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Ich habe nun auch diesen Teil gelesen und ich weiss nicht wie ich meine Komplimente noch mehr umformulieren kann. Es ist einfach unglaublich, wie du dich mit diesem Thema auseinandersetzt und ich möchte dir unendlichen Dank aussprechen. Durch Nefercheperur habe ich bereits einiges an Wissen bekommen, doch du gehst ins Detail und kannst es mit deinem flüssigen Schreibstil genau so spannend beschreiben wie es wirklich ist.
Auch zbyszko möchte ich danken, für diese tolle Diskussion die ihr geführt habt.
Ich freue mich schon, Ronald, deine Berichte auf der Main Page zu veröffentlichen damit auch tausende User mehr diese einzigartigen Informationen erhalten!
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Roland, erstmal kompliment für deine Arbeit...deine Fragen zum Thema MMA kannst du in den dafür vorgesehenen FAQ Thread stellen, der im Background Teil ist.
Also MMA ist wie Universe es schon sagte das Mixed Martial Arts. Hier kämpfen Sportler verschiedener Kampfsportarten gegeneinander, je nach Liga im Ring oder im Octagon (achteckiger Käfig). Der erste wirklich groß beachtete Kampf war Muhammed Ali gegen Antonio Inoki. Wobei sich die Regeln natürlich sehr verändert haben.
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Alles was ich bisher über den Kampf gehört habe, spricht sicher nicht für den Kampf...Ali hat wohl vor dem Kampf noch viele Regeln ändern lassen, die es Inoki schwerer machten. Inoki wäre so wie ich das sehe bei einem Kampf unter jetzigen UFC-Regeln bspw. haushoher Favorit gewesen. Es gibt auch Menschen die sagen, das nach dem Kampf Ali nie wieder so beweglich war wie vorher und das kann wirklich so sein. Inoki hat später halt auch selbst MMA Events aufgezogen, wie das Inoki Bom Ba Yae (so oder ähnlich geschrieben) und ist damit sicher einer der namhaftesten Personen wenn es ums MMA geht, ansonsten muss man natürlich in Verbindung mit der UFC die Gracie Familie nennen...
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Teil 6: Verne Gagne und die AWA
Nachdem sich St. Louis 1948/49 neu formierte, kam für Minneapolis 1952 die entscheidende Wende. Die beiden Nachbarstädte Minneapolis und St. Paul kontrollierte noch Mid-West Promoter Anton "Tony" Stecher. Stecher - damals selbst ein hervorragender Wrestler - fand sein Interesse aber mehr im Management und Promotergeschäft. 1912 debütierte sein Bruder Joe Stecher. Tony übernahm selbst dessen Management. Als Ergebnis ihrer Zusammenarbeit wurde Joe 1915 schließlich dritter World Heavyweight Champion. Beide trainierten hart und zielbewusst.
Auf dem Gebiet der einstigen MWA kam es zu folgenreichen Entwicklungen: 1931 schlossen sich die Promoter von einigen Bundesstaaten im mittleren Westen zur "Midwest Wrestling Association (MWA)" zusammen. Sie bildete das Gegenstück zur National Wrestling Association und hatte auch einen eigenen World Title. Als wichtige MWA Promoter fungierten Albert C. "Al" Haft (Ohio) und die Fraktion in Kansas City rund um George Simpson. Mit Gründung der National Wrestling Alliance 1948, schlossen sich die Midwest Promoter der neuen Organisation an. Die MWA wurde aufgelöst.
Im besten Lebensalter von Mitte 40 entschloss sich Tony Stecher ins Promotergeschäft einzusteigen. 1933 eröffnete er den "Minneapolis Boxing and Wrestling Club", welcher zur Keimzelle von Verne Gagnes AWA wurde. Stecher reagierte schnell, als in St. Louis die Ära Tom Packs ihrem Ende zuging. St. Louis war voll von Promotern und Wrestlern. Damit Minneapolis weiterhin ein Aushängeschild des mittleren Westens blieb, schloss er sich der Promotergruppe rund um Sam Muchnick an. Die konkurrierende Liga der Lou Thesz Investorengruppe. Muchnicks Gruppe gelang ein entscheidender Schachzug, da neben Stecher noch Pinkie George, Orville Brown, Max Clayton und Al Haft seiner Gruppe angehörten. Damit waren die wichtigsten Mid-West Promoter in Muchnicks Lager. Da Al Haft sich angeschlossen hatte, reichte das NWA (Alliance) Revier bis Columbus/Ohio. Die Folgen dieses Zusammenschlusses waren weitreichend: Als Reaktion auf die von Lou Thesz angeführte NWA (Association), formierte sich die Muchnick-Pinkie George Gruppe 1948 in Waterloo/Iowa zur NWA (Alliance). In den ersten Nachkriegsjahren wurde Muchnicks Allianz immer größer. Es entstand eine rege Zusammenarbeit zwischen den Wrestling-Zentren des mittleren Westens (St. Louis, Minneapolis, Des Moines, Omaha, Columbus, Chicago).
Interessen gehen bekanntlich auseinander und so kamen die ersten Probleme schon nach wenigen Jahren. Stecher war bereits ein alter Hase im Geschäft. Er kannte das Metier Wrestling genau und holte sich einen fähigen Mann namens Wally Karbo ins Team. Karbo war es auch, der Stecher beim NWA Gründungstreffen in Waterloo vertrat. Wie geschickt Karbo wirklich sein konnte, bemerkte man später. Für Stecher kam nach fast 20 Jahren schließlich das Ende. 1952 verkaufte er 1/3 des Minneapolis Boxing and Wrestling Club an Karbo und seinen Sohn Dennis Stecher. Am 10. Oktober 1954 starb Tony Stecher im Alter von 65 Jahren. Automatisch gingen so alle Rechte an Karbo und Dennis Stecher über. Es lag jetzt in den Händen von Karbo und Verne Gagne, das große Erbe Tony Stecher's fortzusetzen.
