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Jung und unverbraucht - Auf dem Weg zum Tour de France Sieg
#21
[Bild: http://europe-branding.com/sport-bild_logo.gif]

Klöden: "Ich brauche mich vor Jan nicht verstecken"

[Bild: http://sport.ard.de/sp/radsport/news2005...rd_400.jpg]
Klöden lässig wie gewohnt während dem Interview mit Sport Bild

Sport Bild: "Guten Tag, Herr Klöden. Danke, dass sie sich Zeit genommen haben für dieses recht kurzfristige Interview.
Natürlich wollen wir uns nicht nur mit den Aussagen von Pevenage und Ullrich beschäftigen, sondern vielmehr auch auf ihre Ziele für dieses Jahr eingehen."
Klöden: "Dafür danke ich. Es ist in Deutschland leider so, dass mein Name meist nur in Verbindung mit Jan fällt, wobei er sich diesen Respekt und diese Bewunderung seitens der Menschen auch verdient hat.
Aber da will ich auch hin bzw. ich bin auf einem guten Weg."
Sport Bild: "Es in Radsport-Deutschland unmöglich nur noch einen Jan Ullrich zu sehen, sie haben ihnen letztes Jahr verdrängt, jedenfalls für den Moment."
[Bild: http://www.spiegel.de/img/0,1020,479860,00.jpg]
Klöden im Schatten vom einzigen deutschen Tour-Sieger, Jan Ullrich
Andreas Klöden: "Das ist eine Momentaufnahme, die man nicht mal so stehen lassen kann.
Jan hat schließlich auch die Tour de Suisse gewesen.
Aber Sie haben Recht, dass in deutschland fast nur Jan gesehen wird, sogar ein Erik Zabel kommt da zu kurz, obwohl er einen Rekord für die Ewigkeit hat. Alle stehen sie im Schatten von Jan und aus diesem Schatten will ich herauskommen. Das geht aber nicht, wenn ich bei der Tour de France der Tempomacher für Jan sein soll.
Olaf Ludwig hat mich verstanden und es war quasi eine Vereinbarung im neuen Vertrag, dass ich eine Rundfahrt als Kapitän bestreiten darf."
Sport Bild: "Sie haben den Giro d´Italia ausgewählt. Können sie die Entscheidung erläutern."
Andreas Klöden: "Sicherlich, der Giro ist dieses Jahr sehr schwer, vom Profil deutlich schwerer als die Tour" ...
Sport Bild: "Die Schwierigkeit machen aber auch noch die Fahrer aus" ...
Andreas Klöden: "Das ist richtig, aber der Giro ist sehr gut besetzt, vor allem mit Kletterspezialisten. Da will ich auch zeigen, dass ich im Hochgebirge meine Fähigkeiten weiter verbessern kann. Aufs Zeitfahren kann ich mich alleine nicht verlassen.
Ein weiterer Grund den Giro zu nehmen war die Hoffnung, dass Ulle ihn dann vielleicht als Vorbereitung fahren würde um mir zu helfen.
Ich hab ihn die Berge hochgezogen und er wollte es mir irgendwann zurückzahlen, nur leider ist es dieses Jahr nicht der Fall, obwohl es sich anbietet, schließlich kreuzt sich der Giro auch nicht mit Deutschland-Tour." ( 15.8.-23.8., d.Red )
[Bild: http://www.triera.net/upload/sport/koles...3_show.jpg]
Wechsel an der Spitze: Ullrich atmet tief, während Klöden, der sich zu seinem Noch-Kapitän umschaut, recht lässig fährt.
