14.04.2010, 20:12
Seit dem zusehends immer mehr Wrestler in die "Szene" drängten, kristallisierten sich zwei Ringerlager heraus, die das weitere Wrestling der USA bestimmten. Auf der einen Seite standen die greco-roman Wrestler, an deren Spitze William Muldoon und Ernst Roeber kämpften, auf der anderen Seite waren die catch as catch can Wrestler, an deren Spitze sich Joe Acton, Martin Burns, Evan Lewis, Edwin Bibby, Jack Carkeek und Tom Connors behaupten konnten. Dazwischen befanden sich mehr oder weniger die Wrestler, die im Mixed Style kämpften. Ab den 1890er Jahren geriet jedoch auch das Ringerlager der Ostküste, die Wrestler im greco-roman style auf den absteigenden Ast. Die Menschen wollten nicht mehr nur langweilige Kämpfe sehen, die über Stunden liefen. Der griechisch-römische Ringkampf zog aufgrund der Devise, dass nur Griffe vom Scheitel bis zur Hüfte erlaubt waren, den Kürzeren. Die starren Verbote, wie kein Beinstellen oder kein kratzen und beißen, ließ die Zuschauerzahlen schwinden. Angemerkt sei, dass die Amerikaner aber unter griechisch-römisch nicht das verstanden, was dem Regelwerk eigentlich entsprach. So waren auch diese Kämpfe am Anfang brutal und hart. Die Wrestler hier interpretierten ihren eigenen Stil in griechisch-römisch hinein. Das Freistilringen konnte erheblich an Zuspruch gewinnen. Die Amerikaner erschufen ihren eigenen Wrestling Stil, den sie "American Freestyle-American Catch Wrestling" oder eben "catch as catch can" nannten. Doch die Tradition des Freistilringens ist viel älter, als die Geschichte der USA. Schon in der Antike rauften sich die Griechen und Römer dermaßen hart, dass das Wort Freistil hier durchaus angebracht ist. Der griechisch-römische Ringkampf aus dem 19.Jh., entsprach nur noch wenig den alten Traditionen aus der Antike. Die Amerikaner waren also keineswegs die Erfinder des Freistilringens. Aber sie wussten es geschickt auszunutzen und als Geldgeschäft zu vermarkten. Ohne den Einfluss der Engländer wäre aber das Amerikanische Wrestling anders verlaufen und vielleicht nicht zum Erfolg geworden. Denn es waren die Einwanderer, die Vieles erst verbreiteten, was vorher noch unbekannt war. Und so geht die Tradition des Freistilringens in den Vereinigten Staaten hauptsächlich auf solche Wrestler wie Joe Acton, Edwin Bibby und Tom Connors zurück.
In England verzeichnete besonders ein Stil, neben den ganzen anderen, dass aufkommende Interesse der Menschen, - der Lancashire Style. Lancashire Wrestling war hier bereits seit Jahrhunderten bekannt und gehörte zu den stark verwurzelten Kampfkulturen der Engländer. Seit dem 18.Jh. verzeichneten die sportlichen Aktivitäten in England einen Aufwind. Viele Kraftathleten, wie Thomas Topham, traten hervor und verbanden Kraft und Show in einem. Gerade der Lancashire Style bot das willkommene Fundament für den späteren Amateur-und Profisport der USA. Die Wrestler, die in diesem Stil kämpften, gaben den Ansporn für eine Vielzahl anderer Athleten. In den Reihen der Kritiker sah man Lancashire Wrestling als rauhen, wilden und gewaltsamen Sport an. Aber selbst unter den Wrestlern hatten viele am Anfang bedenken gehabt, ob daraus wirklich ein Wrestling Stil mit Erfolg werden könnte. Nun, der Erfolg ist zweifelsohne eingetreten. Das beweisen ja die zahlreichen Wrestler in Amerika, die letztendlich nach den alten Regeln des Lancashire Styles kämpften.
Die Stile in England hatten aber schon seit längerem den Ruf, hart und wild zu sein. Fast jeder Landstrich hatte hier seinen eigenen Kampfstil. Und sie alle machten sich eine ziemliche Konkurrenz. Lancashire Wrestling sah zwar ein hartes und ungewöhnliches Regelwerk vor, den Gegner konnte man aber trotzdem nicht so behandeln, wie man gerne wollte. Es gab zum Beispiel das Verbot, dass dem Gegner keine Knochen gebrochen werden dürfen. Wie in den meisten Stilen auch, gab es hier am Anfang ebenfalls kein eigentliches Regelwerk, so dass die Wrestler agierten wie es ihnen gerne passte. So mussten die Engländer im 18.Jh. eine ganze Reihe an verletzten und toten Wrestlern beklagen. Dem wurde dann aber zusehends Abhilfe geschaffen, in dem man die Regeln überarbeitete und härter gestaltete. Die Engländer mögen in Lancashire Wrestling den Spaß und Anziehungspunkt gefunden haben, der Rest von Europa allerdings nicht. Im Gegensatz dazu kämpfte die Masse der Ringer in Europa im gr.-röm. Stil.. Das bemerkte man auch daran, dass fast alle Turniere, egal ob im Zirkus oder in den Hallen, in diesem Stil ausgetragen wurden. Von daher konnten sich viele europäische Wrestler am Anfang nicht wirklich anfreunden, mit dem "rauhen/harten Stil" wie sie ihn nannten, der da aus England herübergeschwappt kam. Ein Bericht aus England beschreibt den Lancashire Style wie folgt: "A Lancashire wrestling match is an ugly sight: the fierce animal passions of the men which mark the struggles of maddened bulls, or wild beasts, the savage yelling of their partisans, the wrangling, and finally the clog business which settles all disputes and knotty points, are simply appalling." Die beträchtliche Freizügigkeit, die Lancashire Wrestling zweifelsohne hatte, mag am Anfang wenig Interesse geweckt haben. Jedoch im Laufe der Jahre sollte sich das grundlegend ändern.
Mitte der 1880er Jahre hatte es Lewis also nach Chicago geschafft. Chicago, das war eines der Wrestlingzentren des 19.Jh.. Dutzende von Wrestlern tummelten sich damals hier und drängten an die Spitze. Aber nur die wenigsten haben tatsächlich den Durchbruch geschafft. Bekannte und beliebte Treffpunkte für Wrestlingfans waren hier die "Central Music Hall" und das alterwürdige Theater "Battery D Armory", wo Lewis die Zuschauer zum Kochen brachte, und stets für ausverkaufte Ränge sorgte. Gill und Davies versuchten schnell ihren Schützling groß rauskommen zu lassen. Am Anfang gestaltete sich das etwas schwierig, musste Lewis doch erst mal mit kleineren Turnieren vorlieb nehmen. Ein alter bekannter Gegner aus Michigan lief ihm hier über den Weg, Jack Carkeek. Noch vor Jahren waren beide erbitterte Feinde. Jetzt kämpften sie häufiger im Team zusammen. Doch diese Zusammenarbeit sollte später wieder auseinanderbrechen. Es folgten noch brutale und erbitterte Schlachten zwischen den beiden. Davies, der tüchtige und hervorragende Manager von Lewis, tüftelte in den Hinterzimmern einen Plan aus, der Lewis zum Champion machen sollte. Doch noch war an Joe Acton kein herankommen. Zunächst musste er sich erst profilieren, um überhaupt ein Titelmatch zu fordern. Verständlich, dass da einige Wrestler etwas dagegen hatten, und selbst nach der Titelchance greifen wollten. Die meisten Veranstaltungen bestritt Lewis in Chicago zunächst in kleineren Turnieren. Die Geldgeber boten dabei eine bestimmte Summe an, für denjenigen der Lewis besiegen könne. Fast keiner konnte sich in diesen Tagen gegen den Meister der Würgegriffe durchsetzen. Anfang des Jahres 1886 kam die erste große Herausforderung für Lewis in Chicago. Richard Kyle Fox, aus New York, schaffte es nämlich den ersten japanischen Pro-Wrestler, Matsada Sorakichi, für einige Auslandsauftritte nach Amerika zu holen. In geschickten Verhandlungen willigte der Japaner schließlich ein, und reiste in die Vereinigten Staaten. Für die meisten Wrestler im Freistil führte der Weg generell in die Städte. Und der neue Mann aus dem Ausland versuchte sich sogleich zu profilieren. Sorakichi war keineswegs zu unterschätzen. Er besiegte in seiner Heimat nahezu jeden Gegner, der ihm in den Weg gestellt wurde. Mit ihm lieferte sich Lewis wohl eine der brutalsten Schlachten der damaligen Wrestlinggeschichte. Sorakichi erkämpfte sich bereits einen großen Namen und galt bei einigen Presseleuten schon als Favorit. Sie meinten sogar überheblich, dass Sorakichi einer der stärksten Wrestler dieser Zeitspanne sei.
