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- The Crusher - 29.08.2011

Zitat:Original von zbyszko
Wie spärlich sind die Resultate und Infos eigentlich aus dieser Zeit? Wäre es beispielsweise zur groben Orientierung möglich sowas wie "Französische Wrestler des Jahres"-Awards für die Jahre 1840 bis 1900 zu vergeben?

Sehr spärlich. Es gibt zwar einige Berichte, in denen kurz über die beiden Pariser Ringkampfarenen von Rollin (1848 & 1867) berichtet wird, aber es gibt dazu fast keine Results. Die erste Arena existierte bis 1851. Ein Kampf von dort überlieferte Saltarino 1895: Charles Arpin besiegte Marseille Ainé. Im Prinzip gibts dann ein Loch der Results bis zur ersten WM 1898 in Paris. Mittlerweile ist der Zeitraum dieses Turniers jedoch eindeutig: 17. bis 25.12.1898.

Zitat:Noch eine Frage zu Christol: Was genau hat es mit seinem Kampf mit Muldoon von 1877 auf sich ... hielt Christol da wirklich einen frühen Titel oder war das ein Kampf um einen vakanten Titel?

So wie ich es noch kenne gabs 1879 drei Greco-Roman Champions in den USA: Muldoon, William Miller und Theobaud Bauer. Muldoon's Lineage geht auf den Sieg gegen Christol 1877 zurück. Wie gesagt, so kenn ich es.

Die Rückführung auf "Titel" in den 1870er Jahren ist für mich nicht so schlüssig. Vielmehr würde ich eher den 19.01.1880 als Beginn vom Greco-Roman Title in den USA deuten. Also Muldoons Sieg gegen Bauer in New York.

Zitat:Wurde Christol zu dieser Zeit in Frankreich irgendein Titel zugesprochen?

Nicht das ich wüsste. Im Prinzip das Gleiche wie bei Bauer, dem zwar mindestens eine franz. Meisterschaft zugeschrieben wird, aber man davon in der franz. und deutschen Literatur nichts findet. Selbst bei Les Roix De La Force glaube ich wird Bauer nicht einmal genannt. In dem Buch wird ab der Rossignol Ära berichtet, die in den 1840er Jahren begann (Veranstalter Rossignol-Rollin). Berichte in franz. Sprache gibts dort über die wenigen bekannten Ringer dieser Zeit: Marseille Ainé & Jeune, Charles Arpin, Richoux, Béranger, Lacroix etc...

Bei André Christol bleibt noch die Frage offen, in welchen Matches dann der Amerikaner Lucien Mark Christol wrestlete. Der stammte laut Fleischer aus Toledo (Ohio) und trat zeitweise unter dem Namen "André Christol" auf.

"On January 18, 1879, he (Muldoon) wrestled Graeco-Roman style against Lucien Marc Christol, who had fraudulently represented himself as Andre Christol."


- Blubb - 29.08.2011

Sehr interessant Smile Als nächstes dreiteiliges WWE DVD-Set wünsche ich mir zu Weihnachten "The Definitive History of French 19th Century Wrestling" moderiert vom Crusher ^^


- Nefercheperur - 30.08.2011

@zbyszko:Erstmal cooles Projekt, bin gespannt was heraus kommt. Smile

Ohne jetzt gross darueber nachzudenken mache ich mal kurz eine Liste, ist natuerlich wie du schreibst subjektiv. Ausgenommen sind bei mir Dave Levin, Iwan Paddubny, André Christol, Big Daddy (Shirley Crabtree), Huracán Ramirez (Daniel García) von denen ich jetzt nicht soviel weiss das ich sie ranken wuerde. Ich werte jetzt ganz bewusst nur das Kriterium “Wichtigkeit“ und “Einfluss“. Meine Liste wuerde so aussehen (absteigend vom unwichtigsten (11) zum wichtigsten (1) ):

