Das Licht geht an und Bruce Buffer würde sagen „We are live“.
„Live“ sind wir zwar nicht, aber die Maincard steht an und diese hat wie immer fünf Kämpfe zu bieten. Was in denen steckt, werdet ihr hier nachlesen können. Den Anfang machen die Leichtgewichte Gray Maynard und Jim Miller.
-Lightweight Fight:
Gray Maynard (6-0-0) vs. Jim Miller (13-1-0)
Beide Kämpfer haben einen Wrestling Background, wobei der von Maynard doch noch viel ausgeprägter ist, als der von Miller, der aber noch sein sehr gutes BJJ ins Spiel bringen kann. Der Kampf wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf dem Boden stattfinden, in der Maynard versucht in die Top Position zu gelangen, um dann den Kampf zu kontrollieren. Er wird nicht unbedingt versuchen den Kampf durch GnP zu beenden, er wird einfach die Sache beherrschen wollen, auch um Miller nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Das ganze kann sich über die volle Distanz hinziehen, außer Miller findet die Lücke und kann eine Unachtsamkeit dazu nutzen einen Aufgabegriff anzusetzen und so dem Spiel ein Ende machen. Eine andere Möglichkeit wäre, durch die Inaktivität von Maynard und Miller, dass der Ringrichter beide in den Stand-up bittet und von da aus Miller einen eigenen Takedown schafft und so in eine günstige Position für eine Submission gelangt. Alles hängt davon ab was Maynard Miller anbietet und was er daraus macht bzw. ob er es nutzen kann. Es wird interessant zu sehen sein, wie sich Miller diesem ausgezeichneten Wrestler erwehren kann und auf der anderen Seite wie sich Maynard bei den Submissionversuchen und Positionswechseln verhalten wird. Sollte es ihm gelingen selbst in der Top Position zu sein und dabei nicht Gefahr geraten in eine kritische Situation zu laufen, wird er den Kampf über einstimmige Punktentscheidung gewinnen. Dafür muss er aber auch agieren, zumindest soviel, dass er nicht wieder in den Stand-up vom Ringrichter gebeten wird und das bietet Miller die Chance sich Maynard zu entziehen und selbst Aktionen zu starten, die dann mit einem Aufgabesieg für Miller enden. Ich glaube an die 2.Theorie, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Miller sein BJJ auspackt und Maynard in einer ungünstigen Position erwischt.
Jim Miller durch Submission in Runde 3
Und wem das noch nicht reicht mit dem Ringen, dem sei gesagt, es geht noch besser. Denn auch im nächsten Kampf stehen sich 2 Wrestling Schwergewichte gegenüber. Matt Hamill wird zum 1.Mal in seiner MMA Karriere nicht seine Takedown Stärke ausspielen können, denn sein gegenüber ist noch einen Spur stärker. Mit Mark Munoz steht ihm ein ehemaliger Ringer und WEC Kämpfer gegenüber.
-Light Heavyweight:
Matt Hamill (5-2-0) vs. Mark Munoz (5-0-0)
Wie ich schon anmerkte, steht mit Mark Munoz ein Ringer Matt Hamill gegenüber, den er nicht so einfach zu Boden bringen kann, um dort seine Wrestling Überlegenheit auszuspielen. Vielmehr muss es Hamill in diesem Kampf daran gelegen sein, das Geschehen im Stand-up zu halten. Nur dort hat eine Chance auf den Sieg.
Munoz wird natürlich versuchen den Kampf zu Boden zu bringen und wenn Hamill einmal auf dem Rücken liegt, könnte der Kampf ziemlich schnell zu Ende gehen, wenn Munoz das GnP auspackte und Hamill mit Schlägen bearbeitet. Das der Kampf über die vollen 3 Runden geht, ist ziemlich unwahrscheinlich, da Munoz auch nicht ewig Hamill zu Boden bringen kann, ohne einen Substanzverlust zu haben und auch weil sich Hamill sicher nicht freiwillig in die schlechtere Position begeben wird.
Gelingt es Hamill sogar die Angriffe abzuwehren bzw. zu blocken, hat er alle Möglichkeiten, da er über genug KO Power verfügt, um auch einen Mark Munoz aus den Latschen zu hauen. Es hängt also davon ab, wie sich Hamill auf diesen Kampf und den stärkeren Ringer einstellt und ob er dann die Takedown Versuche verhindern kann. Die Erfahrung spricht für Hamill, der den eindeutig besseren Gegnern gegenüber stand und so einen Erfahrungsvorsprung besitzt. Diesen muss er ausnutzen und dann kann es nur einen Gewinner geben.
Matt Hamill durch TKO in Runde 2
Schluss jetzt mit dem Ringer. Es soll ja auch noch andere Sportarten geben, die man ins MMA mit einbringen kann, so wie BJJ, Boxen und Muay Thai. Das bringt uns zum Kampf im Weltergewichts-Limit mit den Protagonisten Pete Sell und Matt Brown.
