22.07.2006, 21:13
Herzlich Willkommen zur 203 Ausgabe von Nef`s Voice. Nach den ganzen UFC Previews/Reviews geht es in dieser Woche wiedermal um ein Pro Wrestling Thema, und die Frage ob das callen von Matches immer mehr zu einer verlorenen Kunst wird? Aber keine Angst, es wird hier nicht eine Ausgabe von der “frueher war alles besser“ Kolumne. Jedoch war frueher alles ganz einfach, der Heel callte das Match, und in manchen Ausnahmen auch der Referee oder der Face. Heutzutage jedoch macht man immer mehr die Erfahrung das vor den Shows in den Lockerrooms die Matches beprochen werden. Ich sage nicht das es ueberall ist, sondern das man immer mehr die Erfahrung macht! Wie sovieles im Pro Wrestling, hat sich auch der Ablauf der Matches und Vorbereitung erheblich weiter entwickelt, und darum soll es in dieser Kolumne gehen.
Es gibt drei Arten wie man Matches fuehrt, man callt es, man plant es Move by Move im Vorfeld, und es gibt eine Mischung aus beidem. Und genau diese Mischung wird heute immer mehr angewandt, viele Wrestler besprechen im Locker Room vorher wie sie sich das Match vorstellen, jedoch choreographieren sie es nicht. Wrestler A schlaegt ein paar Moves vor, dann Wrestler B, sie besprechen welche Moves die Heat ziehen sollen, und die Finishing Sequenzen werden immer komplizierter, jedoch plant man die Matches nicht Move by Move! Die Wrestler bekommen so schon vorher einen ziemlich guten Eindruck davon wie das Match ablaufen wird, sie bewahren sich jedoch gleichzeitig die Flexibiltaet zu improvisieren im Ring. Um mal einen Vergleich zu ziehen, es ist wie ein Football Coach, der sich vorher 25-50 Spielzuege raussucht. Er weiss welche Spielzuege er machen will, er hat jedoch keine genaue Rangfolge wann er welchen Spielzug zu welchem Zeitpunkt macht. Man organisiert es nach der Situation die auftaucht, und bleibt somit flexibel. Und genau so kann man sich das in etwa vorstellen im Pro Wrestling. Wenn man heutzutage Wrestler sieht wie sie Matches vorher durch choreographieren, dann sind es meistens Cruiserweights die ihre Spots absprechen. Ich sage nicht das es alle Cruiserweights sind, oder das es ausser Cruiserweights niemand gibt der choreographiert, allerdings faellt es auf das es ueberwiegend Cruiserweights bei Independent Shows anwenden. Ich denke das ist einer der Gruende von vielen, warum das Cruiserweight Wrestling in Nord Amerika keine grosse Fanbase hat. Einige dieser Spot Matches schauen nicht wie Wrestling Matches aus, sondern eher wie Tanzwettbewerbe wo zwei Partner zusammen arbeiten.
Der Grund warum sich das Absprechen vor den Matches heutzutage geaendert hat ist ganz einfach zunennen, Kayfabe! Um frueher Kayfabe zu schuetzen gab es vor den 80er Jahren oft zwei separate Gaenge zum Ring, um somit auch zwei separate Locker Rooms. Einen fuer die Heels und einen fuer die Faces, zwei Wrestler die gegeneinander antratten sahen sich manchmal im Ring das erstemal. Es gibt unzaehlige Geschichten von Harley Race, Jack Brisco, Dory Funk Jr und Dusty Rhodes, wie sie im Ring bei einem NWA World Heavyweight Title Match, zum erstenmal ihren Gegner sahen. Man konnte also vorher oft garnicht das Match besprechen. Oft war es sogar so das der Referee der Kurier zwischen den Locker Rooms war, und mit den Finishes der Matches hin und her lief. Der Booker gab das Finish dem Referee, und der ging damit in den anderen Locker Room wo der Booker nicht war. Allerdings soll das keinesfalls heissen das frueher nicht im Vorfeld Matches besprochen wurden, in Hallen bei denen die Heels und Faces sprechen konnten, ohne das die Fans sie sehen, wurden auch vorher Matches besprochen. Aus den 50er Jahren gibt es ein beruehmtes Sprichwort im Pro Wrestling:“The Worst Sin for a Wrestler, is to leave a great Match in the Dressing Room!“ Also besprachen auch schon Wrestler in den 50er Jahren ihre Matches im Vorfeld, wenn sie es konnten.
