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Eigentlich hab ich ihn schon Sonntag gesehen, aber ich komme erst jetzt zu einem Kurzreview.
Django Unchained :9
Die Story des neuen Streifen von Tarantino ist so simpel wie abgedreht. Wir befinden uns in den amerikanischen Südstaaten, zwei Jahre vor dem Civil War. Der deutsche Ex-Zahnarzt nun Kopfgeldjäger Dr. King Schulz (Christoph Waltz) befindet sich auf der Jagd nach den Brittle-Brothers. Es gibt nur ein Problem: Er hat keinen blassen Schimmer wie sie aussehen. Der Sklave Django (Jamie Foxx) schon. Der Deal ist einfach: Django führt Schulz zu den Brittles und dafür gibt dieser ihm die Freiheit und Geld, damit er seine Frau freikaufen kann.
Für Tarantino muss dieser Film wie ein Kindheitstraum gewesen sein. Seine Faszination mit dem Wort "Nigger" ist hinreichend bekannt und ich habe noch keinen Film gesehen, in dem es so unfassbar häufig benutzt wurde. Der Film ist heftig, aber eher weniger durch die für Tarantino eher seltenen Gewaltszenen, sondern hauptsächlich durch den stets präsenten Alltagsrassismus. Für den musste der Streifen auch viel Kritik einstecken und wurde teilweise als rassistisch gegen Weiße angesehen, allerdings ist für Menschen mit Gehirn ziemlich offensichtlich, dass auf die historische Korrektheit hier ungefähr so wie bei Inglorious Basterds Rücksicht genommen wurde. Dementsprechend ist das also mal wieder ein Diskussionsthema für Vollidioten.
Die Story ist ganz witzig, die Actionszenen sind cool, aber nur damit wäre er eine 5/10, denn Django Unchained lebt von den Dialogen und den schauspielerischen Leistungen. Christoph Waltz hält als Dr. King Schultz die Qualität von Basterds. Sein erfundener, deutscher Akzent in Kombination mit der unglaublich gewählten Sprache (die einen Nebencharakter zu "Speak English, dammit!" verleitet) macht beim Zuhören einfach nur Spaß. Jamie Foxx bleibt zu Anfang noch sehr blass und wird von Waltz an die Wand gespielt, in den Szenen, die er später alleine halt, ändert sich das dann aber und in der letzten extrem pathetischen Szene läuft einem echt ein Schauer den Rücken hinunter. DiCaprio als Calvin Candie ist auch ziemlich gut, bei ihm ist ebenfalls der Akzent klasse, man achte vor allem auf seine Dozentenszene gegen Ende des Films. Der heimliche Star ist aber Samuel L. Jackson. Ich muss zugeben, dass ich zu den Leuten gehört, die ihn nach dem Fehlcast in Star Wars für eindimensional gehalten hat oder wie RedLetterMedia es ausdrückte: "Samuel L. Jackson is awesome, when he can scream at things. If he can't scream at thinks, don't cast Samuel L. Jackson." Was hatte ich unrecht. Er spielt Calvin Candies "Housenigger" Stephen sowas von perfekt. Die Szene, in der er zuerst auftaucht, ist oscarreif. Was mich dann auch zu meinem Appell bringt: Egal, wie ihr zu Synchros steht, ob ihr sie hasst oder ob ihr nur synchronisierte Filme guckt, bitte, bitte, bitte guckt ihn im Originalton! Der Film lebt von den Dialogen, der Wortwahl und den Akzenten. Eine Synchro zerstört euch das alles.
Die Musik ist großartig und besteht zum größten Teil aus alten Italo-Western-Stücken. Der ganze Film fühlt sich trotz der Sklaventhematik auch wie ein Western an.
Kurz gesagt: Es ist halt ein Tarantino. Es wird niemanden geben, der ihn ok findet. Die Zuschauer werden ihn hassen oder lieben.