25.07.2005, 07:21
[Bild: http://olerkiilerich.dk/tourblog/2004/gr...strong.jpg]
"I think that I'm at the highest level of my career. This is a good time to be Lance Armstrong."
Lance Armstrong, 24 July 2005
So die 92 Tour de France ist Geschichte, und wie die vorangegangenen 6 Jahre wurde sie wieder von einem Mann dominiert, Lance Armstrong. Es war vielleicht nicht so spannend wie die vergangenen Jahre, aber dies war auch denke ich nicht zu erwarten. So hier jetzt mein kleines Tour Review 2005.
Platz 1. Der Unschlagbare: Lance Armstrong (Team Discovery Channel)
Sieben mal gewann er nun schon die Tour und ist damit der erfolgreichste Tour Fahrer aller Zeiten. Auch wenn Lance Armstrong dieses Jahr “nur“ eine Etappe gewann wie im vergleich zum Vorjahr wo er gleich 6 Etappen gewann, so machte er dieses Jahr auf mich einen viel staerkeren Eindruck als in den letzten Jahren, was auch vielleicht daran lag das er dieses Jahr vielmehr “gefordert“ wurde als in den Jahren zuvor. Dieses Jahr spielte Armstrong nochmehr mit seinen Gegnern, eine demuetigung kann man schon fast das Schauspiel am Col De La Schlucht bezeichnen als er sich absichtlich zurueckfallen lies, nur um dann kurz und locker anzutretten und ohne schwierigkeiten wieder hinzufahren. Attackiert wurde Armstrong genug wie Vinokourov, Kloeden, Valverde, Ullrich, Basso und auch Rasmussen, doch auch ohne Team Kollegen schaffte es Armstrong dran zubleiben. Der unvergessene Moment fuer mich in diesem Jahr war in Courchevel als Armstrong neben Popovych fuhr, und zu ihm sagte das er jetzte gehe und er solle nochmal anziehen. Die beiden haben fast ein Sprint daraus gemacht als nur noch Mancebo, Rasmussen und Valverde folgen konnten.
Schon komisch das er ab jetzt nichtmehr dabei ist, denn man gewoehnte sich die letzten 7 Jahre irgendwie an ihn. Aber es ist auch das Gefuehl etwas besonderes erlebt zuhaben in den letzten Sieben Jahren. Man erlebt nicht oft solche grossen Sportler Live. Genauso wie mein Vater mir von Wilt Chamberlain, Muhammed Ali oder Joe DiMagio erzaehlte werde ich meinen Kindern von Lance Armstrong erzaehlen koennen. 8 Mal nahm er an der Tour teil, 7 mal wurde er Gesamtsieger, 23 Etappensiege hat er dabei erreicht und trug ueber 80 mal das Gelbe Trickot. Ein Sportler fuer die Ewigkeit, man wird ihn nun mit Leuten wie Muhammed Ali im Boxen, Michael Schumacher in der Formel 1, Joe DiMagio im Baseball, Gordi Howe im Hockey oder Wilt Chamberlain im Basketball nennen. Doch eines hat Lance Armstrong diesen Legenden ihres Sportes voraus, er trat ungeschlagen und auf dem Hoehepunkt seiner Karriere zurueck. Etwas das nur ganz ganz wenige grosse Sportler geschafft haben (mir faellt momentan ausser Armstrong kein einziger ein), und so wird Lance Armstrong als einer der groessten Sportler der Geschichte eingehen.
Platz 2. Der zukuenftige Toursieger: Ivan Basso (Team CSC) (+4:40)
Ivan Basso hat in diesem Jahr schon gezeigt was moeglich ist. In den Pyrenaen war er einer der wenigen die Armstrong folgen konnten. Im Zeitfahren lies er seine Klasse aufblitzen, und was man nicht vergessen darf, er hat sich im Vergleich zum Vorjahr wo er dritter wurde gesteigert mit seinem zweiten Platz. Wenn er das beibehaelt wird naechstes Jahr der Sieg rauskommen, erst recht wenn er nichtmehr den Giro faehrt und sich besser vorbereiten kann. Seine beste Etappe hatte er bei der schwierigsten Etappe dieses Jahr, der 15. Als einzigster konnte er Armstrong folgen und griff sogar zweimal (vergeblich) an.