Frueher zu Territory Zeiten kam zudem hinzu das Pro Wrestler ueber 6 Monate lang, 6-7 mal in der Woche gegeneinander antratten. Wenn man sich so gut kennt, dann braucht man nicht im Vorfeld das Match grossartig planen. Allerdings muss man bedenken das einige Booker detailierter sind, als andere. Einige Booker geben einem Finishes wie “Wrestler A gewinnt, nach so und so, oder etwas aehnlichem“. Andere Booker dagegen achten sehr genau auf das Finish, und haben einen genauen Plan was sie sehen wollen. Da hoert man 5 Minuten zu wie sie die Finishing Sequenz erklaeren, und man ist froh wenn man den letzten Satz behalten hat. Ein “Spezialist“ dafuer ist zum Beispiel Luke Williams den einige von den Sheepherders (oder WWF Fans “Bushwackers“) kennen duerften, der fing mit der Erklaerung des Finishes immer in etwa so an:“Die Musik von Wrestler XYZ faengt an, und er kommt zum Ring. Dann kommt die Musik von Wrestler ABC und er kommt zum Ring.....“ Das konnte dann schonmal einige Zeit in Anspruch nehmen bis man bei ihm fertig war.
Am ende ist nichts falsches daran Matches im Vorfeld zu planen, oder selbst zu choreographieren, solange das Match seinen Zweck erfuellt! Es gibt natuerlich gefahren die durch choreographierte Matches bergen. Was ist zum Beispiel wenn die Zuschauer das Match nicht annehmen? Ist man dann flexibel genug um im Match etwas zu aendern? Zudem ist die Gefahr gross das sich Matches sehr aehneln, um nicht zusagen gleich ablaufen ausser bei Routine Wrestlern. Jedoch birgt auch das calling gefahren, naemlich dann wenn es von jemanden gemacht wird der es nicht kann. Ich kann mich an ein Raw Tag Team Match zur Attitude Era erinnern mit dem Undertaker und The Rock als Earl Hebner durch den Ring schrie“30 seconds! 30 seconds“. Man ging direkt zum Finish ueber, das upgefuckt wurde, und Hebner schrie:“Hurry! Go! Go! 10 Seconds!“ Es gibt nichts schlimmeres im Pro Wrestling wenn man Referee`s und Wrestler wahrnimmt wie sie im Ring callen, und wie ueberall gibt es da welche die es gut koennen (Ted DiBiase und Johnny Valentine zum Beispiel konnten mit ihrer Hand die Gegner durch Matches fuehren, ohne auch nur ein Wort zusagen), und eben weniger gut (Lex Luger der in vielen seiner Matches so Kayfabe brach). Es gibt natuerlich beruehmte Beispiele fuer Matches die durch geplannt waren bis ins letzte Detail, das Wrestlemannia 3 Match zwischen Randy Savage und Ricky Steamboat war Wochen im voraus schon Move by Move durchgeplannt. Sie planten sogar bei Houseshows verschiedene Finishing Sequenzen. Genauso das Hulk Hogan vs Ultimate Warrior Match von Wrestlemania 6, und DDP und Bill Goldberg trainierten im Power Plant Trainingscenter ihr Match beim Halloween Havoc PPV 1998 schon Wochen im voraus. Andererseits sagte Ricky Steamboat auch mal das er im Vorfeld seiner zahlreichen 60 Minuten Matches mit Ric Flair, nur das Finish besprach, die restlichen 55 Minuten haben die beiden durch gecallt.