Nebraska wollte schon früh sein eigenes Süppchen kochen. In Omaha übernahm die Dusek Familie das Zepter, nach dem Tod von NWA Gründungsmitglied Max Clayton am 01. Juli 1957. Vier Brüder, die allesamt im Wrestling Karriere machten. Als stärkster Vertreter etablierte sich hier Joe Dusek. Er kontrollierte fortan Omaha und kreierte sogar einen Nebraska World Title.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Sam Muchnick.jpg]
NWA Präsident Sam Muchnick
In den späten 50er Jahren gab es dann die ersten Probleme zwischen einigen Midwest Promotern und der NWA in St. Louis. Promoter Wally Karbo versuchte seinem Schützling Gagne mehrmals eine Titelchance auf den NWA World Title zu verschaffen. Doch das scheiterte am Widerstand von Muchnick. Da dieser am längeren Hebel saß, bekamen nur die besten Wrestler der NWA Rangliste eine Chance auf den Titel. Gagne erschien allerdings zwischen 1956 und 1960 unter den ersten Zehn dieser Rangliste. Das Splitterlager in Minnesota versprach sich eine Aufwertung durch den NWA World Title. Doch St. Louis sah in Gagne keinen Wrestler, der die Massen zog. Das war aber mehr als eine Fehleinschätzung. Karbos jahrelange Versuche blieben erfolglos und ein Titelkampf für Gagne konnte nicht erwirkt werden. Die NWA Zentrale setzte ausschließlich auf Thesz, Hutton und Carpentier. Obwohl Letzterer nur als Überbrückung diente.
Am 14. Juni 1957 besiegte Herausforderer Edouard Carpentier in Chicago NWA World Champion Lou Thesz. Die ersten Probleme zwischen St. Louis und der Mid-West Region beginnen. Muchnick revidierte später die Entscheidung des Ringrichters in Chicago und gab den NWA World Title zurück an Thesz. Thesz kämpfte daraufhin international als NWA Champion weiter. Karbo, Gagne und Dusek pochten auf Carpentier und erkannten nur diesen als NWA World Champion an. Thesz nicht, weil er nicht genügend Kämpfe im eigenen Lande bestritt. Deshalb setzten sie Muchnicks Entscheidung für ihr Revier außer Kraft und ließen Carpentier den NWA World Title verteidigen. Die Mauer zwischen St. Louis und Minneapolis bröckelte immer mehr. Den Rückkampf gegen Carpentier im Juli 1957 gewann dann wiederum Thesz. St. Louis setzte schließlich Thesz endgültig auf den Stuhl des NWA World Title. Damit war Dusek überhaupt nicht einverstanden und erklärte deutlich seine Abkehr gegen NWA Boss Sam Muchnick. So brach schon mal Nebraska weg.
Am 14. November 1957 verlor Thesz den NWA Title an Hutton. Der Sieg von Hutton wurde stark kritisiert, zumal damit ein weiterer Versuch scheiterte, Gagne als Champion der NWA zu krönen. In der Midwest Region war Gagne längst der Favorit. Er wurde der "ungekrönte Champion" genannt. Am 09. August 1958 besiegte er Carpentier, den NWA World Champion der Splittergruppe. Dieser wurde vorher schon in Omaha anerkannt. Gagne gewann dadurch eine Version vom NWA World Title. 1957 verlor dieser Titel seinen einzigartigen Status. Aufgrund dieser Kontroversen zwischen Thesz, Hutton und Carpentier, entstanden gleich mehrere Versionen. Stand die Mehrzahl der Promoter vorher noch hinter Thesz, war jetzt die eigene Promotion wichtiger. Quasi der eigene World Champion vor der Haustür würde nun mehr versprechen. Gerade Carpentier nahm hier eine Schlüsselposition ein. Seine Niederlage gegen Gagne führte zum Aufbau der AWA. Carpentier war für die Midwest Region kein großes Zugpferd, so war die Niederlage gegen Gagne praktisch nur eine Frage der Zeit.
Dennis Stecher stieg 1959 aus und verkaufte seine Teilrechte an Karbo und Gagne. Im gleichen Jahr wurde Pat O´Connor NWA World Champion. Innerhalb der NWA entstand zwischen St. Louis und der Midwest Region ein Bruch. Karbo hatte endgültig die Nase voll: 1960 formierte er in Minneapolis eine Gruppe bestehend aus Gagne und den benachbarten Promotern. Der Bruch kam mit der Herausforderung an O´Connor. Hinter den Kulissen dachte man sich einen Plan aus. Es wurde mit dem NWA Austritt gedroht, sollte Gagne nicht binnen von 3 Monaten einen Titelkampf gegen O´Connor bekommen. Muchnick ignorierte die Herausforderung. Auch eine Herausforderung an Rogers blieb erfolglos. Die Splittergruppe hätte O´Connor als Champion anerkannt, wenn er gegen Gagne angetreten wäre. Muchnick lehnte ab und lies die 3 Monate verstreichen. Unter Führung von Karbo und Gagne wurde daraufhin in Minneapolis die "American Wrestling Association (AWA)" gegründet. Nicht die Erste mit diesem Namen. Die erste AWA Version entstand Ende der 20er Jahre in Boston unter Paul Bowser. Eine weitere Version kreierten Jim Barnett und Johnny Dolye, die ihre Shows Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre unter dem Dach der "AWAlliance" austrugen.