Nun war der Japaner in Amerika und forderte prompt ein Match gegen Lewis. In der Chicagoer Battery D Armory kam es am 28. Januar 1886 zum ersten Match der beiden. Dieses Theater war damals ein wichtiger Austragungsort für Shows im Wrestling und Boxen. Lewis brachte zu diesem Zeitpunkt 185lbs auf die Waage, Sorakichi 159lbs. Nach 2 Minuten und 5 Sekunden ging der erste Fall an Lewis. Der Japaner setzte mit einem Waist Lock nach und beförderte Lewis in die aufgestellten Stühle am Ring. Daraufhin entschuldigte er sich für diese unfaire Attacke. Doch Lewis blieb hart und ließ das nicht auf sich sitzen. Nur kurze Augenblicke später schnappte er sich den Japaner und stieß ihn ebenfalls unsanft in die Stühle. Dabei muss Lewis offenbar ins Wanken geraten sein und stürzte hinterher. Der aufgebrachte Ringrichter disqualifizierte Lewis in der neunten Minute. In einem unaufmerksamen Augenblick schlug Lewis zu und Sorakichi stolperte in den strangle hold, diesmal ein neck lock, so die Auffassung der Presse. Lewis setzte nach und Sorakichi hatte keine Chance mehr, und musste vor Erschöpfung aufgeben. Eigentlich sollte noch eine vierte Runde folgen, doch der Japaner war schon kurz davor das Bewusstsein zu verlieren. Der Ringrichter beendete schließlich den Kampf. Lewis siegte mit 2 zu 1 Falls. Sorakichi gab allerdings die Hoffnung doch noch nicht auf, den harten Brocken Lewis zu bezwingen. Er forderte ein weiteres Match. Diesmal allerdings mit der Regelung, den strangle hold zu verbieten. So versprach sich der Japaner mehr Chancen.
Die Auseinandersetzung mit dem Japaner spitzte sich zu. Knapp zwei Wochen später, am 15. Feburar 1886, kam es in der Chicagoer Central Music Hall zum großen Rückkampf. 3000 Zuschauer stürmten in die Halle, die fast aus allen Nähten platzte. Der Japaner verlor jedoch auch dieses Match. Es war überhaupt die erste große Show in der Halle mit so vielen Zuschauern. Lewis‘ Manager Parson Davies ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei dem Match anwesend zu sein. Es fehlte noch ein passender Ringrichter. Die Wahl fiel auf den erfahrenen Chicagoer Sportredakteur Harry Palmer. Nach einer Diskussion mit den Promotern willigte Palmer ein, den Kampf zu leiten. Das Match wurde mit Spannung erwartet. Wer jedoch eine saubere und faire Auseinandersetzung erwartete, war fehl am Platze. Als beide ein paar Minuten kämpften, griff Lewis mehrmals nach den Beinen des Japaners. Lewis forderte Sorakichi energisch auf, freiwillig auf die Matte zu gehen. Der weigerte sich natürlich. Plötzlich schnappte sich Lewis ein Bein und begann es zu drehen. Der Japaner fiel auf den Boden und war nun in der Zwickmühle. Lewis setzte einen leck log an, und brach das Bein des Japaners wie einen dünnen Zweig durch. Sorakichi‘s Knie schwoll auf die doppelte Größe an. Die Fans erhoben sich schimpfend von den Plätzen und bezeichneten Lewis als Tier. Er solle gehängt werden. Es entstand in der Halle ein wahrer Groll, der immer lauter wurde. Nun mischte sich ein anderer Mann ein, der das Match aufmerksam am Ring verfolgte. Der Sportredakteur R.L.Carey von der Zeitung "Inter-Ocean" beobachtete das Geschehen genauer. In der ganzen Aufruhr schaffte es Palmer offensichtlich nicht, die Massen und die beiden Kontrahenten zu beruhigen. Palmer schien seinen Kopf als Ringrichter zu verlieren. Nun griff Davies ins Geschehen ein. Er ging zu Carey und forderte ihn auf, das Match zu entscheiden, da Palmer offensichtlich Angst hätte. Davies warf Carey ebenfalls vor Angst zu haben, aufgrund der erregten Massen. Carey erwiderte, er sei nicht der Ringrichter und könne das nicht entscheiden. Doch Palmer schien nicht in der Lage zu sein, dass Match weiterführen zu können. Carey nahm das nun in die Hand und es kam zu einer unglaublichen Entscheidung. Carey stellte sich vor die Massen und bat um Ruhe. Er sagte, das sei nun aber die Kampfesweise im catch as catch can style. Also genau das, was der Name aussagte - kämpfe, wie du kämpfen kannst.. Und er meinte Sorakichi wäre informiert worden, über die Gangart von Lewis und über diesen Kampf. Im Vorfeld meinte Lewis in einem Zeitungsartikel, er werde das Bein des Japaners schnappen und schmerzhaft verdrehen. Das gleiche sagte Sorakichi in einem späteren Artikel. Er meinte:
""You twisty my leggee, me twisty your leggee, too."
"You choke me," he told Lewis, "I shoot you."
"I will not choke you this time," promised Lewis, "but I will screw your leg off."
