25.05.2006, 11:01
Durch den neuen Style und die Tatsache, das man hunderte Wrestler unter Vertrag hatte, konnte man auch ganz anders arbeiten. Die Wrestler bekamen Routine Moves. Also Moves, die sie in jedem Match zeigen sollten, damit die Fans sich besser an sie erinnern. Außerdem bekam jeder Wrestler einen sogenannten Finisher. Toots Mondt war derjenige, der mit den Wrestlern die Abläufe im Ring einstudierte. All das gab es zuvor auch schon, nur nicht in dieser Art und Weise. Außerdem wurden Charaktere verfeinert. Etwas was wir heute als Gimmicks bezeichnen würden. Schon immer wurden um Wrestler Stories aufgebaut, damit die Fans sich mit ihnen identifizieren können. Doch was das Gold Dust Trio machte, war, das man gezielt Charaktere bildete. Auch wenn vorher schon immer im Pro Wrestling geworkt wurde, so war das alles der Beginn des modernen Workings im Pro Wrestling! Bis heute hat es sich nur minimal verändert in dieser Form, und das alles geht auf das Gold Dust Trio zurück bzw. nehmen sie das für sich in Anspruch. Ist es nicht ironisch, das wir das heutige Pro Wrestling und die Art des modernen working zwei der größten Shooter verdanken? Auch wurde ein neues System eingeführt. Von nun wurden die besten Wrestler geschützt, und standen an der Spitze. Wrestler die nicht gut ankamen bei den Fans bekamen ab und zu Titleshot`s, jedoch nie Title. Man hatte gelernt aus dem Stanislaus Zbyszko Debakel. Heute würde man dazu “Main Eventer“, “Midcarder“ sagen, und wenn ein Wrestler als Herausforderer aufgebaut wurde, bekam er einen “Push“. Heutzutage alles bekannte Begriffe, doch damals etwas vollkommen neues. Nach 6 Monaten hatte das Gold Dust Trio das erreicht, was sie wollten, sie kontrollierten das Professional Wrestling im Mittleren Westen der USA. Zu jener Zeit bekamen übrigens Billy Sandow, Toots Mondt und Ed Lewis von einem Sportjournalisten den Namen Gold Dust Trio unter dem man sie heute kennt.
Das Gold Dust Trio hatte einiges an Einfluss, was unbestritten ist. Leider wird aber auch ihnen zu viel Bedeutung zugemessen, sie waren nur eine Promotergruppe unter einigen! Das Gold Dust Trio bestimmte den Mittleren Western, aber Jack Curley hatte New York, Lou Daro Los Angeles, und Tom Packs kontrollierte St Louis. Aber wie Vince McMahon in den 80er Jahren behauptete, er hätte das Pro Wrestling aus den Hinterhöfen in große Hallen gebracht, so wird noch heute behauptet, das Gold Dust Trio und insbesondere Toots Mondt hätte das Wrestling von kleine in große Hallen gebracht. Ein bis heute großer Irrglaube, dank auch des Buches “Fall Guy“ (siehe später). Das Gold Dust Trio war von Dezember 1922 bis Ende 1928 aktiv. Ihr Erfolg kam vor allem dadurch, das sie Ed Lewis hatten und den World Heavyweight Title kontrollierten. Die Zeit, in der das Gold Dust Trio in Anspruch nahm das Pro Wrestling verändert zu haben, ist 1923 und 1924. Das waren aber auch schlechte Jahre im Pro Wrestling, weshalb das Ganze auch sehr sehr komisch ist. 1925 begann der Abstieg des Trios, denn Wayne Munn wurde Champion. Ab 1925 bildeten sich auch die großen Territories mit Joe Stecher als Champion. Um Stecher gruppierten sich dann die zweite große Gruppe mit Jim Londos und selbst John Pesek. Ed Lewis, Billy Sandow und Toots Mondt waren sicherlich ganz entscheidend für das Pro Wrestling in den 20er Jahren, einige Dinge haben sie tatsächlich entscheidend verändert. Andere Dinge dagegen sind reine Legenden und entbehren jeglicher Realität.