Zwischen Gagne und Killer Kowalski entbrannte eine Fehde. In der Konfrontation mit Kowalski kreierte die AWA das was man als "Angle" bezeichnete. Damals eine Sensation in einer Zeit wo es nur Heels und Babyface Geschichten gab. Heute längst gang und gebe. Gagne und seine Fans erwirkten die langersehnte Titelchance auf den AWA World Title, den Mad Dog Vachon hielt. Kowalski stürmte plötzlich bei einer AWA Show in die Halle, als Gagne eine Dankesrede hielt. Er schnappte sich einen Stuhl und schlug damit auf Gagne ein. Der viel bewusstlos zu Boden (nach der Storyline). "Here is your Champion!" - brüllte der Topheel ins Mikrofon. Er kochte vor Wut, dass gerade Gagne nun einen Titelkampf bekam. Gagne traf auf Kowalski in einem Match kurz danach. Kowalski wollte wieder mit dem Stuhl zuschlagen, da wich Gagne aus und schlug seinerseits zwei Mal mit der ganzen Stuhlreihe auf Kowalskis Kopf ein. Gagne verlor den Kampf durch DQ. Laut Storyline fiel damit auch der Titelkampf gegen Vachon ins Wasser. Gagne reiste ab Mitte der 60er Jahre durch viele Bundesstaaten. Durch Auftritte u.a. in Chicago und Denver konnte er das AWA Territorium erweitern.
Am 16. August 1960 wurde Gagne zum neuen AWA World Heavyweight Champion ernannt. Er fungierte nun als Promoter und war, neben Karbo, zu 50% Aanteilseigner vom Minneapolis Boxing and Wrestling Club. Mit Gründung der WWWF im Jahre 1963 entstand im Wrestling das Szenario der "Big Three", wie man damals sagte. NWA, AWA und WWWF dominierten die Szene. Allerdings gab es auch innerhalb der AWA Auseinandersetzungen um den neuen Champion Gagne. Omaha hatte nämlich noch einen eigenen World Title. Gagne wurde als AWA Champion deshalb nicht anerkannt.
Die entscheidende Wende kam am 16. September 1961. Nebraska World Champion Don Leo Jonathan verlor den Titel an AWA World Champion Gagne. Dusek unterstützte daraufhin eine Zusammenarbeit mit dem AWA Hauptquartier in Minneapolis. Es erfolgte ein Austausch von Wrestlern zwischen Gagne und Dusek. Die letzte Hürde überwand Gagne am 07. September 1963 in Omaha, Nebraska. Es kam zum Title Unification Match: AWA World Champion Verne Gagne besiegte Nebraska World Champion Fritz Von Erich. Verne ging als gefeierter Sieger aus diesem Kampf. Minneapolis und Omaha fusionierten ihre beiden Territorien. Der Nebraska World Title wurde eingestellt. In der Zwischenzeit, bis zum September 1963, verlor Gagne den AWA World Title auch. Größere Fehden gab es zwischen Fritz Von Erich, Don Leo Jonathan und Crusher Lisowski. Alles AWA Champions, die Gagne besiegen konnte. Hinter den Kulissen war dieser Austausch von Wrestlern ein großer Schachzug von Gagne und Dusek. Die AWA wurde zum Konkurrenten für die NWA. Wenngleich ältere Berichte von Feindschaften sprachen, so weiß man doch heute, dass es eine Zusammenarbeit mit NWA Promotern gab.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Verne%20Gagne.jpg]
Verne Gagne
Blubb
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Zitat:Am 30.04.1957 befand sich Japans Nationalheld Rikidozan in St. Louis, um den Vertrag für den Titelkampf gegen Thesz zu unterzeichnen. Thesz signierte und stellte seinen NWA International Title zur Disposition. Die Japan Tournee startete im Oktober 1957. Vorher erlebte Amerikas Wrestlingszene aber das kontroverseste Match seit Kriegsende.
Ich hatte bisher immer gedacht, Thesz hätte den International Title von der NWA erst nach seinem NWA-World Title-Verlust gegen Hutton verliehen bekommen, um ihn in Japan und anderswo verteidigen zu können. Da du aber so ausdrücklich schreibst, dass der Vertrag zwischen Thesz und Rikidozan eindeutig den International Title zum Gegenstand hatte, würde mich mal interessieren, wie und wann Thesz denn eigentlich an diesen Titel gekommen ist? Einem amtierenden World Champion einen International Title zu verleihen wirkt ein wenig unnötig auf mich.
Zbyszko
P.S.: Mir ist nur die Schreibweise "Pat O'Connor" bekannt, du nennst ihn aber meistens "Pad". Ist das ein Versehen oder hast du einen speziellen Grund für die Benennung?
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Ja, da scheint sich wohl ein Rechtschreibfehler eingeschlichen zu haben. Es heißt natürlich Pat O'Connor.
Zur Sache mit der Unbestrittenheit und dem NWA International Title schrieb Nef in seiner Lou Thesz Biografie:
"Am 15 Maerz 1956 kam es dann zu einem denkwuerdigen Match in Toronto,Ontario Canada. Lou Thesz traf auf Whipper Billy Whatson ,Referee war uebrigens Boxlegende Jack Dempsey. Und der Maple Leafs Garden explodierte als Whatson gewann und somit denn grossen Lou Thesz nach 8 Jahren den NWA World Heavyweight Title abnahm. Lou Thesz war seit 1948 der umbestrittene World Heavyweight Champion und verteidigte denn Title innerhalb der Zeit 936 mal siegreich. Whatson allerdings hatte weniger Glueck seine Titleregentschaft hielt nicht allzulange. Am 9 November 1956 gab es das Rematch in St Louis, Missouri. Diesesmal gewann wiederrum der Homeboy, Lou Thesz. Nachdem erneuten Titlegewinn und nachdem er in Nord Amerika so ziemlich jeden besiegte traf es sich am 4 April 1957 in St Louis, Missouri mit Rikidozan, beide unterzeichneten einen Vertrag das Lou Thesz denn Title in Japan gegen Rikidozan verteidigen sollte."