Carey betonte, dass beide die Artikel unterschrieben hätten und von daher wüsste der Japaner, was auf ihn zukommen würde. Nach 18 Minuten gab Carey den ersten Fall an Lewis. Sorakichi verließ den Ring. Carey drohte auch den zweiten Fall an Lewis zu vergeben, wenn er nicht binnen der nächsten 2 Minuten zurückkehren sollte. Er kämpfte nicht weiter, daraufhin ging der zweite Fall an Lewis. Carey entschied zugunsten von Lewis und sprach ihm den Sieg zu, nach genau 20 Minuten Kampfzeit. Das war jedoch umstritten und es folgten viele Zwischenrufe aus dem Publikum. Carey bevorzugte Lewis, das ist nun kein Geheimnis mehr gewesen. Nun wurde Carey unter Begleitung von Polizeibeamten zum Bühneneingang gebracht. Das rettete ihn vor körperlichen Übergriffen, da die Situation in der Halle ziemlich angespannt blieb. Sorakichi war insgesamt mit dem Ergebnis nicht einverstanden, weil er dachte, dass das Regelwerk den griechisch-römischen Stil vorschrieb. Und nach dessen Regeln waren Lewis‘ Aktionen herzlich wenig erlaubt. Der Kampf war aber offiziell nach "catch as catch can" Regeln ausgetragen worden. Dieses zweite Match der beiden war eines der größten in der Wrestlinggeschichte und wurde im Vorfeld heftig diskutiert. Als das Wrestling noch nicht sanktioniert wurde, waren die Würgegriffe erlaubt. Nach den festgesetzten Regeln waren bestimmte Varianten durchaus zugelassen. Carey hatte aber an diesem Abend noch lange keine Ruhe. Selbst auf den Straßen von Chicago wurde er von aufgebrachten Fans beschimpft. Und am nächsten Morgen ging der Presserummel los, der sowohl einiges ins rechte Licht rückte, aber auch viel Unsinn publizierte. In der New York Times schrieb man sogar im Hauptteil der Zeitung über den Verlauf des Matches. Nicht nur in der Times erschienen vollkommen übertriebene Berichte. Viele Zeitungen schrieben, es sei eine Sensation gestern Abend in Chicago geschehen. Lewis habe dem Japaner das Bein gebrochen und den Kampf für sich entschieden. Die beschriebene Verletzung an Sorakichi‘s Bein war aber weit weniger schlimm, als behauptet. Davies und Carey besuchten Sorakichi im Hotel. Der konnte mit dem verletzten Bein humpeln. Wäre es tatsächlich so schlimm gewesen, dann hätte der Japaner wohl kaum das Bein auf den Boden setzen können, um los zu laufen. Zwei Wochen später kämpfte der Japaner wieder regulär. Carey bekam am Tag nach dem Match noch Ärger mit seiner eigenen Zeitung. Die "Inter-Ocean" verurteilte die Entscheidung. Nach einem Hin und Her zwischen den Redakteuren mussten sie aber einsehen, dass Carey´s Entscheidung die einzig Richtige gewesen ist. Was hätte er denn auch anderes tun sollen? Es war nun mal der "catch as catch can style", und da es ging es desöfteren heftiger zu, als vielleicht im Greco-Roman style.
Davies, sein Manager, musste so überzeugt gewesen sein, dass er ihm den Spitznamen "The Strangler" verpasste. Lewis sagte später selbst, dass der Name auf den strangle hold zurückging, den er in diesem Match gegen Sorakichi angesetzt hatte. Den berühmten strangle hold beherrschte er mittlerweile in allen erdenklichen Variationen. Es gibt Zeitungsartikel die sogar behaupten, Lewis könne einen Würgegriff ohne Hände ansetzen. Nun, es dürfte sich hierbei um eine der vielen Spekulationen handeln. Bewiesen ist diese Aussage nicht. Was jedoch bewiesen ist, dass war die unglaubliche Härte, mit der er in vielen Matches kämpfte. So kam es oft zu Knochenbrüchen, Verstauchungen und Bewusstlosigkeit. Einmal drückte er sogar so fest zu, dass der Gegner Blut spuckte. Solche Aktionen hatten natürlich ein Nachspiel, wie Lewis später bitter erfahren musste. Aus heutigen Gesichtspunkten lässt sich sagen, dass der Einsatz des strangle holds ihn zwar als "The Strangler" berühmt machte, aber auch gleichzeitig den Fall der Karriere förderte. Die meisten Variationen wurden später gänzlich verboten. Der damalige Box-und Wrestlinghistoriker Nat Fleischer beschrieb Evan Lewis in seinem Buch "From Milo to Londos" aus dem Jahre 1936 mit folgenden Worten:
"Lewis, better known as "the Strangler", and who is not to be confounded with "Strangler" Ed Lewis of present-day prominence, was a cruel an really dangerous athlete. He had deliberately broken the ankle of one opponent and severely injured several others. But the original "Strangler" Lewis, though deservedly recognized as the catch-as-catch-can Champion, never came to be very proficient as an exopent of the Graeco-Roman style. Evan Lewis, the original Strangler is one of the best American wrestlers of all time."
Nat Fleischer (1886 - 1972)
Bevor es zur Konfrontation mit dem damals größten Graeco-Roman Wrestler William Muldoon kam, erschien noch ein weiterer ernstzunehmender Gegner, Edwin Bibby. Bibby wurde häufig unterschätzt. Er gehörte zur Spitze der damaligen "catch as catch can Wrestler" und führte so manche große Kämpfe gegen Muldoon und seinen Erzfeind Acton. Doch nun war Lewis der Gegner, und Bibby musste sich behaupten, und zwar am 22. Februar 1886 im "Olympic Theatre" von Chicago. Unter grossen Buh-Rufen betrat "The Strangler" mit Davies zusammen die Halle. Als Bibby erschien, forderten die Zuschauer ihn auf, dass Bein seines Gegners zu brechen. Die Leute hatten offenbar noch immer nicht vergessen was mit Sorakichi im Vormonat geschehen war. Die Buh-Rufe verstärkten sich während des Matches noch. Bibby konnte jedoch an diesem Abend nicht überzeugen. Davies's Schützling gewann mit einem 1:0 Fall. Nach diesem Kampf äußerste sich Lewis zu Davies in scharfen Worten:"... that time would change public opinion and lovers of sport would at least give him credit for being honest in his matches and doing hit utmost to win in accordance with the rules under which he was contesting."
William Muldoon, amtierender "American Greco-Roman Champion", nahm im Mai 1886 eine offene Herausforderung an. In den Hinterzimmern gelang es Gill und Davies Muldoon nach Chicago zu locken. Der Strangler willigte sofort danach ein und machte auf Chicagoer Presseseiten groß Werbung für diesen Kampf. Ausgehandelt wurde ein Match im Greco-Roman style. Ausgerechnet in jenem Stil, wo Lewis keine Erfahrungen hatte. Sollte sich das als Nachteil für ihn erweisen? Als Nachteil erwies es sich offensichtlich nicht. Es war Muldoon, der an jenem Abend als Verlierer dar stand. Der 28. Juni 1886 stand vor der Tür. In der Battery D Armory saßen 2000 begeisterte Zuschauer. Die beiden Kontrahenten betraten den Ring. In der ganzen Stadt hatte sich schon längst herumgesprochen, dass die beiden Größen im Wrestling gegeneinander kämpfen. Wenn Muldoon irgendwo auftrat, so konnte man mit tausenden Fans rechnen. Als dritter Mann stand im Ring ein Wrestler, der bereits in den USA und Kanada erfolgreich war, Duncun C. Ross. Er wurde zum Ringrichter bestimmt. Ross war eigentlich genau der Wrestler, dem man wenig vormachen konnte. Er war ein Perfektionist des mixed style Wrestlings und kannte daher auch alle Tricks im Greco-Roman style. Muldoon schätzte Lewis am Anfang wohl etwas falsch ein, denn binnen kürzester Zeit konnte Lewis den strangle hold ansetzen. Nach 2 Minuten und 30 Sekunden sicherte er sich den ersten Fall. Doch Muldoon war eher als Langsamstarter bekannt. Und das traf auch hier zu. Muldoon bestimmte einen großen Teil des weiteren Kampfverlaufes. Die plötzliche Wendung kam aber, als Muldoon ohne ersichtlichen Grund in die Umkleidekabine verschwand. Ross war natürlich wenig begeistert davon, und forderte ihn auf in den Ring zurückzukommen. Er kam zurück. Lewis wollte einen half nelson ansetzen, den konterte aber Muldoon aus. Er ergriff den Arm von Lewis und mit einer geschickten Drehung warf er ihn zu Boden. Ringrichter Ross gab den Fall an Muldoon. Der verschwand aber wieder in die Umkleidekabine und sagte, er könne das Match nicht mehr fortsetzen. Ross wurde es jetzt zu bunt, er erklärte Lewis zum Sieger.