Sport Bild: "Damit wären wir bei den Aussagen seitens den Herren Pevenage und Ullrich von vor 2 Wochen." Pevenage auf die Frage ob Ullrich nicht als Helfer von Klöden den Giro bestreiten könnte: Dafür haben wir genug andere, die sich in dieser Rolle besser auskennen. Der Jan wird seine Form ruhig und kontinuierlich aufbauen.
Klöden: "Mich hat das schon ein wenig gekränkt. Rudy´s Aussagen waren schon ein wenig hart. Es fühlt sich an, als wenn ich es nicht wert bin, als ob es sich nicht lohnt sich für mich aufzuopfern und gleichzeitig die eigene Form zu verbessern. Da erwarte ich mir von Jan eigentlich mehr eigene Entscheidungen, da muss er auch mal selber was sagen. Aber er fügt sich Rudy immer wieder. "
Sport Bild: "Jan Ullrich selbst hat zu diesem Thema nichts gesagt, nur, dass er versteht, dass Sie selber eine Kapitänsrolle übernehmen wollen."
Klöden: "Das ist das typische, Jan lässt sich zu viel von anderen Personen leiten ... sehen Sie, der Jan sagt mir unter 4 Augen, dass er mir die Arbeit, die ich für ihn bei der Tour 2004 leistete war, irgendwann danken wird, wenn ich selber mal der Kapitän bin.
Man muss ja auch sehen, dass ich auf dem Papier eigentlich schon letztes Jahr der Kapitän war, ich hatte die bessere Ausgangslage, hab mich aber untergeordnet, da ich dem Jan vertraue."
Ich erwarte, dass er mir dieses Vertrauen zurückzahlt.
Sport Bild: "Muss es denn unbedingt dieses Jahr beim Giro sein?"
Klöden: "Nein, das bestimmt nicht. Aber mich kränkt die Art von Rudy Pevenage, wonach Jan für eine Helferrolle zugut ist und womit er die gesamte Mannschaft zu Jan´s Untertanen degradiert. Jan muss dann auch mal was sagen, weil er selber weiß, dass das so nicht richtig ist."
Sport Bild: "Ok, lassen wir das Thema. Wie läuft denn derzeit die Vorbereitung auf den Giro?"
Klöden: "Ich kann mich nicht beklagen. Am Freitag steige ich beim Criterium International ins Renngeschehen ein."
Sport Bild: "ist das nicht recht spät für einen, der beim Giro ganz vorne fahren will?"
Klöden: "Das könnte man denken, aber ich habe mich intensiv auf den Renneinstieg vorbereitet, hab Höhentrainingslager auf den Kanarischen Inseln hinter mir und fühle mich nun sehr gut.
Ich wollte auch selber erst einsteigen, wenn ich mich dazu bereit fühle vorne mitzufahren. Das steigert das eigene Selbstvertrauen doch um einiges."
[Bild: http://www.cyclingnews.com/photos/2004/j...ge26_s.jpg]
Jubelt Andreas Klöden so auch beim Giro?
Sport Bild: "Wie gehts dann weiter?"
Andreas Klöden: "Ich werde wohl die Baskenlandrundfahrt Anfang April bestreiten um vielleicht auch schon erste ProTour-Punkte zu holen.
Danach werden noch einige Ardennenklassiker und eventuell die Tour de Romandie folgen um die Topform endgültig zu erreichen."
Ich will mit 100 % beim Giro starten.
Sport Bild: "Dafür wünschen wir Ihnen viel Glück und wir danken für das Gespräch:"
Klöden: "Danke, gerne wieder."

[Bild: http://www.heute.de/ZDFde/img/35/0,1886,2524323,00.jpg]
Fährt Klöden dem Rest des Feldes auf Dauer davon?
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#22
Einen guten Abend wünsche ich,
meiner endet jedenfalls wunderbar.
Ich war gerade bei der Massage und nun werde ich nochmal in die Wanne und einfach nur entspannen.
Dann gehts zum Team und das Rennen wird ausgewertet.
Ab morgen wartet dann wieder belgischer Trainingsalltag mit den anderen Kopfsteinpflasterspezialisten von uns.
Ich weiß aber nicht ob ich das morgen ohne weiteres durchstehen werde.
Ich hatte heute mein erstes Saisonrennen und ich war meiner Meinung nach noch nie so erschöpft.

Ich hab sogar ein recht kleines Foto meiner Zielldurchfahrt rausgesucht ... ich seh da ja noch recht locker aus, aber es war die Hölle.
[Bild: http://www.cyclingnews.com/photos/2005/a...ev23tn.jpg]
Es war zwar die Hölle, aber wegen diesem Kampf bis ans Äußerste liebe ich den Radsport ja.
Das ich am Ende "nur" 26. wurde mit über 4 Minuten Rückstand auf den Sieger Roger Hammond wurde war mir egal.
Schade nur, dass da vorne unser Topmann Steffen Wesemann die Ausreißer Nick Nuyens und eben diesen Hammond nicht mehr abfangen konnte.
Aber das Mannschaftsergebnis war recht zufriedenstellend, wie man sieht.

1. Roger Hammond
2. Nick Nuyens +0:07
3. Steffen Wesemann +0:10
4. Mark Wauters
5. Sergej Ivanov
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#23
Das Criterium International lief recht ordentlich für das Team T-Mobile.
Zwar blieb ein Podiumsplatz in der Gesamtwertung verwehrt, aber Erik Zabel sorgte für einen Etappensiegn und Andreas Klöden mit seinem 5.Gesamtrang für eine Bestätigung, dass er beim Giro seine Topform erreichen könnte.
Große Gegner gab es genug an denen man sich messen konnte. Rebellin, Valverde, Thomas Dekker, Moreau und Julich um nur einige zu nennen.
Klödens 5. Gesamtrang sollte aber nicht über kleine Defizite am Berg hinwegtäuschen, denn dort fuhren ihm Leute wie Valverde und Julich noch davon.
Den Bonus holte er sich im Zeitfahren.
Klöden, der sich zuvor in der Sport Bild zu Wort meldete und eine größere Rolle im Team beanspruchte, sah das ganze recht locker: "Dass die Topform noch nicht da ist ist für mich nicht so schlimm. Wir haben noch über einen Monat bis zum Girostart und es läuft alles nach Plan. Man kann beim Giro mit mir rechnen, ich habe einiges zu beweisen."

Nachfolgend die Ergebnisse

1.Etappe

1. Erik Zabel
2. Jan Kirsipuu +0:00
3. Juergen van Loocke
4. Jan Koerts
5. Samuel Dumoulin

2.Etappe

1. Davide Rebellin
2. Alejandro Valverde +0:08
3. Bobby Julich +0:08
4. Chris Horner +0:22
5. Sylvain Chavanel +0:22
...
9. Andreas Klöden +0:42

3.Etappe EZF

1. Bobby Julich
2. Thomas Dekker +0:04
3. Christophe Moreau +0:05
4. Linus Gerdemann +0:07
5. Andreas Klöden +0:09


Endergebnis

1. Bobby Julich
2. Davide Rebellin +0:19
3. Alejandro Valverde +0:20
4. Christophe Moreau +0:47
5. Andreas Klöden +0:51
6. Thomas Dekker +1:02
7. Didier Rous +1:20
8. Sandy Casar +1:20
9. Chris Horner +1:29
10. Erik Zabel +1:30
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#24
Bitte weiterhin vereinzelt Kritik und Kommentare, ohne geht die Motivation mit der Zeit weg.
Gilt jetzt besonders für die Radsportfans unter euch :winke:
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#25
Ullrich verliert 3 Minuten auf Armstrong und ist zufrieden. Wie in echt! Kloden prallt in der Vorbereitung und es laeuft auch nicht. Auch realistisch. Das Spiel gefaellt mir Breites Grinsen

Wann kommt den der Giro und vorallem wenn nomminierst du fuer den Giro, und wer wird Team Captain sein?

PS: Die Interviews sind geil. Ich stelle mir das gerade in echt vor, ich glaube spaetestens im April wuerde das Team ausseinanderfallen wegen den Streitereien Breites Grinsen
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#26
Meine Fantasie erlaubt mir ja einiges.