Platz 3. Der wiedermal geschlagene: Jan Ullrich (Team T-Mobile) (+6:21)
Tja das Image desjenigen der nie Lance Armstrong besiegen konnte wird Jan Ullrich nie los werden, auch wenn er noch zweimal die Tour gewinnen sollte (was er nicht tun wird). In diesem Jahr muss man wie fast immer ein gemischtes Fazit bei ihm ziehen. Auf der Positiven Seite ist das er sich in der Tour steigerte und aufs Podium kam, was nach der ersten Woche nicht mit zurechnen war. Ausserdem positiv fiel auf das er dieses Jahr mehr angriff wie in den vorherigen 5 Jahren zusammen. Zwar klappte dies nicht immer, aber der Wille war zu erkennen. Aber kommen wir mal zu den negativen Sachen. Als erstes wurde der Toursieg ausgegeben was nicht klappte und somit das Ziel ein weiteres mal verfehlt wurde. Zu nennen waere da auch die Dummheit mit einem Zeitfahrrad auf der Strasse hinter einem Auto herzufahren, was nicht verwunderlich zu einem Sturz fuehrte. Sowas kann auch nur Ullrich passieren. Auch der zweite mysterioese Sturz in der Abfahrt mit dem heimtueckischen Lueftchen das das leichtgewicht Jan Ullrich von der Strasse wehte, ist wohl auch eher ein Maerchen als die Wahrheit. Hier war es wohl eher die Abfahrtschwaeche von Ullrich die dran schuld war. Eklatant hingegen waren dieses Jahr wieder die Taktische ausrichtung bei T-Mobile und Jan Ullrich, mehrmals musste er oder Kloeden einem Alexandre Vinokourov nachfahren, auf der Etappe nach Gerardmer fuhr sogar Ullrich das Loch fuer Armstrong zu. Tja Platz 2 waere drin gewessen.
Platz 4. Der Bergspezialist: Francisco Mancebo (Team Illes Baleares) (+9:59)
Mancebo bewiess dieses Jahr an den Bergen seine enorme Staerke, oft nur war er mit Armstrong, Rasmussen, Basso und Valverde alleine. Hier muss man sagen das er seine Zielsetzung auch erreicht hat die hiess unter die ersten 5 zufahren, vielleicht sogar mit einem Podiumsplatz der jedoch durch seine Zeitfahrschwaeche nicht erreicht wurde (das letzte Zeitfahren fuhr er trotzdem fuer seine Verhaeltnisse sehr gut). Seine beste Etappe hatte er nach Courchevel hoch als sein Teamkollege Alejandro Valverde gewann und er die meiste Zeit Fuehrungsarbeit fuer die vierer Gruppe leistete. Bei seiner staerke in den Bergen haette auch das Bergtrickot drin sein koennen, aber als Valverde ausfiel war wohl das Gesamtklassement wichtiger weil auch schon Rasmussen zuviel Vorsprung hatte. Aber fuer die naechsten Jahre hat das Team mit Valverde und Mancebo zwei Spitzenbergfahrer die die Tour bestimmen koennen im Hochgebirge.
Platz 5. Der Angreifer: Alexandre Vinokourov (Team T-Mobile) (+11:21)
In dieser Tour ging es fuer Vinokourov auf und ab. Die Gesamtwertung verlor er schon nach Courchevel hoch, der Traum vom moeglichen Toursieg war geplatzt. Dennoch gewann er gleich am naechsten Tag die Etappe nach Briancon, und auch in Paris gewann er gestern sensationell und sicherte sich somit im letzten Moment Platz 5. Auch attackierte Vinokourov die ganze Zeit, sei es auf der 8 Etappe, der 9, 10,11 und den Pyrenaen Etappen. Angriffslustig war er, wenn es auch manchmal zuviel des guten und Kopflos wirkte. Zweimal attackierte er, und zweimal mussten seine Teamkollegen das Loch selber wieder zufahren. Zwei Etappensiege, der 5 Platz in der Gesamtwertung, eigentlich eine erfolgreiche Tour fuer ihn, wenn da nicht die grossen Erwartungen im Vorfeld gewessen waeren, die er selbst immer wieder anheizte.