Mittlerweile konnte ich durch eigene Recherchen feststellen, dass sich Rikidozan und Lou Thesz am 30.04.1957 trafen und nicht, wie genannt, am 04.04.1957. Eine Titelliste zum International Title ist mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Hätte man Thesz den International Title erst nach dem 14.11.1957 verliehen, dann wäre er in Japan nicht als solcher Titelträger angekündigt worden. Obwohl Carpentier seit dem 14.06.1957 offizieller NWA World Champion für einige Promoter war, heiß das nicht, dass man Thesz den International Title aberkannte. Offensichtlich wurde der NWA World Title zeitweise mit dem International Title gleichgesetzt. Ein direkter Hinweis darauf, das Thesz den Titel erst später verliehen bekommen haben soll, ist mir unbekannt.
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@zbyszko:
Ich habe deinen Hinweis wegen dem NWA International Title gestern noch mal aufgenommen. Usprünglich bestand der Artikel Ende der 90er Jahre aus 2 Teilen. Damals war jedoch nicht so viel über die NWA Geschichte bekannt als heute. Das japanische Programm, was ich habe, zeichnet das World Title Match zw. Rikidozan und Theaz am 07.10.1957 als Kampf um den International Title aus. Ein paar ältere Quellen machen jedoch keinen weiteren Angaben. Lediglich Hornbaker macht in dem Abschnitt über Thesz die Bemerkung, dass er sich nach seiner Niederlage gegen Hutton als International Champion bezeichnete. Eine explizite Verleihung wird nicht erwähnt. Weiterhin gibt es noch eine Geschichte des Japanischen Pro-Wrestling im damaligen Catch-Magazin. Dort wird jedoch nur auf Rikidozan Bezug genommen.
Wahrscheinlich habe ich diese Sache übersehen und werde sie daher ändern. Es wird dann also aus dem International Title wieder der NWA World Title. Dies gilt insofern für alle Ereignisse, die vor dem 14.11.1957 passierten.
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Zitat:Original von The Russian Zar
Alles was ich bisher über den Kampf gehört habe, spricht sicher nicht für den Kampf...Ali hat wohl vor dem Kampf noch viele Regeln ändern lassen, die es Inoki schwerer machten. Inoki wäre so wie ich das sehe bei einem Kampf unter jetzigen UFC-Regeln bspw. haushoher Favorit gewesen. Es gibt auch Menschen die sagen, das nach dem Kampf Ali nie wieder so beweglich war wie vorher und das kann wirklich so sein. Inoki hat später halt auch selbst MMA Events aufgezogen, wie das Inoki Bom Ba Yae (so oder ähnlich geschrieben) und ist damit sicher einer der namhaftesten Personen wenn es ums MMA geht, ansonsten muss man natürlich in Verbindung mit der UFC die Gracie Familie nennen...
Sorry daß ich hier störe aber ich hab den Kampf mal auf einem bekannten Videoportal gesehen und ihr solltet froh sein daß ihr es nicht ertragen musstet
Inoki ist die ganze Zeit auf dem Boden gelegen und hat Alis Knie mit Kicks soweit geschädigt daß dieser eine Entzündung davon trug welche ihn eben stark bei seinen nachfolgenden Kämpfen beeinflusste und was er auch als Krund für sein Karriereende angab.
Blubb
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Zitat:Zur Sache mit der Unbestrittenheit und dem NWA International Title schrieb Nef in seiner Lou Thesz Biografie:
"[...] Lou Thesz war seit 1948 der umbestrittene World Heavyweight Champion und verteidigte denn Title innerhalb der Zeit 936 mal siegreich."
Nefercheperurs Aussage über die Unbestrittenheit seit 1948 kann ich nicht wirklich ernst nehmen, da, wie du es ja bereits geschrieben hast, Thesz bis 1952 einige Gegenchampions (Boston und L.A.) hatte. Außerdem war Thesz ja erst seit 49 NWAlliance Champion, 48 hielt den Titel noch Orville Brown. Und als damaliger NWAssociation Champion war Thesz logischerweise ja auch nicht unumstritten.
Zitat:Eine Titelliste zum International Title ist mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
Da kenn ich auch nur die Hisa-Seite: http://www.wrestling-titles.com/japan/al...int-h.html . Hisa schreibt, dass der Titel ursprünglich nach Texas gehörte und 1949 unter Morris Sigel zwischen Thesz und Rocca erstmals ausgekämpft wurde. Merkwürdig, dass der Titel aber erst im November 1957, also nach der Niederlage gegen Hutton wirklich in Erscheinung tritt. Ich habe das Gefühl, dass man in den USA mit Hutton jemand neuen an der Spitze haben wollte, die Japaner aber Thesz als Champion gegen Riki begehrten, weswegen man sich für Lou einen neuen Titel ausdachte. Außerdem machte sich der neue Titel auf Thesz' Euro-Tour ja auch gut.
Da der Name "International Heavyweight Title" und "World Heavyweight Title" ja im Prinzip das selbe ausdrücken, wundert es mich auch nicht, wenn der NWA World Title besonders im Ausland auch mal als International Title bezeichnet wurde. Aber ich glaube ein wirklich eigenständiger Titel wurde er erst 1957.
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Teil 7: Vincent James McMahon - Aufstieg von Capitol Wrestling
Die 50er Jahre neigten sich dem Ende zu. Sie waren durchweg eine Spanne des Aufstiegs und Falls. Sensationslust, Spannungsmomente, Nervenkitzel und die Gier nach Geld bestimmten das Profigeschäft. Doch Mitte des 20. Jh. lies sich das weit besser vermarkten, als noch 50 Jahre zuvor. Die 60er Jahre brachen an. Eine Zeit wo die WWWF entstand und mit ihr ein Superstar, der lange an der Spitze stehen sollte, Bruno Sammartino.
