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- Blubb - 27.10.2011 Kleiner Hinweis für alte Catch-Fans, auch wenn er vielleicht einige Jahre verspätet kommt: Vor einer Woche habe ich zufällig in die Sendung "Darüber lacht die Welt" mit Hape Kerkeling bei Sat 1 reingezappt, die allerdings schon über 10 Jahre alt ist. Dort war Hape bei einem Boxkampf von Dariusz Michalczewski dabei und hat einige Leute interviewt, die am Ring saßen. Dabei traf er tatsächlich auf Nico Selenkovic und machte sich über dessen Blumenkohl-Ohren lustig ... Selenkovic erwiderte, dass man diese nur im Kampf Mann gegen Mann bekomme, also im Boxen oder im Ringen ... Das war ein kleiner Markout-Moment für mich am späten Abend ^^ - The Crusher - 29.10.2011 Ein Steckbrief zu Nico kommt beizeiten mal im Locker Room, damit man sich über ihn ausführlich informieren kann. Viele jüngere Fans werden ihn ja nicht mehr kennen. Nico war selbst mal eine Zeitlang als Catcher aktiv, bis ihn eine Verletzung zum Rücktritt zwang. Die größeren Verdienste hat er sich dann ab 1965 in seiner Funktion als IBV Promoter erworben. Nico organisierte die großen Turniere in der Bremer Stadthalle bis zur letzten Saison im Dezember 1986 (daneben noch in Dortmund und Nürnberg). Ein großer Erfolg seiner Karriere war dann auch das Debüt von Otto Wanz in Deutschland im Jahr 1970, an dem er maßgeblich mitgewirkt hatte. Wanz und Selenkowitsch waren in der Folgezeit ein starkes Team in der deutschen Wrestlinggeschichte. - Blubb - 16.02.2012 Hat hier vielleicht jemand biographische Informationen über den italienischen Ringer Basilio Bartoletti, der dem griechisch-römischen Ringkampf den Namen gegeben haben soll? Außer dieser Info und einer Zeichnung von ihm finde ich im Netz leider kaum etwas. - The Crusher - 23.02.2012 Zitat:Original von zbyszko Bartoletti gehörte zur Generation der Ringer nach Arpin, Broyasse und Dupois, die erst im späten 19. Jh. aufkamen. Die Behauptung, er hätte diesem Stil den Namen gegeben, ist von Castelli überliefert worden. Allerdings ohne ausreichenden Quellenbezug auf Aussagen von Bartoletti oder Literaturhinweise. So viele Bücher vom franz. Ringkampf zur Zeit der Doublier-Bernard Ära (1880-1900) gibts dann doch nicht, wo er explizit als Namensgeber genannt wird. Meiner Ansicht nach ist das eher eine These, da es die Unterscheidung vom gr.-röm. Stil (franz. Stil) und dem Turnerringkampf schon lange vor Bartoletti gab. Ich kann allerdings nicht sagen, ob das auch nur eine These ist, dass man den Stil so nannte, um ihn gerade vom Stil der Turner nach Vorbild von Friedrich Ludwig Jahn abzugrenzen. Es würde jedoch in die Zeit der ersten Jahre nach 1800 passen, denn franz. Einflüsse auf den Ringkampf in Mitteleuropa gab es da noch nicht. Der "bretonische Stil" soll ja auch angeblich als Ursprung vom gr.-röm. Stil gelten (in der neuzeitlichen Form). Saltarinos Aussagen von 1895 find ich allerdings immer noch zutreffender: so ist der Ursprung in Südfrankreich anzusehen (Toulouse, Bordeaux, Marseille); eine Form der Profession entwickelte sich mit / nach Eröffnung der Ringkampfarena von Rollin in Paris 1848 Die Herkunft des Namens dürfte nicht auf Bartoletti zurückgehen, als vielmehr auf die Zeit der franz. Ringer wie Arpin und Marseille Ainé. Also die Epoche ab den 1840er Jahren - oder sogar noch früher, wie zur Zeit von Charles Rousselle und Carl Franke (1800-1830). Dass Bartoletti den Namen "erfunden" hat (oder besser gesagt wiederbelebt, in Bezug auf die antike Form), kann ich mir nur schwer vorstellen, da er in einer Zeit auftrat, wo dieser schon benutzt wurde. Es gibt Zeitungsanzeigen von Arpin, wo er nicht nur in dieser zeittypischen Herkules-Figur angekündigt wird, sondern explizit auch als gr.