Muldoon sagte einmal über Lewis:
27. April 1886:
"The first time I met the 'Strangler' (Evan Lewis) was in 1883, when doing the Wisconsin circuit, and I was offering $100 to any man to try and throw me the 'Strangler' tried to win my 'century.' I throwed him three times in fourteen minutes and could have wiped the floor with him. This made his party mad and they wanted to make another match for $250. I can throw him easily and care nothing for his choking tactics."
Gill und Davies sahen sich nun erst recht gestärkt, durch diesen Sieg über Muldoon. Schon seit längerem proklamierten sie Herausforderungen an sämtliche Wrestler in der Welt. Ein altbekannter Gegner ließ es sich nicht nehmen, diese Herausforderung anzunehmen, Tom Cannon. Altmeister Cannon kam nach Amerika gereist. Tom Cannon wurde genau dort geboren, wo der "American Freestyle" seine Wurzeln hatte, in Lancashire (England). Es war also nicht verwunderlich, dass Cannon genau in diesem Stil zum Meister seines Fachs wurde. Cannon wollte diesem Treiben ein Ende setzen und den Amerikanern zeigen, dass es ein Wrestler aus dem Ausland schaffen könne, den respektierten und gefürchteten Lewis zu bezwingen.
Und Cannon schaffte tatsächlich das Unmögliche, was viele gar nicht glauben konnten. Cannon musste bisher nur Niederlagen gegen Lewis verzeichnen. So kämpften beide schon mal in einem Match gegeneinander, am 21. Dezember 1885 in Madison/Wisconsin. Hier musste sich Cannon Lewis geschlagen geben. Lewis hatte nicht nur den Technikvorteil in diesem Match, sondern auch noch den Heimvorteil. Es war ja Wisconsin, wo er schon einen großen Namen hatte. Viele erwarteten mit Spannung das zweite Match der beiden. Am 15. Juli 1886 war es dann soweit: Im "Grand Opera House" von Cincinnati/Ohio geschah dann das Unfassbare, was viele für unmöglich hielten. Cannon konnte Lewis tatsächlich bezwingen und alleine das wirkte schon wie ein Wunder dieser Tage. Lewis war zwar auch vor dem Match gegen Cannon schon besiegt worden, jedoch in richtigen Pro-Wrestling Matches war er bisher meist überlegen. Eine Geschichte zu diesem Kampf erschien kurze Zeit später in einer Tageszeitung, dessen Name unbekannt ist: "The attendance was not as large as was anticipated, probably owing to the distribution of a large number of dodgers among the crowd in front of the opera house which read as follows: HIPPODROME AT THE GRAND OPERA HOUSE! CANNON AND LEWIS! THE PEOPLE HAVE BEEN VICTIMIZED ENOUGH! FAULKNER AND BIBBY WERE ENOUGH! The man who practiced the boycott of the gladiators is the notorious Ed Black, but in whose interest he lent himself to the outrageous proceeding is not known. Black was badly thumped by Faulkner and both were landed at the police station and locked up. Cannon required just two minutes, then a mere four minutes, to cop both falls in lightning-quick fashion. This was said to be for $500 a side ... Afterward, Lewis challenged Cannon to wrestle the next night at Graeco-Roman style, best three in five falls, for $500. Parson Davies was in Lewis corner, while Billy Gale seconded Cannon."
Doch die Freude über diesen Sieg währte nicht lange. Nur einen Monat später im dritten Kampf der beiden, am 26. August 1886, ebenfalls in Cincinnati/Ohio, holte Lewis den Sieg. Er musste feststellen, dass dieser Lewis ein ziemlich harter Brocken war. Auch Cannon wurde von Lewis letztendlich bezwungen. Und wenn schon der Altmeister Cannon einst über Lewis sagte, er sei einer der besten Wrestler im Freistil, dann hatte das schon Gewicht. Eine Zeitung meinte danach übertrieben: "Cannon threw Lewis in the first bout ... But in the second, Lewis nearly choked Cannon to death and, when he let him up, Cannon retired and said he had got enough."
In jener Zeit stieg auch ein Wrestler von einer Farm auf, der später als "Farmer Burns" in die Geschichte des Wrestlings eingehen sollte, Martin Burns. Burns und Lewis verkörperten den Freistil der USA. Der Erzfeind Burns traf zum ersten Mal auf den Strangler in Anamosa/Iowa im Jahre 1886. Hier konnte sich Burns noch nicht durchsetzen. Er verlor den Kampf. Auch der große Martin Burns, der sich eine hohe Anerkennung im gesamten Westen der USA erkämpfen konnte, hatte Lewis anfangs nicht wirklich viel entgegenzusetzen. Burns landete ebenfalls im strangle hold, wie viele Wrestler vor ihm und nach ihm. Burns musste hier auch seine erste Niederlage verzeichnen. Später jedoch folgte die Revange. Mit dem Sieg über nahezu alle großen Wrestler jener Tage, verschaffte sich Lewis einen immer mehr wachsenden Ruf, als der härteste Wrestler von ganz Nordamerika zu gelten. Sein Können wurde den meisten Athleten in den USA bewusster. Aus dem namenlosen Lewis, der wie viele andere seiner Zeitgenossen auf einer Farm groß geworden ist, hat sich ein namhafter Wrestler entwickelt, der auch national bekannt wurde.
Ein Titelkampf zwischen den beiden Rivalen Lewis und Acton rückte näher, als die New Yorker Police Gazette am 09. Oktober 1886 folgende Zeilen schrieb:
"The backers of Evan Lewis, the Strangler, have written from Minneapolis MN that they will match him to wrestle Joe Acton a mixed match for $1,000 a side, the match to be decided in New York ...The Referee Asks: "If Lewis, the Strangler, is the wonderful wrestler the Western papers claim him to be, why don't he meet Joe Acton, the original and only champion catch-as-catch-can wrestler? Acton will meet Lewis or any man living either in a contest according to Graeco-Roman or catch-as-catch-can rules for any amount from $1,000 to $5,000 a side. Time and again, Acton's backer, Arthur Chambers of Philadelphia, has posted a forfeit of $250 with the Police Gazette and offered to match Acton to wrestle any man in the world, but the forfeit money appears to always frighten the would-be champions. Lewis is now the only man who appears to have any reputation since Muldoon and Duncan C. Ross have given up the game, and he will either have to meet Actor or lower down his colors. A forfeit with a challenge sent to this office will be promptly covered, and Acton, without any unnecessary grumbling, will ratify a match to wrestle Graeco-Roman or catch-as-catch-can for big money. What say the backers of the Wisconsin Strangler?"
