10.01.2006, 11:55
Samstag, 09.04.2005
Vorabend von Paris-Roubaix in einem Pariser Hotel
Zimmer von Marcus Burghardt und Greg van Avermaat
Hi ihr Radsportverrückten,
ich sitze hier gerade mit Greg vor meinem Laptop.
Bis eben haben wir ein wenig gespielt, Radsportmanager natürlich.
Demnach gewinne ich im Jahr 2008 die Tour und Greg wird zum Kopfsteinpflasterkönig im Frühjahr.
Wäre natürlich schön, wenn sich das bewahrheitet.
Aber, dass wir beide noch weit von der Perfektion entfernt sind ist uns klar.
Am Mittwoch wurde uns beiden das bei Gent-Wevelgem aufgezeigt.
Bis zur vorletzten Pavé-Sektion waren wir beide in einer großen Favoritengruppe, aber als dann vorne die Favoriten um Boonen, Hincapie und Wesemann das Tempo anzogen waren wir nicht mehr vorne dabei.
Greg fiel in die 2.Gruppe zurück, ich sogar in die 3.
Vorne bildete sich währenddessen die 12 köpfige Spitzengruppe und wir hatten dabei wohl nicht nur Steffen Wesemann als Ass im Ärmel.
Gespannt lauschte ich Mario Kummer im Teamfunk wer vorne noch dabei sei.
"Rolf, Sergej, Andreas - ihr macht jetzt das Tempo vorne und passt auf, dass keiner wegspringt. Es dürfte im Sprint schwer werden Tom Boonen zu schlagen, aber Ete hat es schon gepackt. Zur Not haben wir auch noch Steffen ... Marcus wie läufts bei dir hinten? Alles im grünen Bereich?"
Ich meldete mich bei Mario, dass meine Gruppe gut harmoniere und wir das Rennen locker zu Ende fahren könnten.
5 Leute waren von uns also vorne: Stefan Schreck, Rolf Aldag , Sergej Ivanov, Steffen Wesemann und Erik Zabel.
Ich dachte kurz darüber nach, ob Erik Tom Boonen im Sprint schlagen könnte, aber nicht zu lange, denn im Radsport ist höchste Konzentration gefragt.
Vorne nährte sich die Sptzengruppe nun dem Ziel, etwas weniger als 2 km waren es noch.
Ich steckte wieder den Stöpsel ins Ohr und lauschte Mario Kummer: Tom Boonen hat nur Nick Nuyens bei sich, also fahren wir eine riskante Taktik im Sprint. Ihr baut den Zug auf. Ganz nach vorne geht jetzt der Andreas, dahinter Sergej, dann kommt Rolf, dahinter Erik und dann Steffen."
Nun war meine Verwunderung groß.Warum Steffen an letzter Position?
Ich verstand es nicht wirklich, deswegen hörte ich weiter zu, als nur noch etwas mehr als 1 km zu fahren war.
"Ich habe mir gedacht, dass Boonen sicher das Hinterrad von Erik sucht, deswegen wollen wir versuchen Wese als Bremsstein zwischen die beiden zu bringen, wenn Erik vorne losgeht, dann geht Steffen zur Seite raus und Boonen muss einiges an Metern zufahren. Das könnte klappen, vielleicht denkt Boonen ja auch, dass wir für Wese fahren, schließlich hat er auch noch keine Tempoarbeit gemacht ... Andreas jetzt raus vorne, bis 600 m vor das Ziel kommt Rolf, dann Sergej ..."
Jetzt verstand ich es und ich fand es genial, ich hörte weiter aufmerksam zu und es klappte wirklich.
Quick-Step konnte selber keinen Zug aufbauen, so musste Boonen an unseren ran, direkt hinter Steffen.
