Interessante Liste, Nefercheperur, mit guten Begründungen

Choshu als Nummer 1 habe ich bisher nicht in Erwägung gezogen, darüber muss ich mal nachdenken ;) Gotch und Koloff kommen scheinbar bei anderen besser weg als bei mir persönlich ... ich poste jetzt mal meine Liste, die ich schon erstellt hatte, bevor ich die Frage hier gestellt habe:
16. Ivan Koloff
Koloff kommt von den 16 Leuten bei mir auf den letzten Platz aus dem Grund, weil er für mich unter Legenden doch eher ein Midcarder ist. Sein Sieg über Sammartino ist letztlich doch nur eine kurze Titelregentschaft, in einer Zeit als eher jahrelange Regentschaften üblich waren. Koloff war ein toller und erfolgreicher Heel ... aber für die ganz großen Spots hat es dann doch nicht gereicht.
15. Dave Levin
Levin kommt für mich etwas besser weg als Koloff, weil mehr verschiedene World Titles gewinnen konnte, wenn diese auch nicht viel wert waren. Er gehörte eine Weile zur zweiten Garde hinter Stars wie Londos, O'Mahoney, Ed Don George und anderen, konnte sich an der Spitze allerdings nie so richtig festsetzen ... vielleicht hat er sich da zu sehr auf Herrn Pfefer verlassen.
14. The Fabulous Moolah
Die Vorwürfe gegen sie wiegen schwer. Zum einen hat sie angeblich die Wresterinnen, die für sie arbeiteten so schlecht behandelt, das man es eigentlich nicht fassen kann. Außerdem hat sie mit ihrem schwachen Wrestlingstil die Damenszene in den USA geprägt und somit auch geschädigt. Andererseits kann man ihr Prominenz und Relevanz nicht absprechen, sie hat als NWA/WWF-Damenchampion enormen Einfluss ausgeübt ... letzlich hat sie sogar der Rock'n'Wrestling-Bewegung mit ihrer Niederlage gegen Wendi Richter einen großen Dienst erwiesen ... Moolah ist für mich keine Top 100-Kandidatin, aber sie ist auch nicht so unbedeutend wie sie von Kritikern oft dargestellt wird.
13. André Christol
Sehr schwer für mich, ihn und das frühe französische Wrestling an sich hier einzuordnen. Die Franzosen haben mit ihrem Engagement in anderen Ländern viel für die Entwicklung des Wrestling getan ... und Christol gehört mit Doublier, Bauer, Pons und anderen zu den Stars dieser Zeit ... mein Bauch sagt mir jedoch, dass ich seinen Bedeutung nicht überschätzen sollte ... andere Franzosen kommen für mich vor ihm.
12. Chris Jericho
Jericho wurde in einer Zeit erfolgreich, als es nicht unüblich war, dass eigentliche Midcarder häufig als Champions eingesetzt wurden, einfach weil die Zeit langer Regentschaften vorbei war. Bei keiner einzigen World Title-Regentschaft war Jericho wirklich die Nummer 1 der Promotion ... die Zahl seiner Titel und sein guter Ruf wiegen allerdings auch schwer.
11. Jushin Thunder Liger
Liger ist enorm einflussreich gewesen, was die Junior Heavyweight Szene betrifft ... aber sind wir mal ehrlich ... was ist denn die Junior Heavyweight Szene in Japan gegen die Heavyweight Szene? Stellt man einen guten Junior gegen einen guten Heavyweight, geht man davon aus, dass der Junior verliert ... es gibt ein tolles Match, aber der Heavyweight gilt grundsätzlich als überlegen. Deswegen fällt es mir nicht leicht, Leute wie Liger, Último Dragon oder Dynamite Kid hier höher zu listen.
10. Huracán Ramírez
Im Gegensatz zu Liger war Ramírez jahrelang ein Major Player in Mexiko ohne sich vor Heavyweights verstecken zu müssen, was natürlich auch der Lucha Libre-Struktur an sich zu verdanken ist. Klar steht er hinter Santo, Blue Demon, Mil Máscaras zurück, aber auch Ramírez hatte aufgrund seiner Filmpräsenz eine große Fanbasis, angeblich besonders in Südamerika. Ich kann nicht anders als ihn vor Liger zu stellen.
9. Karl Gotch
Für viele Experten sicherlich ein Upset, dass ich ihn so niedrig ranke ... es wiegt für mich zu schwer, dass ihm die wirklich großen Erfolge verwehrt blieben. Ein toller Wrestler, Wrestling-Gott in Japan ... unendlich einflussreich als Trainer ... ABER: ist es nicht auch bezeichnend, wenn die eigenen Schüler im Wrestling selbst mehr Erfolge verzeichnen als der Lehrer? Er hatte offenbar nicht das, was man braucht, um ganz oben zu stehen. Ich würdige seine Trainer-Einflüsse und Wrestling-Kunst mit Platz 9 vor einer ganzen Reihe von Legenden, zu mehr reicht es nicht.
