05.02.2010, 16:12
Im Zuge der Recherchen zur Serie "Die mächtigsten Promoter der USA" kam ich natürlich auch zu Toots Mondt. Es gibt in der Biografie von Nef doch einige Fehler, die ich jetzt mal korrigieren möchte.
Toots Mondt stieg 1910 erstmals in den Ring und kämpfte gegen Fred Blumenthal. Seine aktive Karriere als Matchmaker und Promoter dauerte wesentlich länger, als die des Wrestlers. Als er 1969 seinen Rücktritt erklärte, war er rund 60 Jahre aktiv im Wrestling. Bis heute schafften das nur wenige Leute, die man an einer Hand abzählen könnte.
Hier findet man gleich mehrere Fehler: Toots Mondt wurde nicht 1886 geboren, sondern am 18. Januar 1894 in Garden Grove, Iowa. Sein richtiger Name war James Ervin Mondt. Der Name Raymond ist ihm angedichtet worden. Vielleicht hat er ihn sich auch selbst gegeben. Aber auf Spekulationen lasse ich mich generell nicht ein. James und sein Zwillingsbruder Ralph tourten später auch auf dem Jahrmarkt herum. Dass sein Vater, Frank Mondt, in Iowa Pleite ging, konnte ich auch nach tiefster Recherche nicht herausfinden. Ferner aber, das die Mondt's Ende 1904 nach Weld County, Colorado östlich von Ault zogen.
1902 war Mondt acht Jahre alt und konnte somit kein Debüt im Wrestling beginnen. Selbst den Begriff Pro-Wrestling müsste man hier in Anführungszeichen setzen. Seine Laufbahn als Akrobat ist nachweisbar. Das Pseudonym "Colorado Cowboy" benutzte er in den späten 1910er Jahren. Hauptsächlich im Midwest-Territorium. Im Januar 1904 kam Farmer Burns nach Humeston, Iowa und bot jedem Herausforderer 25 Dollar an, der mit ihm 15 Minuten lang kämpfen würde. Es meldete sich Frank Mondt, James' Vater, und forderte ihn heraus. Zwar siegte Burns, doch er soll beeindruckt gewesen sein von Frank's Können. Oft liest man, das James 1904 debütiert hätte. Das ist aber schlichter Unsinn. Wie viele seiner Zeitgenossen auch, begann er bei Farmer Burns zu trainieren. Der eröffnete 1909 in Omaha/Nebraska sein Trainingscamp. Mondt kämpfte während des 1. Weltkrieges als "Masked Marvel". Allerdings benutzten dieses Pseudonym damals einige andere Wrestler auch. Erst hier nach kämpfte er als "Colorado Cowboy". Eine Legende ist auch, das Mondt durch Jack Taylor zum Wrestling kam. Ferner gehörte Taylor zu seinen früheren Gegnern, wie Stanislaus Zbyszko und Ad Santel.
Beide Geschichten sind Fiktion, da Burns mit dem Namen "Toots" nichts zu tun hatte. Wahr ist: Ab ca. 1919 nannte sich James selbst "Joseph". Um 1915 trat er als "Tudor Mondt" auf. Aus "Tudor" machte er selbst "Toots" und das war der Beginn seines legendären Spitznamens. Jetzt lebte Mondt, wie Nef beschrieb, in Greeley, Colorado. Aber nicht von Anfang an.
Hier muss ich deutlich widersprechen, da Dick Shikat einer der besten europäischen Wrestler aus Deutschland war, der in Amerika durchstarten konnte. Dick Shikat, eigentlich Richard Schikat, wurde 1897 in Neuhof bei Tilsit geboren. Promoter Harry van der Heyden holte ihn zum Berufsringkampf, da man in Deutschland das Wort "Wrestling" überhaupt nicht in den Mund nahm, geschweige denn kannte. Anfangs bei Turnieren, den sog. Ringkampf-Konkurrenzen, erfolgreich, kamen er und Hans Steinke am 23. Oktober 1923 erstmals in die USA. Die Amerikaner nannten Richard Schikat bald "Dick Shikat". Während Shikat zuerst in Kalifornien startete, ging Steinke nach Chicago. Nachweislich, was sich aus dem Kampfrekord Dick Shikat von dem Historiker Gerhard Schäfer ableiten lässt, war Shikat ein äußerst erfolgreicher Wrestler in Amerika.
Das Team der Capitol Board Directors verließ Mondt 1969. Auf alle weiteren, teilweise komplizierten Sachverhalte, gehe ich jetzt nicht mehr ein. Diese kann man in der Hall of History nachlesen (Biografie über Vincent J. McMahon, Geschichte des Amerikanischen Wrestlings 50er und 60er Jahre, MSG etc...).