11. The Fabulous Moolah:
Overrated in my book. Sie war gut im Ring, als Promoterin und Bookerin nicht beliebt (sie pushte sich bis zum Himmel), und maessig erfolgreich. Sie war lange aktiv, aber es gab viel bessere Wrestlerinnen, viel erfolgreichere was das Drawing anbelangt. Mildred Burke (bessere Wrestlerin wie Moolah, viel erfolgreicher) etwa wuerde ich ohne lang nachzudenken in die Top 100 zaehlen, Moolah wahrscheinlich nichtmal in die Top 250 und vor ihr mindestens 10 andere Women`s Wrestler (7-8 davon aus Japan).

10. Chris Jericho:
Ich wuerde nicht sagen das Jericho besonders Einflussreich ist/war. Er ist ein guter Wrestler, aber er steht auch nicht so heraus zu anderen im Vergleich. Er drawte nicht besonders gut (wurde oft auch schlecht eingesetzt).

09. Sting
Gleiches wie bei Jericho, gute Karriere, aber steht nicht besonders heraus fuer mich was Wichtigkeit und Einfluss betrifft. Wurde sehr oft sehr schlecht eingesetzt, und gerade dann wenn Sting Mega Erfolgreich haette sein koennen versaute man es. Wird fuer mich immer in der Rubrik “What if?“ ganz oben sein.

..........
RIESEN ABSTAND
..........

08. Jushin Thunder Liger
Grossartiger Wrestler, mag ihn sehr. Dennoch wuerde ich jetzt nicht sagen das Liger etwa hervorsticht als Jr Heavyweight. Man bedenke es gibt noch Tiger Mask, The Ultimo Dragon, Naoki Sato und sicherlich den ein oder anderen noch dazu. Jeder von ihnen hatte einen grossen Einfluss auf das Jr Heavyweight Wrestling in Japan (Sayama etwa auf Liger, Dynamite Kid auf Sayama), da war Liger nicht der einzige. Ich wuerde sogar sagen das Ultimo Dragon mehr Einfluss auf die heutige Generation hatte als Mask, Sato und Liger, auch wenn letztere drei fuer mich bessere Wrestler waren.

07. Ivan Koloff
War super im Ring, spielte toll sein Gimmick, hatte eine herausragende Karriere, grosse Momente (Sieg ueber Bruno, mehrfacher Tag Team Champion, Mid Atlantic Title), beeinflusste sicherlich einige spaetere Heel Gimmicks.

06. The Sheik (Ed Farhat)
Kein sehr guter Wrestler, aber ein super Performer und super Draw. Er konnte super Heat ziehen. Als Booker und Promoter in Detroit und Toronto war er enorm einflussreich und wichtig fuer das Pro Wrestling.

05. Gorgeous George (Wagner)
War im Ring gut, hatte eine Zeit wo er der beste Draw im Pro Wrestling war. Der erste TV Star im Pro Wrestling wuerde ich sagen. Sein Gimmick war kopiert, allerdings spielte es George herausragend und verband viele Elemente. Ich wuerde ihn schon sehr viel Einfluss auf das Wrestling zuschreiben, gerade in bezug auf das aufkommende Fernsehen in den USA ende der 40er Jahre. Ausserdem hatte er viel Einfluss auf andere Wrestler, viele schauten sich unzaehlige Dinge bei ihm ab, etliche versuchten ihn zu kopieren. Er war nicht lange an der Spitze, aber diese kurze Zeit ende der 40er Jahre wurde von ihm domminiert und gepraegt.

04. Karl Gotch:
Grossartiger Athlet und Wrestler. Im Ring phantastisch, hatte leider nie soviel Erfolg wie andere grosse Wrestler seiner Zeit. Als Wrestler kaum einen Einfluss, aber als Trainer sieht man noch heute in Japan seinen Einfluss. Noch heute wird dort der Karl Gotch Style (Muga) gewrestlet.