Platz 6. Die positive Ueberraschung: Levi Leipheimer (Team Gerolsteiner) (+11:21)
Levi Leipheimer hat zwar ein Platz unter den Top 10 angestrebt, aber Platz 6 ist absolut zufriedenstellend fuer ihn, auch wenn er seinen 5 Platz auf der letzten Etappe verlor weil Vinokourov gewann, da haette man vielleicht besser aufpassen koennen im Team. Ich persoenlich habe ihn ja vor der Tour sogar auf ein Podiumsplatz gestellt. Leipheimer war in den Alpen stark, lies dann aber in den Pyrenaen nach und fuhr auch kein gutes Zeitfahren, so verlor er ueber 3 Minuten auf Armstrong. Im Hochgebirge musste er zudem immer wieder abreissen lassen, dennoch eine starke Tour fuer ihn.
Platz 7. Der Pechvogel: Mikael Rasmussen (Team Rabobank) (+11:33)
Vor dem Zeitfahren vorgestern war nur die Frage ob er dritter bleibt oder Ullrich ihn auf den vierten Platz verdraengt. Jedoch konnte niemand mit so einem Zeitfahren rechnen. Pech und auch Unvermoegen liessen ihn ueber 8 Minuten verlieren, mit 2 Stuerzen und sage und schreibe 4 Radwechseln. Am ende Platz 7 das man nachdem Tourverlauf schon als kleine Entaeuschung sehen kann, aber dennoch ein guter 7 Platz. Seine Etappe war ganz klar die 9 Etappe als er souveraen gewann und einen Vorsprung von 6 Minuten auf Armstrong`s Gruppe rausfuhr. Ansonsten war er natuerlich der Bergfahrer der Tour, das Bergtrickot gewann er mit 185 Punkten. Allerdings war er auch der einzige der sich wirklich fuer das Trickot zu interessieren schien.
Platz 8. Die Hoffnung auf mehr: Cadel Evans (Team Davitamon Lotto) (+11:55)
Cadel Evans zeigte eine starke Tour, und vorallem ein Phantastisches Zeitfahren zum schluss. In den Alpen sehr stark lies er den schwierigen Pyrenaen Etappen nach als er 6 Minuten verlor, ansonsten waere auch ein Platz 4 drin gewessen. Auffaellig das er in den abfahrten immer wieder Zeit verlor und das als ehemaliger Mountainbike Fahrer. Aber ich denke da ist noch Steigerungspotential fuer die naechsten Jahre, das Talent dazu hat er. Seine beste Etappe war die 16 Etappe nach Pau in den Pyrenaen, er kam in der Spitzengruppe an und nahm seinen Konkurrenten ueber drei Minuten ab.
Platz 9. Der ehemalige Helfer: Floyd Landis (Team Phonak hearing Systems) (+12:44)
Von Floyd Landis hatte ich vor der Tour etwas mehr erwartet, in den Bergen jedoch musste er immer abreissen lassen und auch im letzten Zeitfahren verlor er mit ueber 2 Minuten etwas viel fuer seine Verhaeltnisse. Auf der 18 Etappe machte er zudem einen entscheidenden Fehler als er am letzten Berg hinten reinfuhr und eine Minute auf Landis verlor. Auch er war in den Alpen staerker als in den Pyrenaen wo er gerade auf der 15 Etappe fast 5 Minuten auf Armstrong verlor. Dennoch wird Landis ein Kandidat fuer ein Podiumsplatz in den naechsten Jahren werden, ihn sehe ich so ein bisschen in der Tylor Hamilton Position.
Platz 10. Der Auffaeligste Fahrer: Oscar Sio Perreiro (Team Phonak hearing Systems) (+16:04)
Nicht umsonst wurde Perreiro zum aggresivsten Fahrer 2005 gewaehlt bei der Tour. Wenn eine Attacke ging in den Bergen die einen Sinn ergab, dann von ihm. Er gewann die 16 Etappe nach Pau und wurde knapp zweiter bei der 15 Etappe. Er lieferte zudem die Szene der Tour 2005 als er auf der abfahrt des Col De La Madeleine auf der 11 Etappe in Ullrich Manier die Kurve geradeaus fuhr und den Berg runterfuhr, zum Glueck war da nur Wiese und kein steiler Abhang. Achja zweiter in der Bergwertung wurde er auch noch, haette er sich da schon in den Vogesen/Alpen drauf konzentriert, haette er bestimmt das Bergtrickot gewinnen koennen. Eine der positivsten Erscheinungen bei der Tour 2005 und vielleicht ein Bergfahrer der in den naechsten jahren die Nachfolge von Richard Virenque angehen kann.