In der Tat war es jetzt interessant, was die Hintermänner zu diesem Angebot sagen würden. Schließlich wurde ja schon lange herumposaunt, Acton sei der beste Wrestler unter allen im Freistil der USA, weil er nun mal der Champion ist. Wer den Strangler kannte, der wusste, dass es nicht dabei bleiben durfte. Die Zeitungen schrieben sich dieser Tage die Finger wund, mit Meldungen um angebliche Matchansetzungen. Noch stand aber für den großen Kampf kein genaues Datum fest. Das änderte sich aber als die "Police Gazzette" am 05. Februar 1887 vermeldete: "Arrangements have been completed for a wrestling match between Joe Acton, of Philadelphia, the champion of America, and Evan Lewis, of Minneapolis, better known as the Strangler. The following are the articles of agreement: We hereby agree to wrestle a catch-as-catch-can match, best three falls out of five to win the match, under the following terms -- The contest to take place at Battery D, Chicago, Ill, Feb. 7, 1887, under the management of Charles E. Davies. The winner to receive 75 and the loser 25 per cent of the net receipts. The match to be governed by Police Gazette rules, two points down to constitute a fall. The referee to be mutually agreed upon on or before 11 A.M. on the day of the contest. The contestants to be on the stage at 8:30 prompt. (Signed) Evan Lewis, Joe Acton. Witnesses: Ch.E. Davies, Arthur Chambers: Arthur Chambers is backer of Acton, while a well-known Western sporting man is backing Lewis. The match is a bona fide one, for those who know Acton are well aware that he never yet engaged in a hippodrome or wrestled unless a purse was put up, and then he never was defeated."
In England verzeichnete besonders ein Stil, neben den ganzen anderen, dass aufkommende Interesse der Menschen, - der Lancashire Style. Lancashire Wrestling war hier bereits seit Jahrhunderten bekannt und gehörte zu den stark verwurzelten Kampfkulturen der Engländer. Seit dem 18.Jh. verzeichneten die sportlichen Aktivitäten in England einen Aufwind. Viele Kraftathleten, wie Thomas Topham, traten hervor und verbanden Kraft und Show in einem. Gerade der Lancashire Style bot das willkommene Fundament für den späteren Amateur-und Profisport der USA. Die Wrestler, die in diesem Stil kämpften, gaben den Ansporn für eine Vielzahl anderer Athleten. In den Reihen der Kritiker sah man Lancashire Wrestling als rauhen, wilden und gewaltsamen Sport an. Aber selbst unter den Wrestlern hatten viele am Anfang bedenken gehabt, ob daraus wirklich ein Wrestling Stil mit Erfolg werden könnte. Nun, der Erfolg ist zweifelsohne eingetreten. Das beweisen ja die zahlreichen Wrestler in Amerika, die letztendlich nach den alten Regeln des Lancashire Styles kämpften.
Die Stile in England hatten aber schon seit längerem den Ruf, hart und wild zu sein. Fast jeder Landstrich hatte hier seinen eigenen Kampfstil. Und sie alle machten sich eine ziemliche Konkurrenz. Lancashire Wrestling sah zwar ein hartes und ungewöhnliches Regelwerk vor, den Gegner konnte man aber trotzdem nicht so behandeln, wie man gerne wollte. Es gab zum Beispiel das Verbot, dass dem Gegner keine Knochen gebrochen werden dürfen. Wie in den meisten Stilen auch, gab es hier am Anfang ebenfalls kein eigentliches Regelwerk, so dass die Wrestler agierten wie es ihnen gerne passte. So mussten die Engländer im 18.Jh. eine ganze Reihe an verletzten und toten Wrestlern beklagen. Dem wurde dann aber zusehends Abhilfe geschaffen, in dem man die Regeln überarbeitete und härter gestaltete. Die Engländer mögen in Lancashire Wrestling den Spaß und Anziehungspunkt gefunden haben, der Rest von Europa allerdings nicht. Im Gegensatz dazu kämpfte die Masse der Ringer in Europa im gr.-röm. Stil.. Das bemerkte man auch daran, dass fast alle Turniere, egal ob im Zirkus oder in den Hallen, in diesem Stil ausgetragen wurden. Von daher konnten sich viele europäische Wrestler am Anfang nicht wirklich anfreunden, mit dem "rauhen/harten Stil" wie sie ihn nannten, der da aus England herübergeschwappt kam. Ein Bericht aus England beschreibt den Lancashire Style wie folgt: "A Lancashire wrestling match is an ugly sight: the fierce animal passions of the men which mark the struggles of maddened bulls, or wild beasts, the savage yelling of their partisans, the wrangling, and finally the clog business which settles all disputes and knotty points, are simply appalling." Die beträchtliche Freizügigkeit, die Lancashire Wrestling zweifelsohne hatte, mag am Anfang wenig Interesse geweckt haben. Jedoch im Laufe der Jahre sollte sich das grundlegend ändern.
Mitte der 1880er Jahre hatte es Lewis also nach Chicago geschafft. Chicago, das war eines der Wrestlingzentren des 19.Jh.. Dutzende von Wrestlern tummelten sich damals hier und drängten an die Spitze. Aber nur die wenigsten haben tatsächlich den Durchbruch geschafft. Bekannte und beliebte Treffpunkte für Wrestlingfans waren hier die "Central Music Hall" und das alterwürdige Theater "Battery D Armory", wo Lewis die Zuschauer zum Kochen brachte, und stets für ausverkaufte Ränge sorgte. Gill und Davies versuchten schnell ihren Schützling groß rauskommen zu lassen. Am Anfang gestaltete sich das etwas schwierig, musste Lewis doch erst mal mit kleineren Turnieren vorlieb nehmen. Ein alter bekannter Gegner aus Michigan lief ihm hier über den Weg, Jack Carkeek. Noch vor Jahren waren beide erbitterte Feinde. Jetzt kämpften sie häufiger im Team zusammen. Doch diese Zusammenarbeit sollte später wieder auseinanderbrechen. Es folgten noch brutale und erbitterte Schlachten zwischen den beiden. Davies, der tüchtige und hervorragende Manager von Lewis, tüftelte in den Hinterzimmern einen Plan aus, der Lewis zum Champion machen sollte. Doch noch war an Joe Acton kein herankommen. Zunächst musste er sich erst profilieren, um überhaupt ein Titelmatch zu fordern. Verständlich, dass da einige Wrestler etwas dagegen hatten, und selbst nach der Titelchance greifen wollten. Die meisten Veranstaltungen bestritt Lewis in Chicago zunächst in kleineren Turnieren. Die Geldgeber boten dabei eine bestimmte Summe an, für denjenigen der Lewis besiegen könne. Fast keiner konnte sich in diesen Tagen gegen den Meister der Würgegriffe durchsetzen. Anfang des Jahres 1886 kam die erste große Herausforderung für Lewis in Chicago. Richard Kyle Fox, aus New York, schaffte es nämlich den ersten japanischen Pro-Wrestler, Matsada Sorakichi, für einige Auslandsauftritte nach Amerika zu holen. In geschickten Verhandlungen willigte der Japaner schließlich ein, und reiste in die Vereinigten Staaten. Für die meisten Wrestler im Freistil führte der Weg generell in die Städte. Und der neue Mann aus dem Ausland versuchte sich sogleich zu profilieren. Sorakichi war keineswegs zu unterschätzen. Er besiegte in seiner Heimat nahezu jeden Gegner, der ihm in den Weg gestellt wurde. Mit ihm lieferte sich Lewis wohl eine der brutalsten Schlachten der damaligen Wrestlinggeschichte. Sorakichi erkämpfte sich bereits einen großen Namen und galt bei einigen Presseleuten schon als Favorit. Sie meinten sogar überheblich, dass Sorakichi einer der stärksten Wrestler dieser Zeitspanne sei.