Das Gold Dust Trio war etwa 6 Jahre zusammen. Am Ende hatte das Trio wenig Erfolg, und so verliess Toots Mondt die Gruppe, als er sich mit Max Sandow, dem Bruder von Billy Sandow, anlegte. Toots lies es darauf ankommen und stellte Billy Sandow vor die Wahl. Entweder er entscheidet sich für ihn oder für seinen Bruder. Billy Sandow entschied sich für seinen Bruder Max - und damit war das Gold Dust Trio Geschichte. Doch Toots Mondt tat sich 1928 mit dem Philadelphia Promoter Ray Fabiani zusammen. Fabiani war zuvor einer derjenigen Promoter, die unter dem Gold Dust Trio litten. Doch Fabiani hatte die guten Kontakte in Pennsylvania, Delaware und New Jersey und Toots Mondt hatte das nötige Wissen, um erfolgreich zu sein. Beide begruben ihre Differenzen und taten sich zusammen. Die beiden machten zuerst Dick Shikat zum World Heavyweight Champion, einem Boxer aus Deutschland. Als Shikat nicht ankam, weil er auch keine Wrestling Skills mitbrachte von seinen Strongman Wettbewerben kamen Fabiani und Mondt auf die Idee, Jim Londos 1930 zum Champion zu machen. Londos war schon Anfang der 20er Jahre ein Star. Jedoch entschied sich damals das Gold Dust Trio gegen ihn. Doch Jim Londos sollte sich als ein Glücksfall für Mondt und Fabiani herausstellen, denn Jim Londos wurde zu einem der größten Draws der Geschichte. Fabiani und Mondt reichte Philadelphia nicht mehr und so expandierten die beiden nach New York City, Hartford, Baltimore und Washington, DC. New York City war damals keine Wrestling Metropole und wurde von Jack Curley regiert (mit Unterstützung von Paul Bowser). Und so hatten auch Fabiani und Mondt zuerst keinen Erfolg in New York City. Mondt`s alte Weggefährten, Billy Sandow und Ed Lewis, taten sich zusammen mit Paul Bowser in Boston und Gus Sonnenberg. Eine Verbindung, die aber nicht sehr erfolgreich war und schon 1931 endete. Bowser hinterging Sandow und Lewis und machte Henri DeGlane zum Champion in einem Screwjob gegen Lewis.
Toots Mondt in den 20er Jahren schickt das Bild mit einem Gruß an seinen Freund und Box Legende Jack Dempsey
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/nefercheperu...Mondt2.jpg]
Im Sommer 1932 passierte dann folgender Vorfall in Canada. Mondt war in Ontario und arbeitete dort für Jack Corcoran`s Toronto Office. Toots Mondt war mit seinem Bruder Ralph Mondt und einer lokalen Tänzerin auf dem Highway 24 unterwegs, rund 100km nördlich von Toronto. Toots steuerte das Auto, einen 16 Zylinder Cadillac. Um Mitternach, am 21. August, kollidierte Mondt mit einem anderen Auto. In dem Auto verstarb die 21-jährige Theresa Luccioni. Die Polizei war der Meinung, das Mondt zu schnell fuhr, und so wurde er am 02. September wegen Totschlags angeklagt. Mondt hatte in New York, im September 1932, noch einen zweiten Autounfall, und wurde von dem Anwalt Lally McCarthy im Prozess vertreten. Die Verhandlung fand im November statt und Mondt`s Version war die, das er 35-40 Milen fuhr, und das andere Auto auf seine Fahrbahn kam. Die Jury sah das jedoch anders: Die Anklage wegen Totschlags wurde zwar fallengelassen. Toots Mondt wurde jedoch schuldig gesprochen der fahrläßigen Tötung. Der Richter Patrick Kerwin verurteilte Toots Mondt zu einem Jahr Haft in Ontario. Mondt war stinksauer. In den USA wurde in einem ähnlichen Fall Gus Sonnenberg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er einen Polizisten umfuhr. Mondt ging in Berufung und schaffte es aufgrund von $20 000 Kaution (heute etwa $300 000) freizukommen nach einem Tag im Barrie Gefängnis. Doch Mondt war es nicht gestattet Ontario zu verlassen für drei Monate. Im Berufungsverfahren, im Januar, hebte der Richter die Entscheidung auf und Toots Mondt war wieder ein freier Mann. Doch die Mutter der getöteten Theresa Luccioni reichte Zivilklage gegen Toots Mondt ein. Wie der Prozess ausging ist bis heute nicht bekannt. Allerdings dürfte Mondt, wenn überhaupt, nur Geld bezahlt haben als Schadensersatz. In dem Buch Fall Guys von 1937 stand 5 Jahre später, das Toots Mondt etwa $300 000 ausgegeben hätte für diesen Prozess. Das wären etwa $4 Millionen heutzutage. Doch das Buch Fall Guys sollte man nicht all zu viel glauben schenken.
Und da wären wir auch bei einem der umstrittendsten Themen der Pro Wrestling Geschichte. Nämlich dem Buch “Fall Guys“, das 1936 geschrieben wurde und 1937 auf den Markt kam. Das Buch wurde von dem New Yorker Sportjournalisten Marcus Griffin herausgegeben. Jedenfalls ist das die offizielle Version. Im Hintergrund war es jedoch Jack Pfeffer, Dan Parker und Toots Mondt. die ihre Finger im Spiel hatten. Es gibt sogar Gerüchte, dass das Buch von Toots Mondt persönlich geschrieben wurde. “Fall Guys“ 1937 ist mit dem Buch “From Milo to Londos“ (übrigens herausgegeben von Nat Fleischer) 1936 das erste “Smart Book“ der Pro Wrestling Geschichte. Beide Bücher versuchten das Pro Wrestling Business aufzudecken, mit all den “Geheimnissen“. Zudem war “Fall Guys“ eine Art Gedenkbuch an (von?) Toots Mondt. Das Buch stellt Toots Mondt als den Messias des Pro Wrestlings da. Es wird über 170 Seiten lang über die Größe und Gutmütigkeit von Toots Mondt geschrieben, und kein einziges schlechtes Wort über ihn gesagt. Das Buch war der Auslösser in späteren Jahren, dass Toots Mondt als der Mann beschrieben wurde, der das moderne Wrestling praktisch im Alleingang revolutionierte. Von Sandow und Lewis wird kaum ein Wort erwähnt von den verdiensten des Gold Dust Trio`s. In dem Buch werden Fakten verdreht und es wird im Prinzip gelogen, wo es nur ging. So in der Art der Hulk Hogan Biographie aus unserer Zeit. Jedoch war der Einfluss des Buches enorm. Das Buch war 1937 ein Skandal und lößte eine Mini Krise im Pro Wrestling aus. Die Zuschauerzahlen gingen merklich zurück, wie Lou Thesz in seinem Buch Hooker beschrieb. Das Fall Guys Buch sollte man heutzutage keinen Glauben schenken. Denn ein Buch, in dem Toots Mondt (praktisch) über die Pro Wrestling Geschichte erzählt, das ist so, wie wenn eine Armeise über die Welt philosophiert.
