ort und eventuelle Fernsehzuschauer), sowie in allen anderen Regionen wo sie übertragen wird und die Popularity geringer als D+ ist (aber natürlich etwas weniger, da sie dort nur im Fernsehen zu sehen war.)

Eine großartige Änderung die ich sehr feiere sind "generic Venues". Früher war es so, dass das Spiel (oder der Modersteller) eine Unzahl von Veranstaltungsorten in jeder Region angeboten hat. Diese waren jedoch in "Tiers" unterteilt. So hatten die kleinsten zum Beispiel Platz für 300 Zuschauer, die nächsten Platz für 800, dann 1500 usw. Umso mehr Platz die Location hat umso teurer ist natürlich auch die Miete. So hatte man nun also zum Beispiel die Erwartung das etwa 900 Fans kommen werden zur Show (wird vor jeder Show einigermaßen präzise angegeben und wie gesagt nach der Popularity berechnet), stand man vor einer Zwickmühle. Nehme ich jetzt eine Halle mit 800 Plätzen und lass 100 Fans draußen stehen? Oder nehme ich eine mit 1500 Plätzen und bezahl Unsummen an Geld für 600 leere Plätze? Hier kommt der Button "use generic venue" ins Spiel. Diesen kann man klicken, wenn es keinen passenden Veranstaltungsort gibt und dann hat man automatisch einen Veranstaltungsort mit etwa der passenden Anzahl Sitze zu einem entsprechenden Preis. Der Nachteil hier ist sicher, dass es zum einen nicht so super realistisch ist und zum anderen, dass man diese generic Venue niemals ausverkauft (was einen moral Bonus für alle beteiligten und ich glaube auch einen ganz leichten Popularity Bonus gibt.) Ihr seht, es kann sich immernoch lohnen eine der festen Locations zu booken, man ist aber deutlich flexibler geworden und muss nicht mehr für 50 Zuschauer mehr 1000 Sitze mehr bezahlen, wenn man es nicht möchte.

Übrigens hat die Frage nach der Region wo man seine Show veranstaltet nicht nur Auswirkung auf die Zuschauerzahl sondern noch auf ein anderes sehr nettes neues Feature. "Hire Local" erlaubt es euch am Abend der Show jeden Worker für einen One Night Deal zu booken, der in dieser Region beheimatet und verfügbar (nicht anderweitig beschäftigt oder verletzt) ist. Wenn ihr also einen Jobber für die Nacht braucht um euren Strowman zu pushen, müsst ihr nicht mehr eine Armee von Jobbern unter Vertrag nehmen, sondern könnt einfach an dem Abend einen lokalen Indy Wrestler herbeirufen. (Wenn ihr eine Developmental Liga habt, könnt ihr auch von dort Leute für eine Nacht "hoch rufen") Ihr könnt diese Funktion natürlich auch als Try-Out benutzen. Denn im Gegensatz zu früheren Spielen gibt es jetzt einen Fog of War und Scouting Levels, ihr seht also nicht mehr bei jedem worker auf der Welt wie gut er in was ist. Umso höher euer Scouting Level umso genauer erkennt ihr seine Fähigkeiten. Keine Sorge ihr müsst niemanden manuell scouten, der Scouting Level erhöht sich automatisch, wenn worker eingesetzt werden und zwar egal wo. Allerdings gilt, umso größer und populärer die Promotion bei der ein worker eingesetzt wird, umso besser der Scouting Effekt. Zu guter Letzt ist die Funktion natürlich auch einfach nur nützlich um eurer Roster für die Nacht ein wenig aufzustocken ohne gleich Leute langfristig unter Vertrag nehmen zu müssen die sich dann beschweren, dass sie sonst nie zum Einsatz kommen. Aber zum Thema Roster und Backstagemanagement werde ich in einem späteren Eintrag mehr sagen.

Aber welche Art von Veranstaltungen gibt es überhaupt und wann könnt ihr sie abhalten? Kurz gesagt, sind eurem Enthusiasmus da theoretisch keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt an jeden Tag im Monat Shows abhalten, wenn ihr wollt sogar mehrere an einem Tag. Natürlich gibt es dort realistisch gesehen Grenzen. Ihr werdet bei zu vielen Shows natürlich sehr schnell eure Wrestler ausbrennen und natürlich kostet jede Veranstaltung auch Geld (besonders, wenn ihr nicht groß genug seid um euren Wrestlern Festverträge zu geben, bei denen sie monatlich, statt pro Show bezahlt werden). Außerdem werdet ihr besonders als kleine Promotion natürlich viele Wrestler haben die auch anderswo arbeiten und somit nur an bestimmten Tagen im Monat zur Verfügung stehen. Hier gilt, umso größer die Promotion umso höher die Priorität des Workers. Ich habe zum Beispiel Zack Sabre Jr in meiner GWF verpflichtet, aber da ich die kleinste Promotion bin für die er arbeitet muss ich wenn ich ihn einsetzen will wirklich einen Tag raussuchen an dem kein anderer seiner Arbeitgeber veranstaltet.
Ansonsten könnt ihr wöchentliche, monatliche, jährliche, sowie einmalige Events erstellen wie ihr Lust und Laune habt. Im Gegensatz zur Realität spielt der Wochentag keine große Rolle, ob ihr also Samstag Abend oder Dienstag Abend veranstaltet oder eure Sendung ausstrahlt ist in game egal. Schätze eure Fans müssen alle nicht arbeiten oder zur Schule gehen.