Nun war der Japaner in Amerika und forderte prompt ein Match gegen Lewis. In der Chicagoer Battery D Armory kam es am 28. Januar 1886 zum ersten Match der beiden. Dieses Theater war damals ein wichtiger Austragungsort für Shows im Wrestling und Boxen. Lewis brachte zu diesem Zeitpunkt 185lbs auf die Waage, Sorakichi 159lbs. Nach 2 Minuten und 5 Sekunden ging der erste Fall an Lewis. Der Japaner setzte mit einem Waist Lock nach und beförderte Lewis in die aufgestellten Stühle am Ring. Daraufhin entschuldigte er sich für diese unfaire Attacke. Doch Lewis blieb hart und ließ das nicht auf sich sitzen. Nur kurze Augenblicke später schnappte er sich den Japaner und stieß ihn ebenfalls unsanft in die Stühle. Dabei muss Lewis offenbar ins Wanken geraten sein und stürzte hinterher. Der aufgebrachte Ringrichter disqualifizierte Lewis in der neunten Minute. In einem unaufmerksamen Augenblick schlug Lewis zu und Sorakichi stolperte in den strangle hold, diesmal ein neck lock, so die Auffassung der Presse. Lewis setzte nach und Sorakichi hatte keine Chance mehr, und musste vor Erschöpfung aufgeben. Eigentlich sollte noch eine vierte Runde folgen, doch der Japaner war schon kurz davor das Bewusstsein zu verlieren. Der Ringrichter beendete schließlich den Kampf. Lewis siegte mit 2 zu 1 Falls. Sorakichi gab allerdings die Hoffnung doch noch nicht auf, den harten Brocken Lewis zu bezwingen. Er forderte ein weiteres Match. Diesmal allerdings mit der Regelung, den strangle hold zu verbieten. So versprach sich der Japaner mehr Chancen.
Die Auseinandersetzung mit dem Japaner spitzte sich zu. Knapp zwei Wochen später, am 15. Feburar 1886, kam es in der Chicagoer Central Music Hall zum großen Rückkampf. 3000 Zuschauer stürmten in die Halle, die fast aus allen Nähten platzte. Der Japaner verlor jedoch auch dieses Match. Es war überhaupt die erste große Show in der Halle mit so vielen Zuschauern. Lewis‘ Manager Parson Davies ließ es sich nicht nehmen, persönlich bei dem Match anwesend zu sein. Es fehlte noch ein passender Ringrichter. Die Wahl fiel auf den erfahrenen Chicagoer Sportredakteur Harry Palmer. Nach einer Diskussion mit den Promotern willigte Palmer ein, den Kampf zu leiten. Das Match wurde mit Spannung erwartet. Wer jedoch eine saubere und faire Auseinandersetzung erwartete, war fehl am Platze. Als beide ein paar Minuten kämpften, griff Lewis mehrmals nach den Beinen des Japaners. Lewis forderte Sorakichi energisch auf, freiwillig auf die Matte zu gehen. Der weigerte sich natürlich. Plötzlich schnappte sich Lewis ein Bein und begann es zu drehen. Der Japaner fiel auf den Boden und war nun in der Zwickmühle. Lewis setzte einen leck log an, und brach das Bein des Japaners wie einen dünnen Zweig durch. Sorakichi‘s Knie schwoll auf die doppelte Größe an. Die Fans erhoben sich schimpfend von den Plätzen und bezeichneten Lewis als Tier. Er solle gehängt werden. Es entstand in der Halle ein wahrer Groll, der immer lauter wurde. Nun mischte sich ein anderer Mann ein, der das Match aufmerksam am Ring verfolgte. Der Sportredakteur R.L.Carey von der Zeitung "Inter-Ocean" beobachtete das Geschehen genauer. In der ganzen Aufruhr schaffte es Palmer offensichtlich nicht, die Massen und die beiden Kontrahenten zu beruhigen. Palmer schien seinen Kopf als Ringrichter zu verlieren. Nun griff Davies ins Geschehen ein. Er ging zu Carey und forderte ihn auf, das Match zu entscheiden, da Palmer offensichtlich Angst hätte. Davies warf Carey ebenfalls vor Angst zu haben, aufgrund der erregten Massen. Carey erwiderte, er sei nicht der Ringrichter und könne das nicht entscheiden. Doch Palmer schien nicht in der Lage zu sein, dass Match weiterführen zu können. Carey nahm das nun in die Hand und es kam zu einer unglaublichen Entscheidung. Carey stellte sich vor die Massen und bat um Ruhe. Er sagte, das sei nun aber die Kampfesweise im catch as catch can style. Also genau das, was der Name aussagte - kämpfe, wie du kämpfen kannst.. Und er meinte Sorakichi wäre informiert worden, über die Gangart von Lewis und über diesen Kampf. Im Vorfeld meinte Lewis in einem Zeitungsartikel, er werde das Bein des Japaners schnappen und schmerzhaft verdrehen. Das gleiche sagte Sorakichi in einem späteren Artikel. Er meinte:
""You twisty my leggee, me twisty your leggee, too."
"You choke me," he told Lewis, "I shoot you."
"I will not choke you this time," promised Lewis, "but I will screw your leg off."
Carey betonte, dass beide die Artikel unterschrieben hätten und von daher wüsste der Japaner, was auf ihn zukommen würde. Nach 18 Minuten gab Carey den ersten Fall an Lewis. Sorakichi verließ den Ring. Carey drohte auch den zweiten Fall an Lewis zu vergeben, wenn er nicht binnen der nächsten 2 Minuten zurückkehren sollte. Er kämpfte nicht weiter, daraufhin ging der zweite Fall an Lewis. Carey entschied zugunsten von Lewis und sprach ihm den Sieg zu, nach genau 20 Minuten Kampfzeit. Das war jedoch umstritten und es folgten viele Zwischenrufe aus dem Publikum. Carey bevorzugte Lewis, das ist nun kein Geheimnis mehr gewesen. Nun wurde Carey unter Begleitung von Polizeibeamten zum Bühneneingang gebracht. Das rettete ihn vor körperlichen Übergriffen, da die Situation in der Halle ziemlich angespannt blieb. Sorakichi war insgesamt mit dem Ergebnis nicht einverstanden, weil er dachte, dass das Regelwerk den griechisch-römischen Stil vorschrieb. Und nach dessen Regeln waren Lewis‘ Aktionen herzlich wenig erlaubt. Der Kampf war aber offiziell nach "catch as catch can" Regeln ausgetragen worden. Dieses zweite Match der beiden war eines der größten in der Wrestlinggeschichte und wurde im Vorfeld heftig diskutiert. Als das Wrestling noch nicht sanktioniert wurde, waren die Würgegriffe erlaubt. Nach den festgesetzten Regeln waren bestimmte Varianten durchaus zugelassen. Carey hatte aber an diesem Abend noch lange keine Ruhe. Selbst auf den Straßen von Chicago wurde er von aufgebrachten Fans beschimpft. Und am nächsten Morgen ging der Presserummel los, der sowohl einiges ins rechte Licht rückte, aber auch viel Unsinn publizierte. In der New York Times schrieb man sogar im Hauptteil der Zeitung über den Verlauf des Matches. Nicht nur in der Times erschienen vollkommen übertriebene Berichte. Viele Zeitungen schrieben, es sei eine Sensation gestern Abend in Chicago geschehen. Lewis habe dem Japaner das Bein gebrochen und den Kampf für sich entschieden. Die beschriebene Verletzung an Sorakichi‘s Bein war aber weit weniger schlimm, als behauptet. Davies und Carey besuchten Sorakichi im Hotel. Der konnte mit dem verletzten Bein humpeln. Wäre es tatsächlich so schlimm gewesen, dann hätte der Japaner wohl kaum das Bein auf den Boden setzen können, um los zu laufen. Zwei Wochen später kämpfte der Japaner wieder regulär. Carey bekam am Tag nach dem Match noch Ärger mit seiner eigenen Zeitung. Die "Inter-Ocean" verurteilte die Entscheidung. Nach einem Hin und Her zwischen den Redakteuren mussten sie aber einsehen, dass Carey´s Entscheidung die einzig Richtige gewesen ist. Was hätte er denn auch anderes tun sollen? Es war nun mal der "catch as catch can style", und da es ging es desöfteren heftiger zu, als vielleicht im Greco-Roman style.