-röm. Ringer kämpft. Die Verbreitung (nicht die Herkunft) des Namens dürften wohl eher Leute wie Doublier und Bernard initiiert haben. Sie hatten als Trainer einen starken Einfluss auf die franz. Pionierära des späten 19. Jh.. Vielleicht hat sogar auch Jean Broyasse (Exbroyat) etwas mit der Namensgebung zu tun, die sich auf seine Truppen aus Ringern begründete, mit die er damals durch Frankreich zog. - Blubb - 24.02.2012 Vielen Dank für die Antwort Wenn der Begriff "griechisch-römisch" tatsächlich schon vor Bartoletti in Gebrauch war, sollten einige Artikel über den Griechisch-Römischen Amateur-Ringkampf korrigiert werden, die im Internet kursieren ;)Zu Jean Broyasse habe ich auch eine Frage: Was bedeutet eigentlich der Beiname "Exbroyat"? Ich bin leider der französischen Sprache nicht mächtig und finde keine Übersetzung dazu. - The Crusher - 24.02.2012 Mir fällt noch ein, dass Bartoletti mal mit Eugen Sandow trainiert oder gegen ihn gekämpft hat. Irgendwas in der Richtung.... Zitat:Original von zbyszko Dürfte wohl wieder das klassische Problem sein: Irgendeine Seite publiziert was und alle anderen richten sich dann danach. In einer Ringer-Chronik fand ich vor Jahren z.B. sowas: Zitat:1898 Der Franzose Paul Pons nennt sich Weltmeister, taucht jedoch in den Siegerlisten der FILA nie auf, da erst ab 1904 offizielle Weltmeisterschaften ausgetragen wurden. Diese Pseudoweltmeisterschaften fanden überwiegend in Europa statt und erst nach Gründung eines Weltverbandes (1913 bzw. 1921) gab es richtige WM-Veranstaltungen. Pons kann in den FILA Listen auch nicht auftauchen, weil sich diese auf den Amateurringkampf beziehen. Was als "Pseudoweltmeisterschaften" tituliert wird, sind dann eben die Turniere im gr.-röm. Stil der Profis, die jedoch seitens der Amateurszene schon damals nicht anerkannt wurden. Das Erste dieser Art gewann Pons 1898 in Paris, und konnte sich so Weltmeister nennen. Sein Weltmeistertitel basierte auf der Grundlage eines Turniersieges, wie man ihn danach noch etliche Male vorfand. Würde dieser nun praktisch nicht mehr anerkannt werden, müsste man auch alle anderen WM Titel im Pro-Wrestling streichen. Pons ist ebenso als Weltmeister anzusehen wie Ernst Erlenkamp als Amateur-Weltmeister. Die Turniere, die nicht unter der Rige des DAV (Deutscher Athleten Verband) standen (Amateurszene), sind trotzdem relevant und können nicht einfach unter den Tisch fallen. Diese Gegensätze von Amateuren und Profis sind historisch gesehen ein sehr interessantes Phänomen. Man findet bereits in den Zeitungsartikeln um die Jahrhundertwende (1900) entsprechende Abschnitte, wo die Berufsringer nicht ernst genommen werden bzw. diese Szene keiner Erwähnung bedarf. Noch kurioser sind jedoch die Artikel zum Catchen in der Nachkriegszeit. Speziell in den 50er Jahren hatte der Konflikt mit dem Amateur-Lager noch mal einen deftigen Höhepunkt erreicht. - Blubb - 26.02.2012 Bis wann kann man eigentlich für Europa sagen, dass die Berufsringer den Ringsport besser beherrschten als die Amateure? Ich nehme an, dass ein Amateur wie Carl Schuhmann bei den Olympischen Spielen keine Chance gehabt hätte, wenn Profis wie Paul Pons dort teilgenommen hätten ... oder ist das eine Fehlannahme? - Blubb - 06.03.2012 Wann wurde es eigentlich üblich, dass im Pro Wrestling der Pinfall bis drei gezählt wurde? Woher stammt diese Regel? - The Crusher - 06.03.2012 Zitat:Original von Anglio Ich hab was zu Anastace Anglio aus dem Jahr 1907 über meine Recherchen zu Ernst Siegfried gefunden. Die Antwort auf diese Frage kommt zwar sehr spät, aber vielleicht kuckst du ja doch noch mal in diesen Thread. Es ist nur eine kleine Info: Anglio erreichte bei einem Turnier (damals Ringkampfkonkurrenzen genannt) in Bremen das Finale und verlor dieses gegen Siegfried am 18.02.1907. In diesem Fall war es eines der vielen lokalen Turniere auf Reichsebene im gr.-röm. Stil. Der Austragungsort war das Metropoltheater. Einen weiteren Finalkampf gegen Siegfried gab es nach bisherigem Stand der Dinge nicht mehr. Wenn ich noch was finden sollte, das relevant sein könnte, dann schreibe ich es in diesen Thread. Ich weiß jetzt nicht, inwiefern dich die anderen Kämpfe von Anglio bei dem Bremer Turnier von 1907 noch interessieren. Relevant ist für mich nur der Finalkampf gewesen. Falls du alle Ergebnisse dieser Konkurrenz suchen solltest, dann bitte melden und ich sende sie dir per PDF Datei zu. - Blubb - 08.03.2012 Ich versteh nicht ganz, wie Joseph Doublier im Jahr 1886 den Bodenringkampf etabliert haben soll ... in dem NY-Times-Artikel zum Kampf Muldoon/Bauer von 1879 sind doch im Grunde jede Menge Beschreibungen von Aktionen am Boden zu finden. Bitte klärt mich auf, versteh ich da was falsch? |