In den 60er Jahren verstärken sich die Probleme zwischen den Ost- und Midwestpromotern. An der Westküste bricht ein Promotionkrieg aus und im Osten wird die WWWF gegründet. Muchnick versuchte die Ausbreitung dieser Promotion zu verhindern. Doch Muchnicks Allianz bröckelte seit dem Chicago Desaster. Als McMahon auch noch den Champion der Alliance, Buddy Rogers, auf seine Seite zog, beginnt eine neue Ära im Wrestling. Aus dem Nordosten wird nach und nach das stärkste Territorium. Die NWA konnte noch entgegensteuern. Zwar verlor sie einige Mitglieder, brach aber nicht komplett auseinander. Vielmehr stellte sich ab 1963 das Szenario der "Big Three" (NWA, WWWF, AWA) ein. Thesz, O'Connor und Rogers dominierten die Szene noch bis in die erste Hälfte der 60er Jahre. Im Verlauf dieser Dekade glänzten Bruno Sammartino, Verne Gagne, Bobo Brazil, Spiros Arion, Killer Kowalski, Gorilla Monsoon und der 600 Pfund schwere Haystacks Calhoun als Superstars. All diese Superstars kamen vor allem durch Vincent James McMahon ins Fernsehen und begründeten so ihren Ruhm. Teil 7 erzählt von den Anfängen des McMahon Imperiums.
Im Sommer 1947 reiste ein junger, schlanker und groß gewachsener Mann namens Vincent James McMahon von New York nach Washington D.C.. Er war Konzertpromoter und seit den 30er Jahren in Wrestling-Shows seines Vaters Jess McMahon involviert. Washington D.C. erlebte seit 1928 eine wöchentliche Wrestling-Show im alten Auditorium. 1936 öffnete hier Promoter William "Joe" Turner, ein ehemaliger World Middleweight Champion, die nach ihm benannte Turner Arena. Am 18.02.1947 starb Joe Turner. Die Promoterrechte gingen an seine Frau Florence Turner und Matchmaker Gabe Menendez über. Das Menendez-Territorium schien für McMahon interessant zu sein. Vorerst blieb er jedoch Konzertpromoter. Einen ersten Schritt, hin zum erfolgreichen Wrestlingpromoter, legte McMahon am 03.12.1948 als er Manager in Turners Arena wurde. Die bisherigen Shows brachten für Menendez eine relativ gute wöchentliche Einnahme. Neben Konzerten sah McMahon offenbar auch im Wrestling Verdienstmöglichkeiten. Eine weitere wichtige Entwicklung bahnte sich 1952 an: Zusammen mit New York Promoter Joseph Mondt gründete Vincent die "Capitol Wrestling Corporation (CWC)". Aller Anfang ist schwer und so dauerte es noch mehrere Jahre, ehe McMahon zum landesweit stärksten Promoter aufstieg. Mondt knüpfte Kontakte zu anderen Promotern. Daraufhin traten William Gilzenberg, Philip Zacko und Johnny Doyle der CWC bei. Dieses Triumvirat war entscheidend am Erfolg von McMahon beteiligt. Zuerst musste Vincent aber den Markt in Washington D.C. erobern.
Am 18.12.1952 schließlich kaufte er die Promoterrechte der Turner Arena für 60.000 Dollar und stürzte damit das Menendez-Territorium Washington D.C.. Eine erste Wrestling-Show am 07.01.1953 wurde mit den Wrestlern Primo Carnera, Lu Kim, the Golden Terror und the Zebra Kid veranstaltet. Bald vergrößerte sich McMahons Kader. Die Promoter Joseph Mondt, Jack Pfefer und Fred Kohler schickten: Antonino Rocca, Killer Kowalski, Gorgeous George, Gene Stanlee, Hans Schmidt und Verne Gagne. Was 1953 startete konnte man dann ab 1955 im Washingtoner Lokal-Fernsehsender bewundern. McMahons wöchentliche Show hatte erstmals einen lokalen Sendeplatz. Eine Fernsehrevolution begann, als Chicago Promoter Fred Kohler seine Shows aus der Marigold Arena im DuMont-Network ausstrahlte. Kohlers Sendung erreichte 65 Städte. Bisher war McMahon nur in Washington zu sehen. Aber nachdem die Turner Arena im Dezember 1955 in Capitol Arena umbenannt wurde, kam eine erste DuMont Network Ausstrahlung am 05.01.1956. Gunther Brewery sponserte die Veranstaltung. Ab jetzt hielten McMahons Sendungen schrittweise in Boston, Buffalo, St. Louis, Chicago und New York Einzug. Das erste Zugpferd hatte er bereits auch schon gefunden - Antonino Rocca. Mondt, McMahon, Gilzenberg, Zacko und Doyle bildeten das Team der Capitol Board Directors. Sie hielten fest zusammen. Es war ihre starke Präsenz an Amerikas Ostküste, welche den Aufstieg der CWC verursachte.