Davies, sein Manager, musste so überzeugt gewesen sein, dass er ihm den Spitznamen "The Strangler" verpasste. Lewis sagte später selbst, dass der Name auf den strangle hold zurückging, den er in diesem Match gegen Sorakichi angesetzt hatte. Den berühmten strangle hold beherrschte er mittlerweile in allen erdenklichen Variationen. Es gibt Zeitungsartikel die sogar behaupten, Lewis könne einen Würgegriff ohne Hände ansetzen. Nun, es dürfte sich hierbei um eine der vielen Spekulationen handeln. Bewiesen ist diese Aussage nicht. Was jedoch bewiesen ist, dass war die unglaubliche Härte, mit der er in vielen Matches kämpfte. So kam es oft zu Knochenbrüchen, Verstauchungen und Bewusstlosigkeit. Einmal drückte er sogar so fest zu, dass der Gegner Blut spuckte. Solche Aktionen hatten natürlich ein Nachspiel, wie Lewis später bitter erfahren musste. Aus heutigen Gesichtspunkten lässt sich sagen, dass der Einsatz des strangle holds ihn zwar als "The Strangler" berühmt machte, aber auch gleichzeitig den Fall der Karriere förderte. Die meisten Variationen wurden später gänzlich verboten. Der damalige Box-und Wrestlinghistoriker Nat Fleischer beschrieb Evan Lewis in seinem Buch "From Milo to Londos" aus dem Jahre 1936 mit folgenden Worten:
"Lewis, better known as "the Strangler", and who is not to be confounded with "Strangler" Ed Lewis of present-day prominence, was a cruel an really dangerous athlete. He had deliberately broken the ankle of one opponent and severely injured several others. But the original "Strangler" Lewis, though deservedly recognized as the catch-as-catch-can Champion, never came to be very proficient as an exopent of the Graeco-Roman style. Evan Lewis, the original Strangler is one of the best American wrestlers of all time."
Nat Fleischer (1886 - 1972)
Bevor es zur Konfrontation mit dem damals größten Graeco-Roman Wrestler William Muldoon kam, erschien noch ein weiterer ernstzunehmender Gegner, Edwin Bibby. Bibby wurde häufig unterschätzt. Er gehörte zur Spitze der damaligen "catch as catch can Wrestler" und führte so manche große Kämpfe gegen Muldoon und seinen Erzfeind Acton. Doch nun war Lewis der Gegner, und Bibby musste sich behaupten, und zwar am 22. Februar 1886 im "Olympic Theatre" von Chicago. Unter grossen Buh-Rufen betrat "The Strangler" mit Davies zusammen die Halle. Als Bibby erschien, forderten die Zuschauer ihn auf, dass Bein seines Gegners zu brechen. Die Leute hatten offenbar noch immer nicht vergessen was mit Sorakichi im Vormonat geschehen war. Die Buh-Rufe verstärkten sich während des Matches noch. Bibby konnte jedoch an diesem Abend nicht überzeugen. Davies's Schützling gewann mit einem 1:0 Fall. Nach diesem Kampf äußerste sich Lewis zu Davies in scharfen Worten:"... that time would change public opinion and lovers of sport would at least give him credit for being honest in his matches and doing hit utmost to win in accordance with the rules under which he was contesting."
William Muldoon, amtierender "American Greco-Roman Champion", nahm im Mai 1886 eine offene Herausforderung an. In den Hinterzimmern gelang es Gill und Davies Muldoon nach Chicago zu locken. Der Strangler willigte sofort danach ein und machte auf Chicagoer Presseseiten groß Werbung für diesen Kampf. Ausgehandelt wurde ein Match im Greco-Roman style. Ausgerechnet in jenem Stil, wo Lewis keine Erfahrungen hatte. Sollte sich das als Nachteil für ihn erweisen? Als Nachteil erwies es sich offensichtlich nicht. Es war Muldoon, der an jenem Abend als Verlierer dar stand. Der 28. Juni 1886 stand vor der Tür. In der Battery D Armory saßen 2000 begeisterte Zuschauer. Die beiden Kontrahenten betraten den Ring. In der ganzen Stadt hatte sich schon längst herumgesprochen, dass die beiden Größen im Wrestling gegeneinander kämpfen. Wenn Muldoon irgendwo auftrat, so konnte man mit tausenden Fans rechnen. Als dritter Mann stand im Ring ein Wrestler, der bereits in den USA und Kanada erfolgreich war, Duncun C. Ross. Er wurde zum Ringrichter bestimmt. Ross war eigentlich genau der Wrestler, dem man wenig vormachen konnte. Er war ein Perfektionist des mixed style Wrestlings und kannte daher auch alle Tricks im Greco-Roman style. Muldoon schätzte Lewis am Anfang wohl etwas falsch ein, denn binnen kürzester Zeit konnte Lewis den strangle hold ansetzen. Nach 2 Minuten und 30 Sekunden sicherte er sich den ersten Fall. Doch Muldoon war eher als Langsamstarter bekannt. Und das traf auch hier zu. Muldoon bestimmte einen großen Teil des weiteren Kampfverlaufes. Die plötzliche Wendung kam aber, als Muldoon ohne ersichtlichen Grund in die Umkleidekabine verschwand. Ross war natürlich wenig begeistert davon, und forderte ihn auf in den Ring zurückzukommen. Er kam zurück. Lewis wollte einen half nelson ansetzen, den konterte aber Muldoon aus. Er ergriff den Arm von Lewis und mit einer geschickten Drehung warf er ihn zu Boden. Ringrichter Ross gab den Fall an Muldoon. Der verschwand aber wieder in die Umkleidekabine und sagte, er könne das Match nicht mehr fortsetzen. Ross wurde es jetzt zu bunt, er erklärte Lewis zum Sieger.
Muldoon sagte einmal über Lewis:
27. April 1886:
"The first time I met the 'Strangler' (Evan Lewis) was in 1883, when doing the Wisconsin circuit, and I was offering $100 to any man to try and throw me the 'Strangler' tried to win my 'century.' I throwed him three times in fourteen minutes and could have wiped the floor with him. This made his party mad and they wanted to make another match for $250. I can throw him easily and care nothing for his choking tactics."