Weitere Unstimmigkeiten fand ich in dem Abschnitt, wo Mondt ab 1940 wieder verstärkt in New York anwesend war. Nef hat die wichtige Rolle der Johnstons im Boxen und Wrestling vergessen. Mondt war damals nur einer von Vielen, da es in New York, vor allem nach dem Tod von Jack Curley 1937, nie eine Art Kontinuität in Sachen Wrestling gab. Es gab etliche Promoter, teilweise auch Box-Promoter, die das Wrestling mitbestimmten. Die Johnstons und ihr Geschäftspartner, Rudy Dusek, dominierten das Wrestling in New York und Umgebung zwischen 1937 und 1957. Es war William "Bill" Johnston, der ab Januar 1949 die Lizenzen für den MSG hielt. Toots Mondt wurde als Co-Promoter verpflichtet. Vorher, ab 1940, arbeitete er als Matchmaker für den Promoter Alfred Mayer. 1948 gründete er die "Manhattan Booking Agency". Als Teilhaber fungierten Rudy Miller und Henry Steinborn. Miller gehörte damals auch zum Heer der New Yorker-Promoter.
Ich schwanke zwischen befriedigend und ausreichend, was diese Biografie von Nef betrifft. Es fallen mitunter auch Sätze, die ich nur schwerlich nachvollziehen kann.
Zitat:Original von Nefercheperur
Toots Mondt war 50 Jahrelang einer wichtige und einflussreiche Personen im Pro Wrestling, er war wie ein Octopus, in sogut wie jeder Promotion war er vertretten.
Toots Mondt stieg 1910 erstmals in den Ring und kämpfte gegen Fred Blumenthal. Seine aktive Karriere als Matchmaker und Promoter dauerte wesentlich länger, als die des Wrestlers. Als er 1969 seinen Rücktritt erklärte, war er rund 60 Jahre aktiv im Wrestling. Bis heute schafften das nur wenige Leute, die man an einer Hand abzählen könnte.
Zitat:Joseph Raymond Mondt wurde 1886 auf einer Farm in Ames, Iowa geboren. Mondt behauptete spaeter wie viele andere Wrestler aus Iowa nach Frank Gotch das er aus Humboldt, Iowa kommt, die erste Unwahrheiten von Toots Mondt. Als sein Vater als Farmer in Iowa Pleite ging, zog die Familie nach Greeley, Colorado um, wo der Vater in den Minen von nun an sein Geld verdiente.
Hier findet man gleich mehrere Fehler: Toots Mondt wurde nicht 1886 geboren, sondern am 18. Januar 1894 in Garden Grove, Iowa. Sein richtiger Name war James Ervin Mondt. Der Name Raymond ist ihm angedichtet worden. Vielleicht hat er ihn sich auch selbst gegeben. Aber auf Spekulationen lasse ich mich generell nicht ein. James und sein Zwillingsbruder Ralph tourten später auch auf dem Jahrmarkt herum. Dass sein Vater, Frank Mondt, in Iowa Pleite ging, konnte ich auch nach tiefster Recherche nicht herausfinden. Ferner aber, das die Mondt's Ende 1904 nach Weld County, Colorado östlich von Ault zogen.
Zitat:Mit 16 Jahren gab er 1902 sein Debut, schnell wurde er bekannt als The Colorado Cowboy. Als dann der Rummel die Stadt verliess und in die naechste Stadt zog, ging Toots Mondt mit. Mondt arbeitete ueber Jahre fuer den Rummel, und probierte auch sich als Akrobat mit wenig Erfolg.
1902 war Mondt acht Jahre alt und konnte somit kein Debüt im Wrestling beginnen. Selbst den Begriff Pro-Wrestling müsste man hier in Anführungszeichen setzen. Seine Laufbahn als Akrobat ist nachweisbar. Das Pseudonym "Colorado Cowboy" benutzte er in den späten 1910er Jahren. Hauptsächlich im Midwest-Territorium. Im Januar 1904 kam Farmer Burns nach Humeston, Iowa und bot jedem Herausforderer 25 Dollar an, der mit ihm 15 Minuten lang kämpfen würde. Es meldete sich Frank Mondt, James' Vater, und forderte ihn heraus. Zwar siegte Burns, doch er soll beeindruckt gewesen sein von Frank's Können. Oft liest man, das James 1904 debütiert hätte. Das ist aber schlichter Unsinn. Wie viele seiner Zeitgenossen auch, begann er bei Farmer Burns zu trainieren. Der eröffnete 1909 in Omaha/Nebraska sein Trainingscamp. Mondt kämpfte während des 1. Weltkrieges als "Masked Marvel". Allerdings benutzten dieses Pseudonym damals einige andere Wrestler auch. Erst hier nach kämpfte er als "Colorado Cowboy". Eine Legende ist auch, das Mondt durch Jack Taylor zum Wrestling kam. Ferner gehörte Taylor zu seinen früheren Gegnern, wie Stanislaus Zbyszko und Ad Santel.