1957 öffnete das CWC Booking Office Washington D.C. unter McMahon, Zacko und Doyle. Letzterer wurde zum CWC Vize-Präsidenten gewählt. Aber schon Ende 1957 (nachdem kontroversen Thesz-Carpentier Match) brach die Verbindung mit Doyle auseinander. Doyle wechselte von Washington nach Boston und nahm Edouard Carpentier unter sein Management. Doyle arbeitete jetzt mit rivalisierenden Promotern zusammen. Passte also nicht mehr ins CWC Schemata. 1953 trat die CWC der NWA bei. In den kommenden Jahren, bis zur Formierung der WWWF 1963, konnte sich McMahon im Nordosten immer weiter ausbreiten. Begünstigt wurde dies durch seine Fernsehpräsenz. Der Markt in Washington war aber zu klein. Schrittweise erfolgte nun der Ausbau Richtung New York. Die New Yorker Box- und Wrestlingszene befand sich im stetigen Auf- und Abwärtstrend. Zwar gelang es Mondt mit Rudy Miller und Henry Steinborn ein Manhattan Booking Office zu steuern, den Madison Square Garden hatte man aber noch nicht erobern können. Mondt, Miller und Steinborn verkauften das Manhattan Booking Office 1952 an Promoter Ignacio Martinez für rund 100.000 Dollar.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Anton...ca%202.jpg]
Antonino Rocca
Nach Kriegsende herrschte im MSG immer noch das 1939 eingeführte Verbot von Wrestlingveranstaltungen jeglicher Art. Mondt und Lizenzinhaber William „Bill“ Johnston initierten eine Rückkehr: Am 22.02.1949 waren dann Gorgeous George und Ernie Dusek die Teilnehmer der ersten Wrestling-Show im MSG seit März 1938. Mondts erster Versuch scheiterte in punkto Einnahmen, da nur 4197 Zuschauer kamen. Zu wenig für den riesigen MSG, wo annähernd 20000 Menschen Platz fanden. Er unternahm einen zweiten Versuch am 12.12.1949. Diesmal schickte Mondt zwei seiner etlichen Schützling, Antonino Rocca und Primo Carnera, ins Rennen. Und prompt erschienen ganze 17854 zuschauer. Rocca wurde ohnehin allmählich zum beliebtesten Wrestler in New York. Rund 50.000 Dollar spielte die Show ein. Rocca besiegte Gene Stanlee und Carnera bezwang the Green Hornet. Rückschläge gab es aber weiterhin. Erst McMahon erreichte größere Erfolge im MSG. Auch konnte er einige Zuschauerrekorde brechen. Mondt bemerkte McMahons Erfolge in Washington und orderte ihn zusehends zurück nach New York. Die Washingtoner Shows brachten noch nicht den erhofften Durchbruch. Man wollte nahezu im gesamten Nordosten zu sehen sein. Das MSG Booking Office steuerten bislang Charley Johnston, Walter Smallshaw („Walter Johnston“) und Kola Kwariani.
Am 21.06.1956 erschienen McMahons Shows aus Washington erstmals in New York auf der Fernsehbildfläche. Mondt und McMahon rückten noch enger aneinander. Beide promoteten ihre ersten gemeinsamen Veranstaltungen. Bald verbuchte der MSG hohe Zuschauerkulissen. Im MSG sind in den 50er Jahren die unterschiedlichsten Gruppen gegeneinander angetreten. Viele haben versucht eine eigene Show auf die Beine zu stellen. Den weitaus größten Erfolg hatte aber McMahon. Am 26.11.1956 war es dann soweit: McMahon und Mondt veranstalteten ihre erste gemeinsame Show im MSG mit dem Main Event Antonino Rocca gegen Dick "the Bruiser" Afflis. Damit stürzte McMahon das wichtige New Yorker Territorium von jeglicher Konkurrenz. Eine zweite Show am 04.02.1957 brach schon einen Zuschauerrekord. 19300 Menschen sahen das Tag Team Match Rocca/Gagne vs. Karl Von Hess/Hans Schmidt. Das Team Rocca/Gagne siegte. Seit 25 Jahren hatte der MSG nicht mehr so viele Zuschauer gesehen. Den Hauptkampf Rocca-Schmidt am 11.03. sahen 19995 Zuschauer. Mit 20125 Zuschauern wurde schließlich am 30.03.1957 erneut ein Rekord gebrochen. Rocca und Miguel Perez besiegten Don Stevens und Wildman Fargo. Das Spiel Gut (Rocca/Perez) gegen Böse (Schmidt/Von Hess) begeisterte die Massen. Rocca ist der beliebteste Mann in New York - und das noch weit vor NWA World Champion Lou Thesz. Thesz versuchte zwar mit einigen wenigen Auftritten zu punkten, aber Rocca hatte eindeutig die Mehrzahl der Fans hinter sich.
Das CWC Territorium (Washington D.C.-New York-New Yersey) konnte sich in den 60er Jahren bis nach Boston, Pittsburgh, Philadelphia und Baltimore ausbreiten. Boston war ein durchaus wichtiges Revier, da Promoter Paul Bowser hier bisher jegliche Konkurrenz verdrängte. An Bowsers Macht ließ sich erst nach dessen Tod rütteln. Die CWC eroberte Schritt für Schritt Pennsylvania und Maryland. Eine Schlüsselfigur war Philip "Phil" Zacko. Er hatte beste Kontakte in diese beiden Bundesstaaten. Mondt schien seine ehemaligen Mitstreiter alle zu "überleben". Es war Mondt der 1960 erreichte, dass die CWC Shows in Pittsburgh Einzug hielten. McMahon und Zacko steuerten das CWC Booking Office Washington D.C.. Bis Ende 1957 war noch Matchmaker Johnny Doyle involviert. Von hier aus griff man auf die benachbarten Territorien zu. Den WWWF Hauptsitz verlagerte man später in Gilzenbergs Revier nach Newark (New Yersey).