"I think that I'm at the highest level of my career. This is a good time to be Lance Armstrong."
Lance Armstrong, 24 July 2005
So die 92 Tour de France ist Geschichte, und wie die vorangegangenen 6 Jahre wurde sie wieder von einem Mann dominiert, Lance Armstrong. Es war vielleicht nicht so spannend wie die vergangenen Jahre, aber dies war auch denke ich nicht zu erwarten. So hier jetzt mein kleines Tour Review 2005.
Platz 1. Der Unschlagbare: Lance Armstrong (Team Discovery Channel)
Sieben mal gewann er nun schon die Tour und ist damit der erfolgreichste Tour Fahrer aller Zeiten. Auch wenn Lance Armstrong dieses Jahr “nur“ eine Etappe gewann wie im vergleich zum Vorjahr wo er gleich 6 Etappen gewann, so machte er dieses Jahr auf mich einen viel staerkeren Eindruck als in den letzten Jahren, was auch vielleicht daran lag das er dieses Jahr vielmehr “gefordert“ wurde als in den Jahren zuvor. Dieses Jahr spielte Armstrong nochmehr mit seinen Gegnern, eine demuetigung kann man schon fast das Schauspiel am Col De La Schlucht bezeichnen als er sich absichtlich zurueckfallen lies, nur um dann kurz und locker anzutretten und ohne schwierigkeiten wieder hinzufahren. Attackiert wurde Armstrong genug wie Vinokourov, Kloeden, Valverde, Ullrich, Basso und auch Rasmussen, doch auch ohne Team Kollegen schaffte es Armstrong dran zubleiben. Der unvergessene Moment fuer mich in diesem Jahr war in Courchevel als Armstrong neben Popovych fuhr, und zu ihm sagte das er jetzte gehe und er solle nochmal anziehen. Die beiden haben fast ein Sprint daraus gemacht als nur noch Mancebo, Rasmussen und Valverde folgen konnten.
Schon komisch das er ab jetzt nichtmehr dabei ist, denn man gewoehnte sich die letzten 7 Jahre irgendwie an ihn. Aber es ist auch das Gefuehl etwas besonderes erlebt zuhaben in den letzten Sieben Jahren. Man erlebt nicht oft solche grossen Sportler Live. Genauso wie mein Vater mir von Wilt Chamberlain, Muhammed Ali oder Joe DiMagio erzaehlte werde ich meinen Kindern von Lance Armstrong erzaehlen koennen. 8 Mal nahm er an der Tour teil, 7 mal wurde er Gesamtsieger, 23 Etappensiege hat er dabei erreicht und trug ueber 80 mal das Gelbe Trickot. Ein Sportler fuer die Ewigkeit, man wird ihn nun mit Leuten wie Muhammed Ali im Boxen, Michael Schumacher in der Formel 1, Joe DiMagio im Baseball, Gordi Howe im Hockey oder Wilt Chamberlain im Basketball nennen. Doch eines hat Lance Armstrong diesen Legenden ihres Sportes voraus, er trat ungeschlagen und auf dem Hoehepunkt seiner Karriere zurueck. Etwas das nur ganz ganz wenige grosse Sportler geschafft haben (mir faellt momentan ausser Armstrong kein einziger ein), und so wird Lance Armstrong als einer der groessten Sportler der Geschichte eingehen.
Platz 2. Der zukuenftige Toursieger: Ivan Basso (Team CSC) (+4:40)
Ivan Basso hat in diesem Jahr schon gezeigt was moeglich ist. In den Pyrenaen war er einer der wenigen die Armstrong folgen konnten. Im Zeitfahren lies er seine Klasse aufblitzen, und was man nicht vergessen darf, er hat sich im Vergleich zum Vorjahr wo er dritter wurde gesteigert mit seinem zweiten Platz. Wenn er das beibehaelt wird naechstes Jahr der Sieg rauskommen, erst recht wenn er nichtmehr den Giro faehrt und sich besser vorbereiten kann. Seine beste Etappe hatte er bei der schwierigsten Etappe dieses Jahr, der 15. Als einzigster konnte er Armstrong folgen und griff sogar zweimal (vergeblich) an.