03. Bruiser Brody
Braucht man denke ich nicht viel sagen oder? Super HW Wrestler kombiniert mit einer Aura/Gimmick die einzigartig ist wurde gerade deswegen oft kopiert. Sein Stil wird heute noch von vielen Super HWs gewrestlet. Im Ring sehe ich von den genannten Wrestlern keinen einflussreicheren.

02. Bruno Sammartino
Muss man denke ich nicht viel sagen. Limitiert im Ring, aber ein riesen Draw und Star fuer die WWWF. Hatte ueber ein Jahrzehnt die WWWF beeinflusst in sogut wie jeder Form, war natuerlich auch in den 60er Jahren der wichtigste Wrestler fuer die Promotion.

01. Riki Choshu
Mega Draw in Japan in den 80er und 90er Jahren, Over like a mother. Super Amateur und ein guter Pro Wrestler. Super Aura, grossartiges Gimmick und grosses Charisma. Seine Zeit bei AJPW mit Tsuruta und Tenryu war pures Gold, davor bei NJPW ebenfalls sehr gut. Hinzu kommt seine Zeit als Booker wo er grossen Einfluss hatte. Wuerde ihn persoenlich in die Top 20 waehlen.

Die letzten fuenf wuerde ich sehr nah beeinander sehen.


- Blubb - 30.08.2011

Interessante Liste, Nefercheperur, mit guten Begründungen Smile Choshu als Nummer 1 habe ich bisher nicht in Erwägung gezogen, darüber muss ich mal nachdenken ;) Gotch und Koloff kommen scheinbar bei anderen besser weg als bei mir persönlich ... ich poste jetzt mal meine Liste, die ich schon erstellt hatte, bevor ich die Frage hier gestellt habe:

16. Ivan Koloff
Koloff kommt von den 16 Leuten bei mir auf den letzten Platz aus dem Grund, weil er für mich unter Legenden doch eher ein Midcarder ist. Sein Sieg über Sammartino ist letztlich doch nur eine kurze Titelregentschaft, in einer Zeit als eher jahrelange Regentschaften üblich waren. Koloff war ein toller und erfolgreicher Heel ... aber für die ganz großen Spots hat es dann doch nicht gereicht.

15. Dave Levin
Levin kommt für mich etwas besser weg als Koloff, weil mehr verschiedene World Titles gewinnen konnte, wenn diese auch nicht viel wert waren. Er gehörte eine Weile zur zweiten Garde hinter Stars wie Londos, O'Mahoney, Ed Don George und anderen, konnte sich an der Spitze allerdings nie so richtig festsetzen ... vielleicht hat er sich da zu sehr auf Herrn Pfefer verlassen.

14. The Fabulous Moolah
Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer. Zum einen hat sie angeblich die Wresterinnen, die für sie arbeiteten so schlecht behandelt, das man es eigentlich nicht fassen kann. Außerdem hat sie mit ihrem schwachen Wrestlingstil die Damenszene in den USA geprägt und somit auch geschädigt. Andererseits kann man ihr Prominenz und Relevanz nicht absprechen, sie hat als NWA/WWF-Damenchampion enormen Einfluss ausgeübt ... letzlich hat sie sogar der Rock'n'Wrestling-Bewegung mit ihrer Niederlage gegen Wendi Richter einen großen Dienst erwiesen ... Moolah ist für mich keine Top 100-Kandidatin, aber sie ist auch nicht so unbedeutend wie sie von Kritikern oft dargestellt wird.

13. André Christol
Sehr schwer für mich, ihn und das frühe französische Wrestling an sich hier einzuordnen. Die Franzosen haben mit ihrem Engagement in anderen Ländern viel für die Entwicklung des Wrestling getan ... und Christol gehört mit Doublier, Bauer, Pons und anderen zu den Stars dieser Zeit ... mein Bauch sagt mir jedoch, dass ich seinen Bedeutung nicht überschätzen sollte ... andere Franzosen kommen für mich vor ihm.