Giro dauert noch ein wenig, vorher kommt noch Flandern, Baskenland-Vuelta, Roubaix, bla bla bla ... halt das Wichtigste im April

Beim Giro starten von T-Mob auf alle Fälle Klöden, Guerini, Soler, Burghardt ... vielleicht noch Konecny und Lara ... mal gucken
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#27
Rund um Köln am Ostermontag wird zu T-Mobile-Festspielen

Am 28.03.2005 stand Rund um Köln an.
Am Ostermontag, wie es Tradition is versammelte sich die deustche Radsport-Elite am Dom, aber auch einige andere Topteams, wie Saunier Duval schickten ein gutes Aufgebot an den Rhein.
Das Profil war recht schwierig.
Nach einer flachen ersten Hälfte warteten erst 2 längere Anstiege und dann auf den letzten 30 km 4 kurze steile Anstiege, wobei einer davon den Zielansteig darstellen sollte.
Auch das Wetter spielte mit: 14 Grad und sonnig. Das sollte Jan Ullrich freuen, welcher dann auch ein recht engagiertes Rennen fuhr.
In diesem lösten sich früh 7 Fahrer vom Feld.Am ersten Anstieg schlossen weitere 7 auf und somit bildete sich eine schlagkräftige Gruppe, deren bekanntesten Mitglieder wohl Rafael Casero, Manuel Mori und Stefan Adamsson waren.
40 km vor dem Ziel hatte man etwas über 3 Minuten Vorsprung, aber nun, da auch die letzten Anstiege anstanden, fing T-Mobile an Tempo zu machen.Dabei opferte sich auch früh ein Mann, der in genau 2 Monaten auf der obersten Stufe des Giro-Podiums stehen soll, Andreas Klöden.
Für einen war das Tempo wohl noch nicht hoch genug.
Der junge deutsche Mitfavorit Linus Gerdemann attackierte schon am 1. der 4 Anstiege.
Die Spitzengruppe fiel inzwischen auseinander und vorm 3. der Anstiege waren nur noch 6 Leute, u.a. Adamsson, Mori und Casero vorne.
Dahinter verfolgte Linus Gerdemann die Gruppe als Solist.
Allerdings ohne Erfolg, denn eine inzwischen nur 24 Mann starke Kopfgruppe mit 6 T-Mobile Leuten holte ihn ein.
Kurz vor Ende des 3.Anstieges waren folglich nur noch die 6 Ausreißer vorne, hatten aber immer noch etwas mehr als eine Minute Vorsprung.
Als sich im Verfolgerfeld schon alle mit einer gemeinsamen Verfolgung abfinden wollten gab es eine Tempoverschärfung von T-Mobile um Klöden und Ullrich.
Im Schlepptau Wesemann und Kessler.
Klöden und Ullrich gingen vorne raus und Wesemann zog an. Er fuhr nun nur noch mit Kessler über die Kuppe des 3.Anstieges, während Ullrich und Klöden sich nach getaner Arbeit ausruhen konnten.
Im Flachstück schlossen Wesemann und Kessler schließlich zur Spitzengruppe auf und als es in knapp 3 km langen den Zielanstieg ging war es wiederum Wesemann der das Tempo anzog.
Dann ging Kessler aus dem Windschatten heraus.
Casero versuchte kurz zu folgen, ließ dann aber doch von diesem Gedanken ab.
Während Kessler vorne den Sieg feiern konnte kämpfte Rafael Casero als 2. ins Ziel.
Wesemann, der vorher das Tempo hochhielt konnte immerhin noch 3. werden.
Das große Verfolgerfeld zersplitterte am letzten Anstieg auch noch, wobei noch 2 der 6 Ausreißer geschluckt werden konnten.
Hier das Ergebnis

1. Matthias Kessler
2. Rafael Casero +0:39
3. Steffen Wesemann +1:00
4. Manuel Mori +1:10
5. Stefan Adamsson +1:25
6. Santo Anza
7. Erik Zabel +1:28
8. Björn Papenstein +1:30
9. Sven Renders
10. Jan Pokrandt
...
16. Jan Ullrich +2:09
19. Andreas Klöden +2:29

Stimmen zum Rennen

Matthias Kessler: "Das ist unglaublich. Es läuft derzeit alles perfekt und es erfüllt mich mit Stolz bei diesem prestigeträchtigen Rennen in meiner deutschen Heimat gewonnen zu haben. Nun muss ich meine Form halten um bei den Ardennenklassikern genauso aufzutrumpfen und eventuell eine Rolle in der ProTour-Wertung zu spielen."