Ich denke schon das Calling im Pro Wrestling immer mehr zu einer verlorenen Kunst wird. Allerdings ist das keinesfalls schlecht oder gut, sondern es ist einfach nur ein Teil der Entwicklung des Professional Wrestling! Das Ricky Steamboat vs Randy Savage Match war ein absoluter Klasiker, und es ist der beste Beweiss dafuer das es mehr als nur einen Weg gibt ein gutes Wrestling Match abzuliefern.
Nefercheperur
Es gibt drei Arten wie man Matches fuehrt, man callt es, man plant es Move by Move im Vorfeld, und es gibt eine Mischung aus beidem. Und genau diese Mischung wird heute immer mehr angewandt, viele Wrestler besprechen im Locker Room vorher wie sie sich das Match vorstellen, jedoch choreographieren sie es nicht. Wrestler A schlaegt ein paar Moves vor, dann Wrestler B, sie besprechen welche Moves die Heat ziehen sollen, und die Finishing Sequenzen werden immer komplizierter, jedoch plant man die Matches nicht Move by Move! Die Wrestler bekommen so schon vorher einen ziemlich guten Eindruck davon wie das Match ablaufen wird, sie bewahren sich jedoch gleichzeitig die Flexibiltaet zu improvisieren im Ring. Um mal einen Vergleich zu ziehen, es ist wie ein Football Coach, der sich vorher 25-50 Spielzuege raussucht. Er weiss welche Spielzuege er machen will, er hat jedoch keine genaue Rangfolge wann er welchen Spielzug zu welchem Zeitpunkt macht. Man organisiert es nach der Situation die auftaucht, und bleibt somit flexibel. Und genau so kann man sich das in etwa vorstellen im Pro Wrestling. Wenn man heutzutage Wrestler sieht wie sie Matches vorher durch choreographieren, dann sind es meistens Cruiserweights die ihre Spots absprechen. Ich sage nicht das es alle Cruiserweights sind, oder das es ausser Cruiserweights niemand gibt der choreographiert, allerdings faellt es auf das es ueberwiegend Cruiserweights bei Independent Shows anwenden. Ich denke das ist einer der Gruende von vielen, warum das Cruiserweight Wrestling in Nord Amerika keine grosse Fanbase hat. Einige dieser Spot Matches schauen nicht wie Wrestling Matches aus, sondern eher wie Tanzwettbewerbe wo zwei Partner zusammen arbeiten.
Der Grund warum sich das Absprechen vor den Matches heutzutage geaendert hat ist ganz einfach zunennen, Kayfabe! Um frueher Kayfabe zu schuetzen gab es vor den 80er Jahren oft zwei separate Gaenge zum Ring, um somit auch zwei separate Locker Rooms. Einen fuer die Heels und einen fuer die Faces, zwei Wrestler die gegeneinander antratten sahen sich manchmal im Ring das erstemal. Es gibt unzaehlige Geschichten von Harley Race, Jack Brisco, Dory Funk Jr und Dusty Rhodes, wie sie im Ring bei einem NWA World Heavyweight Title Match, zum erstenmal ihren Gegner sahen. Man konnte also vorher oft garnicht das Match besprechen. Oft war es sogar so das der Referee der Kurier zwischen den Locker Rooms war, und mit den Finishes der Matches hin und her lief. Der Booker gab das Finish dem Referee, und der ging damit in den anderen Locker Room wo der Booker nicht war. Allerdings soll das keinesfalls heissen das frueher nicht im Vorfeld Matches besprochen wurden, in Hallen bei denen die Heels und Faces sprechen konnten, ohne das die Fans sie sehen, wurden auch vorher Matches besprochen. Aus den 50er Jahren gibt es ein beruehmtes Sprichwort im Pro Wrestling:“The Worst Sin for a Wrestler, is to leave a great Match in the Dressing Room!“ Also besprachen auch schon Wrestler in den 50er Jahren ihre Matches im Vorfeld, wenn sie es konnten.