12. Chris Jericho
Jericho wurde in einer Zeit erfolgreich, als es nicht unüblich war, dass eigentliche Midcarder häufig als Champions eingesetzt wurden, einfach weil die Zeit langer Regentschaften vorbei war. Bei keiner einzigen World Title-Regentschaft war Jericho wirklich die Nummer 1 der Promotion ... die Zahl seiner Titel und sein guter Ruf wiegen allerdings auch schwer.

11. Jushin Thunder Liger
Liger ist enorm einflussreich gewesen, was die Junior Heavyweight Szene betrifft ... aber sind wir mal ehrlich ... was ist denn die Junior Heavyweight Szene in Japan gegen die Heavyweight Szene? Stellt man einen guten Junior gegen einen guten Heavyweight, geht man davon aus, dass der Junior verliert ... es gibt ein tolles Match, aber der Heavyweight gilt grundsätzlich als überlegen. Deswegen fällt es mir nicht leicht, Leute wie Liger, Último Dragon oder Dynamite Kid hier höher zu listen.

10. Huracán Ramírez
Im Gegensatz zu Liger war Ramírez jahrelang ein Major Player in Mexiko ohne sich vor Heavyweights verstecken zu müssen, was natürlich auch der Lucha Libre-Struktur an sich zu verdanken ist. Klar steht er hinter Santo, Blue Demon, Mil Máscaras zurück, aber auch Ramírez hatte aufgrund seiner Filmpräsenz eine große Fanbasis, angeblich besonders in Südamerika. Ich kann nicht anders als ihn vor Liger zu stellen.

9. Karl Gotch
Für viele Experten sicherlich ein Upset, dass ich ihn so niedrig ranke ... es wiegt für mich zu schwer, dass ihm die wirklich großen Erfolge verwehrt blieben. Ein toller Wrestler, Wrestling-Gott in Japan ... unendlich einflussreich als Trainer ... ABER: ist es nicht auch bezeichnend, wenn die eigenen Schüler im Wrestling selbst mehr Erfolge verzeichnen als der Lehrer? Er hatte offenbar nicht das, was man braucht, um ganz oben zu stehen. Ich würdige seine Trainer-Einflüsse und Wrestling-Kunst mit Platz 9 vor einer ganzen Reihe von Legenden, zu mehr reicht es nicht.

8. Big Daddy
Für viele ist das sicher jetzt der Witz des Jahrhunderts ... Big Daddy vor Gotch und Liger! ... aber: Im Gegensatz zu Karl Gotch hat es Big Daddy verstanden eine ganze Wrestling-Region lange Jahre zu dominieren ... nicht mit gutem Wrestling ... aber mit Charisma und Humor ... und das gehört auch zum Wrestling dazu. Der Erfolg gibt ihm Recht ... sogar, dass das britische Wrestling nach ihm den Bach runterging ist ein Zeichen dafür, wie unersetzlich der Mann eigentlich war. Wenn man britisches Wrestling wertschätzt, muss man meiner Meinung nach auch diesen Mann auf einen hohen Platz setzen.

7. Bruiser Brody
Ein toller Draw, der sich von keinem Promoter rumschubsen lassen musste, weil er überall Arbeit fand ... ein wahrer internationaler Superstar, da kann Big Daddy natürlich nicht mithalten. Für mich gehört er aber ein wenig zur zweiten Garde der Monster-Wrestler ... die großen Title Runs wurden ihm verwehrt ... Ein langer Run als NWA International Champion bei All Japan war dabei ... aber es war eben nur einer von drei großen Titeln bei der Promotion. Brody brauchte für seine Art der Karriere nicht das Zentrum einer Liga zu sein, aber irgendwie hat ihm das in der Nachbetrachtung geschadet.