Die letzten Meter hörte ich wieder über den Stöpsel: "Sergej raus vorne ... und jetzt zieh Erik, Boonen ist schon fast an Steffen dran, der hats wohl gecheckt. Komm Ete, geb alles, zieh durch, jaaaaaaaaaa, nur noch 50 m, das packst du. JAAAAAAA. Wunderbar, klasse Erik, super Ding, Glückwunsch Steffen, noch 3. geworden. Eule wartet auf euch mit paar Beuteln. Super Jungs, ich geb heut Abend einen aus."
Ich stieß hinten einen Jubelschrei aus, was meine Gruppenkameraden wunderte, aber mir war das egal.
Vor mir sah ich nun auch den 1 km Balken und auch Greg seine Gruppe war in der Ferne zu sehen.
Ich fuhr locker ins Ziel.
Abends saßen wir noch im Hotel zusammen und tranken Sekt. Danach ging es ins Zimmer an den Laptop, wo ich mir die Resultate von der Baskenland-Rundfahrt von Klödi einholte, doch dazu später meh.
Auch eine weitere erfreuliche Nachricht erreichte mich.
Das "Fötchen" Markus Fothen gewann bei der Sarthe Rundfahrt das Zeitfahren und führte nun. Am Ende wurde er bei der "Gerolsteiner-Meisterschaft" 2., vor ihm ein Teamkamerad, hinter ihm weitere 2 Gerolsteiner-Fahrer.
Dasfreut mich für ihn und ich hoffe ihn beim Giro zu sehen, denn es steht nun eigentlich fest, dass ich dort starte. Der Klödi hat sich dafür eingesetzt.
Freut mich, dass ein erfahrener Mann wie er so viel von mir hält. Ich werde es ihm mit harter Arbeit zurückzahlen.
Nun noch kurz das Resultat von Gent-Wevelgem, für welches es übrigens ProTour-Punkte gab.
1. Erik Zabel
2. Tom Boonen +0:00
3. Steffen Wesemann
4. George Hincapie
5. Frank Hoj
...
17. Greg van Avermaat 2:23
21. Marcus Burghardt +2:54
Vorabend von Paris-Roubaix in einem Pariser Hotel
Zimmer von Marcus Burghardt und Greg van Avermaat
Hi ihr Radsportverrückten,
ich sitze hier gerade mit Greg vor meinem Laptop.
Bis eben haben wir ein wenig gespielt, Radsportmanager natürlich.
Demnach gewinne ich im Jahr 2008 die Tour und Greg wird zum Kopfsteinpflasterkönig im Frühjahr.
Wäre natürlich schön, wenn sich das bewahrheitet.
Aber, dass wir beide noch weit von der Perfektion entfernt sind ist uns klar.
Am Mittwoch wurde uns beiden das bei Gent-Wevelgem aufgezeigt.
Bis zur vorletzten Pavé-Sektion waren wir beide in einer großen Favoritengruppe, aber als dann vorne die Favoriten um Boonen, Hincapie und Wesemann das Tempo anzogen waren wir nicht mehr vorne dabei.
Greg fiel in die 2.Gruppe zurück, ich sogar in die 3.
Vorne bildete sich währenddessen die 12 köpfige Spitzengruppe und wir hatten dabei wohl nicht nur Steffen Wesemann als Ass im Ärmel.
Gespannt lauschte ich Mario Kummer im Teamfunk wer vorne noch dabei sei.
"Rolf, Sergej, Andreas - ihr macht jetzt das Tempo vorne und passt auf, dass keiner wegspringt. Es dürfte im Sprint schwer werden Tom Boonen zu schlagen, aber Ete hat es schon gepackt. Zur Not haben wir auch noch Steffen ... Marcus wie läufts bei dir hinten? Alles im grünen Bereich?"
Ich meldete mich bei Mario, dass meine Gruppe gut harmoniere und wir das Rennen locker zu Ende fahren könnten.