Antonino Rocca war noch zu Beginn der 60er Jahre der beliebteste Wrestler im MSG. McMahon setzte große Stücke auf ihn. Das konnte kaum verwundern, zumal Rocca der erste Superstar war, den McMahon oft unterstützte. Als Heel hätte man Rocca nie richtig einsetzen können. Die Zuschauer in New York wollten sehen, wie die Heels besiegt wurden. Gegen die Popularität der Tag Team Champions Rocca und Miguel Perez waren die Wrestler aus Muchnicks Lager chancenlos. Zudem sind sie längst als gute Wrestler verkauft worden. Was Thesz nie erreichte, schaffte dann Rogers. Im MSG zogen McMahons Shows mit Rogers in Scharen die Zuschauer an. In St. Louis registrierte man das. Muchnick witterte die Chance, den Markt in New York zu übernehmen. Davon war die NWA aber meilenweit entfernt. Auch die CWC erkannte rechtzeitig, wie gut sich Rogers verkaufen lies. Er war bereits zum stärksten Zugpferd des Landes angewachsen. Und das - man höre und staune - als Topheel. Auch der amtierende NWA World Champion Pat O'Connor konnte dem nicht entgegensteuern.
Rogers übte so einen starken Einfluss aus, dass er Rocca von der Superstar Position verdrängte. Die NWA unternahm mittlerweile den Versuch, ihn als Aushängeschild des Pro-Wrestlings zu etablieren. Muchnick und McMahon zogen quasi an einem Strang: Derjenige mit dem längeren Hebel würde kurzum die Szene der USA beherrschen. McMahon hatte den längeren Hebel, obwohl er das Machtpotenzial der alten NWA Zentrale offensichtlich unterschätzte. Er war zudem schon der stärkste Promoter des Landes geworden. Das Geschehen verlagerte sich von New York nach Chicago. Am 30.06.1961 kam es zum berühmten Showdown, bei dem O´Connor den NWA World Title an Rogers verlor. Dieses Match im Comiskey Park in Chicago bestaunten 38622 Zuschauer. O'Connor war schlichtweg zum falschen Zeitpunkt auf dem Thron des Champions. Die Massen zog längst Rogers. Da die Allianz seit dem Bruch mit der AWA zunehmend Mitglieder verlor, versuchte Muchnick den drohenden Machtverlust zu verhindern. Und ein neuer zugkräftiger World Champion schien da hoffnungsvoller zu sein, vor allem für den so wichtigen Markt in New York.
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/ronald/Vince...cMahon.jpg]
Vincent James McMahon
O'Connors Titelwechsel war jedoch enorm umstritten. Selbst Thesz kritisierte diese Entscheidung des NWA Präsidenten Muchnick. McMahon kontrollierte fast alle Auftritte von Rogers. Damit schien klar zu sein, dass der neue Champion der Alliance ausschließlich für Capitol Wrestling arbeiten sollte. Das ist auch die große Befürchtung der verbliebenen NWA Promoter gewesen. Die Kritik gegen Muchnick wurde stärker. Dieser hoffte noch immer darauf, dass der Allianz Champion in New York aufstieg. Das geschah auch, jedoch nur zu Gunsten der CWC. Die NWA hatte im MSG bekanntermaßen Probleme mit den Zuschauerzahlen. Ein vermehrter Einsatz des NWA Champions in New York schien lukrativ zu sein. Die Befürchtungen der NWA Promoter erwiesen sich als begründet. McMahon zog Rogers mehr und mehr auf seine Seite. Die CWC wurde dadurch noch stärker. Rogers war längst zum festen Aushängeschild für McMahon angewachsen. Zwar versuchte St. Louis diese Entwicklung zu bremsen, verhindern konnte man diesen Zustand nicht mehr. Alle Promoter des Landes bekamen erhebliche Probleme mit dem Einsatzort des Champions. Der proppe Terminplan Rogers’ sah die meisten Shows für McMahons Revier vor. Aufgrund von verstärkten Herzproblemen, konnte man ihn aber nicht mal mehr für kurze Auftritte in anderen Promotions einsetzen.
Das leidige Problem mit den Einsatzorten des Champions stinkte McMahon gewaltig. Kurzerhand beschloss er Rogers nur noch für sich antreten zu lassen. Muchnick spielte nicht mit und sah in Capitol Wrestling nur noch eine Konkurrenzliga, die keine Zukunft mehr in der NWA hatte. O'Connor könnte das Gegengewicht zu Rogers bilden. Ja er könnte es, aber O'Connor wurde schon von Fred Kohler in Chicago eingenommen. Somit konnte die NWA auf ihn nicht zurückgreifen. Muchnick wollte das Zepter keinesfalls aus der Hand geben. Und so kam er auf Thesz, der aber im Ruhestand war. Der einstige Erzrivale von Rogers sollte es richten. Muchnick holte Thesz aus dem Ruhestand zurück, um sich dem wachsenden Widerstand von McMahon und Mondt entgegenzustellen. Ohne Zugeständnisse wollte Thesz keinen großen Titelkampf mehr bestreiten. Muchnick versprach ihm den Titel und den Sieg über Rogers. Für McMahon sollte Thesz' Rückkehr weiteren Zündstoff mit der NWA bedeuten. Im Hinblick auf Rogers’ weitere Karriere, war das Auftreten von Thesz nicht gerade von Vorteil. Die alte Fehde aus den 50er Jahren flammte wieder auf. Damals ging es um den Nachfolger, als Thesz die NWA verließ.
1957 entschied sich die Kommission für Rogers und nicht für Hutton. McMahon hatte dort noch keine Kontrolle über ihn, jetzt aber umso mehr. Die Fehde zwischen Thesz und Rogers wurde eher im Hintergrund ausgetragen. Thesz hasste Rogers regelrecht. Aber 1963 verlagerte man die Feindseligkeiten in den Ring. Die Auswirkungen für die Wrestlingszene hätten nicht größer sein können. Insider hatten Recht, als sie von der heißen und verrückten Phase der 60er Jahre sprachen. Der Titelwechsel zu Thesz schien so gut wie sicher zu sein. Doch es kam - wie immer im Wrestling - anders als man denkt: Kurz vor dem ersten Kampf geriet Rogers in Columbus (Ohio) in eine verhängnisvolle Backstage-Konfrontation. Es entbrannte ein Streit mit Karl Gotch, der eine Chance auf den Titel verlangte. Der Champion lehnte vehement ab. Er wusste was für ein harter Brocken Gotch war. Rogers sah den Ausweg nur darin zu flüchten. Die nachfolgenden Ereignisse bleiben größtenteils ungeklärt. Eine Geschichte erzählt, das Gotchs Partner Bill Miller, die Tür der Umkleidekabine zuschlug. Und mittendrin war Rogers Handgelenk, dass dabei brach. Diesen Titelkampf konnte Thesz vergessen, den nächsten allerdings auch. Plötzlich erschien Killer Kowalski und verlangte seine Chance.