6. Iwan Paddubny
Ich bin kein Experte für das frühe europäische Wrestling, aber Paddubny scheint mir mit einigen Weltmeistertiteln doch eine recht große Nummer gewesen zu sein. Sein Ruhm wirkte sogar noch zu Sowjetzeiten nach ... ich fische sicherlich ein wenig im Trüben aber mein Bauch sagt mir, dass ich ihn hier vor Brody, vor Liger, vor Gotch setzen sollte. Hier würde mich besonders die Meinung vom Crusher oder anderen Europa-Interessierten mal interessieren, wie wichtig Paddubny wirklich war ;)

5. Sting
Im Gegensatz zu Bruiser Brody WAR Sting jahrzehntelang jemand, der als Hauptfigur von zwei erfolgreichen Promotions verwendet wurde. Klar TNA ist nicht die Welt, aber WWE war immer sehr interessiert an ihm. Seine lange erfolgreiche Karriere, bei der er immer gute Leistungen zeigte, auch wenn er oft schlecht eingesetzt wurde, geben ihm diesen guten fünften Platz für mich.

4. Riki Choshu
Bei Nefercheperur noch auf Platz 1 wegen seiner Drawing Power, bei mir aber etwas weiter hinten. Es gab eben viele große Draws in der Geschichte des Wrestling ... und Choshu gehört sicherlich dazu ... aber in der Nachbetrachtung finde ich, dass er New Japan viel mehr hätte dominieren müssen, um hier höher zu stehen. Choshu war der Motor, aber wirklich "erfolgreicher" als sein Zeitgenosse Fujinami wurde er dank Inokis Booking nicht. Das hat auch eine Außenwirkung! Dadurch steht Choshu plötzlich auf einer Stufe mit Leuten wie Fujinami, Muto, Hashimoto und anderen, auch wenn er der viel viel größere Draw war. Da mir bei ihm die Dominante Position etwas zu kurz kommt, reicht es für mich nur für Platz 4.

3. The Sheik
Der Sheik war in den USA UND in Japan eine legendäre Figur und ein Riesen-Draw, das macht ihn für mich noch etwas größer als Choshu, der ja eigentlich nur in Japan richtig funktionierte. In den USA war der Sheik kein NWA-Titelkandidat, er brauchte es mit seinem Gimmick aber auch nicht zu sein. Er dominierte solange Toronto und Detroit, er hat den "Hardcore-Stil" so sehr geprägt, das belohne ich mit einem dritten Platz

2. Bruno Sammartino
Runner-Up in der Liste ist der langlanglanglanglangjährige WWWF-Champ Sammartino. Seiner großen erfolgreichen Karriere hat es ein wenig geschadet, dass er so auf den Nordosten fixiert war, auch wenn er bewiesen hat, dass er in Gegenden wie Toronto oder St. Louis auch drawen konnte. Auch in Japan war Sammartino gern gesehener Gast. Richtig an der Spitze war er aber nur in Neu-England und das über zwei Jahrzehnte.

1. Gorgeous George
George war der erste richtige TV-Star des Wrestling und war sicherlich Vorläufer einer ganzen Gattung von Wrestlern und hat diese maßgeblichst beeinflusst. Er hatte wenig gute Titelerfolge und wurde selten als Nummer 1 einer Promotion verkauft, was für mich ein großes Manko ist, aber sein Einfluss auf die amerikanische Pop-Kultur hat für mich so viel Wert, dass ich ihm den ersten Platz gebe, auch wenn er in einer Top 100 bei mir Mühe hätte in die Top 10 zu kommen. Georges Legende ist für mich aber einfach größer als Sammartinos. Eine Zeitlang WAR George einfach Wrestling für den Mainstream, wie es sonst vielleicht nur Frank Gotch und Hulk Hogan geschafft haben.


- The Crusher - 30.08.2011

Zitat:Original von zbyszko
13. André Christol
mein Bauch sagt mir jedoch, dass ich seinen Bedeutung nicht überschätzen sollte ... andere Franzosen kommen für mich vor ihm.

Doublier und Pons sind vor ihm - und ein Franzose auch noch: Felix Bernard. Bernard war der andere wichtige Trainer, in dessen Gym in Bordeaux auch Paul Pons trainierte. Stichwort Bodenringkampf, der ja aus Frankreich ursprünglich kam.

Zitat:9. Karl Gotch
Er hatte offenbar nicht das, was man braucht, um ganz oben zu stehen.

Istaz war Mitte der 50er Jahre in Gustl Kaisers All-nations Tournaments dabei, was ja damals die höchste Klasse des deutschen Pro-Wrestlings war. Kann man ja hier nachlesen: http://wwf4ever.de/forum/thread.php?threadid=24213&sid=

Zitat:8. Big Daddy
Für viele ist das sicher jetzt der Witz des Jahrhunderts ... Big Daddy vor Gotch und Liger! ... aber: Im Gegensatz zu Karl Gotch hat es Big Daddy verstanden eine ganze Wrestling-Region lange Jahre zu dominieren ... nicht mit gutem Wrestling ... aber mit Charisma und Humor ... und das gehört auch zum Wrestling dazu. Der Erfolg gibt ihm Recht ... sogar, dass das britische Wrestling nach ihm den Bach runterging ist ein Zeichen dafür, wie unersetzlich der Mann eigentlich war. Wenn man britisches Wrestling wertschätzt, muss man meiner Meinung nach auch diesen Mann auf einen hohen Platz setzen.

Ich würde Bert Assirati auf einen hohen Platz im britischen Wrestling setzen.

Zitat:6. Iwan Paddubny
Sein Ruhm wirkte sogar noch zu Sowjetzeiten nach ... ich fische sicherlich ein wenig im Trüben aber mein Bauch sagt mir, dass ich ihn hier vor Brody, vor Liger, vor Gotch setzen sollte. Hier würde mich besonders die Meinung vom Crusher oder anderen Europa-Interessierten mal interessieren, wie wichtig Paddubny wirklich war ;)

Ich würde da einen Unterschied machen und Paddubny nicht über Gotch oder Liger setzen. Der Grund ist für mich der unterschiedliche Stil und die Epoche, die man meiner Ansicht nach nicht direkt vergleichen kann. Passender finde ich es dann, wenn Paddubny mit einem Zeitgenossen, wie etwa Jess Pedersen, verglichen wird. Pedersen-Paddubny war im Prinzip die gleiche Zeit und der gleiche Stil. Beide gehörten in ihrer Epoche (frühes 20. Jh.) zur Weltklasse, also nicht nur europäische Klasse. Die Wrestler aus Europa fallen bei diesen Betrachtungen öfters unter den Tisch. Pedersens Erfolge bei den WM Turnieren in Europa sprechen für sich: 7x Weltmeister im gr.-röm. Stil. Paddubny kommt auf 6 WM Titel.

Nach der Oktoberrevolution kamen Gerüchte auf, wonach Lurich, Aberg und Paddubny angeblich 1920 in Russland von den Bolschewisten umgebracht wurden. Paddubny (Poddubny) starb aber bekanntlich erst im August 1949.

Hier ein Zitat aus dieser Zeit (1922):

"Im Jahre 1920 fiel Paddubny den jetzigen russischen Verhältnissen zum Opfer. Er besaß in Baltawa in der Ukraine eine große Dampfmühle. Bei einer Getreide-Requisition vom bolschewistischen Heere geriet er mit dem Führer derselben in Streit und Wortwechsel, diese erklärten ihn kurz als Antirevolutionär und stachen Paddubny mit dem Bajonett nieder."


- Blubb - 30.08.2011

Die 6 WMs von Paddubny kann ich nachvollziehen, bei Pedersen komme ich jedoch nur auf 5 WMs, kannst du mich da erhellen?

EDIT: Hab grad deine WM-Liste wiederentdeckt und alle 7 WMs gefunden ;), komisch dass Wien und Hannover bei Guretzki nicht auftauchen.