Anfang der 30er Jahre herrschte die Depression in Nord Amerika (Wirtschaftskrise). Das Boxen war am Abgrund und im Pro Wrestling konnte nur Jim Londos viele Zuschauer ziehen. Toots Mondt verlor im Übrigen Londos aufgrund seines unfreiwilligen Aufenthaltes 1932 in Canada, siehe oben der Autounfall. Jess McMahon, der Vater von Vincent Kennedy McMahon und der Grossvater von Vince McMahon Jr., war damals (und bis 1948) Assistent von dem Box Promoter Tex Rickard. Die beiden waren für den Madison Square Garden in New York City verantwortlich und so hatten sie hohe Ausgaben. Boxen drawte nicht gut und konnte man vor allem nicht jeden Abend abhalten, um die Fans zu unterhalten. Jack Curley, der zu dem Zeitpunkt ebenfalls mehr ein Box Promoter als Wrestling Promoter war, war der dritte im Bunde neben Jess McMahon und Tex Rickard. Curley kam dann auf die Idee, anstatt mit Boxen die Fans in New York City auch wieder mit Wrestling zu unterhalten, wie Anfang der 20er Jahre. Jack Curley fiel dann Toots Mondt ein und brachte ihn nach New York City. Jack Curley selbst verstarb 1937 und hinterliess ein riesen Loch im New Yorker Pro Wrestling. Jess McMahon war davon überzeugt, dass das Pro Wrestling nur eine Zukunft in kleinen Hallen hat, wie etwa die Broadway Arena in Brooklyn und nicht den großen MSG in der Innenstadt. Rickard selbst weigerte sich zudem stets Wrestling Shows im MSG abzuhalten. Doch Jess McMahon, der zuvor nichts mit dem Pro Wrestling zutun hatte, holte dann Rudy Miller, Rudy Dusek und Leon Balkin an Board. Toots Mondt sollte die Wrestler besorgen für die Shows in der Broadway Arena. Damit ist Jess McMahon der erste McMahon, der im Wrestling Business Shows promotete. Im Übrigen war es der damals noch junge Vincent K. McMahon, der die Poster für die Shows verteilte, nachdem er in einem Druckerladen gearbeitet hat.
Das Gold Dust Trio hatte einiges an Einfluss, was unbestritten ist. Leider wird aber auch ihnen zu viel Bedeutung zugemessen, sie waren nur eine Promotergruppe unter einigen! Das Gold Dust Trio bestimmte den Mittleren Western, aber Jack Curley hatte New York, Lou Daro Los Angeles, und Tom Packs kontrollierte St Louis. Aber wie Vince McMahon in den 80er Jahren behauptete, er hätte das Pro Wrestling aus den Hinterhöfen in große Hallen gebracht, so wird noch heute behauptet, das Gold Dust Trio und insbesondere Toots Mondt hätte das Wrestling von kleine in große Hallen gebracht. Ein bis heute großer Irrglaube, dank auch des Buches “Fall Guy“ (siehe später). Das Gold Dust Trio war von Dezember 1922 bis Ende 1928 aktiv. Ihr Erfolg kam vor allem dadurch, das sie Ed Lewis hatten und den World Heavyweight Title kontrollierten. Die Zeit, in der das Gold Dust Trio in Anspruch nahm das Pro Wrestling verändert zu haben, ist 1923 und 1924. Das waren aber auch schlechte Jahre im Pro Wrestling, weshalb das Ganze auch sehr sehr komisch ist. 1925 begann der Abstieg des Trios, denn Wayne Munn wurde Champion. Ab 1925 bildeten sich auch die großen Territories mit Joe Stecher als Champion. Um Stecher gruppierten sich dann die zweite große Gruppe mit Jim Londos und selbst John Pesek. Ed Lewis, Billy Sandow und Toots Mondt waren sicherlich ganz entscheidend für das Pro Wrestling in den 20er Jahren, einige Dinge haben sie tatsächlich entscheidend verändert. Andere Dinge dagegen sind reine Legenden und entbehren jeglicher Realität.
Das Gold Dust Trio war etwa 6 Jahre zusammen. Am Ende hatte das Trio wenig Erfolg, und so verliess Toots Mondt die Gruppe, als er sich mit Max Sandow, dem Bruder von Billy Sandow, anlegte. Toots lies es darauf ankommen und stellte Billy Sandow vor die Wahl. Entweder er entscheidet sich für ihn oder für seinen Bruder. Billy Sandow entschied sich für seinen Bruder Max - und damit war das Gold Dust Trio Geschichte. Doch Toots Mondt tat sich 1928 mit dem Philadelphia Promoter Ray Fabiani zusammen. Fabiani war zuvor einer derjenigen Promoter, die unter dem Gold Dust Trio litten. Doch Fabiani hatte die guten Kontakte in Pennsylvania, Delaware und New Jersey und Toots Mondt hatte das nötige Wissen, um erfolgreich zu sein. Beide begruben ihre Differenzen und taten sich zusammen. Die beiden machten zuerst Dick Shikat zum World Heavyweight Champion, einem Boxer aus Deutschland. Als Shikat nicht ankam, weil er auch keine Wrestling Skills mitbrachte von seinen Strongman Wettbewerben kamen Fabiani und Mondt auf die Idee, Jim Londos 1930 zum Champion zu machen. Londos war schon Anfang der 20er Jahre ein Star. Jedoch entschied sich damals das Gold Dust Trio gegen ihn. Doch Jim Londos sollte sich als ein Glücksfall für Mondt und Fabiani herausstellen, denn Jim Londos wurde zu einem der größten Draws der Geschichte. Fabiani und Mondt reichte Philadelphia nicht mehr und so expandierten die beiden nach New York City, Hartford, Baltimore und Washington, DC. New York City war damals keine Wrestling Metropole und wurde von Jack Curley regiert (mit Unterstützung von Paul Bowser). Und so hatten auch Fabiani und Mondt zuerst keinen Erfolg in New York City. Mondt`s alte Weggefährten, Billy Sandow und Ed Lewis, taten sich zusammen mit Paul Bowser in Boston und Gus Sonnenberg. Eine Verbindung, die aber nicht sehr erfolgreich war und schon 1931 endete. Bowser hinterging Sandow und Lewis und machte Henri DeGlane zum Champion in einem Screwjob gegen Lewis.