Platz 3. Der wiedermal geschlagene: Jan Ullrich (Team T-Mobile) (+6:21)
Tja das Image desjenigen der nie Lance Armstrong besiegen konnte wird Jan Ullrich nie los werden, auch wenn er noch zweimal die Tour gewinnen sollte (was er nicht tun wird). In diesem Jahr muss man wie fast immer ein gemischtes Fazit bei ihm ziehen. Auf der Positiven Seite ist das er sich in der Tour steigerte und aufs Podium kam, was nach der ersten Woche nicht mit zurechnen war. Ausserdem positiv fiel auf das er dieses Jahr mehr angriff wie in den vorherigen 5 Jahren zusammen. Zwar klappte dies nicht immer, aber der Wille war zu erkennen. Aber kommen wir mal zu den negativen Sachen. Als erstes wurde der Toursieg ausgegeben was nicht klappte und somit das Ziel ein weiteres mal verfehlt wurde. Zu nennen waere da auch die Dummheit mit einem Zeitfahrrad auf der Strasse hinter einem Auto herzufahren, was nicht verwunderlich zu einem Sturz fuehrte. Sowas kann auch nur Ullrich passieren. Auch der zweite mysterioese Sturz in der Abfahrt mit dem heimtueckischen Lueftchen das das leichtgewicht Jan Ullrich von der Strasse wehte, ist wohl auch eher ein Maerchen als die Wahrheit. Hier war es wohl eher die Abfahrtschwaeche von Ullrich die dran schuld war. Eklatant hingegen waren dieses Jahr wieder die Taktische ausrichtung bei T-Mobile und Jan Ullrich, mehrmals musste er oder Kloeden einem Alexandre Vinokourov nachfahren, auf der Etappe nach Gerardmer fuhr sogar Ullrich das Loch fuer Armstrong zu. Tja Platz 2 waere drin gewessen.
Platz 4. Der Bergspezialist: Francisco Mancebo (Team Illes Baleares) (+9:59)
Mancebo bewiess dieses Jahr an den Bergen seine enorme Staerke, oft nur war er mit Armstrong, Rasmussen, Basso und Valverde alleine. Hier muss man sagen das er seine Zielsetzung auch erreicht hat die hiess unter die ersten 5 zufahren, vielleicht sogar mit einem Podiumsplatz der jedoch durch seine Zeitfahrschwaeche nicht erreicht wurde (das letzte Zeitfahren fuhr er trotzdem fuer seine Verhaeltnisse sehr gut). Seine beste Etappe hatte er nach Courchevel hoch als sein Teamkollege Alejandro Valverde gewann und er die meiste Zeit Fuehrungsarbeit fuer die vierer Gruppe leistete. Bei seiner staerke in den Bergen haette auch das Bergtrickot drin sein koennen, aber als Valverde ausfiel war wohl das Gesamtklassement wichtiger weil auch schon Rasmussen zuviel Vorsprung hatte. Aber fuer die naechsten Jahre hat das Team mit Valverde und Mancebo zwei Spitzenbergfahrer die die Tour bestimmen koennen im Hochgebirge.
Platz 5. Der Angreifer: Alexandre Vinokourov (Team T-Mobile) (+11:21)
In dieser Tour ging es fuer Vinokourov auf und ab. Die Gesamtwertung verlor er schon nach Courchevel hoch, der Traum vom moeglichen Toursieg war geplatzt. Dennoch gewann er gleich am naechsten Tag die Etappe nach Briancon, und auch in Paris gewann er gestern sensationell und sicherte sich somit im letzten Moment Platz 5. Auch attackierte Vinokourov die ganze Zeit, sei es auf der 8 Etappe, der 9, 10,11 und den Pyrenaen Etappen. Angriffslustig war er, wenn es auch manchmal zuviel des guten und Kopflos wirkte. Zweimal attackierte er, und zweimal mussten seine Teamkollegen das Loch selber wieder zufahren. Zwei Etappensiege, der 5 Platz in der Gesamtwertung, eigentlich eine erfolgreiche Tour fuer ihn, wenn da nicht die grossen Erwartungen im Vorfeld gewessen waeren, die er selbst immer wieder anheizte.
