09.03.2006, 03:06
SAINT-ETIENNE, 08.03.06 (rsn) - Der Amerikaner Floyd Landis (Phonak), vor kurzem Sieger der Kalifornien- Rundfahrt, hat am Mittwoch bei der Fernfahrt Paris- Nizza eindrucksvoll seine Ansprüche auf den Gesamtsieg angemeldet. Nach der ersten Bergetappe, bei der 18km vor dem Ziel in Saint-Etienne ein Anstieg der 1.Kategorie im Profil stand, trägt der 30-Jährige das gelb-weiße Trikot des Gesamtbesten, das er Weltmeister Tom Boonen abnahm. Der Quick Step-Star verlor mehr als fünf Minuten. Der Etappensieg ging an Landis' spanischen Mitausreißer Francisco Vila (Lampre), der mit 30 Jahren seinen ersten Profisieg feierte.
"Paris-Nizza war von Anfang an mein erstes großes Saisonziel. Dafür habe ich hart trainiert", sagte Landis, der nach dem Rennen eine kleine Pause bis zum Criterium International einlegen wird. "Ich hatte heute Zweifel, ob der Berg am Ende ausreicht, um einen Vorsprung herauszufahren. Ich war überrascht. Der Berg war gar nicht mal das schwerste, es war die ganze Etappe mit dem kühlen Wetter. Wir werden versuchen, das Trikot zu verteidigen. Wir haben nicht das allerstärkste Team, aber wir werden unser bestes tun", so der kalifornische Phonak-Kapitän. "Wir haben jetzt nur noch fünf Mann, die für Landis fahren. Aber vier davon waren in Kalifornien dabei und haben sich dort ja ganz gut geschlagen", meinte Phonak-Teamchef John Lelangue. Der frühere Armstrong-Helfer Landis scheint im zweiten Jahr als Teamleader reif zu sein für große Aufgaben. Auf die Frage eines Journalisten, ob das (weiß-)gelbe Trikot nicht vielleicht ein Omen sei für die Tour de France, meinte der letztjährige Gesamtneunte: "Ich hoffe!"
Groß war die Freude bei Tagessieger Vila. "Das war hart heute. Das Wetter ist schlimmer als zuhause im Baskenland. Ich leide unter der Kälte", sagte der Spanier, der erst spät (2001) Profi wurde, weil er zuvor eine Berufsausbildung als Physiotherapeut beenden wollte. Seit 2003 fährt er bei Lampre. "Es war klar, dass am letzten Berg die Entscheidung fallen würde. Landis ist früh angetreten. Ich konnte dranbleiben. Er wollte das Trikot, ich die Etappe", so "Patxi" Vila.
Landis und Vila hatten sich im Finale am Anstieg des Croix de Chaubouret (10 km mit 6,5% Steigung), dem letzten Berg des Tages, aus einer Spitzengruppe (Landis, Vila, Schleck, Colom, Sanchez) abgesetzt und ihren Vorsprung in der Abfahrt nach Saint-Etienne bis auf 1:16 Minuten ausbauen können. Den Sprint eines ersten Verfolgertrios um Platz 3 gewann der Spanier Samuel Sanchez. Bester Deutscher war erneut der Schwabe Stefan Schumacher (Gerolsteiner), der eine illustre Gruppe u.a. mit Zubeldia, Runiera, Merckx, Dekker und Caucchioli anführte und als Sechster das Rennen mit 1:25 Minuten Rückstand beendete. Zudem übernahm der 25-Jährige die Spitze in der Nachwuchswertung. Von den T-Mobile-Kapitänen Kim Kirchen (Aufgabe), Linus Gerdemann (25.) und Patrik Sinkewitz (26., beide 3:45 Minuten zurück) war dagegen eher wenig zu sehen.
Fotos: Roth
Sprintstar Boonen konnte erwartungsgemäß am Berg nicht mit den Besten mitfahren und erreichte das Ziel mit an die sechs Minuten Rückstand. Zu den großen Verlieren gehörte in Saint Etienne der amerikanische Vorjahres- und Prologsieger Bobby Julich (CSC), der sogar an die neun Minuten auf Landsmann Landis verlor. Von der fast schon beängstigenden Dominanz des Bjarne-Riis-Teams in den letzten beiden Jahren ist 2006 nichts mehr übrig, während Phonaks Taktik am Mittwoch hundertprozentig aufging.
"Es lief alles genauso wie geplant, was auch nicht oft vorkommt", sagte Lelangue. "Wir wollten in der ersten Hälfte des Rennens einen Mann in der Flucht haben, dann einen in der zu erwartenden Attacke am Berg der 2.Kategorie. So mussten wir nicht mehr arbeiten als in den Tagen vorher. Und auf den letzten 5km des Croix-de-Chaubouret sollte Landis attackieren. Wir wollten unbedingt von dieser Etappe profitieren, die ideal war mit der Abfahrt nach dem letzten Berg."
Im Gesamtklassement hat Landis, der als starker Rouleur bedauert, dass diesmal kein Zeitfahren im Programm des "Rennen zur Sonne" ist, nun 9 Sekunden Vorsprung vor Vila. Gesamtdritter ist der Baske Sanchez (+ 1:13 Minuten), Schumacher ist Neunter. "Das eröffnet uns ganz neue Perspektiven", freute sich Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer, der eigentlich gar nicht ans Gesamtklassement gedacht hatte.
Quelle: radsport-news.com
Tageswertung
3.Etappe: Juliénas - Saint-Etienne, 168,5 km
1. Patxi Vila (ESP/Lampre) 4 h 23:28. (38,373 km/h)
2. Floyd Landis (USA) gl.Z.
3. Samuel Sanchez (ESP) + 1:16.
4. Frank Schleck (LUX) 1:16.
5. Toni Colom (ESP) 1:16.
6. Stefan Schumacher (GER) 1:25.
7. José Luis Rubiera (ESP) 1:25.
8. Haimar Zubeldia (ESP) 1:25.
9. Luis Sanchez (ESP) 1:25.
10. Pietro Caucchioli (ITA) 1:25.
11. José Azevedo (POR) 1:25.
12. Chris Horner (USA) 1:25.
13. Axel Merckx (BEL) 1:25.
14. Erik Dekker (NED) 1:25.
15. Vladimir Gusev (RUS) 3:05.
16. Cédric Vasseur (FRA) 3:14.
17. Sandy Casar (FRA) 3:45.
18. Cyril Dessel (FRA) 3:45.
19. Hubert Dupont (FRA) 3:45.
20. Dmitriy Fofonov (KAZ) 3:45.
...
25. Patrik Sinkewitz (GER) 3:45.
26. Linus Gerdemann (GER) 3:45.
30. Thomas Lovkvist (SWE) 4:09.
31. Alberto Contador (ESP) 4:09.
36. Tom Boonen (BEL) 5:48.
42. Christophe Moreau (FRA) 7:20.
44. Grischa Niermann (GER) 7:20.
57. Andrey Kaschechkin (KAZ) 8:47.
58. Bobby Julich (USA) 8:47.
61. Yaroslav Popovych (UKR) 9:37.
Gesamtwertung
Gesamtwertung nach der 3.Etappe:
1. Floyd Landis (USA/Phonak) 14 h 46:28.
2. Patxi Vila (ESP) + 09.
3. Samuel Sanchez (ESP) 1:13.
4. Toni Colom (ESP) 1:23.
5. Frank Schleck (LUX) 1:23.
6. José Azevedo (POR) 1:34.
7. Haimar Zubeldia (ESP) 1:36.
8. Pietro Caucchioli (ITA) 1:38.
9. Stefan Schumacher (GER) 1:39.
10. José Luis Rubiera (ESP) 1:39.
11. Chris Horner (USA) 1:43.
12. Erik Dekker (NED) 1:43.
13. Axel Merckx (BEL) 1:47.
14. Luis Sanchez (ESP) 3:02.
15. Vladimir Gusev (RUS) 3:12.
16. Cédric Vasseur (FRA) 3:33.
17. Sandy Casar (FRA) 3:51.
18. Markus Zberg (SUI) 3:59.
19. Matteo Carrara (ITA) 4:00.
20. Alexandre Botcharov (RUS) 4:01.
...
24. Linus Gerdemann (GER) 4:04.
26. Patrik Sinkewitz (GER) 4:07.
30. Thomas Lovkvist (SWE) 4:22.
34. Alberto Contador (ESP) 5:23.
35. Tom Boonen (BEL) 5:29.
41. David Moncoutié (FRA) 6:15.
44. Christophe Moreau (FRA) 7:37.
52. Bobby Julich (USA) 8:44.
53. Andrey Kaschechkin (KAZ) 8:46.
57. Yaroslav Popovych (UKR) 9:55.
104. Jens Voigt (GER) 22:16.
Mensch, Mensch.
Will Landis den Giro vielleicht doch bestreiten um auf einen Podiumsplatz zu fahren?