Am 21.11.1962 war Rogers wieder genesen. Aber den Kampf gegen Kowalski in Montreal verlor er. Rogers erlitt nach nur 2 Minuten eine Knöchelverletzung. Der für Houston angekündigte Titelkampf Rogers-Thesz musste ebenfalls abgesagt werden. Kowalski machte seinen Titelanspruch geltend. Er habe den Champion schließlich besiegt. St. Louis war da anderer Meinung. Die NWA ließ verlauten, das Kowalski nur einen Pin erreichte. Titelkämpfe wurden aber als Best of three Falls durchgeführt. Ein Pin reiche deshalb nicht aus. Die erlittene Verletzung setzte Rogers bis zum Januar 1963 außer Gefecht. In der Zwischenzeit trat Kowalski trotzdem als NWA World Champion auf. Während der Verletzungspause des richtigen Champions übernahm Kowalski alle Shows von Rogers. Lange konnte diese Situation nicht anhalten. Obwohl man eigentlich sagen müsste, dass Kowalski wahrscheinlich ein noch besserer Heel war, als Rogers. Im MSG von New York wurde die Unklarheit am 21.01.1963 beseitigt. Rogers kehrte zurück und besiegte Kowalski vor ausverkauftem Hause. 72 Stunden später wird der Maple Leaf Gardens in Toronto Austragungsort des Jahrhundertkampfes Thesz-Rogers. NWA Promoter Frank Tunney war hier der starke Mann im Hintergrund. Schließlich krachten die beiden größten Wrestler dieser Zeitspanne in seinem Revier zusammen. Das Ungewöhnliche war schon, dass die NWA den Kampf als One Fall Match festsetzte. Man wollte noch größeren Problemen aus dem Weg gehen. Die Sache quasi so schnell wie möglich über die Bühne bringen. Doch der Kampf schaffte mehr Probleme, als er löste.
Blubb
Gast
Zitat:@zbyszko:
Die Quellenangabe von wrestling-title ist in Bezug auf amerik. Titel sicher sehr hilfreich. Diese Liste kenne ich noch nicht. Ich lese öfters einen Verweis auf dieses Portal, habe aber auch schon Fehler dort festgestellt. So ist z.B. die Titelliste zum European Greco-Roman Title - wie der Großteil aller anderen Listen im Internet - falsch. Wrestling-title benutzt als Quellen die Listen von Gary Wills "Wrestling Title Histories", die Anfang der 90er Jahre erstmals erschienen. Ich kenne diese Quellen und im Detail auch wie sie zustande kamen. Gerhard Schaefer arbeitete damals noch an der 2. Auflage mit, die im Februar 1993 erschien.
Die Seite befindet sich dennoch immer im Wandel. Die Title History des originalen World Heavyweight Title und die des American Heavyweight Title sind mittlerweile stark korrigiert worden (Americus als World Champion und die Unterscheidung zwischen American Heavyweight und Mixed Style Champion). Du hast recht, man muss immer dabei sagen, dass viele dieser Listen einfach nur von fehlerhaften Listen kopiert wurden und man vorsichtig sein muss, deswegen halte ich auch nichts von der Herkunft des International Title aus dem Sigel-Territorium, bevor das nicht irgendwo mal ausführlicher erläutert wird.
Bezüglich des Euro-Greco Roman (und auch des European World Heavyweight) Titels hat Hisa unter anderem die Macke, dass er verschiedene Titel zusammenschmeißt, nur weil sie den selben Namen haben. Natürlich ist Cannons Titel nicht derselbe wie der von Abs oder der von Bech-Olson. Eigentlich müsste man diese Liste in mehrere Listen aufspalten. Genauso müsste er eigene Listen für die verschiedenen konkurrierenden Titel aus der Zeit der Olin-Line einfügen, er scheint es aber so für übersichtlicher zu halten, auch wenn es so faktisch falsch ist. Trotzdem möchte ich diese phantastische Seite nicht missen, bei der man mithilfe hunderter Listen und einigen Verlinkungen durch die Wrestlinggeschichte "wandern" kann. Die paar Fehlerchen stören mich nicht so.
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Wie weit geht dein Interesse eigentlich, da du hier noch Tom Cannon und Magnus Bech-Olsen erwähntest? Durch die Mithilfe von Herrn Bonini aus Italien gelang es mir im letzten Jahr, die Sachverhalte zum European Greco-Roman Title aufzuschlüsseln. Ich muss diese Sache nur noch zu Papier bringen, was mir derzeit noch Kopfzerbrechen bereitet.
Blubb
Gast
Zitat:Original von Ronald
Wie weit geht dein Interesse eigentlich, da du hier noch Tom Cannon und Magnus Bech-Olsen erwähntest? Durch die Mithilfe von Herrn Bonini aus Italien gelang es mir im letzten Jahr, die Sachverhalte zum European Greco-Roman Title aufzuschlüsseln. Ich muss diese Sache nur noch zu Papier bringen, was mir derzeit noch Kopfzerbrechen bereitet.
Ich hab deine Beiträge zu den Europäischen Titeln damals im Cageboard verfolgt. Wenn du hier etwas veröffentlichen magst les ich es gerne.
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