13.03.2010, 15:25
1955
Bedenken gegen den Catcher-Rummel
"Kitsch as Kitsch can..."
"Mehr Theater" als Sport - Kein Vorbild für Jugendliche
"Frankfurt (Main). Behörden und Organisationen werden zur Wintersaison in der Bundesrepublik den zahlreichen "Freistilringer-Unternehmen" nochmals ernsthaft auf den Zahn fühlen. Auch die Juristen haben sich in den letzten Wochen mit diesem Problem beschäftigen müssen und in verschiedenen Städten plant man, zumindesten den Jugendlichen den Zutritt zu diesen Veranstaltungen zu verbieten. Denn die Jugendlichen machen weitaus den größten Teil der Zuschauer aus und gerade sie können am wenigsten erkennen, daß es sich bei den Freistilkämpfen mehr um ein "Theater" als um Sport handelt. Den besten Beweis lieferten die letzten Zwischenfälle in Bremen. Dort kam es auf der Bürgerwiese zu erheblichen Tumulten. Ganze Schlägergruppen versuchten Ringer und Ringrichter zu verprügeln, weil das Publikum mit den Manipulationen nicht einverstanden war. Die Veranstalter verschwanden über Nacht, hatten mehr Schulden als Einnahmen und werden heute noch von der Polizei gesucht. Aber auch in anderen Städten kam es zu Tumulten. Immer öfters mußte die Polizei eingreifen, um Ringer und Veranstalter vor den "zornigen Volksmassen" zu schützen.
Wie schlecht es um die Mode der Freistil-Ringkämpfe bestellt ist, zeigen die neuen "Ideen" der Veranstalter. Der einfache Freistilkampf genügt schon nicht mehr. Als "Sensationen" werden "Bi-Catch-Kämpfe" angepriesen oder sogenannte "Alaska-Kämpfe". Daben treten gleichzeitig drei und vier Ringer gemeinsam auf und beginnen wüste Keilerein, die nach außen hin furchtbar gefährlich aussehen. Im Grunde aber weiß jeder Fachmann, daß sich die starken Männer niemals wehtun und daß die Entscheidung der einzelnen Kämpfe vorher oft genug besprochen und abgemacht wird. Es werden auch wohlüberlegt "Publikumslieblinge" und "Schwarze Schafe" gezüchtet, die sich ganz nach den Wünschen der rasenden Zuschauer gebärden. Während in der ersten Zeit der Nachkriegs-Freistilkämpfe immer noch etwas sportlicher Geist gewahrt blieb, haben sich die Veranstalter nun völlig auf "ihr" Publikum eingestellt. Weitaus die größte Zahl der guten alten Freistilringer hat den Dienst quittiert und geht einem bürgerlichen Beruf nach. Auch Sensationen wie der Auftritt entgleister Boxer, ziehen nicht mehr. Maskierte Catcher sind zur Gewohnheit geworden und niemand glaubt mehr an das "Geheimnisvolle" dieser "Nummern". Fest steht allerdings daß Jugendliche durch den Besuch solcher Freistilkämpfe oft genug zu Gewalttätigkeiten angeregt werden. Dies hat sich in manchen Gerichtsverhandlungen der letzten Zeit in der Bundesrepublik erwiesen. Zu bedenken ist außerdem, daß in keinem Land der Erde im Vergleich zur Bevölkerungzahl derart viele Freistilunternehmen herumreisen, wie gerade in der Bundesrepublik. Eine Nachkriegserscheinung, die in den Damen-Freistil-Kämpfen "gipfelt"!
Bedenken gegen den Catcher-Rummel
"Kitsch as Kitsch can..."
"Mehr Theater" als Sport - Kein Vorbild für Jugendliche
"Frankfurt (Main). Behörden und Organisationen werden zur Wintersaison in der Bundesrepublik den zahlreichen "Freistilringer-Unternehmen" nochmals ernsthaft auf den Zahn fühlen. Auch die Juristen haben sich in den letzten Wochen mit diesem Problem beschäftigen müssen und in verschiedenen Städten plant man, zumindesten den Jugendlichen den Zutritt zu diesen Veranstaltungen zu verbieten. Denn die Jugendlichen machen weitaus den größten Teil der Zuschauer aus und gerade sie können am wenigsten erkennen, daß es sich bei den Freistilkämpfen mehr um ein "Theater" als um Sport handelt. Den besten Beweis lieferten die letzten Zwischenfälle in Bremen. Dort kam es auf der Bürgerwiese zu erheblichen Tumulten. Ganze Schlägergruppen versuchten Ringer und Ringrichter zu verprügeln, weil das Publikum mit den Manipulationen nicht einverstanden war. Die Veranstalter verschwanden über Nacht, hatten mehr Schulden als Einnahmen und werden heute noch von der Polizei gesucht. Aber auch in anderen Städten kam es zu Tumulten. Immer öfters mußte die Polizei eingreifen, um Ringer und Veranstalter vor den "zornigen Volksmassen" zu schützen.
Wie schlecht es um die Mode der Freistil-Ringkämpfe bestellt ist, zeigen die neuen "Ideen" der Veranstalter. Der einfache Freistilkampf genügt schon nicht mehr. Als "Sensationen" werden "Bi-Catch-Kämpfe" angepriesen oder sogenannte "Alaska-Kämpfe". Daben treten gleichzeitig drei und vier Ringer gemeinsam auf und beginnen wüste Keilerein, die nach außen hin furchtbar gefährlich aussehen. Im Grunde aber weiß jeder Fachmann, daß sich die starken Männer niemals wehtun und daß die Entscheidung der einzelnen Kämpfe vorher oft genug besprochen und abgemacht wird. Es werden auch wohlüberlegt "Publikumslieblinge" und "Schwarze Schafe" gezüchtet, die sich ganz nach den Wünschen der rasenden Zuschauer gebärden. Während in der ersten Zeit der Nachkriegs-Freistilkämpfe immer noch etwas sportlicher Geist gewahrt blieb, haben sich die Veranstalter nun völlig auf "ihr" Publikum eingestellt. Weitaus die größte Zahl der guten alten Freistilringer hat den Dienst quittiert und geht einem bürgerlichen Beruf nach. Auch Sensationen wie der Auftritt entgleister Boxer, ziehen nicht mehr. Maskierte Catcher sind zur Gewohnheit geworden und niemand glaubt mehr an das "Geheimnisvolle" dieser "Nummern". Fest steht allerdings daß Jugendliche durch den Besuch solcher Freistilkämpfe oft genug zu Gewalttätigkeiten angeregt werden. Dies hat sich in manchen Gerichtsverhandlungen der letzten Zeit in der Bundesrepublik erwiesen. Zu bedenken ist außerdem, daß in keinem Land der Erde im Vergleich zur Bevölkerungzahl derart viele Freistilunternehmen herumreisen, wie gerade in der Bundesrepublik. Eine Nachkriegserscheinung, die in den Damen-Freistil-Kämpfen "gipfelt"!