Als letzten Teil für heute möchte ich auf das neue "Broadcaster" System eingehen, dass die üblichen alten TV-Networks ablöst. Bevor ich euch gleich sage, welche Arten von Broadcastern es gibt, möchte ich kurz anreißen, welche Arten von Verträgen ihr abschließen könnt. Es gibt nämlich TV-Show Verträge und Event Verträge. Habt ihr einen TV-Show Vertrag abgeschlossen, müsst ihr wöchentlich entweder ein Taping machen oder Live ausstrahlen. Neben den üblichen Kriterien (gleich mehr dazu) wird von euch erwartet, dass ihr eine bestimmte Anzahl Episoden während des Vertragszeitraums abliefert. Ein Event-Vertrag wiederum läuft nur für einen bestimmten Zeitraum und ihr könnt bei jeder Veranstaltung individuell auswählen ob und bei welchen eurer Broadcasting Partner der Event übertragen werden soll. Hier gibt es keine Mindestvorgaben, wenn ihr also einmal alle 3 Monate ein TV-Special abhalten wollt, könnt ihr das tun, ihr könntet aber auch jede Woche ein Event abhalten und übertragen ganz wie es euch beliebt.

Aber jetzt Butter bei die Fische, wo ist der Unterschied zwischen den neuen Broadcastern und den alten TV-Networks?
Zuerst mal die wichtigste Änderung: Das alte System, dass man nur alle 3 Monate zum Beginn einer neuen Season einen TV-Deal aushandeln konnte ist weg. Ihr könnt jederzeit mit Broadcastern verhandeln und eure Shows starten.
Es gibt 4 Arten von Broadcastern: Free-To-Air, Commercial, Pay Per View und Subscription Based.
Free to air sind eure typischen Lokalsender, aber auch Online Angebote wie Youtube, Vimeo und Ustream. Der Einstieg hier ist leicht, die Kriterien für eure Größe und eure Showqualität meistens sehr gering, zur Hölle wenn ich meinen eigenen Youtube und Twitchkanal haben kann, dann kann die GWF das auch oder? Online Angebote sind sogar weltweit verfügbar, was bedeutet, dass selbst in Australien oder Japan eure Popularität ein wenig steigen kann, wenn ihr hier übertragt. Der Nachteil ist die Vergleichsweise geringe Reichweite (Es werden eigentlich nur hardcore Wrestlingfans nach kleinen indy promotions auf Youtube suchen z.B.) und vor Allem dass ihr hier keine zusätzlichen Einnahmen durch die Ausstrahlung bekommt, während ihr natürlich Produktionskosten habt.
Commercial in diese Kategorie fallen vor Allem private Fernsehsender. Die Ansprüche hier hängen vor Allem von der Größe des Senders und des Timeslots ab. Diese Ansprüche werden sowohl an eure Produktionsqualität als auch eure Showbewertung gestellt. Das letztendliche Rating spielt übrigens keine so große Rolle. So lange die Bewertung eurer Show innerhalb der Erwartung des Senders liegt ist alles gut, habt ihr einmal eine Show die schlechter ist als erwartet bekommt ihr einen Strike. Wie viele Strikes ihr euch leisten könnt, hängt vom Sender ab und ist nie klar ersichtlich, also solltet ihr immer euer bestes versuchen eine gute Show abzuliefern. Habt ihr zu viele Strikes werdet ihr abgesetzt und als "toxic" gebrandmarkt, was euch für eine Weile die Chance nimmt neue Broadcast Verträge abzuschließen. Der Vorteil hier ist, dass ihr für jede übertragene Show ein wenig Geld vom Sender bekommt, das aber ein fester Betrag anhand eurer Größe und der des Senders, sowie eures Timeslots und der Länge der Show ist.
Pay-Per-View ist denke ich selbst erklärend, hier bekommt ihr anteilig für jeden Zuschauer Geld, seid aber auch gezwungen neben den anderen Kriterien eine gute Buyrate zu ziehen um wirklich Geld damit zu verdienen.
Subscription Based sind Pay-TV-Sender und Premium Online Angebote wie Hulu, Amazon Prime usw. Natürlich liegen auch hier die Ansprüche vergleichsweise hoch und bezahlt werdet ihr abhängig der Anzahl der Zuschauer, der Länge der Show und des Time-Slots. Die Einnahmen liegen meist etwas höher als bei commercial Broadcastern, allerdings ist das Zuschauerwachstum etwas begrenzter, da die Zuschauer hier ja monatlich bezahlen müssen um zuzusehen.