Toots Mondt in den 20er Jahren schickt das Bild mit einem Gruß an seinen Freund und Box Legende Jack Dempsey
[Bild: http://www.wwf4ever.de/team/nefercheperu...Mondt2.jpg]
Im Sommer 1932 passierte dann folgender Vorfall in Canada. Mondt war in Ontario und arbeitete dort für Jack Corcoran`s Toronto Office. Toots Mondt war mit seinem Bruder Ralph Mondt und einer lokalen Tänzerin auf dem Highway 24 unterwegs, rund 100km nördlich von Toronto. Toots steuerte das Auto, einen 16 Zylinder Cadillac. Um Mitternach, am 21. August, kollidierte Mondt mit einem anderen Auto. In dem Auto verstarb die 21-jährige Theresa Luccioni. Die Polizei war der Meinung, das Mondt zu schnell fuhr, und so wurde er am 02. September wegen Totschlags angeklagt. Mondt hatte in New York, im September 1932, noch einen zweiten Autounfall, und wurde von dem Anwalt Lally McCarthy im Prozess vertreten. Die Verhandlung fand im November statt und Mondt`s Version war die, das er 35-40 Milen fuhr, und das andere Auto auf seine Fahrbahn kam. Die Jury sah das jedoch anders: Die Anklage wegen Totschlags wurde zwar fallengelassen. Toots Mondt wurde jedoch schuldig gesprochen der fahrläßigen Tötung. Der Richter Patrick Kerwin verurteilte Toots Mondt zu einem Jahr Haft in Ontario. Mondt war stinksauer. In den USA wurde in einem ähnlichen Fall Gus Sonnenberg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er einen Polizisten umfuhr. Mondt ging in Berufung und schaffte es aufgrund von $20 000 Kaution (heute etwa $300 000) freizukommen nach einem Tag im Barrie Gefängnis. Doch Mondt war es nicht gestattet Ontario zu verlassen für drei Monate. Im Berufungsverfahren, im Januar, hebte der Richter die Entscheidung auf und Toots Mondt war wieder ein freier Mann. Doch die Mutter der getöteten Theresa Luccioni reichte Zivilklage gegen Toots Mondt ein. Wie der Prozess ausging ist bis heute nicht bekannt. Allerdings dürfte Mondt, wenn überhaupt, nur Geld bezahlt haben als Schadensersatz. In dem Buch Fall Guys von 1937 stand 5 Jahre später, das Toots Mondt etwa $300 000 ausgegeben hätte für diesen Prozess. Das wären etwa $4 Millionen heutzutage. Doch das Buch Fall Guys sollte man nicht all zu viel glauben schenken.