Rafael Casero: Schade. Als wir 10 km vorm Ziel noch über eine Minute hatten machte ich mir Hoffnungen auf den Sieg, denn ich konnte sehen, dass ich stärker am Berg war als die anderen. Aber als ich dann von der T-Mobile Attacke um Kessler hörte wusste ich, dass das ganz schwer werden würde. Trotzdem ein tolles Rennen."

Jan Ullrich: "Meine Rolle war es in Gruppen mitzugehen bzw. Matze oder auch Ete zu helfen. Ich bin zwar etwas enttäuscht, dass ich keine Gruppe fand, die wegkam, aber ich denke, dass ich meinen Job sonst ganz gut gemacht habe. Ich merke wie die Form immer besser wird."

Andreas Klöden: Mit dem Resultat können wir als Team zufrieden sein, ich selber bin es nicht wirklich. Ich musste zu viel Tempo fahren um am Ende ein Wörtchen vorne mitreden zu können. Nachdem ich für Matze das Tempo lanciert habe bin ich mein Tempo gefahren, wobei ich gerne länger bei Matze geblieben wär. Glückwunsch an ihn."

Erik Zabel hatte auch einiges zu sagen.
Er verkündete, dass er nach derzeitigem Stand auf die Tour verzichten würde.
Ihm käme es so vor, als sei die Teamleitung der Meinung, dass er dem Ziel des Toursieges dort im Weg stehen würde.
Stattdessen werde er den Giro d´Italia fahren.



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#28
[Bild: http://www.tbaycc.ca/2002/ArnoldDevlin/r...vation.jpg]

Das ist sie, die Flandern-Rundfahrt auf Papier gebracht.
Dieses Profil konnte ich mir heute vor Rennbeginn auch anschauen und einerseits freute ich mich, andererseits wurde mir ein wenig mulmig.
Man hört ja Jahr für Jahr von den vielen Stürzen auf den Pavé´s, also den Kopfsteinpflastersektionen.
Meine Stimmung wurde allerdings um einiges besser als zum Start sich eine recht dichte Wolkendecke langsam auflöste.
Bei Sonnenschein staubt es zwar immer ziemlich stark auf dem Kopfsteinpflaster, aber besser als bei Regen zu fahren.
Da sind die Steine nämlich glatt wie Schmierseife.
Am Start stand ich direkt neben meinem Kapitän Wesemann, ich nahm meine Aufgabe halt ernst.
Sonst waren von uns noch Klier, Ivanov, Zabel, Avermaat, Schreck und Aldag dabei.
Favoriten waren neben Wese Van Petegem, Hincapie, aber ganz besonders Boonen.
Allerdings trennten sich einge der oben genannten Fahrer schon recht früh voneinander.
Direkt hinter der Spitze des Hauptfeldes gab es auf dem ersten Pavé einen Sturz und so trennte sich die Meute für über 50 km.
Ca. 150 km vor dem Ziel war das Feld dann wieder fast vollständig.
Während hinten Fahrer abreißen lassen mussten gab es vorne immer wieder Attacken, u.a. von Marc Wauters.
Er bildete von nun an mit Hoffman von CSC die Spitzengruppe, verfolgt von Kirsipuu und Mattan.
Als diese Gruppe zu einer 4 Mann starken zusammenfuhr war ich leider nicht mehr im Verfolgerfeld.
Ich hatte davor viel für das Tempo getan, fiel dann, als noch etwas weniger als 40 Mann in der Gruppe waren raus.
Enttäuscht musste ich aber nicht sein, denn neben mir fiel ein sehr renomierter Fahrer ebenfalls weg, Erik Dekker.
Was an der Spitze nun abging bekam ich per Funk mit.
Leider hörte ich erstmal eine negative Nachricht.
Unser Co-Kapitän Andreas Klier konnte das Tempo nicht mehr halten, der Sturz hatte ihn wohl doch stärker mitgenommen.
Dann gab Olaf Ludwig aber was erfreuliches durch.
Steffen Wesemann griff an am Taalenberg, ca. 45 km vor dem Ziel. ich habe gleich ein Bild aus dem Netz rausgesucht.
[Bild: http://www.sportzone.ch/imgGallery/04042004204305m.jpg]
Am hinteren Ende des Bildes erkennt man Peter van petegem, der im Endeffekt als einziger mitgehen konnte.
Die beiden schlossen zur Spitzengruppe auf, worauf gleich die nächste Attacke folgte, diesmal aber von Van Petegem, welche Steffen nicht mitgehen konnte.
Die 4 anderen ließen sie trotzdem stehen.
Im Verfolgerfeld machte Quick Step für Boonen Tempo wodurch auch Leute wie Hincapie, aber auch die restlichen Leute von uns, Ete Zabel, Sergej Ivanov und Rolf Aldag Probleme bekamen.
Noch größer wurden die Probleme als Boonen merkte, dass der Rückstand auf Van Petegem 35 km vor dem Ziel immer noch fast 3 Minuten betrug, also nicht kleiner wurde.
Boonen attackierte nun selbst und der Rest der Gruppe flog auseinander.
Die 3 Leute von uns blieben zusammen.
Wie von einem anderen Stern flog Boonen heran, 25 km vor dem Ziel waren es auf Van Petegem noch etwas über 2 Minuten, Wesemann hatte er schon erreicht.
An der Mur von Gerardsbergen, ca. 12 km vor dem Ziel waren es noch 30 Sekunden.
Wese wurde wohl etwas demotiviert durch Boonens Antritt, er verlor schnell den Anschluss und auch Flecha und Tafi zogen von hinten noch an ihm vorbei.
4 km vor dem Ende, schon in Meerelbeke, erreichte Boonen dann seinen Landsmann, der ihm dann auch nichts mehr entgegensetzen konnte.
[Bild: http://www.sportwereld.be/Assets/Images_...on1.MM.jpg]
Wese kam als 5. ins Ziel mit deutlichem Rückstand.
Ich wurde am Ende 44., mit fast 21 Minuten Rückstand.
Daran sieht man, dass ich noch am Anfang stehe und Tom Boonen von einem anderen Stern ist, denn er steht auch noch fast am Anfang bzw. schon mit 22 in seiner 2. oder 3. Saison als Profi kam er bei einem großen Kopfsteinpflasterklassiker aufs Podium.
Das war im Jahr 2002 bei Paris-Roubaix.
Aber auch von uns scheint einer von einem anderen Stern.
Greg van Avermaat, erste Profisaison, vor kurzem zarte 20 geworden, wurde heute 17.
Der Junge ist unglaublich.
Nun aber das Ergebnis des heutigen Tages.

1. Tom Boonen
2. Peter van Petegem +0:22
3. Juan Antonio Flecha +2:54
4. Andrea Tafi +3:23
5. Steffen Wesemann +4:13
6. Roger Hammond +4:45
7. Leif Hoste +5:21
8. Viatcheslav Jekimov +5:45
9. Tristan Hoffman +5:45
10. Lars Michaelsen +5:45
11. Erik Zabel +6:05
12. Rolf Aldag +6:05
13. Sergej Ivanov +6:05
14. George Hincapie +8:37
15. Nico Mattan +8:37
...
17. Greg van Avermaat +9:33
34. Andreas Klier +16:53
44. Marcus Burghardt +20:57


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#29
Samstag, 09.04.2005
Vorabend von Paris-Roubaix in einem Pariser Hotel
Zimmer von Marcus Burghardt und Greg van Avermaat

Hi ihr Radsportverrückten,
ich sitze hier gerade mit Greg vor meinem Laptop.
Bis eben haben wir ein wenig gespielt, Radsportmanager natürlich.
Demnach gewinne ich im Jahr 2008 die Tour und Greg wird zum Kopfsteinpflasterkönig im Frühjahr.
Wäre natürlich schön, wenn sich das bewahrheitet.
Aber, dass wir beide noch weit von der Perfektion entfernt sind ist uns klar.
Am Mittwoch wurde uns beiden das bei Gent-Wevelgem aufgezeigt.
Bis zur vorletzten Pavé-Sektion waren wir beide in einer großen Favoritengruppe, aber als dann vorne die Favoriten um Boonen, Hincapie und Wesemann das Tempo anzogen waren wir nicht mehr vorne dabei.
Greg fiel in die 2.Gruppe zurück, ich sogar in die 3.
Vorne bildete sich währenddessen die 12 köpfige Spitzengruppe und wir hatten dabei wohl nicht nur Steffen Wesemann als Ass im Ärmel.
Gespannt lauschte ich Mario Kummer im Teamfunk wer vorne noch dabei sei.
"Rolf, Sergej, Andreas - ihr macht jetzt das Tempo vorne und passt auf, dass keiner wegspringt. Es dürfte im Sprint schwer werden Tom Boonen zu schlagen, aber Ete hat es schon gepackt. Zur Not haben wir auch noch Steffen ... Marcus wie läufts bei dir hinten? Alles im grünen Bereich?"
Ich meldete mich bei Mario, dass meine Gruppe gut harmoniere und wir das Rennen locker zu Ende fahren könnten.
5 Leute waren von uns also vorne: Stefan Schreck, Rolf Aldag , Sergej Ivanov, Steffen Wesemann und Erik Zabel.
Ich dachte kurz darüber nach, ob Erik Tom Boonen im Sprint schlagen könnte, aber nicht zu lange, denn im Radsport ist höchste Konzentration gefragt.
Vorne nährte sich die Sptzengruppe nun dem Ziel, etwas weniger als 2 km waren es noch.
Ich steckte wieder den Stöpsel ins Ohr und lauschte Mario Kummer: Tom Boonen hat nur Nick Nuyens bei sich, also fahren wir eine riskante Taktik im Sprint. Ihr baut den Zug auf. Ganz nach vorne geht jetzt der Andreas, dahinter Sergej, dann kommt Rolf, dahinter Erik und dann Steffen."
Nun war meine Verwunderung groß.Warum Steffen an letzter Position?
Ich verstand es nicht wirklich, deswegen hörte ich weiter zu, als nur noch etwas mehr als 1 km zu fahren war.
"Ich habe mir gedacht, dass Boonen sicher das Hinterrad von Erik sucht, deswegen wollen wir versuchen Wese als Bremsstein zwischen die beiden zu bringen, wenn Erik vorne losgeht, dann geht Steffen zur Seite raus und Boonen muss einiges an Metern zufahren. Das könnte klappen, vielleicht denkt Boonen ja auch, dass wir für Wese fahren, schließlich hat er auch noch keine Tempoarbeit gemacht ... Andreas jetzt raus vorne, bis 600 m vor das Ziel kommt Rolf, dann Sergej ..."
Jetzt verstand ich es und ich fand es genial, ich hörte weiter aufmerksam zu und es klappte wirklich.
Quick-Step konnte selber keinen Zug aufbauen, so musste Boonen an unseren ran, direkt hinter Steffen.
Die letzten Meter hörte ich wieder über den Stöpsel: "Sergej raus vorne ... und jetzt zieh Erik, Boonen ist schon fast an Steffen dran, der hats wohl gecheckt. Komm Ete, geb alles, zieh durch, jaaaaaaaaaa, nur noch 50 m, das packst du. JAAAAAAA. Wunderbar, klasse Erik, super Ding, Glückwunsch Steffen, noch 3. geworden. Eule wartet auf euch mit paar Beuteln. Super Jungs, ich geb heut Abend einen aus."
Ich stieß hinten einen Jubelschrei aus, was meine Gruppenkameraden wunderte, aber mir war das egal.
Vor mir sah ich nun auch den 1 km Balken und auch Greg seine Gruppe war in der Ferne zu sehen.
Ich fuhr locker ins Ziel.
Abends saßen wir noch im Hotel zusammen und tranken Sekt. Danach ging es ins Zimmer an den Laptop, wo ich mir die Resultate von der Baskenland-Rundfahrt von Klödi einholte, doch dazu später meh.
Auch eine weitere erfreuliche Nachricht erreichte mich.
Das "Fötchen" Markus Fothen gewann bei der Sarthe Rundfahrt das Zeitfahren und führte nun. Am Ende wurde er bei der "Gerolsteiner-Meisterschaft" 2., vor ihm ein Teamkamerad, hinter ihm weitere 2 Gerolsteiner-Fahrer.
Dasfreut mich für ihn und ich hoffe ihn beim Giro zu sehen, denn es steht nun eigentlich fest, dass ich dort starte. Der Klödi hat sich dafür eingesetzt.
Freut mich, dass ein erfahrener Mann wie er so viel von mir hält. Ich werde es ihm mit harter Arbeit zurückzahlen.
Nun noch kurz das Resultat von Gent-Wevelgem, für welches es übrigens ProTour-Punkte gab.