Ganz stark, Vorjahressieger Julich dagegen ohne Chance und T-Mobile Topmann Kirchen steigt aus.
Does anyone know the T-Mobile Syndrom ... Botero, Julich, Savoldelli, Evans! ... Kirchen?
Wollen wir mal nicht hoffen.
Jens Voigt nach seinen 2 schwerwiegenden Stürzen im November und im Februar noch nicht so fit, war aber zu erwarten.
"Paris-Nizza war von Anfang an mein erstes großes Saisonziel. Dafür habe ich hart trainiert", sagte Landis, der nach dem Rennen eine kleine Pause bis zum Criterium International einlegen wird. "Ich hatte heute Zweifel, ob der Berg am Ende ausreicht, um einen Vorsprung herauszufahren. Ich war überrascht. Der Berg war gar nicht mal das schwerste, es war die ganze Etappe mit dem kühlen Wetter. Wir werden versuchen, das Trikot zu verteidigen. Wir haben nicht das allerstärkste Team, aber wir werden unser bestes tun", so der kalifornische Phonak-Kapitän. "Wir haben jetzt nur noch fünf Mann, die für Landis fahren. Aber vier davon waren in Kalifornien dabei und haben sich dort ja ganz gut geschlagen", meinte Phonak-Teamchef John Lelangue. Der frühere Armstrong-Helfer Landis scheint im zweiten Jahr als Teamleader reif zu sein für große Aufgaben. Auf die Frage eines Journalisten, ob das (weiß-)gelbe Trikot nicht vielleicht ein Omen sei für die Tour de France, meinte der letztjährige Gesamtneunte: "Ich hoffe!"
Groß war die Freude bei Tagessieger Vila. "Das war hart heute. Das Wetter ist schlimmer als zuhause im Baskenland. Ich leide unter der Kälte", sagte der Spanier, der erst spät (2001) Profi wurde, weil er zuvor eine Berufsausbildung als Physiotherapeut beenden wollte. Seit 2003 fährt er bei Lampre. "Es war klar, dass am letzten Berg die Entscheidung fallen würde. Landis ist früh angetreten. Ich konnte dranbleiben. Er wollte das Trikot, ich die Etappe", so "Patxi" Vila.
Landis und Vila hatten sich im Finale am Anstieg des Croix de Chaubouret (10 km mit 6,5% Steigung), dem letzten Berg des Tages, aus einer Spitzengruppe (Landis, Vila, Schleck, Colom, Sanchez) abgesetzt und ihren Vorsprung in der Abfahrt nach Saint-Etienne bis auf 1:16 Minuten ausbauen können. Den Sprint eines ersten Verfolgertrios um Platz 3 gewann der Spanier Samuel Sanchez. Bester Deutscher war erneut der Schwabe Stefan Schumacher (Gerolsteiner), der eine illustre Gruppe u.a. mit Zubeldia, Runiera, Merckx, Dekker und Caucchioli anführte und als Sechster das Rennen mit 1:25 Minuten Rückstand beendete. Zudem übernahm der 25-Jährige die Spitze in der Nachwuchswertung. Von den T-Mobile-Kapitänen Kim Kirchen (Aufgabe), Linus Gerdemann (25.) und Patrik Sinkewitz (26., beide 3:45 Minuten zurück) war dagegen eher wenig zu sehen.
Fotos: Roth
Sprintstar Boonen konnte erwartungsgemäß am Berg nicht mit den Besten mitfahren und erreichte das Ziel mit an die sechs Minuten Rückstand. Zu den großen Verlieren gehörte in Saint Etienne der amerikanische Vorjahres- und Prologsieger Bobby Julich (CSC), der sogar an die neun Minuten auf Landsmann Landis verlor. Von der fast schon beängstigenden Dominanz des Bjarne-Riis-Teams in den letzten beiden Jahren ist 2006 nichts mehr übrig, während Phonaks Taktik am Mittwoch hundertprozentig aufging.
"Es lief alles genauso wie geplant, was auch nicht oft vorkommt", sagte Lelangue. "Wir wollten in der ersten Hälfte des Rennens einen Mann in der Flucht haben, dann einen in der zu erwartenden Attacke am Berg der 2.Kategorie. So mussten wir nicht mehr arbeiten als in den Tagen vorher. Und auf den letzten 5km des Croix-de-Chaubouret sollte Landis attackieren. Wir wollten unbedingt von dieser Etappe profitieren, die ideal war mit der Abfahrt nach dem letzten Berg."