-Welterweight Fight:
Matt Brown (8-7-0) vs. Pete Sell (8-4-0)
Warum gerade dieser Kampf soweit oben in der Card ist, liegt wohl allein daran, dass Brown aus Ohio stammt. Von den Namen her oder an den Kampfrekord beider Athleten kann es nicht liegen. Vorallem Pete Sell ist erst wieder auf die Gewinnerstraße zurückgekehrt nachdem er vom Mittelgewicht, wo er in der UFC 4 Niederlagen in Folge kassierte, ins Weltergewicht gewechselt ist. Josh Burkman hieß damals der Gegner, wo es schon um alles ging. Dies war ein so genanntes „Loser leaves Town“ Match.
Auch dieses Match wird Wohl oder Übel über die Zukunft der beiden Kämpfer entscheiden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Verlierer die UFC verlassen muss. Sollte Sell als Verlierer aus dem Kampf gehen, dann mit Sicherheit.
Aber noch hat Pete Sell nicht verloren und es spricht gar nicht mal soviel dafür, dass dieses überhaupt passiert. Er ist durch seinen Wechsel aus dem Mittelgewicht ins Weltergewicht, vielen seiner Gegner körperlich überlegen. Auch in diesem Fall. Außerdem hat er das bessere Groundgame vorzuweisen, kann auf dem Boden dominieren und auch einen Submissionsieg einfahren, wenn er mit Köpfchen kämpft und eben seine körperliche Überlegenheit ausspielt.
Matt Brown muss den Kampf im Stehen halten bzw. auf Distanz, um eben die Körperlichen Nachteile auszugleichen. Auch muss er darauf bauen, dass Sell sich auf ein Schlagduell einlässt, was eben nicht unüblich ist und auch ein Grund für seine UFC Niederlagen ist, denn er (Brown) besitzt die größere Schlagkraft.
Es könnte ein knapper Kampf werden oder aber Pete Sell schafft die Aufgabe und somit den vorzeitigen Sieg. Ich tendiere zum ersten, auch weil Brown doch ziemlich clever agiert. Trotzdem wird schlussendlich die körperliche Überlegenheit von Sell den Ausschlag geben.
Pete Sell durch Unanimous Decision
Wer aufmerksam gelesen und auch etwas mitgedacht hat, dem wird aufgefallen sein, dass wir schon beim Co-Main Event angekommen sind. Dieser Fight ist der 1. und auch letzte Heavyweight Fight auf der Card von UFC 96. Der Sieger kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen baldigen Titelkampf machen. Da diese Division in der UFC eh nicht so gut besetzt ist, kann Shane Carwin, vorausgesetzt er besiegt seinen Gegner Gabriel Gonzaga, nach diesem Kampf einen Titleshot erhalten. Andersherum natürlich genauso. Gonzaga hat ebenfalls mit einem Sieg über Carwin zum 2. Mal die Chance einen Titelkampf zu bestreiten.
-Heavyweight Fight:
Shane Carwin (10-0-0) vs. Gabriel Gonzaga (10-3-0)
Carwin der bis jetzt noch keinen Top 20 Kämpfer im Schwergewicht gegenüberstand, hat es gleich mit einem BJJ Spezialisten und Top Ten Schwergewicht zu tun. Gabriel Gonzaga, ein Brasilianer und BJJ Schwarzgurt will zurück, wo er einst schon einmal fast angekommen war. Nämlich an die Spitze im Heavyweight, die ihm nur durch Randy Couture verwehrt blieb. Damals konnte er mit dem Druck den Couture ausübte und mit dem Ringen nichts anfangen, was ihm dann schlussendlich auch zum Verhängnis wurde. Das Problem in diesem Kampf für Gonzaga ist, dass Carwin ebenfalls ein exzellenter Ringer ist und sehr aggressiv zu Werke geht. D.h. er setzt seine Gegner unter Druck und verleitet diese zu Fehlern, die er gnadenlos ausnutzt. Sei es durch Aufgabe oder T(KO). Alle seine bisherigen Kämpfe beendete er in der 1. Runde. Diese hatten aber nicht einmal annähernd das Potential, welches in Gabriel Gonzaga steckt.
Der Kampf wird hochinteressant, denn Beide müssen etwas beweisen. Gonzaga, dass er mit Kämpfern umgehen kann, die Druck auf ihn ausüben und Carwin, dass er auch gegen richtige Schwergewichte sich durchsetzen kann und wie es um seine Kondition bestellt ist, falls er doch mehr als eine Runde im Käfig überstehen muss.
Wegen der Schlaghärte von Carwin und auch das er Druck auf seine Gegner ausübt, kann es sich Gonzaga nicht leisten ein Stand-up Duell zu führen. Dieses würde unweigerlich zu seinen Ungunsten ausgehen. Er muss trotz der Ringerfähigkeiten eines Carwin’s den Kampf zu Boden bringen und die Submission suchen.