1. Erik Zabel
2. Tom Boonen +0:00
3. Steffen Wesemann
4. George Hincapie
5. Frank Hoj
...
17. Greg van Avermaat 2:23
21. Marcus Burghardt +2:54
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#30
Die Lehrjahre sind vorbei - Die Jungen Wilden sind erwachsen

17.03.2009, Münster

Hi Jungs,
ja ... was soll man sagen ... die letzten Jahre vergingen wie im Flug und wir sammelten weiter unsere Erfahrungen.
Zwar teilten wir diese nur noch ein Jahr mit Marcus Burghardt, der darauf nach Belgien wechselte, aber es ging trotzdem weiter.
Ich für meinen Teil fuhr für T-Mobile meine ersten großen Rundfahrten, bestritt den Giro d´Italia 2006, den ich als 19. beendete.
2007 wurde dann noch erfolgreicher für mich.
Ich wurde 4. bei der Tour de France und kurz darauf 2. bei der Deutschland-Tour.
Da auch Markus Fothen stark abschnitt bei der Tour de France titelten die großen Boulevardblätter gleich, das Ulle´s Erbe gerettet ist.
Ich wollte das natürlich beweisen und setzte alles auf die Tour 2008.
Das Team setzte auf mich und auf eine Neuverpflichtung ... Markus Fothen.
Was für eine Freude mit meinem alten U23 - Kumpel wieder zusammen zu fahren. Und es zahlte sich aus.
Bei der Dauphine überrumpelte er mich noch und wurde 2. während ich mit Platz 10 zufrieden sein musste.
Aber bei der Tour de France wurde die Rechnung nicht ohne den Wirt gemacht - und der war in diesem Fall nicht Ivan Basso, nicht Alejandro Valverde, nicht Andrej Kashechkin, nein der Wirt war ich.
Ich gewann die letztjährige Tour de France vor Ivan Basso und Markus Fothen.
2 Deutsche auf dem Podest bei der Tour, was für ein Erfolg.
Kurz darauf wurde unser Team von einigen Hiobsbotschaften ereilt.
So verließen uns Janez Braijkovic, Pieter Weening und auch Patrik Sinkewitz, 3 unentbehrliche Stützen des Teams.
Die Trauer überwiegte aber nur kurz, denn mit Alejandro Valverde und dem jungen deutschen Sprinstar Heinrich Haussler wurde überragender Ersatz verpflichtet.
Zwar bedeutet die Verpflichtung Valverdes für mich, dass ich hart um meine Kapitänsrolle kämpfen muss, aber das nehme ich in Kauf für den Erfolg des Teams.
Alejandro bewies mit dem Sieg bei Paris-Nice auch schon seine Wichtigkeit.
Ich hab mich noch nicht wirklich in Szene gesetzt, aber das sieht meine Saisonplanung zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht vor.
Morgen steht übrigens Mailand-San Remo an, wobei ich Heinrich, Alejandro & co. natürlich die Daumen drücken werde.
So far,

Euer Linus

Linus Gerdemann, 26 Jahre alt, 2.deutscher Tour de France Sieger, und Markus Fothen, 27 Jahre alt, 3. der Tour de France 2008, werden in Zukunft über die Ereignisse ihrer Karriere berichten
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