Zitat:Martin Burns ist auch verantwortlich fuer den Nickname von Joe “Toots“ Mondt, hierbei gibt es jedoch zwei Geschichten, je nachdem welcher man glauben schenkt. Die eine ist das Martin Burns seinen Schueler “Toots“ nannte, weil dieser der juengste Wrestler in seinem Camp war und ein Baby Face hatte. Die zweite Story ist das Joe Mondt so kleine Fuesse hatte und deshalb Burns ihn Toots nannte.
Beide Geschichten sind Fiktion, da Burns mit dem Namen "Toots" nichts zu tun hatte. Wahr ist: Ab ca. 1919 nannte sich James selbst "Joseph". Um 1915 trat er als "Tudor Mondt" auf. Aus "Tudor" machte er selbst "Toots" und das war der Beginn seines legendären Spitznamens. Jetzt lebte Mondt, wie Nef beschrieb, in Greeley, Colorado. Aber nicht von Anfang an.
Zitat:Doch Toots Mondt tat sich 1928 mit dem Philadelphia Promoter Ray Fabiani zusammen, Fabiano war zuvor einer derjenigen Promoter die unter dem Gold Dust Trio litten. Doch Fabiani hatte die guten Kontakte in Pennsylvania, Delaware, und New Jersey und Toots Mondt hatte das noetige Wissen um erfolgreich zusein. Beide begruben ihre Differenzen und taten sich zusammen. Die beiden machten zuerst Dick Shikat zum World Heavyweight Champion, einem Boxer aus Deutschland. Als Shickat nicht ankam, weil er auch keine Wrestling Skills mitbrachte von seinen Strongman Wettbewerben kamen Fabiani und Mondt auf die Idee Jim Londos 1930 zum Champion zumachen.
Hier muss ich deutlich widersprechen, da Dick Shikat einer der besten europäischen Wrestler aus Deutschland war, der in Amerika durchstarten konnte. Dick Shikat, eigentlich Richard Schikat, wurde 1897 in Neuhof bei Tilsit geboren. Promoter Harry van der Heyden holte ihn zum Berufsringkampf, da man in Deutschland das Wort "Wrestling" überhaupt nicht in den Mund nahm, geschweige denn kannte. Anfangs bei Turnieren, den sog. Ringkampf-Konkurrenzen, erfolgreich, kamen er und Hans Steinke am 23. Oktober 1923 erstmals in die USA. Die Amerikaner nannten Richard Schikat bald "Dick Shikat". Während Shikat zuerst in Kalifornien startete, ging Steinke nach Chicago. Nachweislich, was sich aus dem Kampfrekord Dick Shikat von dem Historiker Gerhard Schäfer ableiten lässt, war Shikat ein äußerst erfolgreicher Wrestler in Amerika.
Zitat:1965 trat Toots Mondt als New York Promoter zurueck, und verkaufte seine Rechte an Vince McMahon Sr der zudem die Geschaefte des Madison Square Garden von Toots Mondt uebernahm.
Das Team der Capitol Board Directors verließ Mondt 1969. Auf alle weiteren, teilweise komplizierten Sachverhalte, gehe ich jetzt nicht mehr ein. Diese kann man in der Hall of History nachlesen (Biografie über Vincent J. McMahon, Geschichte des Amerikanischen Wrestlings 50er und 60er Jahre, MSG etc...).
Weitere Unstimmigkeiten fand ich in dem Abschnitt, wo Mondt ab 1940 wieder verstärkt in New York anwesend war. Nef hat die wichtige Rolle der Johnstons im Boxen und Wrestling vergessen. Mondt war damals nur einer von Vielen, da es in New York, vor allem nach dem Tod von Jack Curley 1937, nie eine Art Kontinuität in Sachen Wrestling gab. Es gab etliche Promoter, teilweise auch Box-Promoter, die das Wrestling mitbestimmten. Die Johnstons und ihr Geschäftspartner, Rudy Dusek, dominierten das Wrestling in New York und Umgebung zwischen 1937 und 1957. Es war William "Bill" Johnston, der ab Januar 1949 die Lizenzen für den MSG hielt. Toots Mondt wurde als Co-Promoter verpflichtet. Vorher, ab 1940, arbeitete er als Matchmaker für den Promoter Alfred Mayer. 1948 gründete er die "Manhattan Booking Agency". Als Teilhaber fungierten Rudy Miller und Henry Steinborn. Miller gehörte damals auch zum Heer der New Yorker-Promoter.
Ich schwanke zwischen befriedigend und ausreichend, was diese Biografie von Nef betrifft. Es fallen mitunter auch Sätze, die ich nur schwerlich nachvollziehen kann.