Kurz ein Wort zur Produktionsqualität: Ihr habt die Möglichkeit eure allgemeine Produktionsqualität (Sachen wie Sets, Eingangsrampen usw.), die Live Event Experience (wie viele Leute betreuen eure Zuschauer, wie gut ist die Ringcrew usw.), Broadcast Quality (Uraltes Equipment oder doch eher HD-TV) und eure Musik in mehreren Stufen anzupassen. Sender haben immer eine Mindestvorgabe für Produktionsqualität, Broadcast Quality und Music.

Und nun zu der Frage die euch allen seit ner Ewigkeit unter den Fingern brennt: Ja wenn eure Company zu viel Geld hat könnt ihr euren eigenen Broadcaster gründen und zwar frei in einer der vier Kategorien. Und ja wenn ihr Child Companies/Developmental Ligen habt, dann könnt ihr diesen Sendezeit auf eurem eigenen Broadcaster zur Verfügung stellen. Ihr könnt also das WWE-Network gründen und unterhalten und NXT (und wenn ihr irgendwann noch mehr Ligen aufkauft auch diese) kann jede Woche auf dem Network laufen.

So das war der zweite große Block zu TEW 2016. Beim nächsten mal gehe ich dann auf Roster und Locker Room Management ein. Fragen dürfen wie immer gern gestellt werden.


Adios,'http://galaxyboard.de/pboard/index.php?thread/29425-wrestling-simulator/&postID=473598#post473598' schrieb:Kurz gesagt, dass Geld ist es wert :thumbup:
Ich finde auf jeden Fall schon, dass es das Geld wert ist. Die Frage ist nur, ob man diesmal etwas schneller ist mit dem Steam-Release. Ansage war frühestens ein Jahr nach dem offiziellen Launch, es könnte also im Mai schon soweit sein. TEW 2013 kam aber auch erst Ende 2016 auf Steam, also würde ich mich nicht drauf verlassen, dass es 2016 bald auf Steam schafft.


- Blubb - 04.03.2017

Vielen Dank für die interessanten Beiträge! Klingt nach einem durchdachten schönen Spiel, in das man sich tief einarbeiten und reindenken kann.


- Red Rabbit - 04.03.2017

Das auf jeden Fall. Ein großer Vorteil auf den ich später nochmal genauer eingehen werde ist, dass TEW 2016 im Vergleich zu den Vorgängern sehr flexibel konfigurierbar ist und man viele Features an und ausschalten kann. Man kann sich das Spiel also so komplex oder einfach gestalten wie man möchte. Keine Lust sich mit den ewig meckernden Workern backstage auseinanderzusetzen? Einfach das Lockerroom Management feature deaktivieren. Man möchte einfacheres Booking ohne Zeitvorgaben haben ähnlich wie früher in EWR? Kein Problem. Kein Bock auf Crowd Management und Perfect Show Theory (70-20-10 Regelung bei der Bewertung)? Einfach das Häckchen rausnehmen. TEW 2016 ist so offen und zugänglich wie noch nie und kann vom Fantasy Booking Tool bis zur knallharten Wirtschaftssimulation mit Backstage Politics und Promotion Wars wirklich alles bieten. Smile


- Red Rabbit - 04.03.2017

Zwei kurze Nachträge noch:

Zum Thema bannen von High Risk Moves und Moves die Kopf und Nacken gefährden: Auch diese Option könnt ihr für einzelne Matches aktivieren, wenn ihr zum Beispiel einen bestimmten Worker besonders schützen wollt oder ein Worker am Match beteiligt ist, von dem ihr wisst, dass er vielleicht nicht der sicherste ist. Ferner gibt es beim booken eines Matches auch die Option einem oder mehreren beteiligten die Anweisung "Keep it Simple" mit auf den Weg zu geben, besonders nützlich wenn ihr wie gesagt Verletzungen bei einem Topstar vermeiden wollt oder wenn manche junge Wrestler gerade erst ihre ersten Matches durchführen oder ihr aufgrund des Scouting Systems vielleicht noch gar nicht wisst, wie safe der wrestler worken kann.

Zum Thema Events: Wenn ihr genug Wrestler unter Festverträgen habt, könnt ihr natürlich auch House Shows abhalten. Hier müsst ihr nichts weiter tun, als festzulegen wo und wann. Ihr könnt außerdem wenn ihr möchtet auch manuell bestimmen wer teilnehmen soll und wer nicht (wenn ihr z.B. jemanden schonen wollt.) Wenn ihr möchtet könnt ihr eurem automatischen House Show Booker auch noch Vorgaben für Programme mit auf den Weg geben um zum Beispiel matchups, potentielle Tag Teams usw. zu erproben und die Chemie zwischen bestimmten Workern für die ihr ein TV Programm plant zu verbessern.


- Adios - 04.03.2017

Kann man theoretisch das Spiel auch als Manager Spiel ansehen, wenn man sich einen eigenen Network aufbaut und dort dann Ligen laufen lässt?

Wie viele Partner Ligen kann man haben? Oder gibt es da nach oben keine Grenze?