Frueher zu Territory Zeiten kam zudem hinzu das Pro Wrestler ueber 6 Monate lang, 6-7 mal in der Woche gegeneinander antratten. Wenn man sich so gut kennt, dann braucht man nicht im Vorfeld das Match grossartig planen. Allerdings muss man bedenken das einige Booker detailierter sind, als andere. Einige Booker geben einem Finishes wie “Wrestler A gewinnt, nach so und so, oder etwas aehnlichem“. Andere Booker dagegen achten sehr genau auf das Finish, und haben einen genauen Plan was sie sehen wollen. Da hoert man 5 Minuten zu wie sie die Finishing Sequenz erklaeren, und man ist froh wenn man den letzten Satz behalten hat. Ein “Spezialist“ dafuer ist zum Beispiel Luke Williams den einige von den Sheepherders (oder WWF Fans “Bushwackers“) kennen duerften, der fing mit der Erklaerung des Finishes immer in etwa so an:“Die Musik von Wrestler XYZ faengt an, und er kommt zum Ring. Dann kommt die Musik von Wrestler ABC und er kommt zum Ring.....“ Das konnte dann schonmal einige Zeit in Anspruch nehmen bis man bei ihm fertig war.
Am ende ist nichts falsches daran Matches im Vorfeld zu planen, oder selbst zu choreographieren, solange das Match seinen Zweck erfuellt! Es gibt natuerlich gefahren die durch choreographierte Matches bergen. Was ist zum Beispiel wenn die Zuschauer das Match nicht annehmen? Ist man dann flexibel genug um im Match etwas zu aendern? Zudem ist die Gefahr gross das sich Matches sehr aehneln, um nicht zusagen gleich ablaufen ausser bei Routine Wrestlern. Jedoch birgt auch das calling gefahren, naemlich dann wenn es von jemanden gemacht wird der es nicht kann. Ich kann mich an ein Raw Tag Team Match zur Attitude Era erinnern mit dem Undertaker und The Rock als Earl Hebner durch den Ring schrie“30 seconds! 30 seconds“. Man ging direkt zum Finish ueber, das upgefuckt wurde, und Hebner schrie:“Hurry! Go! Go! 10 Seconds!“ Es gibt nichts schlimmeres im Pro Wrestling wenn man Referee`s und Wrestler wahrnimmt wie sie im Ring callen, und wie ueberall gibt es da welche die es gut koennen (Ted DiBiase und Johnny Valentine zum Beispiel konnten mit ihrer Hand die Gegner durch Matches fuehren, ohne auch nur ein Wort zusagen), und eben weniger gut (Lex Luger der in vielen seiner Matches so Kayfabe brach). Es gibt natuerlich beruehmte Beispiele fuer Matches die durch geplannt waren bis ins letzte Detail, das Wrestlemannia 3 Match zwischen Randy Savage und Ricky Steamboat war Wochen im voraus schon Move by Move durchgeplannt. Sie planten sogar bei Houseshows verschiedene Finishing Sequenzen. Genauso das Hulk Hogan vs Ultimate Warrior Match von Wrestlemania 6, und DDP und Bill Goldberg trainierten im Power Plant Trainingscenter ihr Match beim Halloween Havoc PPV 1998 schon Wochen im voraus. Andererseits sagte Ricky Steamboat auch mal das er im Vorfeld seiner zahlreichen 60 Minuten Matches mit Ric Flair, nur das Finish besprach, die restlichen 55 Minuten haben die beiden durch gecallt.
Ich denke schon das Calling im Pro Wrestling immer mehr zu einer verlorenen Kunst wird. Allerdings ist das keinesfalls schlecht oder gut, sondern es ist einfach nur ein Teil der Entwicklung des Professional Wrestling! Das Ricky Steamboat vs Randy Savage Match war ein absoluter Klasiker, und es ist der beste Beweiss dafuer das es mehr als nur einen Weg gibt ein gutes Wrestling Match abzuliefern.
Nefercheperur