Pedersen muss ich auf jeden Fall zu berücksichtigen lernen, dreimal in Paris die WM zu gewinnen ist schon ordentlich.


- The Crusher - 30.08.2011

Zitat:Original von zbyszko
EDIT: Hab grad deine WM-Liste wiederentdeckt und alle 7 WMs gefunden ;), komisch dass Wien und Hannover bei Guretzki nicht auftauchen.

Guretzki hat mehrere Listen erstellt. Meinst du die aus dem Buch "Lexikon der Schwerathletik"? Die ist nicht vollständig und ich glaub den WM Sieg von Kara Ahmed 1898 in Paris hat er auch nicht aufgelistet. Nicht verwunderlich, da es zu seiner Zeit zwar nicht mehr an der Dokumentation der Results mangelte (Presse), aber eben bei dessen Archivierung. Bücher und Zeitungen berichteten zu Genüge, nur landete das meiste davon später auf dem Müll. Archivierung zur Thematik Wrestling war hierzulande bis zur Ära Schäfer ein Fremdwort.

Maßgebend für die WM-Liste hier sind die Aufzeichnungen von Schäfer, der basierend auf seiner wissenschaftlichen Arbeit später alle WM's aufgelistet hat. In angepasster Form schickte er diese Listen nach Kanada zu Gary Will, der das wiederum als Quelle für seine "Wrestling Title Histories" verwendete.

Interessiert dich Guretzki? Es gibt noch ein interessantes Buch von ihm, das zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlicht wurde: "Der Bizeps von starken Männern und Frauen" (Altenburg, 1951). Noch mal eine geschichtliche Betrachtung des Ringens allgemein mit Bildern von Yusuf und Kara Ahmed.

Einen komplexen Überblick über die WM's im europäischen Amateur- und Profiringkampf lieferte 1947 Hans Borowik (Geschichte des internationalen Ringkampfsports).


- Blubb - 30.08.2011

Zitat:Interessiert dich Guretzki? Es gibt noch ein interessantes Buch von ihm, das zwei Jahre vor seinem Tod veröffentlicht wurde: "Der Bizeps von starken Männern und Frauen" (Altenburg, 1951). Noch mal eine geschichtliche Betrachtung des Ringens allgemein mit Bildern von Yusuf und Kara Ahmed.


Was für ein Titel ;D Das hat noch richtig Schmiss ^^


- The Crusher - 30.08.2011

Ich bemerke gerade, dass die Welch-Fields Familie noch größer ist, als ich ursprünglich gedacht habe. Interessante Fakten zum Stammbaum stehen auf der Homepage vom caulifloweralleyclub im Nachruf des kürzlich verstorbenen Bobby Fields. Alleine Bobby hatte 3 Söhne, 13 Enkel und 15 Urenkel. Das ist nur die Seitenlinie von Bobby. Breites Grinsen Nach meiner Zählung sind alleine bis heute 19 Leute aus der Familie als Wrestler oder Referee aktiv gewesen (Fields, Welch, Fullers, Golden).

Über die Familie könnten amerikanische Historiker doch mindestens ein Buch schreiben. Wenn nicht sogar mehr.


- Nefercheperur - 31.08.2011

Zitat:Original von zbyszko
Stellt man einen guten Junior gegen einen guten Heavyweight, geht man davon aus, dass der Junior verliert ... es gibt ein tolles Match, aber der Heavyweight gilt grundsätzlich als überlegen.
Der Heavyweight gilt als ueberlegen weil er ueberlegen ist. ;) In Japan ist der sportliche/realistische Aspekt immernoch wichtig (wenn auch nichtmehr so wie frueher leider), ein Heavyweight ist durch sein Gewicht klar im Vorteil und sollte alleine deshalb schon klar gewinnen wenn der Unterschied bei den Faehigkeiten nicht zu gross ist.


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