Im Gesamtklassement hat Landis, der als starker Rouleur bedauert, dass diesmal kein Zeitfahren im Programm des "Rennen zur Sonne" ist, nun 9 Sekunden Vorsprung vor Vila. Gesamtdritter ist der Baske Sanchez (+ 1:13 Minuten), Schumacher ist Neunter. "Das eröffnet uns ganz neue Perspektiven", freute sich Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer, der eigentlich gar nicht ans Gesamtklassement gedacht hatte.
Quelle: radsport-news.com
Tageswertung
3.Etappe: Juliénas - Saint-Etienne, 168,5 km
1. Patxi Vila (ESP/Lampre) 4 h 23:28. (38,373 km/h)
2. Floyd Landis (USA) gl.Z.
3. Samuel Sanchez (ESP) + 1:16.
4. Frank Schleck (LUX) 1:16.
5. Toni Colom (ESP) 1:16.
6. Stefan Schumacher (GER) 1:25.
7. José Luis Rubiera (ESP) 1:25.
8. Haimar Zubeldia (ESP) 1:25.
9. Luis Sanchez (ESP) 1:25.
10. Pietro Caucchioli (ITA) 1:25.
11. José Azevedo (POR) 1:25.
12. Chris Horner (USA) 1:25.
13. Axel Merckx (BEL) 1:25.
14. Erik Dekker (NED) 1:25.
15. Vladimir Gusev (RUS) 3:05.
16. Cédric Vasseur (FRA) 3:14.
17. Sandy Casar (FRA) 3:45.
18. Cyril Dessel (FRA) 3:45.
19. Hubert Dupont (FRA) 3:45.
20. Dmitriy Fofonov (KAZ) 3:45.
...
25. Patrik Sinkewitz (GER) 3:45.
26. Linus Gerdemann (GER) 3:45.
30. Thomas Lovkvist (SWE) 4:09.
31. Alberto Contador (ESP) 4:09.
36. Tom Boonen (BEL) 5:48.
42. Christophe Moreau (FRA) 7:20.
44. Grischa Niermann (GER) 7:20.
57. Andrey Kaschechkin (KAZ) 8:47.
58. Bobby Julich (USA) 8:47.
61. Yaroslav Popovych (UKR) 9:37.
Gesamtwertung
Gesamtwertung nach der 3.Etappe:
1. Floyd Landis (USA/Phonak) 14 h 46:28.
2. Patxi Vila (ESP) + 09.
3. Samuel Sanchez (ESP) 1:13.
4. Toni Colom (ESP) 1:23.
5. Frank Schleck (LUX) 1:23.
6. José Azevedo (POR) 1:34.
7. Haimar Zubeldia (ESP) 1:36.
8. Pietro Caucchioli (ITA) 1:38.
9. Stefan Schumacher (GER) 1:39.
10. José Luis Rubiera (ESP) 1:39.
11. Chris Horner (USA) 1:43.
12. Erik Dekker (NED) 1:43.
13. Axel Merckx (BEL) 1:47.
14. Luis Sanchez (ESP) 3:02.
15. Vladimir Gusev (RUS) 3:12.
16. Cédric Vasseur (FRA) 3:33.
17. Sandy Casar (FRA) 3:51.
18. Markus Zberg (SUI) 3:59.
19. Matteo Carrara (ITA) 4:00.
20. Alexandre Botcharov (RUS) 4:01.
...
24. Linus Gerdemann (GER) 4:04.
26. Patrik Sinkewitz (GER) 4:07.
30. Thomas Lovkvist (SWE) 4:22.
34. Alberto Contador (ESP) 5:23.
35. Tom Boonen (BEL) 5:29.
41. David Moncoutié (FRA) 6:15.
44. Christophe Moreau (FRA) 7:37.
52. Bobby Julich (USA) 8:44.
53. Andrey Kaschechkin (KAZ) 8:46.
57. Yaroslav Popovych (UKR) 9:55.
104. Jens Voigt (GER) 22:16.
Mensch, Mensch.
Will Landis den Giro vielleicht doch bestreiten um auf einen Podiumsplatz zu fahren?
Ganz stark, Vorjahressieger Julich dagegen ohne Chance und T-Mobile Topmann Kirchen steigt aus.
Does anyone know the T-Mobile Syndrom ... Botero, Julich, Savoldelli, Evans! ... Kirchen?
Wollen wir mal nicht hoffen.
Jens Voigt nach seinen 2 schwerwiegenden Stürzen im November und im Februar noch nicht so fit, war aber zu erwarten.