8. Big Daddy
Für viele ist das sicher jetzt der Witz des Jahrhunderts ... Big Daddy vor Gotch und Liger! ... aber: Im Gegensatz zu Karl Gotch hat es Big Daddy verstanden eine ganze Wrestling-Region lange Jahre zu dominieren ... nicht mit gutem Wrestling ... aber mit Charisma und Humor ... und das gehört auch zum Wrestling dazu. Der Erfolg gibt ihm Recht ... sogar, dass das britische Wrestling nach ihm den Bach runterging ist ein Zeichen dafür, wie unersetzlich der Mann eigentlich war. Wenn man britisches Wrestling wertschätzt, muss man meiner Meinung nach auch diesen Mann auf einen hohen Platz setzen.
7. Bruiser Brody
Ein toller Draw, der sich von keinem Promoter rumschubsen lassen musste, weil er überall Arbeit fand ... ein wahrer internationaler Superstar, da kann Big Daddy natürlich nicht mithalten. Für mich gehört er aber ein wenig zur zweiten Garde der Monster-Wrestler ... die großen Title Runs wurden ihm verwehrt ... Ein langer Run als NWA International Champion bei All Japan war dabei ... aber es war eben nur einer von drei großen Titeln bei der Promotion. Brody brauchte für seine Art der Karriere nicht das Zentrum einer Liga zu sein, aber irgendwie hat ihm das in der Nachbetrachtung geschadet.
6. Iwan Paddubny
Ich bin kein Experte für das frühe europäische Wrestling, aber Paddubny scheint mir mit einigen Weltmeistertiteln doch eine recht große Nummer gewesen zu sein. Sein Ruhm wirkte sogar noch zu Sowjetzeiten nach ... ich fische sicherlich ein wenig im Trüben aber mein Bauch sagt mir, dass ich ihn hier vor Brody, vor Liger, vor Gotch setzen sollte. Hier würde mich besonders die Meinung vom Crusher oder anderen Europa-Interessierten mal interessieren, wie wichtig Paddubny wirklich war ;)
5. Sting
Im Gegensatz zu Bruiser Brody WAR Sting jahrzehntelang jemand, der als Hauptfigur von zwei erfolgreichen Promotions verwendet wurde. Klar TNA ist nicht die Welt, aber WWE war immer sehr interessiert an ihm. Seine lange erfolgreiche Karriere, bei der er immer gute Leistungen zeigte, auch wenn er oft schlecht eingesetzt wurde, geben ihm diesen guten fünften Platz für mich.
4. Riki Choshu
Bei Nefercheperur noch auf Platz 1 wegen seiner Drawing Power, bei mir aber etwas weiter hinten. Es gab eben viele große Draws in der Geschichte des Wrestling ... und Choshu gehört sicherlich dazu ... aber in der Nachbetrachtung finde ich, dass er New Japan viel mehr hätte dominieren müssen, um hier höher zu stehen. Choshu war der Motor, aber wirklich "erfolgreicher" als sein Zeitgenosse Fujinami wurde er dank Inokis Booking nicht. Das hat auch eine Außenwirkung! Dadurch steht Choshu plötzlich auf einer Stufe mit Leuten wie Fujinami, Muto, Hashimoto und anderen, auch wenn er der viel viel größere Draw war. Da mir bei ihm die Dominante Position etwas zu kurz kommt, reicht es für mich nur für Platz 4.
3. The Sheik
Der Sheik war in den USA UND in Japan eine legendäre Figur und ein Riesen-Draw, das macht ihn für mich noch etwas größer als Choshu, der ja eigentlich nur in Japan richtig funktionierte. In den USA war der Sheik kein NWA-Titelkandidat, er brauchte es mit seinem Gimmick aber auch nicht zu sein. Er dominierte solange Toronto und Detroit, er hat den "Hardcore-Stil" so sehr geprägt, das belohne ich mit einem dritten Platz
2. Bruno Sammartino
Runner-Up in der Liste ist der langlanglanglanglangjährige WWWF-Champ Sammartino. Seiner großen erfolgreichen Karriere hat es ein wenig geschadet, dass er so auf den Nordosten fixiert war, auch wenn er bewiesen hat, dass er in Gegenden wie Toronto oder St. Louis auch drawen konnte. Auch in Japan war Sammartino gern gesehener Gast. Richtig an der Spitze war er aber nur in Neu-England und das über zwei Jahrzehnte.
1. Gorgeous George
George war der erste richtige TV-Star des Wrestling und war sicherlich Vorläufer einer ganzen Gattung von Wrestlern und hat diese maßgeblichst beeinflusst. Er hatte wenig gute Titelerfolge und wurde selten als Nummer 1 einer Promotion verkauft, was für mich ein großes Manko ist, aber sein Einfluss auf die amerikanische Pop-Kultur hat für mich so viel Wert, dass ich ihm den ersten Platz gebe, auch wenn er in einer Top 100 bei mir Mühe hätte in die Top 10 zu kommen. Georges Legende ist für mich aber einfach größer als Sammartinos. Eine Zeitlang WAR George einfach Wrestling für den Mainstream, wie es sonst vielleicht nur Frank Gotch und Hulk Hogan geschafft haben.