Gill und Davies sahen sich nun erst recht gestärkt, durch diesen Sieg über Muldoon. Schon seit längerem proklamierten sie Herausforderungen an sämtliche Wrestler in der Welt. Ein altbekannter Gegner ließ es sich nicht nehmen, diese Herausforderung anzunehmen, Tom Cannon. Altmeister Cannon kam nach Amerika gereist. Tom Cannon wurde genau dort geboren, wo der "American Freestyle" seine Wurzeln hatte, in Lancashire (England). Es war also nicht verwunderlich, dass Cannon genau in diesem Stil zum Meister seines Fachs wurde. Cannon wollte diesem Treiben ein Ende setzen und den Amerikanern zeigen, dass es ein Wrestler aus dem Ausland schaffen könne, den respektierten und gefürchteten Lewis zu bezwingen.
Und Cannon schaffte tatsächlich das Unmögliche, was viele gar nicht glauben konnten. Cannon musste bisher nur Niederlagen gegen Lewis verzeichnen. So kämpften beide schon mal in einem Match gegeneinander, am 21. Dezember 1885 in Madison/Wisconsin. Hier musste sich Cannon Lewis geschlagen geben. Lewis hatte nicht nur den Technikvorteil in diesem Match, sondern auch noch den Heimvorteil. Es war ja Wisconsin, wo er schon einen großen Namen hatte. Viele erwarteten mit Spannung das zweite Match der beiden. Am 15. Juli 1886 war es dann soweit: Im "Grand Opera House" von Cincinnati/Ohio geschah dann das Unfassbare, was viele für unmöglich hielten. Cannon konnte Lewis tatsächlich bezwingen und alleine das wirkte schon wie ein Wunder dieser Tage. Lewis war zwar auch vor dem Match gegen Cannon schon besiegt worden, jedoch in richtigen Pro-Wrestling Matches war er bisher meist überlegen. Eine Geschichte zu diesem Kampf erschien kurze Zeit später in einer Tageszeitung, dessen Name unbekannt ist: "The attendance was not as large as was anticipated, probably owing to the distribution of a large number of dodgers among the crowd in front of the opera house which read as follows: HIPPODROME AT THE GRAND OPERA HOUSE! CANNON AND LEWIS! THE PEOPLE HAVE BEEN VICTIMIZED ENOUGH! FAULKNER AND BIBBY WERE ENOUGH! The man who practiced the boycott of the gladiators is the notorious Ed Black, but in whose interest he lent himself to the outrageous proceeding is not known. Black was badly thumped by Faulkner and both were landed at the police station and locked up. Cannon required just two minutes, then a mere four minutes, to cop both falls in lightning-quick fashion. This was said to be for $500 a side ... Afterward, Lewis challenged Cannon to wrestle the next night at Graeco-Roman style, best three in five falls, for $500. Parson Davies was in Lewis corner, while Billy Gale seconded Cannon."
Doch die Freude über diesen Sieg währte nicht lange. Nur einen Monat später im dritten Kampf der beiden, am 26. August 1886, ebenfalls in Cincinnati/Ohio, holte Lewis den Sieg. Er musste feststellen, dass dieser Lewis ein ziemlich harter Brocken war. Auch Cannon wurde von Lewis letztendlich bezwungen. Und wenn schon der Altmeister Cannon einst über Lewis sagte, er sei einer der besten Wrestler im Freistil, dann hatte das schon Gewicht. Eine Zeitung meinte danach übertrieben: "Cannon threw Lewis in the first bout ... But in the second, Lewis nearly choked Cannon to death and, when he let him up, Cannon retired and said he had got enough."
In jener Zeit stieg auch ein Wrestler von einer Farm auf, der später als "Farmer Burns" in die Geschichte des Wrestlings eingehen sollte, Martin Burns. Burns und Lewis verkörperten den Freistil der USA. Der Erzfeind Burns traf zum ersten Mal auf den Strangler in Anamosa/Iowa im Jahre 1886. Hier konnte sich Burns noch nicht durchsetzen. Er verlor den Kampf. Auch der große Martin Burns, der sich eine hohe Anerkennung im gesamten Westen der USA erkämpfen konnte, hatte Lewis anfangs nicht wirklich viel entgegenzusetzen. Burns landete ebenfalls im strangle hold, wie viele Wrestler vor ihm und nach ihm. Burns musste hier auch seine erste Niederlage verzeichnen. Später jedoch folgte die Revange. Mit dem Sieg über nahezu alle großen Wrestler jener Tage, verschaffte sich Lewis einen immer mehr wachsenden Ruf, als der härteste Wrestler von ganz Nordamerika zu gelten. Sein Können wurde den meisten Athleten in den USA bewusster. Aus dem namenlosen Lewis, der wie viele andere seiner Zeitgenossen auf einer Farm groß geworden ist, hat sich ein namhafter Wrestler entwickelt, der auch national bekannt wurde.
Ein Titelkampf zwischen den beiden Rivalen Lewis und Acton rückte näher, als die New Yorker Police Gazette am 09. Oktober 1886 folgende Zeilen schrieb:
"The backers of Evan Lewis, the Strangler, have written from Minneapolis MN that they will match him to wrestle Joe Acton a mixed match for $1,000 a side, the match to be decided in New York ...The Referee Asks: "If Lewis, the Strangler, is the wonderful wrestler the Western papers claim him to be, why don't he meet Joe Acton, the original and only champion catch-as-catch-can wrestler? Acton will meet Lewis or any man living either in a contest according to Graeco-Roman or catch-as-catch-can rules for any amount from $1,000 to $5,000 a side. Time and again, Acton's backer, Arthur Chambers of Philadelphia, has posted a forfeit of $250 with the Police Gazette and offered to match Acton to wrestle any man in the world, but the forfeit money appears to always frighten the would-be champions. Lewis is now the only man who appears to have any reputation since Muldoon and Duncan C. Ross have given up the game, and he will either have to meet Actor or lower down his colors. A forfeit with a challenge sent to this office will be promptly covered, and Acton, without any unnecessary grumbling, will ratify a match to wrestle Graeco-Roman or catch-as-catch-can for big money. What say the backers of the Wisconsin Strangler?"
In der Tat war es jetzt interessant, was die Hintermänner zu diesem Angebot sagen würden. Schließlich wurde ja schon lange herumposaunt, Acton sei der beste Wrestler unter allen im Freistil der USA, weil er nun mal der Champion ist. Wer den Strangler kannte, der wusste, dass es nicht dabei bleiben durfte. Die Zeitungen schrieben sich dieser Tage die Finger wund, mit Meldungen um angebliche Matchansetzungen. Noch stand aber für den großen Kampf kein genaues Datum fest. Das änderte sich aber als die "Police Gazzette" am 05. Februar 1887 vermeldete: "Arrangements have been completed for a wrestling match between Joe Acton, of Philadelphia, the champion of America, and Evan Lewis, of Minneapolis, better known as the Strangler. The following are the articles of agreement: We hereby agree to wrestle a catch-as-catch-can match, best three falls out of five to win the match, under the following terms -- The contest to take place at Battery D, Chicago, Ill, Feb. 7, 1887, under the management of Charles E. Davies. The winner to receive 75 and the loser 25 per cent of the net receipts. The match to be governed by Police Gazette rules, two points down to constitute a fall. The referee to be mutually agreed upon on or before 11 A.M. on the day of the contest. The contestants to be on the stage at 8:30 prompt. (Signed) Evan Lewis, Joe Acton. Witnesses: Ch.E. Davies, Arthur Chambers: Arthur Chambers is backer of Acton, while a well-known Western sporting man is backing Lewis. The match is a bona fide one, for those who know Acton are well aware that he never yet engaged in a hippodrome or wrestled unless a purse was put up, and then he never was defeated."