Und da wären wir auch bei einem der umstrittendsten Themen der Pro Wrestling Geschichte. Nämlich dem Buch “Fall Guys“, das 1936 geschrieben wurde und 1937 auf den Markt kam. Das Buch wurde von dem New Yorker Sportjournalisten Marcus Griffin herausgegeben. Jedenfalls ist das die offizielle Version. Im Hintergrund war es jedoch Jack Pfeffer, Dan Parker und Toots Mondt. die ihre Finger im Spiel hatten. Es gibt sogar Gerüchte, dass das Buch von Toots Mondt persönlich geschrieben wurde. “Fall Guys“ 1937 ist mit dem Buch “From Milo to Londos“ (übrigens herausgegeben von Nat Fleischer) 1936 das erste “Smart Book“ der Pro Wrestling Geschichte. Beide Bücher versuchten das Pro Wrestling Business aufzudecken, mit all den “Geheimnissen“. Zudem war “Fall Guys“ eine Art Gedenkbuch an (von?) Toots Mondt. Das Buch stellt Toots Mondt als den Messias des Pro Wrestlings da. Es wird über 170 Seiten lang über die Größe und Gutmütigkeit von Toots Mondt geschrieben, und kein einziges schlechtes Wort über ihn gesagt. Das Buch war der Auslösser in späteren Jahren, dass Toots Mondt als der Mann beschrieben wurde, der das moderne Wrestling praktisch im Alleingang revolutionierte. Von Sandow und Lewis wird kaum ein Wort erwähnt von den verdiensten des Gold Dust Trio`s. In dem Buch werden Fakten verdreht und es wird im Prinzip gelogen, wo es nur ging. So in der Art der Hulk Hogan Biographie aus unserer Zeit. Jedoch war der Einfluss des Buches enorm. Das Buch war 1937 ein Skandal und lößte eine Mini Krise im Pro Wrestling aus. Die Zuschauerzahlen gingen merklich zurück, wie Lou Thesz in seinem Buch Hooker beschrieb. Das Fall Guys Buch sollte man heutzutage keinen Glauben schenken. Denn ein Buch, in dem Toots Mondt (praktisch) über die Pro Wrestling Geschichte erzählt, das ist so, wie wenn eine Armeise über die Welt philosophiert.
Anfang der 30er Jahre herrschte die Depression in Nord Amerika (Wirtschaftskrise). Das Boxen war am Abgrund und im Pro Wrestling konnte nur Jim Londos viele Zuschauer ziehen. Toots Mondt verlor im Übrigen Londos aufgrund seines unfreiwilligen Aufenthaltes 1932 in Canada, siehe oben der Autounfall. Jess McMahon, der Vater von Vincent Kennedy McMahon und der Grossvater von Vince McMahon Jr., war damals (und bis 1948) Assistent von dem Box Promoter Tex Rickard. Die beiden waren für den Madison Square Garden in New York City verantwortlich und so hatten sie hohe Ausgaben. Boxen drawte nicht gut und konnte man vor allem nicht jeden Abend abhalten, um die Fans zu unterhalten. Jack Curley, der zu dem Zeitpunkt ebenfalls mehr ein Box Promoter als Wrestling Promoter war, war der dritte im Bunde neben Jess McMahon und Tex Rickard. Curley kam dann auf die Idee, anstatt mit Boxen die Fans in New York City auch wieder mit Wrestling zu unterhalten, wie Anfang der 20er Jahre. Jack Curley fiel dann Toots Mondt ein und brachte ihn nach New York City. Jack Curley selbst verstarb 1937 und hinterliess ein riesen Loch im New Yorker Pro Wrestling. Jess McMahon war davon überzeugt, dass das Pro Wrestling nur eine Zukunft in kleinen Hallen hat, wie etwa die Broadway Arena in Brooklyn und nicht den großen MSG in der Innenstadt. Rickard selbst weigerte sich zudem stets Wrestling Shows im MSG abzuhalten. Doch Jess McMahon, der zuvor nichts mit dem Pro Wrestling zutun hatte, holte dann Rudy Miller, Rudy Dusek und Leon Balkin an Board. Toots Mondt sollte die Wrestler besorgen für die Shows in der Broadway Arena. Damit ist Jess McMahon der erste McMahon, der im Wrestling Business Shows promotete. Im Übrigen war es der damals noch junge Vincent K. McMahon, der die Poster für die Shows verteilte, nachdem er in einem Druckerladen gearbeitet hat.