Platz 6. Die positive Ueberraschung: Levi Leipheimer (Team Gerolsteiner) (+11:21)
Levi Leipheimer hat zwar ein Platz unter den Top 10 angestrebt, aber Platz 6 ist absolut zufriedenstellend fuer ihn, auch wenn er seinen 5 Platz auf der letzten Etappe verlor weil Vinokourov gewann, da haette man vielleicht besser aufpassen koennen im Team. Ich persoenlich habe ihn ja vor der Tour sogar auf ein Podiumsplatz gestellt. Leipheimer war in den Alpen stark, lies dann aber in den Pyrenaen nach und fuhr auch kein gutes Zeitfahren, so verlor er ueber 3 Minuten auf Armstrong. Im Hochgebirge musste er zudem immer wieder abreissen lassen, dennoch eine starke Tour fuer ihn.
Platz 7. Der Pechvogel: Mikael Rasmussen (Team Rabobank) (+11:33)
Vor dem Zeitfahren vorgestern war nur die Frage ob er dritter bleibt oder Ullrich ihn auf den vierten Platz verdraengt. Jedoch konnte niemand mit so einem Zeitfahren rechnen. Pech und auch Unvermoegen liessen ihn ueber 8 Minuten verlieren, mit 2 Stuerzen und sage und schreibe 4 Radwechseln. Am ende Platz 7 das man nachdem Tourverlauf schon als kleine Entaeuschung sehen kann, aber dennoch ein guter 7 Platz. Seine Etappe war ganz klar die 9 Etappe als er souveraen gewann und einen Vorsprung von 6 Minuten auf Armstrong`s Gruppe rausfuhr. Ansonsten war er natuerlich der Bergfahrer der Tour, das Bergtrickot gewann er mit 185 Punkten. Allerdings war er auch der einzige der sich wirklich fuer das Trickot zu interessieren schien.
Platz 8. Die Hoffnung auf mehr: Cadel Evans (Team Davitamon Lotto) (+11:55)
Cadel Evans zeigte eine starke Tour, und vorallem ein Phantastisches Zeitfahren zum schluss. In den Alpen sehr stark lies er den schwierigen Pyrenaen Etappen nach als er 6 Minuten verlor, ansonsten waere auch ein Platz 4 drin gewessen. Auffaellig das er in den abfahrten immer wieder Zeit verlor und das als ehemaliger Mountainbike Fahrer. Aber ich denke da ist noch Steigerungspotential fuer die naechsten Jahre, das Talent dazu hat er. Seine beste Etappe war die 16 Etappe nach Pau in den Pyrenaen, er kam in der Spitzengruppe an und nahm seinen Konkurrenten ueber drei Minuten ab.
Platz 9. Der ehemalige Helfer: Floyd Landis (Team Phonak hearing Systems) (+12:44)
Von Floyd Landis hatte ich vor der Tour etwas mehr erwartet, in den Bergen jedoch musste er immer abreissen lassen und auch im letzten Zeitfahren verlor er mit ueber 2 Minuten etwas viel fuer seine Verhaeltnisse. Auf der 18 Etappe machte er zudem einen entscheidenden Fehler als er am letzten Berg hinten reinfuhr und eine Minute auf Landis verlor. Auch er war in den Alpen staerker als in den Pyrenaen wo er gerade auf der 15 Etappe fast 5 Minuten auf Armstrong verlor. Dennoch wird Landis ein Kandidat fuer ein Podiumsplatz in den naechsten Jahren werden, ihn sehe ich so ein bisschen in der Tylor Hamilton Position.
Platz 10. Der Auffaeligste Fahrer: Oscar Sio Perreiro (Team Phonak hearing Systems) (+16:04)
Nicht umsonst wurde Perreiro zum aggresivsten Fahrer 2005 gewaehlt bei der Tour. Wenn eine Attacke ging in den Bergen die einen Sinn ergab, dann von ihm. Er gewann die 16 Etappe nach Pau und wurde knapp zweiter bei der 15 Etappe. Er lieferte zudem die Szene der Tour 2005 als er auf der abfahrt des Col De La Madeleine auf der 11 Etappe in Ullrich Manier die Kurve geradeaus fuhr und den Berg runterfuhr, zum Glueck war da nur Wiese und kein steiler Abhang. Achja zweiter in der Bergwertung wurde er auch noch, haette er sich da schon in den Vogesen/Alpen drauf konzentriert, haette er bestimmt das Bergtrickot gewinnen koennen. Eine der positivsten Erscheinungen bei der Tour 2005 und vielleicht ein Bergfahrer der in den naechsten jahren die Nachfolge von Richard Virenque angehen kann.