5 Leute waren von uns also vorne: Stefan Schreck, Rolf Aldag , Sergej Ivanov, Steffen Wesemann und Erik Zabel.
Ich dachte kurz darüber nach, ob Erik Tom Boonen im Sprint schlagen könnte, aber nicht zu lange, denn im Radsport ist höchste Konzentration gefragt.
Vorne nährte sich die Sptzengruppe nun dem Ziel, etwas weniger als 2 km waren es noch.
Ich steckte wieder den Stöpsel ins Ohr und lauschte Mario Kummer: Tom Boonen hat nur Nick Nuyens bei sich, also fahren wir eine riskante Taktik im Sprint. Ihr baut den Zug auf. Ganz nach vorne geht jetzt der Andreas, dahinter Sergej, dann kommt Rolf, dahinter Erik und dann Steffen."
Nun war meine Verwunderung groß.Warum Steffen an letzter Position?
Ich verstand es nicht wirklich, deswegen hörte ich weiter zu, als nur noch etwas mehr als 1 km zu fahren war.
"Ich habe mir gedacht, dass Boonen sicher das Hinterrad von Erik sucht, deswegen wollen wir versuchen Wese als Bremsstein zwischen die beiden zu bringen, wenn Erik vorne losgeht, dann geht Steffen zur Seite raus und Boonen muss einiges an Metern zufahren. Das könnte klappen, vielleicht denkt Boonen ja auch, dass wir für Wese fahren, schließlich hat er auch noch keine Tempoarbeit gemacht ... Andreas jetzt raus vorne, bis 600 m vor das Ziel kommt Rolf, dann Sergej ..."
Jetzt verstand ich es und ich fand es genial, ich hörte weiter aufmerksam zu und es klappte wirklich.
Quick-Step konnte selber keinen Zug aufbauen, so musste Boonen an unseren ran, direkt hinter Steffen.
Die letzten Meter hörte ich wieder über den Stöpsel: "Sergej raus vorne ... und jetzt zieh Erik, Boonen ist schon fast an Steffen dran, der hats wohl gecheckt. Komm Ete, geb alles, zieh durch, jaaaaaaaaaa, nur noch 50 m, das packst du. JAAAAAAA. Wunderbar, klasse Erik, super Ding, Glückwunsch Steffen, noch 3. geworden. Eule wartet auf euch mit paar Beuteln. Super Jungs, ich geb heut Abend einen aus."
Ich stieß hinten einen Jubelschrei aus, was meine Gruppenkameraden wunderte, aber mir war das egal.
Vor mir sah ich nun auch den 1 km Balken und auch Greg seine Gruppe war in der Ferne zu sehen.
Ich fuhr locker ins Ziel.
Abends saßen wir noch im Hotel zusammen und tranken Sekt. Danach ging es ins Zimmer an den Laptop, wo ich mir die Resultate von der Baskenland-Rundfahrt von Klödi einholte, doch dazu später meh.
Auch eine weitere erfreuliche Nachricht erreichte mich.
Das "Fötchen" Markus Fothen gewann bei der Sarthe Rundfahrt das Zeitfahren und führte nun. Am Ende wurde er bei der "Gerolsteiner-Meisterschaft" 2., vor ihm ein Teamkamerad, hinter ihm weitere 2 Gerolsteiner-Fahrer.
Dasfreut mich für ihn und ich hoffe ihn beim Giro zu sehen, denn es steht nun eigentlich fest, dass ich dort starte. Der Klödi hat sich dafür eingesetzt.
Freut mich, dass ein erfahrener Mann wie er so viel von mir hält. Ich werde es ihm mit harter Arbeit zurückzahlen.
Nun noch kurz das Resultat von Gent-Wevelgem, für welches es übrigens ProTour-Punkte gab.
1. Erik Zabel
2. Tom Boonen +0:00
3. Steffen Wesemann
4. George Hincapie
5. Frank Hoj
...
17. Greg van Avermaat 2:23
21. Marcus Burghardt +2:54