Carwin seinerseits, muss schnell Druck auf Gonzaga aufbauen, ihn beschäftigen und so mürbe zu machen. Sollte er den Kampf zu Boden bringen, muss der darauf bedacht sein, klug mit der Position umzugehen. Zur Not muss er die Top Position aufgeben, um nicht Gefahr zu Laufen submitted zu werden. Auch ein auf dem Rücken liegender Gonzaga ist für einen Carwin stets gefährlich. D.h. er sollte einfach in die Stand-up Position gehen, da er dort alle Möglichkeiten hat diesen Kampf vorzeitig zu beenden.
Ich denke Carwin wird es schaffen und den höher eingestuften Gonzaga durch einen spektakulären KO fällen. Das wird aber mehr daran liegen, dass Gonzaga nicht mit Kämpfer umgehen kann, die Druck aufbauen, als an den Fähigkeiten eines Carwin’s.
Shane Carwin durch KO in Runde 2
Der Event heißt ja Jackson vs. Jardine. Also kommen wir zu diesem Kampf, um dem sich eigentlich alles bei dieser Veranstaltung dreht.
Keith Jardine - der schon einmal fast in die vorbereitete Suppe der UFC spuckte. Eigentlich war es ein Bankett, was vorbereitet wurde und Jardine platzte einfach rein und hätte es fast zu Nichte gemacht (Chuck Liddell vs. Keith Jardine bzw. Chuck Liddel vs. Wanderlei Silva). Nur ein sehr schlau agierender Herr mit dem Namen Dana White verhinderte schlimmeres, indem er Jardine einfach mal ignorierte – und Quinton Jackson der nach seinem Verlust des Lightheavyweight Gürtels eine unrühmliche GTA Aktion startete, um dann anschließend sein großes Trauma in unnachahmlicher Form zu vernichten, bestreiten den Mainevent von UFC 96.
-Light Heavyweight Fight:
Keith Jardine (14-4-1) vs. Quinton Jackson (29-7-0)
Gewinnt Rampage dieses Duell wird er der nächste Herausforderer für Rashad Evans. Sollte aber Jardine wieder andere Pläne haben, so könnte er sich in Stellung bringen, obwohl mit Lyoto Machida ein weiterer Kandidat schon seit mindestens einem Jahr Gewehr bei Fuss steht. Aber sollte es hart auf hart kommen, wird man eher einem Jardine den Vortritt lassen, obwohl das keiner laut ausspricht.
Was spricht eigentlich gegen einen Sieg von Quinton „Rampage“ Jackson. Ja eigentlich nur Keith Jardine, mit seinem unorthodoxen Kampfstil. Die Variation aus Leg Kicks, ordentlicher Schlaghärte, geschickter Kampfführung, Distanz- und Konterboxen machen Jardine so gefährlich.
Dieses muss Rampage dadurch verhindern, indem er die Initiative ergreift und Jardine unter drückt setzt. Auch müssen wieder verstärkt Takedowns kommen, was ich schon seit einiger Zeit bei Rampage vermisse. Wenn er sich zu viel Zeit damit lässt, kommt Jardine in den Kampf und kann sein sehr gutes Distanzgefühl aufbauen, was man nur schwer überbrücken kann. So würde es schwer werden für Quinton auch nur eine Runde für sich zu entscheiden. Im eigentlichen Sinne ist Jardine in diesem Punkt auch zu stark, so dass ich Rampage eigentlich keine Chance gebe, falls es bis zum Ende der 3.Runde keinen vorzeitigen Sieger gibt. Ziel muss es also sein Jardine zu bearbeiten, ohne Gefahr zu laufen in Konter zu rennen, die Rampage nicht zu Boden schicken, aber auf den Punktzetteln Wirkung zeigen. Denn so wie ich an keinen Sieg für Rampage nach Punkten glaube, so glaube ich auch nicht, dass Jardine stark genug ist Rampage KO zu schlagen. Dazu reicht die Schlaghärte nicht aus bzw. ist das Kinn von Jackson einfach zu massiv.
Das lässt nur die Schlussfolgerung zu, dass Rampage den T(KO) braucht, um den Kampf zu gewinnen. Jardine seinerseits muss abwartend kämpfen und darf nicht zuviel riskieren, ansonsten schlägt eine Bombe von Rampage ein.
Meine Meinung dazu ist, das Jardine für Jackson Gift ist. Rein Stylemäßig gesehen. Aber ich denke er hat das nötige Glück und wird zu beginn der 3.Runde einen Schlag loslassen, der Jardine unweigerlich auf die Bretter schicken wird. Der Rest wird ein bisschen GnP sein und Quinton Jackson bekommt seinen nächsten Titleshot.
Quinton Jackson durch TKO in Runde 3
So das war es eigentlich von meiner Seite aus. Ich hoffe ihr habt es mit Freude gelesen und es war keine allzu große Qual sich durch das Preview zu arbeiten. Also bis zum nächsten Mal. :winke: